# Geopolitical Crisis Reshapes Asset Allocation Strategies

**Podcast:** Alles auf Aktien – Die täglichen Finanzen-News
**Published:** 2026-03-20

## Transcript

Das sind die Finanzthemen des Tages.
Wir sprechen über die Horst der Energieaktien, ungeduldige Alibaba Investoren und den Wow-Moment bei Planet Labs.
Im Thema des Tages analysieren wir den gleichzeitigen Einbruch von Aktien, Anleihen und Gold und warum selbst sichere Häfen plötzlich keine mehr sind.
Und in der Triple AD dreht sich alles um den Absturz von Vonovia und warum der Immobiliensektor für Anleger plötzlich zur kniffligen Wette geworden ist.
Alles auf Aktien.
Der tägliche Börsenschutz.
Es begrüßen euch Nando Sommerfeld.
Und Anja Ettel aus der Weltwirtschaftsredaktion.
Die im Podcast besprochenen Aktien und Fonds stellen keine spezifischen Kauf- oder Anlageempfehlungen dar.
Die Moderatoren und der Verlag haft nicht für etwaige Verluste, die aufgrund der Umsetzung der Gedanken oder Ideen entstehen.
Blick auf die Märkte.
Heute ist Freitag, der 20.
März und wir wünschen euch einen stabilen Start in den Tag.
Stabil fühle ich mich hier zwar nicht gerade.
Aber ich bin natürlich stolz bei der letzten regulären Triple A-Folge an deiner Seite zu sein, liebe Anja.
Das freut mich.
Alle Hosts hatten ja diese Woche nochmal für das Vergnügen.
Und das ist natürlich Schicksal, weil es war ja nicht so geplant, das kann ich sagen.
Aber Philipp ist ja quasi krank geworden und so haben wir einfach gesagt, hosten wir alle nochmal mit dir.
Ja, so hat das doch was Gutes.
Der arme Philipp.
Liebe Grüße, gute Besserung.
Ja, und Vergnügen hast du gerade gesagt, vergnüglich ist ja an der Börse im Moment nicht so.
Die Angst vor einer Eskalation im Nahen Osten und ihren wirtschaftlichen Folgen hat die Märkte gestern einmal mehr richtig durchgeschüttelt.
Der DAX, der ist unter die Marke von 23 Punkten gerutscht und fiel um 2,8 Prozent auf 22.839 Punkte.
Ja, und seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar, so muttig das Minus dort jetzt auf fast 10 Prozent.
Noch härter traf es den M-DAX gestern mit minus 3,7 Prozent und der Eurostax, der gab 2,1 Prozent nach.
Ja, auch in der Wall Street ging es zunächst abwärts.
Im Handelsverlauf drehte die Stimmung dann leicht, nachdem Israels Premier Benjamin Netanya ein mögliches schnelles Ende des Konflikts in Aussicht gestellt hatte.
Und am Ende standen dann beim NASDAG N100 und beim SP 500 jeweils ein kleines Minus von 0,3 Prozent.
Ja, das lag vor allem am Ölpreis, der ist ja der eigentliche Taktgeber gerade in dieser Krise.
Die Sorte brennt, also der Preis für die Sorte brennt spannend zwischenzeitlich um rund 11 Prozent auf über 119 Dollar.
Ja, und nach den besagten politischen Signalen bröckelte das Plus dann wieder zusammen, was parallel bei den Aktienkursen wieder für etwas Entlastung sorgte, zumindest kurzfristig.
Denn man muss auch sagen, seit Kriegsbeginn steht immer noch ein Anstieg von mehr als 60 Prozent beim Ölpreis.
Der Angriff Irans auf eine wichtige Anlage für Flüssigerdgas in Katar zur Wochenmitte, hatte die Preise für Rohöl ja zunächst zusätzlich befeuert.
Und die Reparatur dieser Anlagen wird nach Angaben von Katar Energy drei bis fünf Jahre dauern.
Auftrieb brachte der steigende Ölpreis dann auch den amerikanischen Energiewerten zu den größten Gewinnern, gehörten die Aktien von APA Corp mit einem Plus von 3,9 Prozent und die Papiere des Branchenriesen Chevron, die stiegen um 1,4 Prozent.
Sinkende Goldpreise wiederum zogen die Aktien von Minengesellschaften in den Keller.
Zebane Stillwater, etwa sack nur um 10,7 Prozent ab.
Ja, Gold verbilligte sich um 3,3 Prozent je Feinunse.
Das Edelmetall wird als Absicherung gegen Inflation und geopolitische Turbulenzen geschätzt, verliert aber gerade als zinslose Anlage in Zeiten hoher Zinsen tendenziell an Attraktivität, aber mehr dazu gleich in unserem Thema des Tages.
Ja, und über Micron Technology hatten wir ja vorgestern bereits gesprochen.
Das Unternehmen hat starke Zahlen vorgelegt, aber die kam schon nachbörslich nicht so gut an und das setzte sich dann gestern auch im Handel fort.
Die Aktien des amerikanischen Chip-Herstellers rutschten um 3,8% Grund.
Wegen der steigenden Kreditkosten sehen Anleger die höheren Ausgabepläne des Unternehmens mittlerweile reichlich kritisch.
Ja, da hat sich das Narrativ doch ganz schnell wieder geändert.
Zahlen gab es auch von Alibaba, lieber Anja.
Die Aktie ist nämlich gestern gefallen.
Minus 8 Prozent ziemlich deutlich, nachdem der Gewinn um 67 Prozent eingebrochen ist.
Denn das wiederum erhöht den Druck, dass sich die milliardenschweren KI-Investitionen dann auch bald mal auszahlen.
Der Konzern setzt ja quasi alles auf dieses Thema.
Binnen fünf Jahren will Alibaba mit Cloud und KI 100 Milliarden Dollar Umsatz machen und die Einnahmen bis dahin verfünffachen.
Ja, ganz schön ehrgeizig.
Und Alibaba ist im Kern immer noch eine riesige Online-Handelsplattform, die daran verdient, dass Käufer und Verkäufer zusammenkommen.
Und genau dieses Modell, das Gerät unter Druck, weil eben das E-Commerce-Geschäft nicht mehr so schnell wächst.
Und deshalb investiert Alibaba massiv in KI und Cloud.
Mit Preiserhöhungen und neuen Angeboten, wie zum Beispiel Wukong, das ist so eine Art KI-Assistent für Unternehmen, versucht Alibaba jetzt aus dieser Strategie möglichst schnell Geld zu machen.
Einen Wow-Faktor gab es gestern bei Planet Labs.
Der Satellitendatenanbieter hat die Umsatzerwartungen im Q4 um 41% auf fast 87 Millionen Dollar gesteigert.
Die Analysten hatten nur mit 78 Millionen gerechnet.
Ja, und auch der Auftragsbestand kann sich sehen lassen, plus 79% auf fast eine Milliarde Dollar.
Darunter sind inzwischen auch Aufträge aus dem US-Verteidigungsministerium und von der NATO.
Ja, und spannend.
Planet Labs hat eine Partnerschaft mit Google geschlossen und beide wollen gemeinsam erforschen, ob und wie man Rechenzentren ins Weltall bringen könnte.
Tja, die Aktie legte nachweislich rund 15 Prozent zu.
Ja, Megatrend Weltraum, sag ich dir.
Super Zyklus.
Ganz am Anfang haben wir schon darüber gesprochen.
Insgesamt war gar nicht so viel los, weil die Berichtssaison ja auch hier bei uns in Deutschland zu Ende geht.
Die letzten Nachtzügler haben diese Woche ihre Geschäftszahlen vorgelegt und dazu gehörte auch Vonovia, Deutschlands größter Wohnimmobilienkonzern, verdiente zwar im vergangenen Jahr wegen hoher höherer Mieteinnahmen mehr.
Im schwachen Umfeld sackte die Aktie aber um über 12 Prozent ab.
Wir sprechen darüber gleich nochmal ganz intensiv in der Triple E-Idee.
Ja, positiv starchen gestern, außerdem die Aktien von United Internet und deren Töchtern Jonas und 1 und 1 nach Vorlage der Quartalszahlen hervor.
Jonas sprang im M-DAX, vor allem dank der wachsenden Zahl an Neukunden, um 11 Prozent nach oben und United Internet gewann 2,8 Prozent.
Und 1 und 1 stiegen um 2,7 Prozent.
Ja, und nach Börsenschluss dann gerade noch reingekommen, setzte FedEx noch ein echtes Ausrufezeichen.
Der US-Logistikkrise hat nach einem überraschend starken Weihnachtsgeschäft seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr deutlich angehoben.
Und zwar so deutlich, dass die Aktie ja am späten Abend fast 10 Prozent dazu gewann.
Und liebe Anja, ist ja alles heute das letzte Mal und somit auch das letzte Mal.
Ja, das ist, also man kann gar nicht anders als melancholisch zu werden.
Also ich zumindest.
Und ich darf jetzt ein letztes Mal die beliebteste Kategorie machen, die Terminal.
Ja, bitte, bitte.
Was hast du rausgesucht?
Das habe ich rauszucht.
Es gibt den EU-Gipfel und es gibt die außerordentliche HV von Warner Bros.
Discovery zur Übernahme durch Paramount Guidance.
Sie haben schon ganz oft darüber berichtet.
Jetzt ist es eben soweit.
Und ich habe noch ein paar Termine rausgesucht, die fand ich persönlich ja spannend, weil sie so abseitig sind.
Zum Beispiel findet statt in Kingston.
Die Sitzung des Rates der internationalen Meeresbodenbehörde, die geht sogar mehrere Tage lang.
Jetzt denkt man sich, was ist das denn?
Da geht es um die Exploration polymetallischer Knollen in der Tiefsee.
Da denkt man sich, what ist das?
Hä?
Und das ist aber tatsächlich.
Da geht es um Kupfer, Kobalt, Mangar, Nickel, also all das, was selten und teuer und begehrt ist.
Und da haben sich auch schon Konzerne wie Metals Company aus Kanada oder Lockheed Martin in Stellung gebracht.
Und diese Behörde, die soll sich also um den Abbau dieser Knollen kümmern.
Und das Wichtigste Organ dieser Behörde heißt ziemlich sprechend The Enterprise.
Ja, dann in Peking wird auf der internationalen Messe für KI-Anwendungen und Robotik das Neueste vom Neuesten in diesem Segment vorgestellt.
Also da werden wir wahrscheinlich sehr viele tanzende Roboter sehen.
Dann gibt es in London die Seeversicherungskonferenz Marine Insurance London.
Und da steht auf der Agenda zum Beispiel, wie man Schiffe sichert auf einer zunehmend unsicheren Route über die Weltmeere, ob die Globalisierung wirklich am Ende ist und wie es eigentlich mit dem LNG-Shipping weitergeht.
Also total spannende Themen, die man sonst wahrscheinlich überhaupt nicht beachten würde.
Ja, in Brüssel gibt es den Bericht über die Ursachen des Großflächenstromausfalls in Spanien und Portugal im vergangenen Jahr.
Auch das nicht ganz unspannend.
Und der Rüstungszuliefer Winkorion feiert sein Debüt an der Frankfurter Börse.
Die Papiere wurden zu einem Festpreis von 17 Euro ausgegeben, womit das Unternehmen aus Wedel bei Hamburg auf eine Bewertung von rund 850 Millionen Euro kommt.
Wow.
Würdige Termine, würde ich sagen.
Das Thema des Tages.
Ich hätte mir wirklich gewünscht, dass wir in der letzten AAA-Anya-Folge mit einem positiven Thema des Tages aufwarten können.
Aber irgendwie passt es ja auch so, denn dein Abschied ist definitiv schmerzhaft.
Und der Blick auf die Börse ist es halt auch gerade.
Denn so allmählich verfliegt der Glaube daran, dass die Folgen des Iran-Kriegs für Konjunktur und Finanzmärkte nur von kurzer Dauer sind.
Ja, inzwischen wird deutlich, die Kriegsparteien stellen sich auf einen längeren Konflikt ein und die kriegsbedingte Verknappung von Öl, Gas und Gütern aller Art, droht eine neue Inflationswelle auszulösen.
Und wir alle wissen, eine schnell steigende Inflation in Verbindung mit einer schwachen Wirtschaft, das ist definitiv die schlechteste aller Welten für Sparer.
Ja, was gestern deutlich wurde, zumindest kurzfristig ziehen die ökonomischen Verwerfungen auch Anlageklassen in Mitleidenschaft, die eigentlich als sichere Häfen gelten.
Stichwort Gold.
Dort ging es mich gestern deutlich runter, wir haben es schon gesagt.
Und das verwundert auf den ersten Blick.
Auf den zweiten dann allerdings schon weniger.
Richtig.
Denn was passiert denn da gerade?
An den Märkten findet eine Neubewertung der geopolitischen Risiken statt.
Bis zuletzt haben die Marktteilnehmer das Eskalationspotenzial als zeitlich und räumlich begrenzt eingeschätzt.
Aber das hat sich jetzt geändert.
Und jetzt wurde spätestens gestern ein Anlageklassenübergreifender Risk-of-Modus ausgelöst.
Also so eine Art raus aus dem Risikobewegung.
Ja, diese Bewegung trifft auch unseren DAX.
Der lag ja bis zu den ersten Angriffen auf das iranische Mullah-Regime am 28.
Februar ganz gut im Plus.
Is jetzt aber deutlich ins Minus gerutscht.
Am Donnerstag fiel der Leitindex der 40 wichtigsten Börsengesellschaft dieses Landes unter die Marke.
Wir haben es gesagt, von 23.000 Punkten.
Und größte Verlierer sind seit Jahresbeginn der Bauzuliefrage Heidelberg Materials, die deutsche Bank, die beide rund ein Viertel niedriger stehen als noch Ende 2025.
Und auch das Schwergewicht SAP hat sich um mehr als ein Fünftel verbilligt.
And tiefe Minus notieren auch Konsumgüterhersteller Beiersdorf und Sportartikel Riese Adidas.
Ja, aber nicht nur den DAX, auch andere Aktienmärkte wie den schweizerischen SMI hat der Nahostkonflikt ins Minus gedrückt.
Die amerikanischen Indizes SP 500 und NASDAG 100 notieren auf Eurobasis nur leicht im roten Terrain.
Und zwar sind auch in den USA die Aktienkurse insgesamt gesunken.
Die Aufwertung des Dollar hat aber ein Teil der Kursverluste wettgemacht.
Ja, und warum ist das so?
Naja, vor dem Hintergrund horrender Preise für Öl und Gas profitiert die US-Devise davon, dass Rohstoffe an den Weltmarkten halt in Dollar faktoriert werden.
Also wenn Kunden Öl und Gas kaufen wollen, brauchen sie Dollar, die sie gegen die Heimatwährung erst kaufen müssen.
Und diese zusätzliche Nachfrage lässt den Kurs des Dollar halt steigen.
Und seit Kriegsausbruch am 28.
Februar hat er sich gegenüber dem Euro um fast 3% verteuert.
Also, wenn Aktien derzeit leiden, dann ist das eigentlich nicht weiter.
Wunderlich ungewöhnlicher ist, dass auch die Kurse von sicheren Zinspapieren nachgeben.
Der Rentenindex Rex, der die Wertentwicklung von Bundesanleihen verschiedener Laufzeiten abbildet, der notiert in diesem Jahr ebenfalls im Minus, obwohl ja Staatsverbiere eigentlich als sichere Häfen gelten, mit denen Anleger ihre Gelder parken können.
Eigentlich.
Doch nun ist es so, dass die gebotenen Renditen angesichts steigender Inflationserwartungen nicht mehr attraktiv genug sind, um die langfristigen Risiken auszugleichen.
Eine Bundesanleihe mit zehnjähriger Restlaufzeit stieß trotz einer jährlichen Rendite von 2,96 Prozent vor ein paar Tagen nur auf eine maue Nachfrage unter Investoren.
Und auch hier gilt, eine Weltwirtschaft mit langfristig erhöhter Inflation ist kein gutes Umfeld für Staatspapiere, bei denen sich Anleger mit einer relativ geringen Maximalrendite begnügen, ohne zu wissen, ob denn der Kaufkraftverlust des Geldes am Ende nicht viel größer sein wird.
Ja, in anderen sicheren Hafen trifft die Nahost-Konfrontation aber noch viel härter, nämlich Gold.
Das gelbe Metall war ja mit enormen Kursgewinnen dieses Jahr gestartet, getrieben von der Idee, dass sich vor allem große Schwellenländer wie China von der Handelswährung Dollar emanzipieren wollen.
Ein Prozess, der als Dedollarisierung bezeichnet wird.
Der Iran-Krieg und die daraus resultierende Energiekrise bewirken aber kurzfristig genau das Gegenteil.
Eine Redollarisierung der Finanzwelt in Form einer Rückkehr zum Petrodollar, mit dem teures Öl und Gas bezahlt werden.
Ja, und auch die Aussicht auf sinkende Zinsen in den USA und Europa hatte den Goldpreisjahr befeuert.
Doch die Hoffnung auf billigeres Geld beidseits des Atlantiks hat sich nun erstmal zerschlagen.
Vielmehr wollen die amerikanische FED und auch die Europäische Zentralbank, die EZB, haben jetzt klargemacht, dass Zinssenkungen erstmal nicht in Frage kommen.
Billiges Geld könnte die Inflationsspirale international weiter antreiben und das Vertrauen der Währungshüter untergraben.
Am Donnerstag hat sich die Flucht aus Gold entsprechend beschleunigt.
Der Preis für nur unseviel im Tagesverlauf auf 4.507 Dollar zurück.
Und das war der tiefste Stand seit Anfang Februar.
Damit notierte Gold rund ein Fünftel unter seinem Allzeithoch.
Ja, bei den Investoren gilt gerade die Devise Cash is King soll heißen erstmal Liquidität schaffen.
Und die benötigt so mancher Hedgefonds oder Spekulant womöglich auch deshalb, um Verluste in anderen Anlageklassen zu decken.
Und dieses Phänomen weckt der Erinnerung.
Etwa in 2008, als in der akuten ersten Phase des Lima-Kollapses ebenfalls ein starker Goldabverkauf zu beobachten war.
Institutionelle Investoren mussten sich Liquidität beschaffen und verkauften dafür auch Gold.
Ja, stehen wir also am Beginn einer neuen ähnlichen historischen Krise.
Wissen wir nicht.
Beobachten wir natürlich weiter.
Was ich jedoch weiß, dass ab morgen nichts mehr so ist, wie es einst war, lieber Anja.
Und das ist natürlich auch historisch.
Ja, das stimmt.
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Die Triple A-Idee des Tages.
Die Vonovia-Aktie hat es mal wieder erwischt.
Mehr als minus 10 Prozent an einem einzigen Tag.
Und das Spannende ist, das lag nicht nur am geldpolitischen Schock durch die Eskalation im Nahen Osten.
Ja, der Markt hat zwar insgesamt nachgegeben, aber Vonovia wurde doch, man kann es schon so sagen, richtig abgestraft.
Und das, obwohl die Zahlen auf den ersten Blick gar nicht so schlecht waren, 6% mehr operativer Gewinn, steigende Mieten, leicht höhere Immobilienwerte, eigentlich genau das, worauf Investoren die letzten zwei Jahre gewartet haben.
Trotzdem, es fehlt das Vertrauen.
Ja, und das hat einen strukturellen Grund, wie unser Kollege Michael Fabricius erklärt.
Das Geschäftsmodell vermieten in Deutschland, das funktioniert für börsennotierte Konzerne einfach nicht mehr so wie früher.
Zumindest nicht mit den Renditeerwartungen des Kapitalmarkts.
Also die Mieten steigen zwar aber eben politisch gedeckelt.
Sprich, die Einnahmenseite ist reguliert, die Kostenseite aber nicht.
Und das ist für Investoren ein toxischer Mix.
Ja, und dann kommt noch diese eine Kennzahl dazu.
Das hat uns Michael erklärt, auf die alle in der Branche schauen.
Der Loan to Value, also Schulden im Verhältnis zum Immobilienwert.
Und Vonovia kommt da kaum voran.
Von 45,8% ging es pro 25 runter auf 45,4.
Das ist für viele Investoren ein Signal.
Die Bilanz entspannt sich nur sehr langsam und das macht das Unternehmen anfällig, gerade wenn die Zinsen doch länger hoch bleiben.
Ja, zumal genau dieses Zinsrisiko gerade wieder zurückkommt.
Wir haben das ja gerade im Thema des Tages besprochen.
Immobilien Aktien als Zinsplay reagieren darauf extrem sensibel.
Wenn die Renditen für Bundesanleihen steigen, dann fallen die Kurse der Emo-Aktien meistens.
Und das sieht man gerade auch wieder ziemlich deutlich.
Na, jetzt könnte man meinen, dass die Unternehmen alle im selben Boot sitzen, also Vonovia, LEG oder TAG-Immobilien.
Wenn man genauer hinschaut, differenziert der Markt aber sehr wohl und das sieht man besonders gut bei TAG-Immobilien.
Die Aktie hat sich in den letzten Jahren deutlich besser gehalten als die der großen deutschen Wettbewerber.
Der Grund ist klassisch die Bilanz.
TAG hat den besagten Loan-to-Value auf rund 41 Prozent gedrückt und ist damit deutlich näher an einem komfortablen Bereich als etwa Vonovia.
Ja, und zweitens die geografische Strategie.
TAG setzt nicht mehr nur auf Deutschland, sondern zunehmend auf Polen.
Und das ist aus Anlegersicht interessant, weil sich dort ein ganz anderes Marktumfeld zeigt.
Schnelleres Wirtschaftswachstum, mehr Neubau, steigende Einkommen.
Also genau die Dynamik, die dem deutschen Markt gerade fehlt.
THG hat in Polen schon tausende Wohnungen Bestand und kauft weiter zu.
Und die Tochtergesellschaft Aerobik könnte sogar an die Börse gehen.
Und das wäre natürlich nochmal ein zusätzlicher Werthebel.
Im Grunde wird hier eine strategische Wette sichtbar.
Wachstum außerhalb eines überregionierten Heimarktmarktes.
Vonovia versucht ja im Moment gegenzusteuern mit zusätzlichen Erlösquellen jenseits der klassischen Miete, also zum Beispiel Photovoltaik auf den Dächern, Dienstleistungen oder auch durch Verkäufe von Randaktivitäten.
Aber aus Investorensicht sind das eher kleinteilige Schritte, die stabilisieren zwar das Geschäftsmodell, aber ersetzen kein strukturelles Wachstum.
Deshalb stellt sich für Anleger gerade eine ziemlich grundsätzliche Frage, will ich auf eine Erholung in Deutschland setzen oder auf Wachstum in anderen Märkten.
TAG-Immobilien spielt wegen der umfangreichen Aktivitäten in Polen genau diese zweite Option.
Hinzu kommt, die Bestände insbesondere von Vonovia und LEG in Deutschland befinden sich nur zu einem kleinen Teil in gefragten Top-Lagen, berichtet unser Kollege Michael.
Und auf genau diese kommt es aber an, weil die Nachfrage sich zunehmend auf genau diese Top-Segmente konzentriert und eben weniger auf einfache Lagen.
Das heißt, im gleichen Land entwickeln sich die Immobilienmärkte auseinander.
Und das sieht man inzwischen auch sehr gut an den Aktienkursen.
Unter dem Strich könnte man also sagen, die Branche ist nicht tot, aber sie sortiert sich gerade neu.
Und für Anleger wird es damit deutlich anspruchsvoller.
Es reicht nicht mehr zu sagen, Wohnimmobilien sind ein sichere Hafen.
Sie müssen genauer hinschauen, wer da die besseren Karten hat.
Trotzdem bleibt noch die Frage, warum sollte man sich überhaupt eine Immobilienaktie ins Depot legen, wenn das alles so schwierig ist?
Und die Antwort liegt im Zyklus.
Diese Titel sind extrem zinssensibel und genau deshalb können sie überproportional profitieren, wenn sich das Umfeld wieder dreht.
Also konkret bedeutet das, wenn die Inflation zurückgeht, die Notenbanken Spielraum bekommen und die Zinsen fallen, dann steigen in der Regel die Immobilienwerte und gleichzeitig sinkt der Finanzierungsdruck.
Und das wirkt doppelt positiv auf die Bilanzen und ist ein Hebel, den man bei vielen anderen Branchen so nicht bekommt.
Die Kehrseite sieht man gerade.
Bleiben die Zinsen länger hoch oder steigen sogar wieder, dann wird es schnell ungemütlich.
Und deshalb sind diese Titel nichts für ein stabiles Basisinvestment, sondern eher was für Anleger, die ganz bewusst auf dieses Szenario setzen.
Und da lohnt sich dann eben ein genauer Blick auf Bilanz, Lage und Auslandsstrategie.
Das war alles auf Aktien.
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Und lieber Anja, das war's jetzt.
Deine letzte Folge AAA.
Ja.
Und ehrlich, das klingt total seltsam, wenn du das so sagst.
Also völlig surreal.
Ich habe mal nachgeschaut am 15.
März 2021 war meine erste Folge bei AAA.
Das war die Folge 37 zusammen mit Holger.
Und die war übrigens nur 11 Minuten lang.
Also wir waren früher wirklich ein Börsenschot.
Und unser Thema damals war das Superwahl ja, außerdem fette CEO-Boni haben wir besprochen.
Und das Pharmaparadox, weil damals mit in der Pandemie die Pharmakonzerne zwar einerseits ordentlich Gewinn gemacht haben mit Produkten gegen das Virus in ihrem regulären Geschäft aber auch Mühe hatten.
Ja, und wir haben damals auch zwei ETFs und vier Pharmatitel genannt.
Und für mich war das damals die erste Gelegenheit, unter anderem Ilay Lilly vorzustellen.
Die fand ich, ja, die fand ich damals schon gut.
Ja, und dann muss ich hier natürlich mal knallhart Bilanz ziehen.
Ganz unmelancholisch.
Und Ilai Lilly, klar, die Aktie hat seitdem rund 400 Prozent gemacht.
Nicht schlecht, lieber Anja.
Und allerdings muss man auch sagen, Pfizer nicht ganz so gut gelaufen, minus 23 Prozent und Rocha auch um Minus, minus 3 Prozent.
Liefen nicht so doll, aber Astaseneca, da haben wir es schon wieder immer in plus 91 Prozent.
Und die beiden ETFs, also das ist der Fun Egg Pharmazeuticals und der Investgo Nasdaq Biotech, die haben 52 bzw.
23 Prozent plus geschafft.
Also schon ziemlich gut.
Ist schon eine ganz, ist okay, würde ich sagen.
Es hätte schlimmer laufen können.
Ja, und ich habe in der Folge auch meinen ersten Namenslapsus untergebracht.
GP Morgan oder GP Morgan statt JP natürlich.
Ja, und diesem Versprecher sind noch viele weitere gefolgt.
Und dafür habe ich ja auch immer ordentlich Kritik geerntet.
Und nach dieser allerersten Folge, da gab es auch ordentlich Kritik.
Also sinngemäß wurde da gesagt, es zwar schön, dass er endlich mal eine Frau ist in der Männerbude, aber warum muss sie denn so hölzern sprechen?
Jetzt kann ich sie, jetzt kann ich es ja verraten.
Ich war einfach total aufgeregt damals.
Ja, und jetzt, Anja, jetzt, wie es, wie geht's dir jetzt?
Ach, Nano, wir sind doch jetzt alle Finance-Pros.
Weißt du, was gut ist?
Nee, also ich wüsste jetzt wirklich nicht, was gerade so richtig gut ist, aber sag's mir, komm.
Ich verrate ja, ich kann jetzt endlich Pharma- und Biotech-Aktien kaufen.
Super, das ist schön für dich.
Aber, naja, toll.
Toll.
Nando, ich werde euch auf jeden Fall vermissen.
Euch und die ganze Community.
Und ich finde ja immer noch, wir sollten endlich das gemeinsame Triple AAA-Buch mal zu Ende bringen.
Das können wir schlecht tun, wenn ich schon irgendwie X Jahre raus bin.
Das finde ich richtig gut.
Also, ich finde es sowieso gut, dass wir das.
Also von diesem Buch reden wir schon lange und das wollen wir machen, aber es ist, es ist wirklich, wir sollten das wirklich tun, weil das macht es uns natürlich viel leichter, diesen Abschied, der dann vielleicht gar kein richtiger Abschied ist.
Genau, dadurch schieben wir es ja quasi hinaus.
Ich bin ja dann immer noch da.
Ja.
Und wir sind ja ein sehr songgetriebener Podcast.
Das muss man an dieser Stelle auch mal würdigen.
Und deswegen werde ich jetzt hier abschließend ein Song der hessischen Band, das muss natürlich eine Band auf Lessen sein, zitieren, nämlich Juli.
Und sag einfach, es war eine geile Zeit und zwar kein Weg zu weit und in Klammern auch keine Nacht zu lang.
Aber jetzt tut es mir leid, es ist vorbei.
Das passt schon ziemlich gut.
Das passt schon sehr.
Hast du gut ausgesucht, muss man sagen.
Aber es ist ja, es ist ja noch nicht ganz vorbei.
Es haben nämlich super viele Menschen aus unserer Community bei mir gemeldet.
Beste Community ever.
Und wir waren uns alle einig, eigentlich geht es ja trotzdem weiter.
Also nicht nur wegen Buch oder so, sondern ich bleibe uns, der AAA-Community, ja auf jeden Fall als engagierte Hörerin erhalten.
Und bin deshalb ganz gespannt auf alles, was das Team sich ausdenkt und bin mir sicher, das wird total gut.
Ja, es wird gut, aber ob es so gut wird, wie es ist.
Wir wissen es nicht, wir werden es sehen.
Aber wie gut es wird, zumindest dann doch ziemlich kurzfristig, das weißt du ja noch gar nicht, liebe Anja.
Denn anders als du bis jetzt, also bis in dieser Sekunde gedacht, hast das ja hier gar nicht die letzte AAA Folge mit dir.
Es folgt noch, es folgt noch ein echtes großes Finale.
What?
Wie bitte?
Ich habe gedacht, ich kann jetzt das Mikro endlich einmodten hier.
Nein, nein, nein, nein, nein.
Nein, so ist es nicht.
Also das verrate ich noch nicht.
W, wann, wie, mit wem und warum, das kriegst du hier noch nicht zu hören und die Hörer natürlich entsprechend auch nicht.
Da muss.
Jetzt machst du es aber spannend, ne?
Ja, da spannen wir dich noch ein paar Tage, würde ich sagen, spannen wir dich nur auf die Folter.
Aber was ich hier schon mal verraten kann, ist, dass wir morgen wieder eine Samstagsfolge haben.
Und was ich jetzt auch schon sagen kann, es wird die aktuellste Samstagsfolge aller Zeiten.
Unser Gast, der landet, nämlich erst Freitagabend, am späten Freitagabend in Berlin und kommt dann direkt zu uns ins Podcast-Studio.
Wenn das dann alles so klappt, ich bin mir noch ein bisschen unsicher.
Aber das wird es richtig gut.
Wow.
Also ihr seid sehr, sehr mutig und würde mal sagen, frischer geht es ja dann überhaupt nicht.
Und deshalb gilt natürlich wie immer, abonniert uns, sprecht über uns und empfehlt uns euren Freunden.
Wir hören uns dann morgen wieder und auch Anja dann in ein paar Tagen nochmal ab 5 Uhr bei Welt und über Bus-Podcasts gibt.
