# Oil Shock, Adobe CEO Exit, and Market Volatility

**Podcast:** Alles auf Aktien – Die täglichen Finanzen-News
**Published:** 2026-03-13

## Transcript

Das sind die Finanzthemen des Tages.
Wir sprechen über aufkommende Panik an den Börsen, den Abgang einer Softwarelegende bei Adobe und Milliardenrisiken bei der deutschen Bank.
Im Thema des Tages analysieren wir eine 200 Dollar-Drohung und was den größten Ölpreisschock in der Geschichte auslösen könnte.
Und in Triple ED berichten wir von erfolgreichen Trades, die sich im Nah in Luft auflösen.
Das ist alles auf Aktien, der tägliche Börsenshot.
Es begrüßen euch Anja Ettl.
Und Holger Czeppitz aus der Weltwirtschaftsredaktion.
Die im Podcast besprochenen Aktien und Fonds stellen keine spezifischen Kauf- oder Anlageempfehlungen dar.
Die Moderatoren und der Verlag haften nicht für etwaige Verluste, die aufgrund der Umsetzung der Gedanken oder Ideen entstehen.
Blick auf die Märkte.
Heute ist Freitag, der 13.
März, und wir wünschen euch einen nervenstarken Start in den Tag.
Und gute Nerven braucht man momentan wirklich an den Märkten, nicht nur am Freitag, den 13.
Und der gestrigen Tag, der war da keine Ausnahme.
Dow Jones minus 700 Punkte, SP 500 minus 1,5% und Naßtag 100 sogar 1,7% im Minus.
Und das nicht zum ersten Mal in dieser Woche.
Auslöser ist klar weiterhin die Angst vor einer Eskalation im Nahen Osten.
Und der Dow-Transport-Index sogar minus 3%.
Also, es geht noch schlechter mit einigen Indizes.
Und die Stimmung, die wird so ein bisschen panisch, so ganz leicht.
Zumindest kann man das auch mal an zwei Sachen erkennen.
Es gab keine Dip-Buyer mehr im Laufe des Handels, was in den vergangenen Tagen immer mal der Fall war.
Und das Angstparometer WIX, das ist kräftig angestiegen, 12,7 Prozent auf einen Wert von 27, wobei Panik haben wir dann erst so ab 30, 40 aufwärts.
Öl ist natürlich weiterhin der Taktgeber brennt, Sprang gestern über die Marke von 100 Dollar, nachdem der Iran seine Angriffe auf Energieinfrastruktur ausgeweitet hat.
Entsprechend legt ein Ölwerte zu.
Exxon, Conoco sowie Occidente alle kräftig, in plus mindestens 3%.
Und Düngemittelhersteller, die sind auch gefragt, weil deren Preise kräftig steigen, was natürlich besonders misslich ist, weil ja jetzt gerade die Landwirtschaft die Düngemittel für die neue Saison ordern muss.
Und das ist natürlich ein teures Vergnügen.
Also Mosaik, die zogen 7% an.
Und mehr dazu gibt es auch gleich im Thema des Tages.
Und am Anleihemarkt, da sind die 10-jährige Renditen wieder kräftig gestiegen.
In Deutschland, zwei Basispunkte auf 2,95%, in Amerika noch stärker 4,27%.
Und was man sieht an dieser Geschichte ist, es gibt keine wirklich sicheren Häfen mehr, in die man als Anleger gehen könnte.
Vielleicht Cash, aber das ist auch alles.
Immerhin läuft überraschenderweise der Bitcoin.
Der war gestern Nacht bei 72.000 und Ether bei 2.128 Dollar.
Ja, beim sicherer Hafen ist das jetzt auch nicht so gut.
Wahrscheinlich nicht, aber zumindest gibt es noch was, was steigt.
Es gibt noch was versteigt.
Das wollen wir an dieser Stelle auch feiern.
Und genau würdigen.
Ja.
Und am deutschen Aktienmarkt war auch einiges los.
Der DAX ging schließlich 0,2% schwächer, bei 23.590 Punkten aus dem Handel.
Und im Tagestief, da hatte der Index schon bei 23.368 Punkten gelegen.
Und gestützt wurde der DAX von teilweise deutlichen Aufschlägen bei Einzelwerten.
Tja, und ein paar Einzelwerte wollen wir hier nennen.
Einer war Zalando, da waren ordentliche Ergebnisse zu sehen.
Und positiv wurde vor allem auch noch das angekündigte Aktienkaufprogramm aufgenommen.
Und Salano will bis Mitte Juli Aktien für 300 Millionen Euro zurückkaufen.
Und die Aktie 9,5% im Plus und war damit DAX-Spitzenreiter.
Ja, nach der Bekanntgabe endgültiger Geschäftszahlen zogen Hannover Rück um 4,5 Prozent an.
Highlight war die Dividendenankündigung, die laut Analysten 5% über der Marktschätzung lag.
Ja, und auch RWE hat nach Einschätzung von Analysten gute Zahlen vorgelegt.
Diese lägen über den Markt erwartungen und der Dividendenvorschlag von 1,20 Euro je Aktie entsprechend in Erwartungen und zeige zugleich Zuversicht.
Und das tat auch der langfristige Ausblick und Resultat, die Aktie stieg knapp 4%.
Und nachbörsig verlor Adobe 7,8 Prozent.
Und dabei waren die Zahlen durchaus solide, Quartal.
Im ersten Quartal ist der Umsatz um 12 Prozent gestiegen auf 6,4 Milliarden Dollar.
Der gewinnt-Aktie lag auch über Erwartung und vor allem auch die KI-Produkte wie Firefly haben relativ gute wiederkehrende Umsätze gebracht, nämlich die haben sich verdreifacht.
Die KI ARR, das ist ja die Annual Recurring Revenue, ist jetzt mittlerweile bei über 250 Millionen.
Aber das Problem ist eben, das Narrativ-Software.
Das ist halt nicht so gut.
Und das zweite Problem, es gab aber völlig überraschend, ein Managementwechsel.
Der Adobe-CEO, Chantano Naryan, tritt nach 18 Jahren an der Spitze des Unternehmens zurück und er bleibt zwar übergangsweise im Amt ein bisschen Nachfolger gefunden und übernimmt dann anschließend im Vorsitz des Verwaltungsrats.
Das handelt sich offiziell um einen geordneten Führungswechsel, aber faktisch steht der Schritt natürlich voll im Kontext der wachsenden Investoren-Skepsis gegenüber Adobis KI-Strategie.
Ja, und die zentrale Frage lautet: kann Adobe im Zeitalter generativer KI die eigene Marktstellung verteidigen.
Adobe ist Weltmarktführer bei kreativer Software, also Photoshop, Illustrator, Premiere und so.
Also gibt es einiges, was die machen, aber die generative KI, die verändert das Spielfeld neue Tools, erzeugen Bilder und Videos mit ganz wenigen Prompts.
Und Wettbewerbe wie Google, OpenAI oder Midjourney, die greifen den Markt an.
Und viele der neuen AI-Tools sind günstiger oder sogar kostenlos.
Und entsprechend sorgen sich Investoren jetzt natürlich, dass KI die Eintrittsbarrieren senkt und damit eben auch Adobes Preisetzungsmacht untergräbt.
Ryan, der wird allgemein eigentlich als hoch geschätzt angesehen.
Unter seiner Führung hat sich der Umsatz auf circa 24 Milliarden Dollar versechsfacht.
Und außerdem hat Adobe erfolgreich den Übergang vom Lizenzmodell zum Abo-Modell geschafft.
Und entsprechend wurde der Wert für Aktionäre auch massiv gesteigert.
Und tatsächlich war Naraien einer der erfolgreichsten Software-CEOs der letzten 20 Jahre.
Tja, war.
Das hast du sehr schön gesagt.
Dann gab es ein weiteres Softwareunternehmen, was Zahlen vorgelegt hat.
UiPath 8,2% ging es nur trotz ordentlicher Zahlen an den Listen lobten, insbesondere auch da die Annual Recurring Revenue, also die neuen Abo-Abschlüsse.
Aber auch hier gibt es dieses Narrativ-Problem.
Und ihr seht, bei Software kann man derzeit Zahlen vorlegen, wie man will.
Anleger nutzen immer das aus, um zu verkaufen.
Ja, zugelegt haben auch RTL, der schwache Wärmemarkt hat dem Unternehmen im vergangenen Jahr einen Umsatz- und operativen Gewinnrückgang beschert.
Unter dem Strich verdient das Unternehmen aber wegen des Verkaufs des Niederlande-Geschäfts deutlich mehr.
Und das zahlt sich für die Aktionäre in Form einer deutlich höheren Dividende aus.
Deutsche Börse, die gewann 2 Prozent.
Die Alphands-Aktionäre haben der geplanten 5,3 Milliarden Euro schweren Übernahme zugestimmt.
Und damit ist das durch.
Und wie gesagt, ein leichtes Plus.
Und deutsche Bank, die verloren 5,3 Prozent und Commerzbank 4,1 Prozent.
Und der Markt machten Meldungen über Marktturbulenzen bei Private Credit Funds in den USA die Runde.
Ja, tatsächlich weiß die Deutsche Bank in ihrem Geschäftsbericht eine Exposure von rund 26 Milliarden Euro im Private Credit Markt aus.
Etwa 5% des gesamten Kreditbuchs immerhin.
Und stuft die Anlageklasse selbst als Key Risk ein.
Konkrete Abschreibungen nennt die Bank zwar nicht, trotzdem geriet die Aktie deutlich unter Druck.
Und das Umfeld, das ist wirklich heikel, der 1,8 Billion Dollar Markt kämpft mit Mittelabflüssen, Zweifeln an Kreditstandards und mehreren spektakulären Ausfällen, gerade im Subprime und Software-Bereich.
Und mit umgerechnet rund 30 Milliarden Dollar Engagement gehört die Deutsche Bank international zu den wirklich größeren Adressen, weil die Banken haben das ja gar nicht so.
Das sind ja eher so Schattenbanken, also Asset Manager.
Und noch ist es ein Warnhinweis, aber einer den Investoren mittlerweile sehr ernst nehmen.
Dann mache ich mal die Termine.
Da ist hier wenig los heute.
Es gibt Zahlen zu den Insolvenzen des vergangenen Jahres und Zahlen zur Legehennen und Eierproduktion.
Und das ist spannend, weil Eier kurz vor Ostern knapp werden könnten, weil nämlich aktuell die sogenannte Newcastle-Krankheit in Berlin und Brandenburg wütet.
Außerdem legen Zahlen vor Acellix und Lithium Americas.
Das Thema des Tages.
Es ist eine Nachricht, die irritiert.
In Thailand dürfen Klimaanlagen nur noch auf 26 bis 27 Grad kühlen.
Beamte sollen bitte schön Treppen statt Aufzüge benutzen.
Und in Pakistan und auf den Philippinen gilt die Vier-Tage-Woche.
Homeoffice wird angeordnet und das alles klingt irgendwie ziemlich ungut nach Pandemie 2020.
Nur, dass der Auslöser für diese Einschränkungen nicht ein Virus ist, sondern Öl.
Und Grund ist, dass die Straße von Hormus faktisch immer noch blockiert ist durch dieses Nadelöhr, wir haben es ja schon häufiger hier gesagt, laufen normalerweise rund 20 Prozent des weltweiten Ölverbrauchs.
Rund 15 Millionen Barrel Euroöl täglich plus raffinierte Produkte.
Und wenn diese Route ausfällt, so wie aktuell, ist das kein regionales Problem, sondern wirklich ein globaler Angebotsschock.
Ja, und die Internationale Energieagentur spricht bereits von der größten Versorgungsstörung in der Geschichte des globalen Ölmarktes.
Der Markt reagiert entsprechend.
Brand stieg gestern über 100 Dollar.
WTI lag zeitweise nahe 98 Dollar.
Und vor allem sind überall extreme Schwankungen sichtbar.
WTI beispielsweise bewegte sich diese Woche in einer Bandbreite von über 40 Dollar.
Und sowas gab es zuletzt in der Pandemie.
Und diese Volatilität, die ist entscheidend.
Immerhin wird nicht nur physisches Öl gehandelt, sondern auch die Erwartung darüber.
Und gestern kündigte Irans neue oberster Führer an, die Meerenge geschlossen zu halten.
Zugleich kam aus Teheran die Warnung, dass der Ölpreis auf 200 Dollar pro Barrel steigen könnte.
Und der amerikanische Energieminister Wright, der hält das zwar für unwahrscheinlich, räumt aber ein, dass ein kurzfristiger Preisschock durchaus möglich ist.
Und das klingt nicht unbedingt nach Entwarnung.
Ja, und während längst Tanker brennen und Versicherern nervös werden, passiert noch was anderes.
Der französische Energiekonzern Total Energie fährt seine Produktion in der Golfregion um rund 15 Prozent zurück.
In Katar, im Irak, teilweise in den Emiraten.
Und das hat der Konzern gestern angekündigt.
Und bemerkenswert ist daran besonders, dass der zweite Teil der Meldung.
Demnach kompensiert der höhere Ölpreis bei Total Energie die Produktionsausfälle.
Und für Verbraucher sind das schlechte Nachrichten.
In den USA liegt der durchschnittliche Benzinpreis bereits bei 3 Dollar 60 pro Gallone.
Politisch ist das Brisant, gerade mit Blick auf die Zwischenwahlen.
Gleichzeitig erweckt das Weiße Haus, den sogenannten Jones Act auszusetzen, um Transporte im Inland zu erleichtern.
Das ist ein logistischer Notfallmechanismus, der es erlauben würde, den Transport von Öl zwischen zwei Standorten zu erleichtern.
Damit kommen wir zur zweiten, fast noch wichtigeren Ebene, die Marktmechanik.
Der Chef der Terminbörse CMI warnt vor einem biblischen Desaster.
Nämlich dann, wenn der Staat versuchen sollte, Ölpreise über den Futures-Markt zu beeinflussen.
Wenn Regierungen beginnen, Preise administrativ zu steuern, dann leidet das Vertrauen in eine freie Preisbildung.
Man sieht nämlich, dass diese Futures andeuten, dass auch noch in ein paar Monaten der Preis über 100 Dollar ist.
Das ist natürlich ein Zeichen, was keiner so richtig hat.
Und deswegen ist eben die Gefahr groß, dass die Amerikaner da möglicherweise an diesen Markt irgendwie durch Verkäufe einschreiten, damit das dann so aussieht, ob es nur ein kurzfristiger Spike ist.
Und so ein Vertrauen an den Kapitalmärkten ist ja wirklich das Fundament jeder Bewertung.
Und wenn Investoren glauben, dass Preise politisch verzerrt werden könnten, dann steigt insgesamt die Risikoprämie.
Selbst dann, wenn sich das physische Angebot dann wieder stabilisieren sollte.
Joseph Stieglitz hat das kürzlich in einem drastischen Bild beschrieben.
Er sagt, in den ersten 14 Monaten der Amtszeit von Trump sei die Unsicherheit in eine völlig neue Dimension gestiegen.
Der US-Präsident habe quasi eine Handgranate auf die US-Wirtschaft und die Weltwirtschaft als Ganzes geworfen und zerstöre das internationalen Recht, ebenso wie das amerikanische.
Und für Anleger ist das entscheidend, denn wenn Energie dauerhaft teuer bleibt, dann steigen die Inflationserwartungen.
Das tun sie übrigens schon.
In Deutschland sind die zehn Jahre jetzt auf 2,2 gestiegen.
Das ist wirklich schon krass.
Das gab es lange nicht.
Das ist seit ein paar Jahren der höchsten Stand.
Und wenn Inflationserwartungen steigen, dann werden auch Zinssenkungen unwahrscheinlicher.
Und wenn die Zinsen länger oben bleiben, dann geraten vor allem hochbewertete Aktien auch unter Druck.
Wir sehen also drei Ebenen gleichzeitig.
Erstens eine reale Angebotsstörung, historischen Ausmaßes.
Zweitens extreme finanzielle Volatilität, verstärkt durch Options- und ETF-Ströme.
Und drittens politische Eingriffe und institutionelle Unsicherheit.
Kein guter Mix.
Und die zentrale Frage lautet deshalb nicht, steht Brennt nächste Woche bei 95 oder 105 Dollar, sondern entsteht hier eine dauerhafte geopolitische Risikoprämie am Energiemarkt.
Wenn ja, dann stehen wir vor einem neuen Umfeld.
Strukturell höhere Energiepreise, vorsichtigere Notenbanken, niedrigere Bewertungsmultiples.
Wenn nein, dann war es eine extreme, aber temporäre Stressphase.
Und im Moment spricht vieles dafür, dass die Unsicherheitsprämie nicht sofort verschwindet.
Solange ein Fünftel des weltweiten Ölflusses durch ein militärisch verwundbares Nadelöhr läuft, bleibt Energie ein systemisches Risiko.
Und genau das ist heute die eigentliche Botschaft für Anleger.
Inmitten all dieser verwirrenden Meldung.
Es geht nicht um den Ölpreis als Zahl, es geht darum, ob Energie wieder zum dauerhaften Unsicherheitsfaktor für Inflationzinsen und Bewertungen wird.
Die AAA-Idee des Tages.
Anja, hast du heute Morgen schon in dein Depot geschaut?
Vielleicht bist du ja möglicherweise Millionärin und weiß es nur noch nicht.
Auch nur für ein paar Minuten.
Aber auf jeden Fall müssen wir heute in der AAA über Matthias und Christian sprechen.
Da haben wir ja gestern schon so ein bisschen was angedeutet.
Ja, das stimmt.
Du spielt es auf das Thema Miss Trades an.
Das ist ein Klassiker, der immer mal wieder für Puls sorgt.
Und die beiden haben ja unsere Idee der gehebelten Short, ETCs auf den BTI Crude Oil aus der Montagsfolge aufgegriffen.
Und, das können wir mal vorweg nehmen, die beiden haben eigentlich alles richtig gemacht.
Ganz genau.
Market timing par excellence.
Wie Matthias schreibt.
Er hat beim WTI 100% und beim Prandt sogar 200% Gewinn eingefahren.
Die Brust war stolz geschwellt.
Der Zock hatte sich offenbar ausgezahlt.
Aber dann kam das böse Wachen im nächsten Morgen.
Das Verrechnungskonto bei Trade Republic war plötzlich im Minus.
Ja, das ist echt bitter.
Da sieht man eine fette Rendite in der App, will den Champagner aufmachen und schwupps, ist der Trade weg.
Trade Republic hat die Verkäufe storniert, weil der Market Maker die Transaktion gemäß der Bedingungen der Börse Hamburg rückwirkend aufgehoben hat.
Der Grund war eine fehlhafte Quote.
Beim WTI-Trade von Matthias lag der Verkaufskurs bei über 8 Euro, während der eigentliche Geldkurs zu dem Zeitpunkt nur 4 Euro betrug.
Und viele denken ja, wenn der Trade in der App steht, dann ist er in Stein gemeißelt.
Aber Brusteguru, Matthias fragt sie jetzt natürlich zu Recht, kann ich zukünftig auch meine Verluste vertuschen, wenn die mich mal verzockt habe?
Das ist eine gute Frage für sie.
Das ist eine sehr gute Frage, aber die kurze Antwort lautet nein.
Ein Mistrate ist ein Geschäft, das zu einem offensichtlich falschen, nicht marktgerechten Preis zustande gekommen ist.
Da reicht ein technischer Fehler, eine falsche Datenübermittlung oder der berüchtigte Fat Finger Error.
Und das ist kein neues Phänomen, aber beschäftigt Juristen schon seit Jahrzehnten.
Aber die Broker können das doch nicht einfach nach Lust und Laune machen.
Da gibt es doch klare Regeln, ab wann ein Preis als offenkundig falsch gilt, meinten die beiden.
Ja, jetzt meinen sie ja auch ganz richtig.
Also bei Trade Republic und LS hängt das vom Produkt ab.
Bei DAX-Werten im laufenden Handel reicht oft schon eine Abweichung von 1% bis 2,5 Prozent vom Präferenzpreis.
Und außerhalb der Börsenzeiten liegt die Schwelle beim DAX bei 5%.
Mistrades können ja durch technische Fehler passieren oder durch Systemstörungen oder falsche Datenübermittlung und eben diese berüchtigten Tippfehler, die Fat Fingers.
Moment mal, wenn ich mich beim Online-Shopping vertippe und aus Versehen zwei Sofas bestelle oder was auch immer oder drei Kloprillen, dann kann ich auch nicht einfach das zurückgängig machen.
Warum geht es in der Börse?
Ja, das Unterschied ist, die Börse ist ein ganz organisierter Markt mit sehr klaren Regeln und die sagen, wenn ein Preis so offensichtlich falsch ist, dass ihn kein vernünftiger Marktteilnehmer akzeptieren würde, in deinem Beispiel, also ein Sofa für weiß ich nicht, zwei Euro, dann darf das Geschäft aufgehoben werden.
Das soll faire Marktbedingungen sichern und verhindern, dass Systemfehler ausgenutzt werden.
Was offensichtlich falsch ist, gut, das ist jetzt klar geregelt, aber Matthias will auch noch wissen, gibt es da keine Fristen.
Ich kann da nicht einfach nach drei Wochen kommen und sagen, huch, da war ein Fehler.
Die Fristen sind extrem knackig.
Im Normalfall muss ein Mistrade innerhalb von 120 Minuten gemeldet werden.
Nur bei richtig hohen Summen, ab 10.000 Euro bei Lang und Schwarz oder 20.000 Euro Schaden bei HSPC, haben sie Zeit bis 11 Uhr des nächsten Handelstags.
Und bei Matthias kam die Info am nächsten Morgen.
Das lag also leider voll im Rahmen und bedeutet dann Pech gehabt.
Aber selbst dann gibt es noch Ausnahmen.
Und das erinnert sei an den Fall von Armin S.
Der BNP Paribar auf 163 Millionen Euro verklagt hat.
Der hatte nämlich Zertifikate für rund 100 Euro gekauft, die eigentlich 54.000 Euro wert waren.
Und die Bank hat das erst nach sechs Tagen gemerkt und er meinte so, hm, zu spät.
Am Ende wurde die Klage in Deutschland aber aus formalen Gründen dann doch abgewiesen.
Na, Wahnsinn.
Aber das ist, wie gesagt, ein Extremfall für uns normallos gilt, wenn ein Mistrade rechtzeitig gemeldet wird, dann wird er storniert oder neutralisiert und ganz bitter.
Es gibt keinen Anspruch auf Schadensersatz oder entgangenen Gewinn.
Und wir haben natürlich mal bei Trade Republic angerufen und wollten wissen, wie viele Kunden denn von diesem Mistrade beim Öl betroffen waren.
Und tatsächlich betraf es nicht nur Matthias und Christian, es waren deutlich mehr Trade Republic-Kunden.
Und wir wollten natürlich auch wissen, wie häufig passiert denn sowas und ob möglicherweise auch das Produkt entscheiden ist, es war ja ein Hebelprodukt und ob es da möglicherweise häufiger auftritt als bei ganz anderen Produkten.
Ja, also seltener als einmal am Tag müssen Trades rückabgewickelt werden.
Und es lässt sich auch kein Muster erkennen, dass es beispielsweise bei gehebelten Produkten häufiger zu solchen Abweichungen und damit eben zur Rückabwicklungen kommt.
Und klar, in Produkten, in denen gerade viel umgeht, da kommt es häufiger zu Mistrades, aber das ist ja auch irgendwie logisch.
Klar, wo viel gehobelt wird, da fallen auch Späne.
Und ob solche dreifach gehebelten Produkte zu späten Handelszeiten nicht automatisch solche Risiken bergen und ob Trade Republic nicht warnen müsste bei solchen Trades, da war die klare Antwort nö.
Aber Kunden müssten ja wissen, dass sie bei Hebelprodukten vorsichtiger vorgehen müssen.
Aber es ließe sich keinen Muster erkennen, dass man sagt, naja, Hebelprodukte gibt es häufiger Misstraits.
Ja, das ist die harte Realität der allgemeinen Geschäftsbedingungen.
Und da wir bei Online-Brokern meist im Kommissionsgeschäft handeln, kauft die Bank im eigenen Namen auf unsere Rechnung.
Und wenn das Geschäft mit dem Market Maker platzt, dann entfällt auch unser Ausführungsgeschäft.
Also, solange die Bank ihre Sorgfaltspflichten erfüllt, hat man kaum Angriffspunkte.
Okay, fassen wir nochmal zusammen.
Matthias und Christian haben alles richtig gemacht.
Market-Timing war perfekt, 100% Gewinn beim WTI, 200% beim Brand.
Glückwunsch.
Wäre dann nur nicht der Mistrate gewesen.
Ja, und die harte Weit ist, an der Börse zählt nur, was am Ende wirklich auf dem Konto steht.
Nicht das, was in der App ist.
Also nicht das, was du mental schon verplant hast, sondern nur das, was nach allen Fristen und Stornierungen übrig bleibt.
Also Leute, wenn der Kurs eurer Lieblingsaktier plötzlich ohne Grund um 90 Prozent einbricht, freut euch nicht zu früh.
Erst wenn der nächste Morgen 11 Uhr durch ist, könnt ihr euch des Gewinns dann auch wirklich sicher sein.
Yeah.
Und damit ab in den Handelstag, aber passt auf eure Finger auf.
Das war alles auf Aktien.
Wir freuen uns immer über Feedback.
Schickt uns eine Mail in AAA, also ALTD oder hinterlasst uns eine Bewertung.
Und war irgendwie klar, dass es zu unserem Renaissance der Atomkraft Widerspruch geben könnte.
Thomas aus Freiburg hat uns Feedback eingereicht und er schrieb, Deutschland bräuchte rund 80 solcher Small Modular Reactors, also so kleiner Atomkraftwerke, um den Stromverbrauch neben den Erneuerbaren zu decken.
Und er schrieb auch noch: Ich habe lang genug in der Nachbarschaft des Kernkraftwerks gewohnt und kann sagen, das gefällt keinem.
Zudem will man ja eigentlich nicht unabhängig von Russland machen, aber das Uran, das würde ja von Russland kommen und deswegen wäre es gar keine Unabhängigkeit.
Ja, und er schreibt weiter: Sinniger als SMR-Reaktoren wäre ein großflächiger Ausbau der Speicherinfrastruktur, um den unfassbar billigen Wind und Solarstrom speichern zu können.
Und mit dem Geld, das die Reaktoren kosten würden, könnte man hier einiges machen.
Ja, spannender Punkt, lieber Thomas, aber ob Deutschland tatsächlich 80 SMR, also diese Small Modular Reactors bräuchte, das hängt natürlich stark vom jeweiligen Energieszenario ab.
Also davon, wie stark der Stromverbrauch steigt und wie viel Grundlast man politisch überhaupt durch Kernenergie decken will.
In vielen Studien spielen diese SMR eher eine ergänzende Rolle und nicht die eines dominanten Pfeilers.
Trotzdem interessantes Thema ist es auf jeden Fall.
Und interessant geht es wahrscheinlich auch wieder am Samstag zu.
Ganz genau.
Da haben wir nämlich einen Mann zu Gast und der wird versuchen, eines der größten Aktienmysterien des Jahrhunderts zu erklären.
Und er kommt auch noch aus einer Branche, die spannender und more timely gar nicht sein könnte.
Das klingt doch gut.
Ja, also ihr könnt euch wirklich.
So, ich, ich bin jetzt ganz traurig und heard the doors, this is the end.
We're in fünf Jahren ist es das Ende.
So, nach fast genau fünf Jahren, ganz genau.
15.
März 2021.
Erste Sendung, 13.
März.
Das war mitten in der Pandemie, glaube ich.
2026.
Ja.
Die letzte.
Ja, und wenn ihr jetzt also wissen wollt, warum Holger The End hört und was es damit auf sich hat, dann abonniert uns doch einfach, sprecht über uns und empfehlt uns euren Freunden.
Und hören uns morgen wieder ab 5 Uhr bei Welt und überall, wo es Podcasts gibt.
