# Geopolitical Risk: Energy, Defense, and Portfolio Strategy

**Podcast:** Asset Class
**Published:** 2026-03-12

## Transcript

Die Märkte im Bann des Kriegs am Golf.
Aber wir schauen nicht auf Newsticker, Präsidenten-Posts und Doomsday-Szenarien, sondern auf die Lehren aus den letzten zwei Wochen.
Wieso Energie die ultimative Waffe ist, warum es einmal mehr heißt, don't bet against America und welche Investments deine Krisenatelliten sein können.
Dazu ein neuer Footrend rund um meinen liebsten Energy Drink.
Die folgenden Inhalte sind keine Anlageberatung.
Kapitalanlagen bergen Risiken.
Du entscheidest in was du investierst.
Willkommen zu Beyond the Noise.
Finanzen mit Focus statt Virlefunds.
Und das hier ist eine ganz besondere Episode von Beyond the Noise, nämlich die allererste, die du auch im Asset Class Podcast Feed findest.
Sich zu fokussieren, das ist gerade in diesen Zeit ebenso wichtig wie schwierig.
Die Märkte sind getrieben von den Entwicklungen im Nahen Osten, den Drohungen und Drohnen des neuformierten Teheraner Terrorregimes, den gewohnt erratischen Statements des US-Präsidenten und den Apokalyptischen Warnungen der Scheichs.
Wenn dieser Krieg noch einige Wochen anhält, wird das die Volkswirtschaften der Welt zu Fall bringen.
So der Energieminister von Katar, kurz nachdem das Emirat unter Berufung auf höhere Gewalt seine Gasexporte bis auf weiteres eingestellt hatte.
Hinter solchen Doomsday-Pronosen steckt natürlich immer auch ein gewisses Eigeninteresse.
Genauso wie die historisch beispiellosen Ausschläge beim Ölpreis nicht nur den akuten realwirtschaftlichen Bedarf widerspiegeln, sondern auch immense spekulative Kräfte.
Aber klar, je länger die Straße von Hormos de facto blockiert ist, and je stärker die Förder- und Raffinerieinfrastruktur in den Golfstaaten durch iranische Angriffe beschädigt wird, umso höher das Risiko für die Weltwirtschaft.
Nur logisch also, dass die Börsianer erleichtert aufgeatmet haben, als Donald Trump am Montag verlauten ließ, der Krieg sei weit vor dem Zeitplan und so gut wie beendet.
Also nicht diese Woche, aber sehr bald.
Und sowieso erst wenn, Zitat, der Feind vollständig und endgültig besiegt ist.
Formulierung, die reichlich Luft für Interpretationen lassen.
Und selbst wenn die USA ihre Militärschläge final einstellen, bleiben reichlich Fragen offen.
Etwa ob auch der Iran seine Angriffe stoppt, wie Israel reagiert oder wie schnell der Energiemarkt sich wieder sortiert.
Aber das Orakeln überlassen wir lieber den unzähligen Trump-Deutern, Nahostkennern, Militärstrategen und Energieexperten, von denen ja nicht wenige schon als Corona-Koryphäen Russland-Insider, Zollsachverständige oder Sofa-Bundestrainer auffällig geworden sind.
Stattdessen der Blick auf die Fakten.
Drei Lehren, die sich jetzt schon aus dem Iran-Krieg ziehen lassen.
Erstens.
Mag ja sein, dass Daten das neue Öl sind, wie es 2006 der britische Mathematiker und Marketing-Experte Cliff Humbly ausgedrückt hat.
Aber ohne das alte Öl und Gas, da läuft eben auch nichts, schon gar nicht im energiehungrigen KI-Zeitalter.
Energie ist die Lebensader der Weltwirtschaft und damit die ultimative Waffe.
Insofern war es nur logisch, dass die Börsen in Südkorea, Taiwan und Japan am stärksten auf den Iran-Krieg reagiert haben.
Denn alle drei Länder sind zwar technologisch und industriell hoch entwickelt, aber Rohstoffarm.
Und die Energieversorgung hängt zu mehr als 50% an Importen aus der Golfregion.
For Europa sind die Zahlen nicht ganz so extrem, auch wegen der Öl- und Gasvorkommen in der Nordsee.
Dennoch stammt immerhin ein Fünftel der europäischen Flüssiggasimporte aus dem Nahen Osten.
Dazu hat die EU mit den Golfstaaten für die Zeit ab 2030 zahlreiche Partnerschaften für grünen Wasserstoff geschlossen, der in der Wüste mit Solarstrom produziert werden soll.
Noch weitaus essentieller für unsere Gasversorgung sind freilich die USA, die inzwischen mehr als die Hälfte der europäischen LNG-Einfuhren decken.
Was aus Amerikanischer Sicht nicht nur ein einträgliches Geschäft, sondern auch Ausdruck eines strategischen Vorteils ist.
Energiesouveränität.
Durch den massiven Ausbau der Frackingbohrungen in den 2010er Jahren sind die USA from Nettoimporteur zum Netto-Exporteur von Öl und Gas aufgestiegen.
Das hilft Average Joe an der Tankstelle zwar auch nichts, da die Konzerne ihre Verkaufspreise im Inland ebenfalls am Weltmarkt ausrichten.
Aber die Versorgungssicherheit ist gewährleistet.
Was ein Grund dafür sein dürfte, dass US-Aktien auf die Eskalation am Golf bislang sehr moderat reagiert and den vielbeschworenen Cell America Trade fürs erste umgedreht haben.
Wenn es hart auf hart kommt, gilt eben doch wieder das Credo von Warren Buffett aus dem Shareholder Letter 2016.
Don't Bet Against America.
Was übrigens auch den Dollar einschließt, der in den vergangenen knapp zwei Wochen allen Abgesengen zum Trotz wieder als sicherer Hafen gesucht war.
Insofern sind US-Energaktien durchaus eine probate Depot-Versicherung gegen geopolitische Verwerfungen und ein potenzieller Satellit zum Weltportfolio-Kern.
Zumal der komplette Sektor im MSCI All Country World nur 4% Gewicht hat.
Die einfachste Option dabei sind ETFs auf den SP 500 Energy Index, wo zwei Dividenden-Aristokraten den Ton angeben.
Exxon Mobil und Chevron.
Die kommen zusammen auf knapp 50 Prozent Anteil.
Die Alternative sind Einzelaktien, wobei LNG-Produzenten wie Chiniere Energy oder Venture Global und Transporteure wie Flex LNG oder Gola LNG den höchsten Hebel bieten.
Natürlich wie üblich in beide Richtungen.
Ein zweiter Punkt.
Bereits im vergangenen Jahr hatten die USA und Israel Angriffe auf die iranischen Nuklearanlagen geflogen.
Und die atomaren Ambitionen der Mullahs waren ja auch ein Motiv für die aktuellen Militärschläge.
Doch die letzten zwei Wochen haben gezeigt, um die ihnen so verhasste westliche Welt in Angst und Schrecken zu versetzen, brauchen solche Terrorregime gar nicht zwingend, die ultimative Bombe.
Es reicht schon ein Schwarm vergleichsweise billiger, quasi am Fließband hergestellter Drohnen, von denen dann auch nur wenige durchkommen müssen, damit eine Raffinerie in Flammen steht oder wie in Dubai und Bahrain geschehen, ein Amazon-Rechenzentrum vom Netz geht.
Maximaler Schaden mit minimalem Aufwand.
Auf diese asymmetrische Bedrohung sind die meisten Abwehrsysteme nicht eingestellt.
Und 35.000 Dollar-Drohnen mit Millionenteuren Patriot-Raketen abzuschießen, das ist nicht nur unwirtschaftlich, sondern auch militärisch riskant.
Denn die Arsenale sind schnell verbraucht und Nachschub ist nicht ohne weiteres verfügbar.
Drohnen-Schutzschirme für kritische Infrastruktur.
Das dürfte eines der integralen Sicherheitsinvestments der nächsten Jahre sein.
Nicht von ungefähr hat sich die Aktien des australischen Technologiespezialisten Drone Shield allein in den letzten zwölf Monaten schon mehr als vervierfacht und wird nun mit dem 17-fachen Umsatz bewertet.
Das preist schon eine ordentliche Skalierung ein.
Dazu basteln neben zahlreichen Start-ups natürlich auch die großen Rüstungskonzerne an Drohnenabwehrsystemen.
Und das leitet über zum dritten und wichtigsten Punkt.
Die Lage im Nahen Osten wirkt zweifelsohne immense Risiken für unsere Wirtschaft und für unseren Wohlstand.
Genauso gefährlich für unser Vermögen ist es aber jetzt im Takt der Newslage ständig am Depot herumzuschrauben.
Wer am Montagmorgen, als der Ul-Preis die 100 Dollar-Marke geknackt und so mancher Analyst schon Barrel-Preise von 120 oder gar 150 Dollar ins Visier genommen hatte, wer da noch schnell auf den Zug aufgesprungen ist, saß mit einem Brandcrude Oil ETC am Mittwochabend auf fast 20% Verlust.
And wer sich am Montagnachmittag, als der DAX kurzfristig unter 23.000 Zähler gerutscht war, in Panik von seinen Aktien getrennt hat, der musste zwei Tage später von der Seitenlinie aus zusehen, wie der Frankfurter Light Index die 24.000 Punkte-Marke zurückerobert hat.
Klar, das sind Momentaufnahmen.
Und wenn du diesen Podcast hörst, sieht alles vielleicht schon wieder ganz anders aus.
Und natürlich kannst du handeln, nachkaufen, Gewinne mitnehmen, umschichten oder rebalancen.
Aber bitte nicht getrieben von Live-Tickern oder True Social Posts, sondern mit einem klaren Plan.
Und zu so einem Plan gehört auch die Frage, ob du deine Vermögensstrategie gezielt auf geopolitische Verwerfungen ausrichten willst.
Also etwa deinem Welt-ETF gezielt Investment beimischt, die bei Eskalationen wie jetzt im Nahen Osten mit hoher Wahrscheinlichkeit dein Portfolio stabilisieren kann.
Das gilt vielleicht für Energie- und Rüstungsaktien, aber auch Gold oder Goldminen kommen in Frage.
Vielleicht sogar ein breit diversifizierter Rohstoffkorb, dazu Anleihen bester Bonität und eventuell eine kleine Cash-Reserve.
Unterleg mit klaren Regeln, wann und wie du diese einsetzen willst.
Etwa für Nachkäufe beim Welt ETF.
Ob so eine Beimischung sinnvoll ist und ob ein solcher Krisensatellit eher 10 oder 20 Prozent vom Gesamtportfolio einnehmen sollte, das hängt ganz allein von dir ab.
Von deinem Blick auf die Welt, deinem Anlagehorizont, deinem Risikobewusstsein.
Ich kann dir nur den Rahmen liefern.
Historisch haben die Finanzmärkte geopolitische Schocks schnell verdaut.
Entweder weil die Eskalation nur von kurzer Dauer war, wie der Israelisch-Iranische Zwölftage-Krieg im Juni 2025.
Oder weil sich Unternehmen und Investoren an eine länger anhaltende Disruption angepasst haben, wie das etwa mit Blick auf den Ukraine-Krieg der Fall war.
Eine Garantie ist das freilich nicht.
Auch wenn man für die eindringlichste Mahnung ein halbes Jahrhundert zurückschauen muss.
In die 1970er Jahre, als die Öl- und Währungskrisen der Auslöser für eine globale Stagflation und ein wirklich verlorenes Aktienjahrzehnt waren.
Aber auch dafür wurden geduldige Aktionäre dann in den 1980er und 1990er Jahren mit fulminanter Performance entschädigt.
Und wo wir schon so viel über Energie gesprochen haben, noch kurz ein neuer TikTok-Trend.
Nachdem ja unlängst der Japanese Cheesecake, griechischer Joghurt, mit Biscoffkeksen für Furore gesorgt hat, geht jetzt der Energy Fluff viral.
Was sich dahinter verbirgt?
Als leidenschaftlicher Monster Trinker hat mich das natürlich sofort getriggert.
Warum machen Menschen sowas, dass gute Monster Ultra White mit dieser hippen Magerquark-Variante aus Island verquirlen?
Die Antwort kommt aus der Bodybuilding und Fitnessbubble.
Die Kohlensäure des Energy Drinks verleiht dem Skier beim Aufschlagen mit dem Handmixer eine extrem fluffige, fast schaumige Konsistenz.
Das Volumen verdoppelt sich fast, der Magen füllt sich schneller und man kombiniert die Proteine im Skier mit einem Koffeinkick fürs Training.
Außerdem kriegt der eher säuerliche Skier ein monstermäßig süßes Aroma.
Vielleicht verleiht der neue Trend ja auch der Monster-Aktie wie der Flügel, nachdem der Kurs seit Beginn des Iran-Kriegs um rund 10% gefallen ist.
Auf 12-Monats-Sicht stehen unter dem Strich aber immer noch 70% plus.
Und das hat durchaus fundamentale Gründe.
Monster gehört nicht nur zu den wenigen Food-and-Beverage-Unternehmen, die beim Umsatz konstant zweistellig wachsen, sondern konnte zuletzt auch die Marge wieder pushen.
Auf knapp 30%.
Obwohl mit den Aluminiumpreisen auch die Kosten für die Dosen gestiegen sind.
Die meisten Monster Trinker sind wohl nicht so preisbewusst wie ich, der ja nur zu 90 Cent zugreift, dann aber auch gleich Palettenweise.
Die Aktie hingegen, die ist nichts für Schnäppchenjäger.
In den vergangenen 10 Jahren lag die Bewertung nie unter dem 25-fachen Gewinn.
Aktuell muss man sogar das 33-fache hinblättern, was ungefähr dem historischen Mittel entspricht.
Dafür gibt es neben Wachstum auch eine schuldenfreie Bilanz und eine erfolgreiche Internationalisierung.
Fast jeder zweite Dollar wird mittlerweile außerhalb der USA verdient.
In Lateinamerika ist der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 90% gestiegen, in China um 80%.
Dennoch ist der Heimatmarkt dieses Jahr ganz besonders im Fokus.
Denn zum 250.
Jubiläum der USA wird es eine limitierte Edition im Rocket-Pop-Stil geben.
Wenn das mal kein Grund für einen Trip über den Atlantik ist.
Und das war's für heute.
Danke, dass du mir deine Zeit geschenkt hast und wenn es dir gefallen hat, dann sag's gerne weiter, gib uns Sterne und lass einen Kommentar da.
Gibt es schon wieder neue Footrends auf Insta?
Oder hast du ein Thema, das wir unbedingt mal hier besprechen sollten?
Ich freue mich auf dein Feedback.
Bis nächste Woche.
Tschüss aus Berlin.
