# Oil Shocks, AI Chips, and Pension Reform

**Podcast:** Alles auf Aktien – Die täglichen Finanzen-News
**Published:** 2026-03-16

## Transcript

Das sind die Finanzthemen des Tages.
Wir sprechen über Ölpreissorgen, Spekulationen um SpaceX und was diese Woche sonst noch wichtig wird.
Im Thema des Tages dreht sich alles um das neue Vorsorgedepot der Regierung und um die Frage, ob die große Reform wirklich den Sparern hilft.
Und in der Triple AIDS, da geht es um den wachsenden Vorsprung für einen europäischen Chip Champion.
Alles auf Aktien.
Der tägliche Börsenshot.
Es begrüßen euch Philipp Vetter.
Und Anja Ettl aus der Weltwirtschaftsredaktion.
Die im Podcast besprochenen Aktien und Fonds stellen keine spezifischen Kauf- oder Anlageempfehlungen dar.
Die Moderatoren und der Verlag haften nichts für etwaige Verluste, die aufgrund der Umsetzung der Gedanken oder Ideen entstehen.
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Schnell, günstig und unkompliziert.
Kapitalanlagen sind mit Risiken verbunden.
Blick auf die Märkte.
Heute ist Montag, der 16.
März, und wir wünschen euch einen robusten Start in den Tag.
Und der wichtigste Preis an den Märkten ist im Moment einfach der Ölpreis.
Und widersprüchliche Signale aus Washington und Teheran haben am Wochenende erneut für Unsicherheit gesorgt.
Und genau diese Unsicherheit treibt natürlich den Preis für Öl und Gas nach oben.
Auslöser war unter anderem ein neuer Angriff der USA auf iranische Ziele und zwar nicht irgendwelche Ziele, sondern President Donald Trump, der sagte am Freitag, dass US-Streitkräfte die militärischen Verteidigungsanlagen auf der für Irans Ölexporte entscheidenden Insel Kalk angegriffen haben.
Gleichzeitig drohte er, auch die Energieinfrastruktur, also diese Ölterminals ins Visier zu nehmen, sollte Teheran den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormuz weiterhin behindern.
Ja, und diese Meerenge verbindet den persischen Golf mit dem Weltmarkt und ist eine der wichtigsten Arterien für den globalen Ölhandel.
Und seit Beginn des Konflikts ist der Verkehr dort nahezu zum Erliegen gekommen.
Und Irans Obersterführer hatte zuletzt sogar erklärt, die Straße müsse geschlossen bleiben, solange der Krieg andauere.
Für den Ölmarkt wird die Lage damit immer angespannter.
Einige Länder versuchen zwar alternative Lieferwege zu finden, doch der Konflikt hat bereits eine massive Angebotsstörung ausgelöst.
Der Ölpreis, der liegt inzwischen mehr als 25 Dollar pro Barrel über dem Niveau vor Kriegsbeginn.
Und damit verändern sich auch die Erwartungen an Inflation und Geldpolitik.
Viele Analysten gehen jetzt inzwischen davon aus, dass die Fed mit Zinssenkungen erst einmal warten dürfte.
Genau, noch vor der FED, die ja diese Woche tagt, ist heute ein anderer extrem wichtiger Termin dran.
Die Branchen und Entwicklerkonferenz von Nvidia, die es schon seit 2009 gibt und die seit einigen Jahren unter dem Kürzel GTC firmiert.
Und auf dieser Konferenz stellt Nvidia einmal im Jahr die eigene technische Roadmap vor.
So ähnlich wie das Apple tut auf der WWDC oder Google auf der Google IO.
Und im Fall von Nvidia heißt das, es werden neue GPUs, neue KI-Chips für Rechenzentren, neue Softwareplattformen, neue Deals und so weiter und so weiter vorgestellt.
Und das, was Nvidia da ankündigt, das setzt eben auf die Richtung für die gesamte KI-Industrie.
Und zugleich dürfte der amerikanische Chiphersteller damit die nächste Runde im Wettlauf um die Vorherrschaft bei künstliche Intelligenz einläuten.
Auf der diesjährigen Konferenz in San Jose sind über 1000 Sessions geplant mit 30.000 Teilnehmern vor Ort und der ganze Spaß wird über vier Tage lang gehen.
Natürlich wird CEO Jensen Wang auch seine Keynote-Speech halten.
Wie jedes Jahr erwartet wird, dass er dabei diesmal stark auf das Buzz-Thema Robotik und Physical AI sowie auf KI-Agenten eingehen wird und natürlich jede Menge neue Produkte und Partnerschaften vorstellen wird, um die dominante Marktposition seines Unternehmens gegen die wachsende Konkurrenz zu verteidigen.
Ja, und trotz der Vorfreude auf das Nvidia Event.
Insgesamt sind die Mac7 mit Nvidia, Apple, Tesla, Microsoft und so weiter zuletzt deutlich unter Druck gekommen.
Und der Marktbreite, der SP 500, der liegt mittlerweile die dritte Woche im Minus und das ist die größte Verlustserie seit einem Jahr.
Viele Anlegerschichten um raus aus Wachstumstiteln und reinen defensivere Werte aus den Branchen Gesundheit, Konsum und Versorger.
Und die Krise, die schlägt mittlerweile auch den sonst so robusten amerikanischen Privatanlegern auf die Stimmung.
Die Aktienkäufe der US-Privatanleger brachen in der vergangenen Woche um 30 Prozent ein.
Das hat JP Morgan gepostet.
Und dann gibt es momentan noch eine andere spannende Debatte rund um den wichtigsten Aktienindex der Welt.
SP Dow Jones prüft offenbar, ob die Regeln für die Aufnahme in den SP 500 geändert werden sollen.
Hintergrund ist ein möglicher Börsengang von Elon Musk SpaceX.
Bislang müssen Unternehmen mindestens ein Jahr börsennotiert sein, bevor sie überhaupt in den Index aufgenommen werden können.
Aber sollten diese Änderungen durchgehen, könnte es künftig für sehr große IPOs eine Art Schnellspur geben.
Ja, das wäre ein massiver Effekt, denn rund 24 Billionen Dollar orientieren sich am SP 500.
Und wenn ein Unternehmen neu aufgenommen wird, dann müssen Indexfonds die Aktie kaufen, ganz automatisch.
Und sollte SpaceX tatsächlich mit rund 1,7 Billionen Dollar Bewertung an die Börse gehen, wie das momentan spekuliert wird, dann wäre der Konzern sofort eines der größten Unternehmen im Index, größer als MEDA oder Tesla.
Und eine Ausnahme würde also logischerweise dann Milliarden an erzwungener Nachfrage auslösen und Kritiker monieren jetzt, dass diese Zwangskäufe dann so eine Art künstliches Nachfrageengineering für den Börsengang wären.
Ja, und davon würden natürlich die profitieren, die schon vor dem Börsengang dabei waren.
Zweiter Kritikpunkt.
Normalerweise gibt es nach einem IPO eine Wartezeit vor der Aufnahme in einen Index.
Damit sich erst ein Marktpreis bilden kann und Liquidität entsteht, rückt ein großes Unternehmen nach dem Börsengang sofort in einen Index auf.
Dann überlagert diese mechanische Nachfrage der ETFs die echte Preisfindung.
Ja, und das könnte eben die Kurse verzerren.
Und für die Glaubwürdigkeit ist es auch alles andere als hilfreich, wenn die Regeln, die es ja aus guten Gründen gibt, plötzlich für einen Mega-Börsengang gebeugt werden.
Also die Glaubwürdigkeit von Indizes als neutrale, regelbasierte Benchmarks, die wird dadurch erheblich geschwächt.
Da mache ich jetzt noch die Termine.
Ich fange mal mit dem heutigen Tag an, da tagt gleich erstmal die Koalitionstask Fonds in Deutschland zu Energiepreisen.
Da sind mit dabei die Bundesregierung, die Bundeskartellamt, die Ölkonzerne und auch die Monopolkommission.
Heute Abend gibt es dann die schon angekündigte große Konferenz von Nvidia, die GTC 2026 mit der Keynote von CEO Jensen Wang.
Bilanzzahlen kommen heute von Hypoport und von Carlsberg und im Laufe der Woche, da gibt es dann noch am Dienstag und Donnerstag Arbeitsmarktzahlen aus den USA.
Dazwischen am Mittwoch die Zinssitzung der FED.
Am Donnerstag die Zinssitzung der EZB und von der WTO kommt ein Bericht zur Entwicklung des Welthandels und weitere Zahlen im Wochenverlauf dann von Micron Dollar Tree, Oklo, Macy's, Fraport, Audi, Vonovia und SGL Carbon.
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Kapitalanlagen sind mit Risiken verbunden.
Das Thema des Tages.
Wenn man dieser Tage durch das Frankfurter Bankenviertel läuft, dann spürt man sowas wie Aufbruchsstimmung.
Marketingabteilungen entwerfen Kampagnen, es gibt Fondsmanager, die sich neue Milliardenmärkte ausrechnen.
Und manche sprechen sogar von einer Revolution.
Der Grund.
Das geplante staatlich geförderte Altersvorsorgedepot, das soll die Riester-Rente ersetzen und könnte zu einer der größten Reformen der privaten Altersvorsorge seit über 20 Jahren werden.
Und das erklärt auch den Enthusiasmus.
Für die Finanzindustrie geht es hier um einen gigantischen Markt.
Deutschland hat über 40 Millionen Erwerbstätige und wenn auch nur ein Teil davon regelmäßig in ein solches Depot einzahlt, dann sprechen wir über riesige Summen, die langfristig in Fonds und ETFs fließen könnten.
Die Grundidee klingt erstmal ziemlich simpel: Sparerzahlen Geld in ein Depot ein, können damit in Fonds, ETFs oder auch Staatsanleihen investieren und der Staat legt was dazu.
Und für die ersten 1200 Euro im Jahr gibt es eine Zulage von 30 Cent pro eingezahltem Euro und für weitere 600 Euro nochmal 20 Cent je eingezahltem Euro.
Und das System soll deutlich einfacher sein als das komplizierte Zulagemodell der Riester-Rente.
Und genau diese Einfachheit ist politisch gewollt.
Riester gilt inzwischen ja parteiübergreifend als gescheitert, zu bürokratisch, zu teuer, zu wenig Rendite.
Das neue Depot soll deshalb digital abschließbar sein, mit wenigen Klicks möglichst ohne Papierkram.
Und dafür plant die Politik ein sogenanntes Standardprodukt.
Also eine Art Grundversion des Altersvorsorgedepots, das jeder Anbieter bereitstellen muss.
Und für dieses Produkt soll es auch eine Kostenobergrenze geben.
Und genau hier beginnt der Streit, wie unsere Kollegen Frank Stocker und Carsten Seibel berichten.
Der aktuelle Gesetzentwurf, der nennt eine maximale Renditeminderung durch Kosten von 1,5 Prozent pro Jahr.
Klingt nach einer eigentlich eher kleinen Zahl, aber beim langfristigen Vermögensaufbau ist das eine gewaltige Differenz zu eigentlich ursprünglich mal geplanten Werten.
Das zeigt eine einfache Beispielrechnung.
Nehmen wir an, jemand spart 100 Euro im Monat, beginnt mit 30 Jahren und geht mit 67 in Rente.
Bei einer durchschnittlichen Rendite von 8,4 Prozent, also ungefähr dem langfristigen DAX-Durchschnitt, würde daraus ein Vermögen von rund 278.000 Euro entstehen.
Eingezahlt wurden nur 44.400 Euro.
Das ist der berühmte Zinseszinseffekt.
Über Jahrzehnte arbeitet das Kapital quasi selbst weiter.
Aber jetzt kommen die Kosten ins Spiel.
Wenn die jährlichen Gebühren nur 0,2% betragen, also etwa in der Größenordnung günstiger Indexfonds, dann bleiben am Ende noch rund 263.000 Euro übrig.
Bei 1,5% Kosten sieht die Welt plötzlich ganz anders aus.
Dann schrumpft das Endvermögen auf etwa 186.000 Euro.
Das sind über 90.000 Euro weniger Vermögen und mehr als 30.000 Euro, die direkt in die Gebühren fließen.
Und genau deshalb ist der Kostendeckel im Moment der zentrale Streitpunkt in Berlin.
Verbraucherschützer sagen, 1,5% ist viel zu hoch.
Vergleichbare Indexfonds liegen oft unter 0,5% und in manchen staatlichen Modellen im Ausland sogar bei etwa 0,1 Prozent.
Die Banken und Finanzvertrieben sehen das natürlich anders.
Sie argumentieren, wenn der Deckel zu niedrig angesetzt wird, dann könne man Kunden, die Beratung brauchen, gar kein Standardprodukt mehr anbieten.
Ja, und genau das ist der klassische Konflikt zwischen günstiger Selbstanlage und Provisionsgetriebener Beratung.
Viele Finanzvertriebe leben davon, Produkte zu vermitteln und wenn die Gebühren zu stark begrenzt werden, dann wird dieses Geschäftsmodell schwieriger.
Deshalb läuft die Lobbyarbeit im Moment auf Hochtouren.
Und in der SPD-Fraktion heißt es bereits, man habe selten so intensive Einflussversuche erlebt wie bei diesem Gesetz.
Entscheidend wird jetzt die parlamentarische Phase sein.
Im Bundestag beginnt die Anhörung der Experten.
Ende März soll das Gesetz bereits verabschiedet werden.
Und dort wird sich zeigen, ob der Kostendeckel noch einmal deutlich nach unten korrigiert wird.
Interessant ist dabei, dass sich Verbraucherschützer und Berater ausgerechnet in einem Punkt einig sind.
Viele Bürger fühlen sich bei der Finanzentscheidung unsicher.
Sie suchen Beratung, selbst wenn Günstige Produkte verfügbar wären.
Ja, und die Sorge der Verbraucherschützer ist deshalb, dass Berater ihre Kunden am Standardprodukt vorbeilenken könnten, hin zu teureren Produkten, die höhere Provisionen bringen.
Dann hätte Deutschland möglicherweise wieder ein Problem wie bei Riester.
Ein eigentlich gut gemeintes System, das durch Kosten und Fehlanreize seine Wirkung verliert.
Und deshalb entscheidet sich in den kommenden Wochen etwas, das auf den ersten Blick nach wenigen Zehntel Prozentpunkten aussieht.
In Wirklichkeit aber darüber entscheidet, wie viel Vermögen Millionen Deutsche im Alter tatsächlich aufbauen können.
Oder anders gesagt, in Berlin wird gerade verhandelt, ob das neue Altersvorsorgedepot für die Sparer zum Turbo wird oder vor allem für die Finanzindustrie.
Jetzt mal ehrlich.
Also manchmal sieht die Wohnung nach einer turbulenten Woche so aus, als wird man am liebsten einfach ausziehen, oder?
Oh ja.
Aber wenn du jetzt darüber nachdenkst, einfach das Licht auszuschalten und so zu tun, als wäre nichts, habe ich einen Tipp für dich.
Die DM-Marken denk mit und Profissimo.
Aha, Denk mit und Profissimo?
Ja, genau.
Denk mit ist dein Profi beim Waschen, Putzen und Reinigen.
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Und Profissimo ist der Allrounder im Haushalt.
Von Staubwedel über Raumdüfte bis zu Kerzen und Geschenkpapier.
Also perfekt, wenn du dein Zuhause nicht nur sauber, sondern richtig gemütlich machen willst.
Das klingt ja nach einem Dreamteam für die nächsten Frühjahrsputz.
Ganz genau.
Die DM-Marken bekommst du nur bei DM.
Im DM-Markt auf dm.de und natürlich in der DM-App.
Die AAA-Idee des Tages.
Die Triple AD des Tages.
Die führt uns heute nicht ins Silicon Valley, sondern an zwei kleine Orte in Europa.
Der erste ist Ditzingen bei Stuttgart und der zweite ist Feldhofen in den Niederlanden.
Der Grund für unsere Triple AD steht im Gebäude 3.6 im Rheinraum der Laserendmontage des deutschen Unternehmens Trumpf.
Unser Kollege Benedikt Fuß hat ihn sich angeschaut.
Es handelt sich um ein Vorserienmodell des sogenannten MK5-Lasers.
Und der wird für die Zukunft der globalen Chipindustrie noch extrem wichtig werden.
Die Leistung dieses Lasers entscheidet nämlich mit darüber, wie schnell TSMC in Taiwan künftig Chips fertigen kann, ob Nvidia die Stückzahlen weiter steigern kann und wie schnell Engpässe bei Speicherchips, zum Beispiel von Samsung oder SK Heinix, überwunden werden.
Trumpf ist nämlich der wichtigste Zulieferer von ASML.
Und das bringt uns an den zweiten Ort, nämlich Feldhoven, wo der Chipmaschinenbauer in den Niederlanden sitzt.
Und da Trumpf leider nicht börsnotiert ist, ist heute mal wieder ASML unsere Triplady des Tages.
Ja, die Niederländer bauen als einziges Unternehmen weltweit die entscheidenden EUV-Chip-Maschinen und ausschließlich Trumpf liefert die Laser dafür.
Ohne diese Laser aus Ditzing gäbe es weder die neuesten KI-Chips von Nvidia noch das aktuelle iPhone von Apple.
Ende Februar hat ASML die nächste Ausbaustufe seiner Scanner vorgestellt.
Die kommende Generation soll 330 statt 220 sogenannte Waiver pro Stunde belichten.
Das sind diese runden Siliziumscheiben, aus denen dann die Chips werden.
Das heißt, ab etwa 2030, da könnten neue Chipfabriken rund 50 Prozent mehr Hochleistungs-Chips herstellen als bisher.
Ja, und damit das klappt, braucht es deutlich mehr Energie pro Belichtung.
1000 Watt statt bisher 600 Watt.
Und genau dafür wird der neue Trumpf-Laser MK5 gebraucht.
ASML experimentiert bereits seit 2025 mit Prototypen.
Und jetzt spricht Trumpfs Technikchef Berthold Schmidt erstmals öffentlich darüber.
Schmidt nennt den MK5 eine grundlegende Weiterentwicklung der Lichtquelle.
Sein Satz ist bemerkenswert.
Mit diesem Licht könne man die Strategie der Chip-Industrie bis 2040 mitgehen.
Gemeint ist die gemeinsame technologische Linie von Trumpf und ASML für Kunden wie TSMC, Samsung oder eben SK Heinix.
Trumpf und ASML sind seit 2005 eng miteinander verbunden.
Damals suchte eine ASML-Entwicklungsteam nach einer völlig neuen Lösung, weil die bisherigen Laser an physikalische Grenzen stießen.
Die Idee war kühn.
Im Innern der Maschine sollte ein Plasma aus per Laser verdampftem Zinn extrem ultraviolette Strahlung erzeugen.
In genau der richtigen kurzen Wellenlänge für die nächste Generation der Chipfertigung.
Dafür braucht es einen 30 Kilowatt-Laser, der 50.000 Zintropfen verdampfen konnte.
Und zwar pro Sekunde.
Ja, andere Hersteller sagten damals, na, unmöglich.
Und Trumpf sagte, bis wann.
Und daraus entstanden dann zehn Jahre Entwicklungszeit hunderte Millionen Euro an Kosten und ein Industriebündnis, das bis heute den Takt in der Halbleiterindustrie vorgibt.
Und bislang hat niemand eine echte Alternative gebaut.
Weder chinesische Chipfirmen, die wegen Embargos keine EU V-Scanner von ASML kaufen dürfen, noch frühere Halbleiterriesen wie Nikon oder Canon aus Japan.
Andere Verfahren werden zwar erforscht, etwa mit Teilchenbeschleunigern oder Nanodruckverfahren, aber die sind noch weit weg von der Serienreife, berichtet Benedikt.
Ja, und der Vorsprung von ASML und Trumpf liegt auch in der Reife ihrer Systeme.
Die Maschinen laufen rund um die Uhr 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr.
Und Trumpfs Technikchef sagt sogar, noch mussten sie keinen einzigen Laser austauschen.
Krass.
Und die Entwicklung, die geht weiter.
Mit der neue MK5, der soll künftig 300.000 statt 100.000 Lichtblitze pro Sekunde liefern.
Das zeigt, wie groß der nächste Technologiesprung ist.
Die Fertigung in Ditsing, die erinnert an Raumfahrttechnik.
450.000 Einzelteile müssen da zusammengesetzt werden.
Kein Staubkorn darf in die Optik geraten.
Die Endmontage und Feinjustierung eines einzigen Lasers, die dauert mehr als einen Monat.
Ja, und Trumpf baut die Fertigung deshalb aus und vor dem Gebäude, da stehen bereits Transportkisten mit der Aufschrift ASML.
Und laut Technikchef Schmidt kann Trumpf so viele Geräte liefern, wie ASML verlangt.
Derzeit entstehen dort mehr als 60 Halbleiter Laser pro Jahr.
Wichtig ist aber auch, die Wachstumsgrenze liegt aktuell nicht bei Trumpf, sondern bei ASML.
Im vergangenen Geschäftsjahr sank der Umsatz von Trumpf mit den Lasern sogar leicht auf knapp 750 Millionen Euro, weil ASML im Vorjahr zu optimistisch eingekauft hatte und deshalb noch Lagerbestände da waren.
Die Halbleitertechnik, die macht inzwischen knapp 20% der Trumpf-Gesamterlöse aus und dieser Anteil, der soll eben noch weiter wachsen.
Ja, denn Trumpf denkt längst weiter.
Die Forscher entwickeln schon zusätzliche Technologien, etwa Plasmageneratoren, mit denen feinste Signalleitung in Speicherchips geätzt werden können.
Ihr merkt, während einem Monopolisten in der Chipbranche, nämlich dem Primus Nvidia, die Konkurrenz von AMD, Amazon und Alphabet, immer stärker im Nacken sitzt, sind sich die Entwickler in Dietzingen und Feldhofen ziemlich sicher, dass sie immer noch einen gewaltigen Vorsprung vor allen anderen haben.
Und ihnen in den nächsten Jahren, womöglich sogar in den nächsten eineinhalb Dekaden bis 2040 niemand wirklich Konkurrenz machen kann bei ihren Chipmaschinen.
Ja, ASML bleibt der sichtbare Superstar und im Hintergrund, da gibt es neben Trumpf aber auch noch einen weiteren wichtigen Zulieferer aus Deutschland, nämlich Karl Zeiss.
Die Firma aus Jena, genauer gesagt, ihre 75-prozentige Tochter Karl Zeiss SMT.
Die liefert die Optiken für die Laser in den ASML-Maschinen.
Eine 25-prozentige Beteiligung hat sich ASML selbst gesichert, aber die Muttergesellschaft Karl Zeiss, die ist börsennotiert.
Also wer davon ausgeht, dass der Chipboom noch eine Weile anhalten wird durch die KI-Euphorie, der kann sich ASML und Karl-Zeiss ja mal anschauen.
Das war alles auf Aktien.
Wir freuen uns immer über Feedback, deshalb schickt uns eine Mail an AAA at wel.de, also aa.de, oder hinterlasst uns eine Bewertung.
Ja, und heute muss ich mal etwas ausholen, denn ich bin wirklich gerührt, dass so viele von euch so liebevoll geschrieben haben am Wochenende.
Nachdem ihr Holger in unserer letzten gemeinsamen Folge ganz sentimental wurde und ein Lied von The Doors anstimmt wollte.
Was er zum Glück nicht getan hat.
Nicht wegen der Gesangeskünste natürlich, sondern es hätte da vermutlich kein Halten mehr gegeben.
Denn ja, es stimmt.
Ich werde den Verlag und damit dieses wunderbare großartige Team verlassen.
Und ja, nach 27 Jahren, so lange ist das schon her, an ein und derselben Adresse ist das tatsächlich einigermaßen surreal.
Wohin es geht, kann ich leider noch nicht öffentlich sagen.
Aber was ich sagen kann, ist, dass der Weg mich überraschenderweise auch für mich selbst raus aus dem Journalismus führen wird.
Auf die andere Seite des Schreibtisches.
Und ja, natürlich werde ich euch die beste Podcast-Community überhaupt sehr, sehr, sehr vermissen.
Und deshalb stellvertretend für euch alle hier schon mal.
Danke, Maike, danke Frank, danke Konrad.
Merci Didier, c'est très gentil.
Und unsere treue Hörerin Tina, die sagt ganz treffend: es ist traurig, aber alles hat seine Zeit.
Ja, und so ist es.
Und für die wunderbare Zeit hier mit euch allen und mit meinen Co-Hosts und den lieben Kollegen in der Redaktion und im Verlag bin ich wirklich dankbar.
So, Philipp.
Ja, jetzt kommt die unmögliche Aufgabe für mich.
Ach, Anja, ich verdräng das jetzt einfach alles einfach noch.
Wir haben schließlich noch vier gemeinsame Abende oder ja, vielleicht sollte ich sogar sagen, Nächte.
Und wer weiß, was wir uns noch so einfallen lassen, um dich Gebühren zu verabschieden.
Wobei ihr natürlich auch gerne mit überlegen dürft.
Ihr wisst, wir sind hervorragende Sänger, aber The Doors, ich weiß nicht.
Also vielleicht fällt euch ja noch was ein, schreibt uns einfach.
Und ja, wenn ihr nicht verpassen wollt, wie wir Anja verabschieden, dann heißt es natürlich.
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Wir hören uns morgen wieder ab 5 Uhr bei Welt und überall, wo es Podcasts gibt.
