# Fertilizer Crisis and EV Inflection Point

**Podcast:** Alles auf Aktien – Die täglichen Finanzen-News
**Published:** 2026-03-23

## Transcript

Das sind die Finanzthemen des Tages.
Wir sprechen über Ölfrachter Deals mit dem Iran, das China-Lob des VW-Chefs und ein erfolgreiches Rüstungsdebüt.
Im Thema des Tages geht es um die bislang stille globale Düngemittelkrise, die plötzlich laut und sichtbar wird.
Und in der Triple Idee präsentieren wir euch die Aktie, die vom Kipppunkt hin zur E-Mobilität profitiert.
Alles auf Aktien.
Der tägliche Börsenshot.
Es begrüßen euch Holger Czepitz und Nando Sommerfeld aus der Weltwirtschaftsredaktion.
Die im Podcast besprochenen Aktien und Fonds stellen keine spezifischen Kauf- oder Anlageempfehlungen dar.
Die Moderatoren und der Verlag haften nicht für etwaige Verluste, die aufgrund der Umsetzung der Gedanken oder Ideen entstehen.
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Schnell, günstig und unkompliziert.
Kapitalanlagen sind mit Risiken verbunden.
Blick auf die Märkte.
Heute ist Montag, der 23.
März und wir wünschen euch ein entschlossenen Start an den Montag.
Tja, diese Woche könnte so etwas wie die Woche der Wahrheit werden.
Und das gilt mit Blick auf den Nahen Osten schon mal.
Der Iran-Krieg, der tritt offensichtlich in eine Art kritische Phase.
Präsident Donald Trump will da eigentlich raus.
Aber kann das bisher noch nicht.
Am Freitag hat er ja zunächst verlauten lassen, dass er die Kampfhandlungen beenden will.
Nur um am Samstag dann dem Iran zu drohen, iranische Kraftwerke zu zerstören, sollten die Mullahs nicht innerhalb von 48 Stunden die Straße von Hormuz freigeben.
Tja, was macht der Iran?
Der droht mit maximaler Eskalation.
Sollte es Angriffe auf Energieanlagen geben, werde man die Infrastruktur der gesamten Region, Zitat, unwiderruflich zerstören.
Ja, und parallel durchbrachen neue Raketen erstmals die israelische Luftawehr und trafen kleinere Städte.
Für die Märkte ist damit klar, der Nahe Osten bleibt Risikofaktor Nummer 1 und die Energiekrise das größte Damokliss-Schwert.
Die Ölpreise starteten etwas höher in die Woche.
Brand kostete 113 Dollar je Barrel WTI 99.
Und mit dem 48-Stunden-Ultimatum hat sich Donald Trump möglicherweise in eine missliche Lage gebracht.
Aber es könnte vielleicht doch noch eine Lösung geben.
Der Iran, der schließt nämlich derzeit Deals mit einzelnen Ländern ab, die ihre Schiffe durch die Straße von Hormuz schicken dürfen.
Japan hat einen solchen Deal gerade geschlossen und auch Schiffe für China, Indien, Pakistan und Malaysia wurden bereits durchgelassen.
Und Trump könnte das dann als Rechtfertigung für einen Waffenstillstand nutzen und dann Verhandlungen über eine dauerhafte politische Lösung führen.
Ja, entsprechend eröffneten die Index Futures zwischen Herr Hoffen und Bang, würde ich mal sagen.
Nur mit leichten Abschlägen in die Woche.
Ja, aber auch für Deutschland steht die Woche der Wahrheit an.
Nach der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz ist die selbstgesetzte Schonfrist der schwarz-rooten Koalition vorbei.
Jetzt müssen bis zur Sommerpause, und das ist gar nicht mehr so lange hin, konkrete Reformen her.
Allerdings könnte das Wahlergebnis aus Rheinland-Pfalz die Verhandlungen über Reformen doch erschweren.
Tja, wenn man auf das vorläufige Endergebnis schaut, dann hat die SPD mit 25,9 Prozent wirklich eine historische Niederlage hingelegt.
Und eine Hochburg nach 35 Jahren verloren.
Und obendrein waren die 25,9 Prozent auch noch das schlechteste Ergebnis der Landesgeschichte.
Und die CDU, die konnte leicht zulegen auf 31 Prozent und wird dann mit der SPD wohl eine Art große Koalition schmieden.
Die AfD schaffte mit 19,5 Prozent das beste Ergebnis an einem Westdeutschen Landtag.
Und die Grünen, die sagten leicht auf 7,9 Prozent ab.
Und die FDP, tja, die flog ganz aus dem Landtag.
Ja, dieser Wahlsieg stärkt die Position von Bundeskanzler Friedrich Merz in Berlin erheblich, insbesondere nach dem knappen Verlust gegen die Grünen in Baden-Württemberg vor zwei Wochen.
Paradoxerweise erschwert diese Erfolg jedoch auch die Regierungsarbeit auf Bundesebene, da ja der Koalitionspartner SPD durch die Wahlniederlagen ja in, ja, ich würde schon sagen, Existenzkrise gestürzt wird.
So zumindest sehen es viele Ökonomen, wie etwa der ING-Chefstratege Carsten Bresky, der sich dann gestern Abend zu Wort meldete.
Und nach seiner Meinung öffnet sich nun ein letztes Fenster für wirtschaftliche Reformen unter Kanzler Merz.
Beispielsweise stehen ja Gesundheitsreformen, Rentenreform oder Digitalisierung an.
Und dieses Fenster, das sagt er, wird nur sehr klein oder sehr kurz nur geöffnet sein.
Denn bereits im Sommer 2026 dürfte sich wieder schließen, da dann der Fokus auf den schwierigen Landtagswahlen im Osten Sachsen-Anhalt oder Mecklenburg-Vorpommern oder in Berlin liegen wird.
Wenn ich dann an den Herbst der Reform denke, der es ja auch nicht gehabt.
Ja.
Und dann ist sozusagen jetzt den Frage.
Herbst des Frühlings, äh, der Reform des Frühlings, genau.
Der Frühling der Reform, egal.
Wir werden sehen.
Klingt auf jeden Fall nicht nach einem Reformschub für den DAX.
Apropos Reformen, einen ganz eigenen Reformvorschlag hat am Wochenende der VW-Chef Oliver Blume gemacht, einen, der aufhorchen lässt, würde ich mal sagen.
Deutschland solle von China lernen, meinte er nämlich.
Blume sieht in der staatlich gelenkten Wirtschaft in China ein Vorbild für Deutschland.
Ich zitiere mal, was er der Bild am Sonntag gesagt hat.
Die Chinesen gehen sehr planerisch vor mit sogenannten Fünfjahresplänen und haben dort auch klare Prioritäten.
Gut, soweit, so weit bekannt.
Und er meint weiter, das ist optimal durchstrukturiert.
Und was wir in China sehr positiv erleben, ist eine hohe Disziplin und Leistungsbereitschaft, die Themen umzusetzen.
Es lohne der Blick über den eigenen Gartenzaun.
Na ja.
Ich finde Planwirtschaft.
Wenn jetzt selbst schon CEOs für Planwirtschaft votieren, das macht mir etwas Angst, muss ich gestehen.
Aber bleiben wir vielleicht bei Volkswagen.
VW will seine 100% doch das Scout-Motors als eigenes Unternehmen in den USA aufstellen und strebt sogar möglicherweise ein eigenes Börsengang dafür an.
Und das sagte Scout-CEO Scott Co der Financial Times.
Und Kio sagte der FT, dass 40 Prozent der Gewinne am US-Automarkt mit Trucks und SUVs gemacht werden und 80 Prozent der Gewinne von lokalen Marken verdient werden.
Und deswegen will er auch eher zu einer lokalen Marke werden und nicht als Anhängsel von VW gesehen.
Das ergibt durchaus Sinn.
Und wo wir gerade beim Thema Autos sind.
Am Freitag gab es noch zwei auffällige Kursbewegungen in der Branche.
Die Aktien von XPeng oder Xiaopeng, wie wir sie ja nennen sollen, verloren an der Wall Street fast 9 Prozent der chinesische Volkswagenpartner rechnet nach der Kürzung der Elektroautosubventionen in China mit einem Abseitseinbruch um fast ein Drittel schon im ersten Quartal.
Das ist echt ziemlich heftig.
Da nützt es auch nicht, dass die Zahlen, die man präsentierte, eigentlich ganz gut waren.
Auffällig auch noch die Podster-Aktie wiederum gewann am Freitag 20 Prozent und über die gesamte Woche fast 40 Prozent dazu.
Der schwedisch-chinesische E-Autobauer hat neue Kapitalgeber gefunden, die sich für frische 300 Millionen Euro an der Firma beteiligen.
Apropos frisches Geld, wir kommen noch zu einem erfolgreichen Börsendebüt in Deutschland, nämlich wie ein Curion.
Die Aktie des Rüstungszuliefers, die lagen zum Handelsschluss, nämlich mit 18 Euro, 70, 10 Prozent über dem Ausgabepreis von 17 Euro, zu dem sich der Private Equity Investor Star Capital von Teilen des Unternehmens getrennt hat.
Und er spitze hatten die Papiere sogar 19,93 Euro gekostet.
Und im Rahmen des Börsengangs hatte Star Capital durch den Verkauf 300 Millionen Euro eingenommen.
Zum Handelsschluss kam Winkurion auf ein Börsenwert von gut 940 Millionen Euro.
Zum Vergleich, der deutsche Branchenbringen aus Rheinmetall bringt rund 70 Milliarden auf die Waage.
Und du bringst jetzt die Termine, oder?
Ja, da ist allerdings gar nicht so viel am Start in dieser Woche.
Immerhin, es gibt die ersten Konjunkturindikatoren seit dem Beginn des Iran-Kriegs, also wo sich das so ein wenig spiegeln kann, der PMI beispielsweise oder der IFO, das Verbrauchervertrauen in Deutschland und in Amerika gibt es noch die Arbeitsproduktivität.
Das ist ja auch nicht unspannend mit Blick auf das Thema KI.
Ja, bei den Firmen ist es, wie gesagt, relativ mau.
Da haben wir aus China Maitwan und wir haben GameStop, haben wir noch, Jeffreys, Carnival und PDD beispielsweise.
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Kapitalanlagen sind mit Risiken verbunden.
Das Thema des Tages.
Der Iran-Krieg, der wirbelt nicht nur die Energiemärkte durcheinander, er hat auch Folgen für die Landwirtschaft.
Und wir reden hier nicht über kurzfristige Preisschocks, sondern möglicherweise eine wirklich veritable Nahrungsmittelkrise im Jahr 2027.
Und im Zentrum einer potenziellen Krise stehen Düngemittel, denn sie sind im Wesentlichen ein Energieprodukt.
Also ein Produkt, das aus Erdgas hergestellt wird.
Ja, fangen wir mal ganz von vorne an und erklären wir erstmal, wie abhängig die Welt vom Nahen Osten ist, wenn es um Düngemittel geht.
Ehrlich gesagt, war mir auch nicht klar, wie groß diese Abhängigkeit ist.
Nehmen wir mal den Nahen Osten inklusive Ägypten, dann kommen wir aus dieser Region 42% der globalen Harnstoff-Exporte.
Und Harnstoff wiederum ist der wichtigste Stickstoffdünger weltweit.
Und 27% der globalen Ammoniak-Exporte kommen ebenfalls von dort.
Und wenn man 42 hört, dann ist es ja fast schon die Hälfte.
Und allein der Iran, der steht für 8% der Harnstoffexporte und 4% der Ammoniak-Exporter.
Und ja, der Iran hat seine Düngemittelproduktion komplett gestoppt.
Und dann kommt noch dazu Katar.
Und Katar ist einer der größten LNG-Exporteure der Welt.
20% des global gehandelten LNG geht durch die Straße von Hormuz und kommt von Katar.
Und wie gesagt, weniger LNG, also Gas, desto weniger Dünger auch.
Ja, und das ist jetzt das Problem für Indien.
Nächster große Akteur.
Denn Indien wiederum produziert 85 Prozent seines Harnstoffs aus LNG.
Und 50 Prozent dieses LNG kommt wiederum aus Katar.
Und das heißt, wenn Katar offline ist, hat Indien ein riesiges Problem.
Und JP Morgan hat das mal durchgerechnet.
Wenn die indische Harnstoffproduktion um 10% sinken, muss Indien 25 Prozent mehr importieren.
Ja, und wenn die Produktion um 20 Prozent sinken, müssen sie halt 50 Prozent mehr importieren.
Und das wäre wirklich schon krass.
Und der Düngemittelhersteller Yara, der hat seinen Output in Indien beispielsweise runtergefahren.
Und in Indien ist nämlich gerade Pflanzsaison und da können die auch gar nicht warten.
Und dann müssen sie jetzt kaufen, kostet es, was es wolle.
Und wenn sie halt das selbst nicht mehr herstellen können, dann müssten sie es halt importieren.
Und dann Indien ist ein Land, was sehr preisinsensitiv kauft.
Also egal, welcher Preis ist.
Und das liegt daran, dass die Bauern eine wichtige Wählergruppe sind und eben auch die Landwirtschaft in Indien noch einen viel größeren Stellenwert hat als in anderen Ländern.
Und das Ganze haben wir schon mal erlebt, nämlich beim letzten Nahostkonflikt im Sommer 2024.
Da hat Indien auch schon panisch gekauft.
Und die Preise sind damals auch explodiert.
Ja, JP Morgan sagt, das könnte jetzt wieder passieren.
Seit Kriegsbeginn, Ende Februar ist Harnstoff 30 Prozent teurer geworden.
Nitrat in Europa um über 20 Prozent.
Und die Gaspreise in Europa, die ja die Grundlage für die Düngemittelproduktion sind, sind um 100% gestiegen, haben sich also schon verdoppelt von 30 Euro pro Megawattstunde auf 60.
Und das Problem ist jetzt, die Bauern, die können diese Kosten nicht weitergeben.
Denn die Getreidepreise sind nicht im gleichen Maße gestiegen wie die Preise für Düngemittel.
Und die Bezahlbarkeit, die war schon vor dem Konflikt problematisch und da mussten die EU-Behörden beispielsweise schon den CO2-Grenzausgleich anpassen, um die Bauern zu entlasten.
Und jetzt kommt dieser Schock mit der Energiekrise im Nahen Osten noch obendrauf.
Ja, und das ist der Unterschied zu 2022.
Damals bei der Energiekrise sind die Düngemittelpreise auch explodiert, aber die Bauern konnten das noch irgendwie schultern.
Jetzt ist die Bezahlbarkeit, du hast es gesagt, schon vorher am Limit.
Das heißt, die Nachfragezerstörung könnte viel schneller kommen.
Und die Sorge ist halt, dass die Nachfrage nach Düngemitteln diesmal einfach schneller einbricht.
Ja, und das heißt, die Bauern düngen weniger und wenn sie weniger düngen, dann sinken die Erträge.
Und wenn die Erträge sinken, dann steigen die Getreidepreise.
Aber nicht sofort, sondern eben verzögert.
Also erst 2027.
Und das bedeutet, im Klartext steigen die Lebensmittelpreise und möglicherweise auch eine Nahrungsmittelkrise.
Und das ist jetzt nicht irgendeine Spinnerei, sondern da JP Morgan, das ist eine der größten Investmentbanken der Welt, die dieses Szenario an die Wand malen.
Ja, und wie schlimm es wird, hängt davon ab, eben wie lange der Konflikt dauert.
JP Morgan hat drei Szenarien entwickelt.
Szenario 1, der Konflikt dauert nur einen Monat, dann haben wir eine kurzfristige Preisrallye, aber danach normalisiert sich alles wieder schnell.
Und Szenario 2 wäre, der Konflikt dauert so ein bis drei Monate, dann kauft Indien massiv.
Wir haben es gesagt, die Preise explodieren, andere Länder werden verdrängt, Düngen weniger und die Erträge sinken in diesem Jahr.
Und Szenario 3, das wäre so das Horror-Szenario, der Konflikt dauert länger als drei Monate.
Und dann gäbe es wirklich echte Versorgungsengpässe.
Die Nachfrage würde einbrechen, weil sich viele Bauern den Dünger nicht mehr leisten können.
Die Erträge sinken massiv und 2027 wäre dann die globale Nahrungsmittelkrise.
Und JP Morgan sagt: Ja, Szenario 3 ist nicht unrealistisch, denn selbst wenn es einen Waffenstichern gibt, ist die Straße von Hormuz vielleicht nicht sofort wieder offen.
Ja, jetzt die Frage, wer profitiert eigentlich von dieser Situation?
Auf den ersten Blick, ja, die Düngemittelproduzenten, also Unternehmen wie Jara, K<unk>S in Europa oder CF Industries oder Mosaik oder Nutrion in den USA.
Aber die Inputkosten, also die Energie, die sind ja auch gestiegen.
Und es ist fraglich, ob hohe Preise nicht die Nachfrage nach Düngemitteln einbrechen lassen.
Wir haben es gesagt.
Außerdem könnten Sanktionen gegen russische oder weißrussische Düngemittelanbieter aufgehoben werden.
Und deshalb sind Aktien wie Yara oder K<unk>S zuletzt wieder deutlich gefallen für die beiden europäischen Anbieter, sehen Analysten auch wirklich kein Potenzial mehr.
Etwas optimistischer sind sie noch für US-Anbieter wie CF Industries, Newton oder Mosaik, weil deren Gaspreise längst nicht so stark gestiegen sind wie die europäischen.
Aber auch die Aktienpreise von den genannten Unternehmen sind bis auf Mosaik schon kräftig gestiegen.
Ja, mögliche Gewinner sind oder können sein die Agrarstoffhändler wie Archer Daniels Midland oder Bunch.
Ascher ist ja einer der größten Agrarstoffhändler der Welt und profitiert von Volatilität und Preisanstiegen.
Ja, kann zwischen den Regionen arbitrieren, hat halt eigene große Lagerkapazitäten.
Bunch wiederum ist im Agribusiness und Foods Processing tätig und profitiert ebenfalls von Preisvolatilität und ist auch gut diversifiziert in Soja, Weizen, Mais und Zucker.
Aber es könnten auch Saatgut- und Agrartechnologiefirmen wie Krater oder Diere profitieren.
Wenn die Bauern nämlich weniger Dünger haben, dann müssen die ihre Erträge anderweitig hochhalten.
Wenn Dungeon zu teuer wird, optimieren Bauern das Saatgut oder setzen Technologie ein.
Und Präzisionslandwirtschaft braucht dann eben weniger Dünge.
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Die AAA-Idee des Tages.
Weißt du, was ich deshalb extrem oft gefragt werde?
Du bist ja der Tester von Elektroautos und Spritfahren-Autos, ob sich möglicherweise jetzt ein Elektroauto lohnt, oder?
Ja, wie hast du das wieder ergänzt?
Ja, ich meine, das ist auch logisch, wenn die Leute fachlich was wissen wollen, oder?
Ja, nee, es geht aber tatsächlich darum, halt wirklich, wie viel günstiger ist es derzeit mit Strom statt mit Spritz zu fahren.
Also viele wollen quasi mal eine Ahnung davon haben, wie viel günstiger es wirklich ist.
Ich dich ja auch schon gefragt.
Und du hast dann so erzählt, ja, gäbe es, aber so richtig ein Preispunkt hast du nicht genannt.
Ja, es ist halt schon maximal halb so teuer.
Selbst auf den teuren Punkten auf der Autobahn.
Du meinst pro 100 Kilometer musst du nur halb so viel bezahlen.
Ja, doch, bei den Spritpreisen jetzt schon, ja.
Also das ist schon, das ist schon spielbar.
Und es mag durchaus sein, dass die hohen Spritpreise für ein zusätzliches Momentum für die Elektromobilität sorgen.
Doch ehrlich gesagt sprechen noch vier andere Gründe, noch viel mehr dafür, dass wir uns womöglich in einem entscheidenden Kipppunkt hin zum Durchbruch der E-Autos befinden.
Denn dieses Mal trifft halt eine geopolitische Krise, wie wir sie gerade haben, auf einen Markt, der bereit ist.
Oh, erstens, die Kostenfrage hat sich gedreht.
Die Preisdifferenz zwischen Verbrennern und Elektroautos nimmt rapide ab.
In manchen Segmenten existiert sie faktisch nicht mehr.
Gleichzeitig wurden neue Förderprogramme gestartet.
Und ja, die aktuellen Kraftstoffpreise, das haben wir eben schon besprochen, vergrößern den ohnehin vorhandenen operativen Kostenvorteil des Stromers.
Ja, der zweite Punkt ist, die Technologie, ich würde mal sagen, ist angekommen.
Es gibt inzwischen eine Vielzeit massentauglicher Überzeugender Elektroautos.
Reichweiten und Ladegeschwindigkeiten haben ein Niveau erreicht, das die alte 1000 Kilometer Diesel-Debatte, so nenne ich sie mal, obsolet macht.
Für viele Käufer geht es einfach nicht mehr darum, um Elektro- oder Verbrenner, sondern schlichtweg um gute oder schlechte Autos.
Und drittens, die Infrastruktur, die ist erwachsen geworden, zumindest in Mitteleuropa, kann von einem weitgehend flächendeckenden Schnellladenetz gesprochen werden.
Ja, in Ballungsgebieten, wo viele Menschen ohne eigenen Parkplatz wohnen, da gibt es noch Nachholbedarf, aber Langstrecken sind planbar, Ladepunkte verfügbar, Warteschlangen an Schnellladesäulen, längst nicht mehr die Regel.
Und das frühe Hauptargument gegen die Elektromobilität, das verliert an Kraft.
Ja, und der vierte Punkt, es entsteht eine Art politisch-mentales Momentum.
Also wenn man beispielsweise die Brüsseler Beamten und Politiker gerade in diesen Tagen fragt, sagen fast alle, Europas Antwort auf die Krise im Nahen Osten muss eine stärkere Förderung eigener grüner Energie sein.
Zwar werden viele Regeln dieses berüchtigten Green Deals gerade abgeschwächt und Regulierungen und Delähmenden Klimabürokratie bleibt der Kampf angesagt.
Aber die Idee, mehr Geld in klimafreundliche Technologien zu investieren, die gewinnt an neuem Schwung und das dürfte eben auch der Elektromobilität helfen.
Denn das passt ja perfekt in diese Logik der Entkopplung vom Öl.
Und technologische Umbrüche, die brauchen oft so etwas wie ein Trigger-Ereignis.
Frühere Ölkrisen hatten keine realistische Alternative zum Verbrennungsmotor.
Heute gibt es sie und sie ist technologisch ausgereift, ökonomisch konkurrenzfähig und infrastrukturell tragfähig.
Wenn diese These also stimmt, dass die E-Mobilität in Europa jetzt so richtig an Dynamik gewinnt, dann stellen wir uns natürlich gleichzeitig die Frage, wer profitiert besonders von einem solchen Szenario.
Also wer ist ein sogenannter Pure Play.
Energieversorger wie E.ON oder Enell, eher nicht.
Die sind beim Ausbau der Infrastruktur stark dabei, aber E-Mobilität ist nur eines ihrer Geschäftsfelder.
Und das gleiche gilt für Industrieunternehmen wie Siemens oder ABB.
Dann gibt es natürlich die Autobau, aber die haben ehrlich gesagt, gerade mit so vielen zusätzlichen Baustellen zu kämpfen, China, Amerika, da würde sich die Entspannung auf der E-Auto-Front erstmal kaum bemerkbar machen.
Ja, und deshalb unsere heutige Triple E-Idee lautet stattdessen Fastnetz.
Die niederländische Firma, die baut und betreibt Schnellladestationen für Elektroautos.
Inzwischen sind das inzwischen ja so mehr als 400, vor allem entlang von Autobahnen und stark frequentierten Verkehrsachsen, also Fernstraßen.
Und das Unternehmen verdient Geld, indem es Strom an E-Autofahrer verkauft, also meist pro Kilowattstunde oder über Abonnements.
Ja, und Fastnet investiert zunächst in den Aufbau der Standorte, verdient aber erst dann nachhaltig Geld, wenn die Auslastung durch steigende E-Auto-Zahlen hoch genug ist.
Also der zentrale Hebel liegt in der Nutzung pro Station.
Je mehr geladen wird, desto profitabler wird das Netz.
Und FastNet ist also dieser Pure Play.
Aber ein Investment ist durchaus das Scant-Facet ist stark kapitalintensiv und investiert kontinuierlich in den Netzausbau.
Gewinne bleiben bislang aus, da zunächst skaliert werden muss, bevor sich Fixkosten verteilen und Margen entstehen.
Und das macht das Unternehmen abhängig von Finanzierung und erhöht das Risiko bei steigenden Zinsen, wie wir sie gerade beobachten.
Ja, und was man auch nicht vergessen darf, der Wettbewerb ist ziemlich intensiv.
Es gibt natürlich große Industriekonsortien, Energieversorger und Ölkonzerne drängen auch in den Markt für die Ladeinfrastruktur.
Man kann also sagen, Fastnet ist ein hochgehebelter Kip-Punkt-Trade.
Bei schnellem Elektromobilitätsdurchbruch gibt es ein großes Potenzial.
Das wäre sozusagen dann das Szenario, was wir gezeichnet haben.
Bei Verzögerungen wiederum gibt es auch entsprechend hohe Risiken.
Das war alles auf Aktien.
Wir freuen uns immer über Feedback, deshalb schickt uns eine Mail an aa atwelt.de oder hinterlasst uns eine Bewertung.
Und auf die Samstagsfolge mit dem Energieerkläre gab es natürlich wieder richtig viele Reaktionen.
Viele von euch fanden gut wie unaufgeregt und Zitat herrlich unideologisch.
Matthias über das Thema gesprochen hat, fand etwa auch Andi, so hat er es zumindest geschrieben.
Ja, überhaupt kam das Thema Energie bei euch gut an, auch wenn es dabei quasi gar nicht um Aktien ging.
Wobei Anja schrieb uns am Wochenende, also nicht unsere Anja, sondern eine Hörerin Anja, dass die Infos und Hintergrunddetails aus der Folge wirklich sehr hilfreich waren.
Und sie habe gerade über Verivox einen neuen Gasversorger gefunden, mit dem ich mehrere hundert Euro im Jahr spare.
Die kann man dann lieber wieder in ETFs umlegen.
Völlig richtig, lieber Anja.
Und dann hat sich der Zertifikate Zampa nur noch gemeldet und hat uns seine zwei Scheine durchgegeben, mit denen er sein Depot gegen die ganzen Fairnisse abgesichert hat.
Und wenn ihr wissen wollt, was es für zwei Scheine sind, dann heißt es, abonniert uns, sprecht über uns und empfehlt uns euren Freunden.
Wir haben uns dann morgen wieder Apfel Uhr bei Wels und überall post Podcast gibt.
