# Strategic Unbundling, AI Efficiency, and Turnaround Plays

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-03-23

## Transcript

Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Informationen und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Heute ist Montag, der 23.
März.
Mein Name ist Noah Leidinger und das ist ohne Aktienwert schwer.
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Wir starten die neue Woche mit einem Profiteur der Fußball-WM, der heute in den S-Dax kommt, der Turnaround-Wette von Dominus Pizza und natürlich den actual News.
Es gibt so manche Dinge in der Wirtschaft, die kann ich wirklich sehr schwer nachvollziehen.
Zum Beispiel wie erfolgreiche Menschen ihre komplette Karriere für vergleichsweise kleine Summen aufs Spiel setzen.
Ich habe mich das zum Beispiel beim britischen Milliardär Joe Lewis gefragt, der wegen Insider-Trading verurteilt wurde, wo es am Ende für ihn um gerade mal ein paar Millionen ging.
Und ich habe mich das am Freitag auch bei Wally Lear gefragt.
Der hat den Serverbauer Supermicro gegründet und hält ca.
3% der Aktien.
Der Anteil ist gerade um die 400 Millionen Dollar wert, war aber auch schon mal über eine Milliarde wert.
Der Typ hat also keine Geldsorgen.
Trotzdem wurde er am Freitag festgenommen, weil er wohl 2,5 Milliarden Dollar an Nvidia Chips nach China geschmuggelt hat.
Die Aktie von Supermicro ist danach 30% abgeschmiert.
Alleine damit hat er über 100 Millionen Dollar an Privatvermögen verloren.
Damit hat sich die Aktion rein finanziell schon jetzt nicht gelohnt, mit den ganzen Konsequenzen, die jetzt kommen könnten, sowieso nicht.
Und es gilt natürlich die Unschuldsvermutung, aber es sieht nicht gerade gut aus für ihn.
Die US-Behörden haben unter anderem Textnachrichten gefunden, wo er den Schmuggel koordiniert hat.
Und das Ganze war ein ziemlich durchdachtes System.
Sie haben zum Beispiel Fake-Server aufgestellt und damit Exportprüfer von Supermicro selbst und US-Behörden getäuscht.
Generell ist ziemlich auffällig, dass im Umfeld von Supermicro relativ viele Skandale passieren.
2018 wurde die Aktie wegen Bilanzproblemen von der Nasdaq-Börse delistet.
2024 gab es auch wieder ziemlich große Finanzprobleme.
Was ich deutlich besser verstehen kann als solche Aktionen von Managern, ist der Drang von Firmen zum Bundling und Unbundling.
Man sieht das eigentlich bei so gut wie allen Branchen.
Es gibt Phasen, da ist es im Trend, große Imperien zu bauen, wenn man dann Effizienzen zwischen den einzelnen Tochterfirmen heben kann.
Und dann gibt es Phasen, da ist es im Trend, die Tochterfirmen voneinander zu trennen, weil sie eigenständig flexibler sind und Investoren das besser durchschauen können.
In der Lebensmittelindustrie erleben wir seit paar Jahren auf jeden Fall die zweite Phase.
Das hat verschiedene Gründe.
Zum Beispiel war es früher ein viel größerer Vorteil, ein großes Markenimperium zu sein, weil man für Fernsehwerbung viel Budget gebraucht hat und dann gut verhandeln konnte.
Im Digitalmarketing kann man aber auch als kleine Marke zu den gleichen Preisen werben wie die großen.
Da hilft dann eher die Agilität und dass man schneller auf Trends reagieren kann.
Beispiele für dieses Unbundling gibt es auf jeden Fall viele.
Nestle will Bereiche verkaufen, die nicht zum Kerngeschäft passen.
Kraft Heinz hat überlegt, sein Business in zwei Teile zu spalten.
Kelloggs hat genau das schon gemacht und Unilever denkt ja auch darüber nach, seine Essensparte mit Marken wie Knorr und Hellmanns vom Rest zu trennen.
Und Unilever hat ja letztes Jahr auch schon seine Magnum Ice Cream-Sparte an die Börse gebracht.
Am Freitag gab es wieder zu der Lebensmittelsparte ein neues Update.
Unilever führt nämlich wohl Gespräche mit dem Gewürzkonzern MacCormick, der die Lebensmittelsparte kaufen will.
Wobei Kaufen vielleicht nicht ganz der richtige Begriff ist.
Die Sparte von Unilever macht nämlich ca.
3 Milliarden Gewinn im Jahr und damit dreimal mehr als MacCormic selbst.
Auch die Bewertung von der Unilever-Sparte ist mit geschätzten 30 bis 40 Milliarden ca.
2-3 Mal größer als MacCormic.
Der Deal würde also wahrscheinlich eher so aussehen, dass am Ende Unilever-Aktionäre einen relativ großen Anteil an der neuen Firma kriegen.
Unilever kann sich wohl auch vorstellen, mit einer Minderheit dabei zu bleiben.
Neben Bundling und Unbundling ist mir beim Lebensmittelthema noch eine ungewöhnliche Meldung von Kill aufgefallen, die sind einer der größten Verarbeiter von Rindfleisch in den USA und nutzen jetzt ein Kamerasystem, das mit KI erkennt, ob noch Fleisch am Knochen ist.
So kriegen sie wohl 0,5% mehr Fleisch von jedem Tier raus und das würde bei Kargill jedes Jahr zusätzliches Fleisch im Wert von 200 Millionen Dollar bedeuten.
Ansonsten gab es beim Thema künstliche Intelligenz am Freitag gute Nachrichten für Palantir.
Ihre Software Maven soll jetzt im Verteidigungsministerium der Armee so gut wie überall ausgerollt werden.
Aktuell wird die Software schon im Iran eingesetzt, wo sie die Gebiete analysiert und Ziele findet.
Und nicht nur bei Palantir ist die Rüstungsnachfrage stark.
Der SAP-CEO meinte zum Beispiel, dass die Rüstungsindustrie für SAP die Kundengruppe mit dem stärksten Wachstum ist und das SAP, der jetzt schon rund 10% vom Umsatz macht.
Während ein paar Firmen also von der Rüstungsnachfrage profitieren, hat die Börse am Freitag wieder ziemlich massiv unter der aktuellen Lage gelitten, der DAX hat 2% verloren, der Nasdaq genauso und Gold hat letzte Woche sogar fast 10% verloren und hatte damit laut CNBC die schlechteste Woche seit September 2011.
Denn Gold ist zwar eine Krisenwährung, aber eben auch eine Anlageklasse, die relativ stark schwankt.
Wenn man also kurzfristig Risiko und Volatilität aus dem Depot nehmen will, verkauft man auch eher Gold.
Dazu ist Gold eben extrem gut gelaufen und wenn die Zinsen wegen höherer Inflation wieder steigen, wird Gold im Vergleich zu Anleihen unattraktiver, weil es eben keine Zinsen hat.
Aber zurück zum Freitag, dass die Stimmung da wieder negativer war, hat verschiedene Gründe.
Generell gibt es ja gerade jeden Tag zig verschiedene Meldungen, dass sich die Lage entspannt oder doch wieder zuspitzt.
Am Freitag gab es auf jeden Fall einen Bloomberg-Bericht, laut dem der Iran gerade so gut wie gar keine Verhandlungsbereitschaft hat, die Straße von Hormus zu öffnen.
Dazu gab es noch mehrere Berichte, dass die USA mehr Schiffe und Soldaten Richtung Iran schicken will.
Dann meinte Trump noch, dass er keinen Waffenstillstand will, aber die USA gleichzeitig kurz davor steht, die Aktivitäten runterzufahren, weil sie so gut wie alle Ziele erreicht haben.
Und am Samstag hat er dann angedroht, die größten Kraftwerke im Iran anzugreifen, wenn sie nicht in 48 Stunden die Straße von Hormus öffnen.
Die ganze Lage bleibt also schwer zu durchschauen.
Trotzdem gibt es erste Firmen, die jetzt ihre Strategien anpassen.
Der CEO von United Airlines meinte zum Beispiel, dass sie dieses Jahr 3% der eher unprofitablen Strecken streichen werden, um sich schon mal darauf einzustellen, dass die Ölpreise länger so hoch bleiben.
Und er meinte dann auch noch, dass die Ölpreise auf dem aktuellen Niveau die Karosinkosten von United um 11 Milliarden Dollar nach oben treiben könnten.
Das wäre mehr als doppelt so viel wie United in seinem besten Jahr ever als Gewinn gemacht hat.
Die Aktie hat danach um die 5% verloren.
Heute steigt eine Firma in den SDAX auf, von der ich noch nie gehört habe, aber natürlich unser Experte für deutsche Aktien, Christoph Damm.
Und zwar geht's um INIT Innovation.
Die entwickeln Software und Hardware für den öffentlichen Nahverkehr.
Das Busnetz der bekannten roten Doppeldecker in London wird mit INET-Technologie gesteuert.
Wer in Houston in die Bahn steigt und am Drehkreuz die Kreditkarte ans Lesegerät hält, nutzt das kontaktlose Bezahlsystem von INIT, das nennt sich Smart Ticketing.
Stockholm hat gerade einen ähnlichen Auftrag, über 25 Millionen Euro vergeben.
Der größte Wachstumstreiber ist Nordamerika.
Im Sommer ist in den USA die Fußball-WM und wenn hunderttausende Fans in Atlanta oder Houston in die Stadien fahren, nutzen sie Ticketingsysteme von INIT.
In Atlanta hat Init 2024 einen 100 Millionen Dollar-Auftrag zur Modernisierung der Verkehrsbetriebe bekommen.
Weil das System pünktlich zur WM stehen muss, hat Atlanta das Budget im letzten Sommer um 60 Millionen Dollar aufgestockt.
Dazu kommen für INEIT Service und Wartungsverträge für die nächsten 10 Jahre.
Dadurch könnte sich der ursprüngliche Auftragswert verdoppeln.
Genau diese Aufstockung war der Grund, warum INIT im Sommer seine Umsatzprognose nach oben angepasst hat.
Die neuen Zahlen letzte Woche waren trotzdem ein bisschen enttäuschend, weil das Deutschlandgeschäft schwach war, wobei das schon Jammern auf hohem Niveau ist.
Der Umsatz ist letztes Jahr um 24% gewachsen.
Die operative Gewinnmarge auf ziemlich genau 10% gestiegen.
Auch in Deutschland gab es trotz der Enttäuschung über 5% Wachstum.
Und der Wachstumstreiber Nordamerika macht mittlerweile eh fast die Hälfte vom Umsatz aus.
Apropos Umsatz.
In der Zukunft will Init immer mehr vom Technologielieferanten zum Service-Partner werden.
Aktuell sind rund 20% vom Konzernumsatz bereits wiederkehrende Einnahmen durch Wartung und Betrieb.
Und in Zukunft soll es eben noch häufiger solche höhermargigen Serviceaufträge geben.
Aber nicht nur die operative Entwicklung, auch der Background von INIT ist spannend.
Die Firma ist 1983 als Uni-Ausgründung in Karlsruhe entstanden.
Gründer Gottfried Greschner ist auch heute, also über 40 Jahre später, immer noch Vorstandschef.
Er und seine Familie halten auch rund 40 Prozent der INIT-Aktien.
Daher profitieren auch sie von über 2% Dividendenrendite.
An der Börse ist Init gerade 400 Millionen Euro wert.
Das ist das 14-fache vom erwarteten Gewinn.
Klingt nicht superteuer bei den hohen Wachstumsraten und vor allem, wenn wirklich immer mehr Serviceumsätze dazukommen.
Das ist aber eben noch nicht klar und das Business hängt stark an einzelnen Aufträgen.
Zahlt ihr schon per NFC-Ship im Bus und Bahn oder zahlt ihr immer noch Highbudd?
Lasst mich das gerne in den Kommentaren.
Nachdem wir jetzt geklärt haben, wer unsere Bahnen und Busse digitalisiert, hat Timon sich angeschaut, welcher 83-Jährige unsere Pizza liefert.
In seinen 20ern ist der Kanadier Jack Cohen nach Australien ausgewandert und hat dort eine der ersten KFC-Filialen eröffnet und später dann auch die Rechte für Burger King in Australien gekauft.
Das heißt dort Hungry Jags.
Und mittlerweile ist Cohen 83 und durch seine Restaurantketten mehrfacher Milliardär geworden.
Hungry Jags hat fast 500 Standorte, ein Investment von ihm ist aber noch deutlich größer.
Nach Burger and Chicken hat sich Cohen auf Pizza konzentriert und ist seit den 1980ern der größte Aktionär mit 26% an Dominos Pizza Enterprises.
Das ist ein Master Franchise-Nehmer von Dominus Pizza mit fast 3500 Standorten.
Heißt DPE hat die Exklusivrechte für Dominos in Australien, Frankreich, Japan, Deutschland und noch acht anderen Ländern und darf dort Franchise-Lizenzen vergeben.
Trotzdem muss die Firma 3% an die Hauptgesellschaft Dominus Pizza in den USA zahlen.
Und die hat auch das Recht, über die Marke und die Rezepte zu bestimmen.
Cohen ist bei DPE seit 2014 Vorsitzender im Verwaltungsrat und wirklich spannend ist, dass er seit Sommer letzten Jahres das Geschäft führt.
Und das, obwohl er wie gesagt schon 83 Jahre alt ist.
Zu der Frage nach seinem Alter, dann nur gesagt, ich bin genauso alt wie McJagger und der gibt auch noch drei Stunden Konzerte.
Aber zurück zur Firma.
Während der Pandemie hat sich der Börsenwert von knapp 2 auf 10 Milliarden Dollar innerhalb von knapp anderthalb Jahren fast verfünffacht.
Immer mehr Leute haben sich Pizzen liefern lassen und während viele Restaurants schließen mussten, konnte Dominus seine Filialanzahl ohne Akquisitionen sogar um 700 Standorte steigern.
Aber nach Corona wurde das zum Problem.
Das Wachstum konnte nicht gehalten werden und Investoren hatten Sorge, ob nicht zu viele Geschäfte geöffnet wurden, die sich jetzt nicht tragen können.
Gleichzeitig hat man viele Rabatte rausgegeben, um zu wachsen.
Durch all diese Faktoren hat die Firma 2025 das erste Mal seit 20 Jahren ein Verlust gemacht.
In der Zeit hat dann auch noch der CEO gekündigt, der war über 20 Jahre im Amt.
Der Geschäftsführer, der danach kam, ist weniger als ein Jahr geblieben.
Sein Plan, Kosten zu kürzen und schlecht laufende Standorte zu schließen, kam zwar gut an, der Verwaltungsrat war aber mit der Geschwindigkeit bei der Umsetzung nicht zufrieden.
Seit dem Corona-Hoch ist der Börsenwert dadurch 90 Prozent auf knapp eine Milliarde Dollar gefallen.
Cohen will jetzt den Turnaround, indem er das Menü vereinfacht, sich auf teure Pizzen fokussiert und die Anzahl der Läden wieder steigert, jetzt aber auf natürliche Weise, nämlich dadurch, dass Franchisenehmer durch Kosteneinsparungen mehr verdienen und sich dann mehr Standorte kaufen können.
Deswegen sollen auch die Rabattangebote größtenteils gestrichen werden.
Insgesamt soll dadurch in Australien der Preis pro verkaufter Pizza um 70 Prozent steigen.
Und man sieht schon erste Ergebnisse von den preisssensiblenden Kunden.
In Australien haben zwar 10% aufgehört, Pizzen zu kaufen, aber der Gewinn der Filialen ist insgesamt gestiegen.
Ab Anfang August soll außerdem der Ex-McDonald's-Manager Andrew Gregory als CEO anfangen.
Die Börse scheint trotzdem noch nicht an den Turnaround zu glauben.
Mehr als ein Fünftel aller Aktien gehören Investoren, die auf fallende Kurse wetten.
Denn ohne die Discounts könnten Kunden zur Konkurrenz wechseln.
Außerdem gibt es durch immer mehr Lieferdienste wie Uber Eats immer leichter auch die Möglichkeit, andere Gerichte zu bestellen.
Und trotz des Turnaround-Versuchs sind die Umsätze in bestehenden Läden im letzten halben Jahr zweieinhalb Prozent gefallen.
Das erklärt auch teilweise, wieso das erwartete KGV nur noch bei 13 liegt, obwohl der Schnitt der letzten 10 Jahre um die 30 ist.
Ob sie auf den Schnitt zurückkommen, ist aber eine andere Frage.
Der australische Master Franchise-Nehmer von KFC, Collins Food, hat zum Beispiel viel bessere Zahlen und trotzdem nur ein KGV von 17.
Pizza Time.
Das war ohne Aktienwerb schwer, produziert von Potstas bei OMR.
Euch einen guten Start in die Woche.
Bis morgen.
Adios.
