# AI Infrastructure, Retail Disruption, and CPG Unbundling

**Podcast:** Asset Class
**Published:** 2026-03-26

## Transcript

Gerade jetzt, Ende März 2026, ist die Lage im Nahen Osten wieder extrem angespannt.
An den Rohstoffmärkten herrscht pure Nervosität.
Aus den USA kommen völlig widersprüchliche Signale.
In diesem Markt, wenn kein Stein auf dem anderen bleibt, stechen Überflieger besonders heraus.
Einer davon ist Vertiv.
Ausgerechnet ein KI-Wert, der nun auch noch in den SP 500 aufsteigt.
Ist es ein Ritterschlag oder geht's danach bergab?
Das besprechen wir heute.
Außerdem, der Zahra-Riese-Inditex greift mit einer völlig neuen Strategie die Billigkonkurrenz an.
Und bei Unilever fliegen die Traditionsmarken wie Knorr zum Beispiel aus dem Regal.
Während Präsident Trump auf Social Media schon den großen diplomatischen Durchbruch feiert, bremst sein eigenes Außenministerium die Erwartungen massiv ab.
Da fragt man sich doch, was stimmt denn nun?
Lass dich von dieser Unruhe bei den Schlagzeilen bloß nicht verrückt machen.
Wir schauen heute auf die Faktendreierunternehmen.
Denn am Ende des Tages zählt die operative Substanz mehr als jedes kurzfristige Szenario.
Nächste Woche wissen wir vielleicht schon genauer, wie belastbar die diplomatischen Vorstöße sind.
Die folgenden Inhalte sind keine Anlageberatung.
Kapitalanlagen bergen Risiken.
Du entscheidest, in was du investierst.
Und damit willkommen zu Beyond the Noise Finanzen mit Fokus statt Fürlefanz.
Trotz oder gerade im Schwanken des Marktes sind einzelne Werte nicht zu halten.
Genau das ist der Fall bei Vertiv, dem Ausrüster für Datenzentren.
Und Vertiv steigt nun ganz offiziell in den SP 500 auf.
Zusammen mit Lumentum, Kohärent und EchoStar.
Dafür müssen andere Platz machen.
Die Tindermutter Match Group fliegt zum Beispiel raus.
Genauso wie der Pommes-Riese Lamp Weston.
Portfoliomanager müssen jetzt nachkaufen für ihre ETFs.
Alle SP 500-Tracker werden Vertiv in ihre Portfolios aufnehmen müssen.
Das bedeutet einen heftigen Kaufdruck durch Milliarden an passiv gemanagtem Geld.
Genau das treibt den Kurs oft nochmal extra in die Höhe, bevor die erste Korrektur kommt.
Das zeigt halt wieder komplett deutlich, wo die Reise an der Börse aktuell hingeht.
Technologie dominiert einfach alles.
Wer kein echtes Tech-Wachstum liefert, verliert sein Platz am Tisch der großen Player der Weltwirtschaft.
Dabei schauen die meisten, wenn sie von den Profiteuren des KI-Booms sprechen, instinktiv auf die Chip-Hersteller.
Aber Vertiv macht etwas, das jedes neue KI-Datenzentrum braucht.
Das Unternehmen baut die Strom- und Kühlsysteme für Rechenzentren.
Wenn KI-Server rund um die Uhr laufen sollen, denkt an Google oder AWS, brauchen sie Stromversorgung, also Anlagen, falls der Netzstrom ausfällt, aber auch Kühlung durch Klimaanlagen, speziell für Serverfarmen.
Und da die herkömmliche Luftkühlung hier nicht mehr ausreicht, liefert Vertiv auch Flüssigkeitskühlung.
Sie sind im Grunde der klassische Schaufelverkäufer im Goldrausch.
Aber Achtung, ein Aufstieg in den Index bedeutet nicht automatisch, dass die Gewinne jetzt so ewig weiterlaufen.
Dazu gibt es eine ziemlich spannende Statistik.
Die Fakten.
Von den letzten 21 Neulingen im SP 500 haben nur acht danach wirklich den Markt geschlagen.
Warum ist das so?
Ganz einfach.
Solche Aktien werden vorher oft massiv gehypt.
Die Kurse schießen im Vorfeld hoch, weil alle dabei sein wollen.
Und wenn sie dann offiziell im Index sind, dann nehmen viele Anleger erstmal ihre Gewinne mit.
Die Performance leidet dann kurzfristig, weil der Eventkauf abgeschlossen ist.
Es gibt aber doch Ausnahmen, die Hoffnung machen.
Nimmt zum Beispiel Siena.
Die bauen Glasfasernetze und sind als letztes Unternehmen in den Index aufgestiegen.
Deren Kurs hat sich danach null bremsen lassen.
Siena hat seit der Aufnahme einfach nahtlos über 30 Prozent plus gemacht.
Es kann also durchaus richtig gut weitergehen, wenn die Story fundamental stimmt.
Schauen wir mal, wie es für Virative ausgeht und inwiefern sie weiter vom KI-Boon profitieren.
Zum Zeitpunkt der Aufnahme hat sie das Hoch des Vortags schon übertroffen.
Am Fashionmarkt geht es aktuell mindestens genauso wild zu wie an der Wall Street.
Gerade dachten wir noch, der Markt für günstige Mode ist mit Temu, Shein und Co.
im digitalen Bereich aufgeteilt.
Und die etablierten Player haben alles fest im Griff.
Aber werden alle wie gebannt auf China starren, passiert bei Inditex, also dem Giganten hinter Zara etwas extrem spannendes.
Die setzen nämlich auf eine ganz neue Strategie namens Lefties.
Du musst dir das so vorstellen.
Zara ist das Mutterschiff und macht rund 70 Prozent des Umsatzes.
Drumherum gruppieren sich Marken wie Birschka, Pullen Bear oder Massimo Dutti für eine ganz bestimmte Zielgruppe.
Und Leftys, die wurden ursprünglich als Reste Rampe für alte Zara-Kollektionen gegründet und starten jetzt den Angriff nach ganz unten.
Preislich sogar noch unterhalb von Börschka, also eher in Richtung Kick oder Primark.
Schauen wir uns Leftys mal kurz genauer an.
Ihr Konzept unterscheidet sich massiv von der Konkurrenz wie Primark oder Kick, während die alten Platzhirsche oft nur stumpf über den Preis kommen, die Margen drücken und an Ausstattung in den Läden sparen.
Wo es nur geht, verwischt Lefties einfach mal die Grenzen.
Die nehmen den klassischen Textildiscount and machen daraus modernes Lifestyle-Shopping.
Quasi Discount-Mode, but with look in feel einer Luxusboutique.
Im Laden erwarten dich helle, weitläufige Flächen, klare Linien, riesige LED-Screens an den Wänden und andere High-Tech-Lösungen.
Denn wer liebt es nicht?
Kurze Schlangen dank Self-Checkout.
Das dürfte ankommen.
Guides ist geil, scheint beliebter zu werden.
Nur möchte keiner, dass es sich eben auch so anfühlt.
So hängt die Ware ordentlich nach Kollektionen sortiert, die Farbwelten stimmen und die Outfits werden komplett inszeniert.
Die neue, noch kleine Zara Schwester setzt voll auf digitale Erlebnisse und pusht eine industrielle Lieferkette in absoluter Rekordgeschwindigkeit durch.
And gerade was dem Punkt Präsentation angeht.
Hier unterscheidet sich Lefties massiv von Shein und Temo.
Die kennen die meisten ja nur vom Smartphone.
Da klickt man Sachen in den digitalen Warenkorb, die man vorher nicht anprobieren oder fühlen kann.
Und am Ende sieht das T-Shirt an einem selbst oder auch grundsätzlich ganz anders aus als auf dem Foto.
Ein riesiger Nachteil.
Shein hingegen hat in Frankreich zwar in einem Pilotprojekt echte Stores im Test, setzt im deutschen Markt nun aber auf ein hybrides Plattformmodell.
Ganz nach dem Vorbild von Amazon.
Integration von lokalen Händlern, Sortimentserweiterungen und damit die Reichweite skalieren.
Nach eigenen Angaben sind bereits 600 Händler angebunden.
Was alle Player im Blick haben sollten.
Ultrafast Fashion steht unter Beobachtung.
Die EU verschärft gerade die Regeln für Nachhaltigkeit und die extrem niedrigen Preise schlagen irgendwann auf die Qualität.
Das merken die Kunden natürlich.
Einfach nur billig zu sein, reicht heute eben nicht mehr.
Technologie und smarte Logistik dominieren das Spiel.
Genau wie bei Leftys.
Aber Achtung, ein Markteintritt in Deutschland ist kein Selbstläufer.
Der deutsche Markt ist extrem umkämpft und die Konsumenten sind anspruchsvoll.
Wenn ein neuer Player in den Index der Fußgängerzonen aufsteigt, werden die etablierten Giganten nicht kampflos zu sehen.
Die Konkurrenz dürfte massiv gegensteuern.
Und falls du dich fragst, wer an diesem ganzen Modezirkus am meisten verdient, das ist Amancio Ortega, der Gründer von Inditex.
Mit einem Vermögen von unglaublichen 121 Milliarden Euro ist er der zweitreichste Europäer überhaupt.
Nur Bernard Arnault von LVMH hat noch mehr auf dem Konto.
Der Kampf um unsere Kleiderschränke ist also auch ein echter Kampf der Superreichen.
Wenn dich Inditex und der Werdegang von Amancio Ortega interessiert, dann hör gerne in unseren Asset Class Deep Dive rein.
Schau mal in dein Badezimmerschrank oder in deine Speisekrafschaft Duschgel, Axdeo, Knorrsuppen oder Hellmanns Mayo.
Unilever ist einfach überall.
Aber genau dieses überall ist das Problem.
Die Börse hasst nämlich Bauchläden.
Investoren wollen Fokus sehen, keine unübersichtlichen Markensammlungen.
Deshalb hat Unilever jetzt einen neuen Plan.
Sie wollen offenbar ihre gesamte Lebensmittelsparte mit Knorr und Hellmanns loswerden.
Und der Partner für diesen Megadeal soll kein geringerer sein als der Gewürzgigant McCormick.
Und das wäre wirklich ein Großeinkauf.
Denn wir reden hier über eine Bewertung von 30 bis 40 Milliarden Dollar.
Die Sparte macht also dreimal so viel Gewinn wie MacCormic selbst.
Am Ende wäre es eher eine Fusion, und zwar eine über einen sogenannten Reverse Morris Trust.
Das klingt kompliziert, heißt aber eigentlich nur, die Unilever-Aktionäre würden am Ende einen riesigen Anteil an der neuen kombinierten Foodfirma halten.
Unilever hat sich ja schon länger eine radikale Schlankheitskur verordnet.
Erst flog das Margarinegeschäft mit Rama und Letter raus, dann die Teesparte mit Lipton.
Ende 2025 wurde sogar das Eiscreme-Geschäft mit Magnum und Ben and Jerry's an die Börse gebracht.
Aber die Aktie, die tritt seit Jahren auf der Stelle.
Wenn man die Dividenden mal weglässt, steht der Kurs da, wo er schon im Sommer 2017 stand.
Damals wollte Warren Buffett den Laden schon mal schlucken, hat das Angebot, aber schnell wieder zurückgezogen.
Dabei hat Unilever eigentlich ein Asse im Ärmel.
Mehr als die Hälfte des Umsatzes kommt aus Schwellenländern wie Indien, Brasilien oder Indonesien.
Das ist in der Theorie eine echte Wachstumsmaschine.
Aber der Konzern hat sich strategisch einfach verzettelt.
Zu viele Marken, zu viel Managemaufwand und dann noch die heftigen Währungsverluste.
MacCormic als Partner ist allerdings ein spannender, aber auch riskanter Move.
Die sind nämlich selbst noch ziemlich verschuldet von ihrer letzten großen Übernahme.
Auch ihre Aktie steht 50% unter Allzeithoch.
Ein Aktientausch ist da die einzige Chance, diesen Deal überhaupt zu stemmen.
Aber strategisch kann das total Sinn machen.
McCormick würde mit Knorr und Hellmanns zum absoluten König bei Soßen und Fertiggerichten aufsteigen und Kraft Heinz so richtig unter Druck setzen.
Die haben ja gerade erst einen Rückzug gemacht in Sachen Übernahme der Unilever-Sparte.
Unilever wäre bei einem Deal mit MacCormick im Gegenzug endlich den Ballast los und könnte sich voll auf Körperpflege und Putzmittel konzentrieren.
Win-Win!
Solche Deals liebt die Börse.
Aber machen wir uns nichts vor.
Auch ein Food Monopoly löst nicht das Grundproblem der Branche.
Die Kunden sind heute preissensitiv wie nie zuvor.
Markentreue, Fehlanzeige.
Wenn die Preise steigen, kaufen die Leute eben Eigenmarken.
Mehr Effizienz durch so ein Deal ist da oft der letzte Hebel, den die Unternehmen noch haben.
Und das war's für heute.
Danke, dass du dabei warst.
Wenn es dir gefallen hat, sag's gerne weiter und lass einen Kommentar da.
Und was denkst du, geht die Party bei Vertif jetzt erst richtig los, weil die großen ETFs jetzt kaufen müssen?
Oder sehen wir da bald eine fette Korrektur, weil der Hype erstmal verarbeitet werden muss?
Schreib uns das unbedingt in die Kommentare.
Und falls du Fragen oder Anregungen für die nächste Episode hast, dann schreib auch die am besten gleich in die Kommentare.
Nächste Woche ist dann wieder Christian an der Reihe.
Und damit bis zum nächsten Mal!
