# Oracle AI Boom, Amazon Debt, and BioNTech Founder Exit

**Podcast:** Alles auf Aktien – Die täglichen Finanzen-News
**Published:** 2026-03-11

## Transcript

Das sind die Finanzthemen des Tages.
Wir sprechen über einen Warnschuss für Novo Nordisk, Amazons Mega-Emissionen und ein ehrgeiziger Warren Buffett-Kruppist.
Im Thema des Tages analysieren wir das rätselhafte Abschiedstrama bei Biontech und was daraus für die Volksaktie folgt.
Und der Triple ED geht es um eine Dividendenperle mit Deindustrialisierungsgefahren.
Das ist alles auf Aktien, der tägliche Börsenschott.
Es begrüßen euch Anja Ettel.
Und Holger Czeppitz aus der Weltwirtschaftsredaktion.
Die im Podcast besprochenen Aktien und Fonds stellen keine spezifischen Kauf- oder Anlageempfehlungen dar.
Die Moderatoren und der Verlag haften nichts für etwaige Verluste, die aufgrund der Umsetzung der Gedanken oder Ideen entstehen.
Blick auf die Märkte.
Heute ist Mittwoch, der 11.
März und wir wünschen euch einen fokussierten Start in den Tag.
Und ja, die Börsen präsentieren sich nach dem irren Hin und Her am Montag ziemlich richtungslos.
Während der DAX die positive Entwicklung der Wall Street vom Montag nachvollzug und gestern 2,4% fest erschloss bei knapp 24.000 Punkten, bewegten sich die Indizes an der Wall Street ohne klare Richtung, waren also getrieben von relativ gegensätzlichen geopolitischen Schlagzeilen und natürlich einer abwartenden Haltung vor wichtigen Wirtschaftsdaten.
Und der SP 500, der verlor 0,2%.
Und der NASDAG 100 ging 0,04 Prozent tiefer aus dem Handel.
Und ja, was jetzt diese widersprüchlichen Sachen war?
Da gab es widersprüchliche Aussagen aus den USA zum Kriegsende im Iran.
US-Beamte, die signalisierten, dass es kaum Chancen für diplomatische Gespräche gäbe und dämpften damit auch Donald Trumps jüngste Äußerung: Ja, der Konflikt, der könne bald gelöst sein.
Und das Weiße Haus musste dann auch noch eine Falschdarstellung korrigieren.
US-Energeminister Chris White hatte in einem Beitrag behauptet, ein Öltanker sei durch die Straße von Homus eskortiert worden.
Eine Maßnahme, die ja Donald Trump zuvor als mögliches Mittel zur Beruhigung der Ölmärkte ins Spiel gebracht hatte.
Tatsächlich hat es aber solche Eskorte überhaupt nicht gegeben.
Das ist ein solcher Irrsinn.
Und dagegen sorgten dann Berichte über iranische Minen noch für Nervosität und der Ölpreis, der ist immerhin noch unter der 90 Dollar-Marke geblieben, zumindest die Sorte WTI.
Und am Anleihmarkt, da merkte man auch schon wieder, dass es ein bisschen knirschte ist, die 10-jährige Staatsanleih, die zog auf 4,15 Prozent an.
Und der Bitcoin, der pendelte so um die 70.000.
Ja, und während also die geopolitische Unsicherheit die Anleger vorsichtig stimmte, lieferte Oracle einen Lichtblick für den KI und Cloud-Sektor.
Die Aktie stieg nämlich nachbörzlich um 10 Prozent.
Und der Datenbankspezialist hat die Erwartungen des Marktes in fast allen relevanten Kategorien übertroffen.
Haupttreiber war, dass massive Wachstum im Bereich der KI-Infrastruktur.
Der Umsatz stieg um 22 Prozent auf 17,2 Milliarden Dollar und lag damit über den Erwartungen, die war nämlich bei 16,9 Milliarden.
Der Gewinn, der lag mit 1,79 Dollar über den erwarteten 1,70 Dollar Aktie.
Und wichtig war auch der Auftragsbestand, die sogenannte RPO, die kletterte um 325 Prozent auf den Rekordwert von 553 Milliarden Dollar, getrieben eben durch diese gigantischen KI-Verträge.
Die Cloud-Infrastruktur, die wuchs, währungsbereinigt um 81 Prozent, auch nicht schlecht.
Und die Investitionsausgaben, die stiegen massiv auf 18,6 Milliarden Dollar in diesem Quartal an.
Und einzig das traditionelle Software as a Service-Geschäft, das blieb mit plus 11% leicht unter den Erwartungen.
Aber die Cloud-Infrastruktur, du hast ja gerade ein paar Zahlen genannt, die ist der neue Star.
Und ein entscheidender Punkt ist, wie Oracle den massiven GPU-Bedarf finanziert.
Da hat das Management durchblicken lassen, dass die Kunden, beispielsweise OpenAI, entweder Vorauszahlung leisten, damit Oracle die GPUs beschaffen kann, oder aber gleich die Chips selbst bestellen und mitbringen.
Und das würde natürlich das finanzielle Risiko für Oracle erheblich reduzieren.
Und dann könnten sie halt den Kapazitätsausbau wirklich weiter betreiben, weil sonst müssten sich viel zu hoch verschulden.
Aber wenn die das Geld mitbringen, dann wäre das auf jeden Fall vorteilhaft.
Ja, und Oracle nutzt die KI nicht nur als Produkt, sondern auch intern und durch KI-gestützte Code-Generierung baut das Unternehmen die Software schneller und mit weniger Personal und entsprechend sind die angekündigten Stellenstreichungen und Restrukturierungskosten von 1,6 Milliarden Dollar Teil einer Strategie, um eben die operativen Margen trotz massiver Investitionen hochzuhalten.
Aktuell liegt diese Marge bei knapp 43 Prozent.
Oracle hat das Umsatzziel für das Geschäftsjahr 2027 um eine Milliarde auf 90 Milliarden Dollar angehoben.
Tja, und kein Wunder, dass dann 80 Prozent der Analysten zum Kauf raten und die sehen ein Kurspotenzial von 75 Prozent.
Denn die Aktie, die notiert im Moment noch 56 Prozent unter ihrem Allzeithoch.
Tja, und nach den guten Nachrichten von Oracle gibt es auch noch gute Nachrichten von Amazon.
Die Aktie, die gewann 0,8 Prozent.
Aber es ging gar nicht um die Aktie, es ging darum, wie sie sich am Anleihemarkt nämlich verschulden.
Amazon, die brauchen ja auch viel Geld für die KI und sie können ja nicht das ganze Geld aus dem freien Cashflow generieren.
Und der Online- und Cloud-Konzern zapft deshalb den Kapitalmarkt an und nicht nur ein bisschen, sondern so richtig 37 Milliarden Dollar sollen in den USA geholt werden und nochmal 10 Milliarden Euro in Europa.
Und das sind insgesamt fast 50 Milliarden Dollar, die mal ebenso in den kommenden Tagen eingesagt werden sollen.
Ja, das ist eine krasse Dimension.
Allein diese 37 Milliarden Dollar anleihen wären die viertgrößte Emission aller Zeiten.
Größer war nur die Bondverkäufe von Verizon, ABINBEV und CBS, die jeweils Geld für Übernahmen brauchten.
Amazon will dagegen bekanntermaßen in die KI investieren.
Und insofern handelt es sich um reines Zukunftskapital.
Und das Verrückte ist, die Nachfrage für diese 37 Milliarden Dollar lag bei 126 Milliarden Dollar.
Also das heißt, diese Emission war dreifach überzeichnet.
Also die Investoren, die reißen sich offenbar um Amazon-Schulden.
Und weil Amazon als sicherer gilt als so mancher Staat, während Amerika mit steigender Verschuldung kämpft, sagt der Markt sich schon vielleicht lieber ein Amazon-Bond als US Treasuries.
Und Amazon, da werden sie schon angesprochen, braucht Geld für rechenzehnte Chips und Cloud.
200 Milliarden Dollar.
Investitionen sollen allein in diesem Jahr gestemmt werden.
Und zusammen mit Microsoft Meta und Co.
reden wir über CapEx-Ausgaben von ungefähr 650 bis 700 Milliarden Dollar, die da in KI investiert werden, sondern sogenannte CapEx.
Und das ist ein wahres Wettrüsten, was da veranstaltet wird.
Und die Idee dahinter ist ja, wer die KI-Infrastruktur kontrolliert, der kontrolliert möglicherweise die nächste industrielle Revolution.
Und bemerkenswert ist, dass ja Aktieninvestoren relativ nervös sind und sich fragen, hm, rechnet sich das alles?
Aber der Bondmarkt, der scheint zu sagen, wir glauben dran, zumindest dass die Kohle zurückkommt.
Und das war dann auch positiv für einige KI-Aktien.
Nvidia gewann 1,2 Prozent, Vertif 2,2 Prozent und GE Venova 1,1 Prozent.
Ja, und Bill Ackman will es wieder wissen.
Seine Hedgefondsfirma Pershing Square hat einen Antrag eingereicht, um 5 bis 10 Milliarden Dollar über ein Börsengang einzusammeln.
Und das Ziel, naja, das klingt einigermaßen größtenwahnsinnig.
Ackman will nämlich ein neues Berkshire Hathaway bauen.
Er plant eine eigene Struktur, einen Börsengang der Management-Gesellschaft und gleichzeitig ein neues Anlagefonds für Investments.
Und das Modell, das soll so aussehen.
Anleger kaufen Voranteile für 50 Dollar je Stück.
Und für je 100 Fondsteile gibt es zusätzlich 20 Aktien der Management-Gesellschaft.
Und das frische Geld, das soll dann zunächst in den Fonds fließen und später werden dann die Fondanteile gehandelt, aber es wird kein Geld abgezogen.
Und damit bleibt das Kapital dauerhaft im Unternehmen.
Es gibt also keine klassischen Rücknahmen wie bei normalen Fonds.
Und das ist, wie gesagt, vergleichbar mit dem Berkshire-Hathaway-Modell.
Und ACMAN will ja sowas wie der neue Warren Buffett werden.
Der Vorteil ist, wenn man so ein Modell hat, dann hat man keinen Liquiditätsdruck.
Es kann also keinen Zwangsverkauf in Krisen geben, weil er einfach nur dieser Fonds gehandelt wird, aber kein Geld davon abgezogen werden kann.
Und bisher als Hedgefonds war es bei ihm nicht möglich.
ACMAN hat schon ein paar Mal versucht, so etwas ähnliches hinzubekommen, hat bisher nie funktioniert.
2020 wollte er über einen Spec-Struktur an den Markt gehen, das scheiterte und 2024 dann über so einen 25 Milliarden-IPO.
Und auch das hat nicht wirklich funktioniert.
Ja, Fonds, die an der Börse gelistet sind, die handeln oft mit einem Abschlag zum Netto-Inventarwert.
Und dadurch, dass ACMAN jetzt aber gleichzeitig Aktien in der Managementgesellschaft ausgibt, die von den Gewinnen des Fonds profitieren, setzt er eben einen klugen Anreiz und er will damit weg vom klassischen Hedgefonds-Modell und hin zu einem börsennotierten Investment-Vehikel mit eben dauerhaftem Kapital.
Also mit anderen Worten, er will, wie Buffett einen Investment-Konglomerat aufbauen.
Ob daraus wirklich ein Mini-Börkshire wird, das entscheidet am Ende nicht die Struktur, sondern die Performance.
Aber er ist immerhin eine Persönlichkeit und Kleinerleger lieben ja Persönlichkeit.
Insofern könnte das zumindest der Börsengang erstmal funktionieren.
Dann gibt es noch Nachrichten von Novo Nordisk.
Und da gab es, ja, ich würde mal sagen, negative Nachrichten, denn dieser Brief, der hat es wirklich in sich.
Novo Nordic hat gerade mächtig Ärger mit der amerikanischen Arzneimittelbehörde, die FDA hat dem dänischen Pharmakonzern einen sogenannten Warningletter geschickt, weil das Unternehmen über Jahre hinweg nicht alle schwerwiegende Nebenwirkungen von Ossempik gemeldet hat.
Darunter auch Fälle mit Todesfällen und einem Suizid.
Und wichtig, die Behörde sagt jetzt nicht, dass das Medikament ursächlich war, sondern kritisiert einfach die Meldeprozesse.
Und es geht also um Compliance und nicht um wirkliche Sicherheitsrisiken.
Ja, aber immerhin einigermaßen umfangreiche Compliance, weil Novo hat laut FDA teils hunderte Berichte verspätet eingereicht.
Und der Konzern hat versprochen, die Mängel jetzt zügig zu beheben.
Aber für Anleger ist der Vorfall natürlich irgendwie heikel, weil Novo im wichtigen amerikanischen Markt ohnehin unter Druck steht.
Die Aktie liegt dieses Jahr mit 22 Prozent bereits deutlich im Minus und das eben auch wegen der starken Konkurrenz von Eli Lilly, die sind ja vorbeigezogen.
Und Novo war lange der klare Platzhirsch in dem GLP1-Segment.
Und jetzt kämpft man eben gleichzeitig an zwei Fronten.
Operativ gegen Lilly und reputativ gegen regulatorische Zweifel.
Und dann müssen wir doch über Anthropic reden, über den Streit zwischen Anthropic und dem amerikanischen Verteidigungsministerium.
Da haben wir ja schon gestern berichtet.
Und jetzt wird aber noch bekannt, dass der Entwickler von Claude einen mächtigen Verbündeten gewonnen hat.
Microsoft hat eine Art Unterstützerbrief vom Pentagon eingereicht und argumentiert darin, dass ihn die Maßnahmen der amerikanischen Regierung gegen Anthropic ebenfalls treffen.
Das Pentagon hat der Anthropic als Sicherheitsrisiko für die Lieferkette eingestuft, nachdem der Konzern die uneingeschränkte militärische Nutzung seiner Technologie verweigert hatte.
Und Anthropic klag dagegen und will die Einstufung per 1-2-Gverfügung stoppen.
Ja, und der Fall ist deshalb so brisant, weil es im Kern um mehr als nur einen Anbieter geht.
Sollte das Pentagon-KI-Firmen offiziell als Sicherheitsrisiko einstufen, dann könnte das weitreichende Folgen für Cloud-Anbieter und staatliche Auftragnehmer haben.
Und das Ganze zeigt außerdem, wie politisch und sicherheitsrelevant KI-Infrastruktur inzwischen geworden ist.
Und dann gucken wir nach China.
Der E-Autobauer NIO, der Aktie ist um 15 Prozent gestiegen, nachdem das Unternehmen erstmals einen Quartalsgewinn im vierten Quartal verkünden konnte.
Der Umsatz, der stieg auf rund 5 Milliarden Dollar und war damit höher als erwartet.
Und die Zahl der ausgelieferten Fahrzeuge legte um stattliche 71 Prozent zu.
Ja, und derweil auf dem deutschen Markt, da hat Hugo Boss das Jahr 2025 dank eines robusten vierten Quartals mit spürbaren Profitabilitätsverbesserungen abgeschlossen und die Erwartungen übertroffen.
Der Ausblick für das laufende Jahr, das der Konzern als Übergangsjahr deklariert hat, wurde bestätigt.
Und bereits am Montag hatte Hugo Boss mitgeteilt, für 2025 nur die Mindestdividende von 0,04 Euro zu zahlen nach 1,40 Euro im Vorjahr.
Gleichzeitig hat das Unternehmen aber ein Aktienrückkauf angekündigt, was laut den Analysten der DZ-Bank die Überraschung bei der Dividende zumindest ausglich.
Und dann gab es noch negative Nachrichten von der Lufthansa, die sind nachbörslich 1,2% gesunken.
Im Sinkflug hätte man früher als Zeitungsjournalist drüber geschrieben.
Grund ist, die Pilotengewerkschaft VC hat zu einem Streik bei Lufthansa City Line sowieso Lufthansa Passage und Lufthansa Cargo am 12.
und 13.
März aufgerufen.
Und ich rufe jetzt die Anja zu den Terminen auf.
Bitte.
Ach, das ist aber schön.
Ja, was haben wir denn?
Wir haben Verbraucherpreise in den USA und das Statistische Bundesamt veröffentlicht die Inflation für Februar, also die endgültigen Ergebnisse.
Außerdem steht an, die Auktionen von zehnjährigen Bundesanleihen im Volumen von 5 Milliarden Euro.
Ein paar Unternehmenszahlen gibt es auch noch, nämlich unter anderem von Henkel, Porsche, Rheinmetall, Wackerchemie, Klöckner, Uniper und Inditex.
Das Thema des Tages.
Das war eine dieser Meldungen, bei denen man morgens aufs Handy schaut und denkt, das kann nicht stimmen.
Hugo Shahin und Öslem Thyrici verlassen BioNTech spätestens zum Jahresende.
Und die Börse hat logischerweise sofort reagiert, minus 17%.
6 Milliarden Dollar Börsenwert in wenigen Stunden vernichtet.
Und man darf nicht vergessen, BioNTech war in Deutschland lange so etwas wie eine neue Volksaktie.
Während der Pandemie haben sich viele Privatanleger erstmals ein Biotech-Unternehmen ins Depot gelegt aus Stolz, aus Überzeugung, manchmal auch aus Dankbarkeit.
Ja, auf jeden Fall stand die Firma für wissenschaftlichen Triumph und für so eine Art deutsche Biotech-Exzellenz.
Ein Ehepaar aus Mainz rettet mit mRNA-Technologie Millionen Menschen.
Das war eine Erzählung, die weit über die Börse hinausging.
Tja, und jetzt verlassen genau diese beiden Gesichter das Unternehmen.
Und das erklärt auch, warum die Börse so heftig reagiert hat.
Wir reden ja nicht über irgendeinen Vorstand, sondern Shahin und Thürici sind Bioyntech und nicht irgendein Vorstand.
Und kaum ein deutsches Unternehmen ist so eng mit seinen zwei Gründern verknüpft, wie der MRNA-Pionier aus Mainz.
Ja, und Shahin war seit der Gründung des Unternehmens 2008 das CEO, der strategische Kopf und vor allem der Taktgeber, als zum Beispiel damals die Pandemie losging, da war erst, der das Tempo vorgegeben hat und eben der kleinen Mainzer Firma das Projekt Lightspeed verordnet hat, um so schnell wie möglich ein Impfstoff gegen Covid zu finden.
Seine Ehefrau Öslem Thirici, die verantwortete die klinische Entwicklung und war eben seitdem das medizinische Gesicht des Konzerns.
Tja, und jetzt heißt es in der Unternehmensmitteilung, Öslem und ich wollen ein weiteres Mal als Pioniere neue Wege beschreiten.
Man wolle, zitat, die nächste Generation Bahnbrechender Innovationen erschließen.
Und das mag ja alles nach Aufbruch klingen, aber die Börse, die sieht natürlich erstmal vor allem den Abschied.
Und die Investoren fragen sich, warum jetzt?
Jahrelang hat Shahin betont, er wolle BioNTech zu einem breit aufgestellten Biotech-Konzern entwickeln, jenseits des Covid-Impfstoffs mit einer starken Onkologie-Pipeline.
Und außerdem jetzt, wo mehrere Krebsprogramme in späte klinische Phasen vorrücken, tja, da gehen die Gründer.
Join selbst hat eine Erklärung geliefert.
BioNTech trete in eine Phase ein, in der es stärker um Geschwindigkeit, Kommerzialisierung und Industrialisierung gehe.
Und sinngemäß, das sei eher was für Manager, die genau das lieben.
Und das klingt nach einer klassischen Gründer-Manager-Trennung.
Die Visionäre bauen auf und die Betriebswirte skalieren.
Dann nur für Investoren ist es heikel, gerade in forschungsgetriebenen Unternehmen, hängt eben extrem viel an Vertrauen in die Köpfe.
Ja, zu meiner Zeitpunkt ziemlich sensibel ist.
Die Milliardengewinner aus dem Covid-Impfstoff, die sind ja längst Vergangenheit.
Der Umsatz im vierten Quartal, der ist um knapp 24 Prozent auf gut 907 Millionen Euro gefallen.
Und im Gesamtjahr lag er zwar bei 2,9 Milliarden Euro, dank der lukrativen Partnerschaft mit dem US-Konzern Bristol Myers Grip.
Aber der Nettoverlust, der ist auf 1,1 Milliarden Euro gestiegen.
Sinkende Erlöse aus dem alten Blockbuster, hohe Investitionen in die Onkologie und tja, noch kein Durchbruch, der die nächste Wachstumsphase trägt.
In so einer Lage verlieren Investoren ungern die Architekten der Strategie.
Ja, und noch was macht die Lage kompliziert.
BioNTech setzt weiter stark auf MRA, also auf genau die Technologie, die das Unternehmen groß gemacht hat, aber politisch ist MRNR gerade in den USA nicht mehr unumstritten.
Es gibt Kürzungen bei staatlich finanzierten Impfstoffprojekten und die Immunisierungsstrategie, die ist auch vorsichtiger geworden.
Und das belastet die Stimmung im wichtigsten Biotech-Markt der Welt und damit eben auch die Bewertung.
Für Investoren heißt das, die Wette auf MRNA ist nicht nur wissenschaftlich anspruchsvoll, sondern auch ja politisch sensibler geworden.
Ja, und Fondmanager Markus Manns von Union Investment, mit dem wir gestern gesprochen haben, der nennt den Abgang eine Hiobs-Botschaft.
Shahin und Thyrici seien Herz und Gehirn des Unternehmens und der sagt, es sei kein positives Szenario vorstellbar, weshalb die beiden gerade jetzt gehen würden.
Und das schürt natürlich gewisse Spekulationen, allen voran die, ob nun eine Übernahme drohen könnte.
Ein ehemaliger Berater vermutet, BioNTech könnte ein Schmuckstück für große Pharmaunternehmen sein.
Mehr als ein Dutzend Krebsstudien laufen.
Die technologische Basis ist breiter geworden und das Unternehmen ist längst kein reines MRNA-Forschungsunternehmen mehr.
Interessant ist auf jeden Fall, dass Scheine und Thüricci ihre Aktien behalten.
Also spricht ganz klar gegen ein Zerwürfnis, etwa mit dem Aufsichtsrat.
Und das haben auch beide Vorstand und Aufsichtsrat gestern mehrfach betont, dass man sich da ganz einig ist.
Aber dass es keinen Streit gibt, das schließt ja eine Übernahme nicht aus.
Und im Gegenteil, als Großaktionäre würden die beiden Gründer davon natürlich profitieren.
Strategisch wäre es jedenfalls kein absurdes Szenario.
Der Börsenwert, der ist von dem Pandemie-Höchststand deutlich geschrumpft, zuletzt auf rund 20 Milliarden Dollar.
Und für einen Pharma-Riesen, ja, aus Amerika wäre das durchaus machbar.
Für europäische Konzerne, da wäre es schon ein bisschen schwieriger.
Ja, gleichzeitig betonen Vorstand und Aufsichtsrat, dass die Pipeline von BioNTech unberührt bleiben soll.
Teile der mRNA-Technologie sollen in diese neue Firma eingebracht werden, die Schein und Thyrici gründen wollen.
Und die soll dann die nächste Innovationsstufe erforschen.
Und BioNTech bekäme dafür eine Minderheitsbeteiligung und Meilensteinzahlung.
Eine bindende Vereinbarung wird bis Ende des ersten Halbjahres erwartet.
Und das klingt ja nachgeordneter Transformation, aber psychologisch entsteht jetzt ein Vakuum.
Dass Biontech so groß wurde, das lag ja eben an den beiden Gründern.
Und für beide wird die neue Firma übrigens das dritte Unternehmen sein.
Vor BioNTech hat das Ehepaar 2001 bereits GennyMade gegründet.
Das ist ein Krebsforschungsunternehmen, das 2016 an den japanischen Pharmakonzern Estellers verkauft wurde.
Ja, also künftig muss BioNTech beweisen, dass es mehr ist als seine Gründer.
Und am Ende läuft alles auf eine Frage hinaus.
Kann Biontech den Übergang vom visionären Gründerunternehmen zum Reifen profitablen Biotech-Konzern schaffen.
Die Aktie, die notiert inzwischen nur noch bei rund 80 Dollar der Kapitalmarkt, der hat da erhebliche Zweifel.
Nicht nur an der Personalie, sondern auch an den nächsten Phasen des Unternehmens.
Sie wird vor allem von den späten klinischen Forschungsprojekten abhängen.
Und in der Pipeline ist ja unter anderem der Wirkstoff BNT 3.27, auf den setzen ganz viele Investoren große Hoffnung.
Bei der Entwicklung und Vermarktung ist BioNTech im vergangenen Jahr eben besagte Partnerschaft mit Bristol Myerscript eingegangen.
Und die läuft auch weiter, unabhängig vom Abgang der Gründer.
Und was bedeutet das jetzt für euch?
Tja, vielleicht vor allem eine Erkenntnis.
Der Ausnahmezustand hat Biontech zur Volksaktie gemacht.
Dann kam die Ernüchterung und jetzt mit dem Abgang der beiden Gründer wird aus dem nationalen Hoffnungsträger erst recht wieder ein ganz normales Biotech-Investment.
Und zwar eins, das beweisen muss, dass es auch ohne seine beiden Gründer eine Innovation zur Marktreife bringen kann.
Ob das gelingt, tja, das werden die nächsten Monate zeigen.
Meine Hund bekommt jetzt personalisiertes Futter von Just Russell und er liebt es.
Und das bringt was?
Ja, total.
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Okay, das klingt echt super.
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Hammer, das probiere ich auf jeden Fall aus.
Die Triple A-Idee des Tages.
Alles auf Anfang oder doch nur alles halb so schlimm.
In der Triple AAA ID schauen wir uns heute Volkswagen an.
Und die große Frage: Ist das der Tiefpunkt oder nur eine Zwischenstation im Autodrama?
Auf jeden Fall ist es dieses wunderbare Börsenparadoxon.
Es kommt schlimm, aber eben nicht ganz so schlimm wie befürchtet.
Und das reicht dann schon.
Und die Kurse, die steigen.
Aber vielleicht der Reihe nach.
Ja, genau.
Also Volkswagen hat Zahlen vorgelegt, die man, also wenn man höflich ist, kann man sagen, die waren durchwachsen.
Viertes Quartal, 83 Milliarden Euro Umsatz, minus 5%.
Operative Marge 4,2%.
Analysten, die hatten eher 4,6 bis 4,8% erwartet.
Also klar unter Konsens.
Und noch wichtiger: der Ausblick für 2026.
VW peilt nur noch 4 bis 5,5% operative Marge an.
Der Markt hatte aber mit gut 5% gerechnet.
Also das ist so eine Art Gewinnwarnung durch die Hintertür.
Trotzdem ist die Aktie gestern um fast 3% gestiegen.
Warum?
Weil der Markt offenbar dachte, es kommt noch schlimmer.
Konzerngewinn ist 2025 auf weniger als die Hälfte gefallen.
Und besonders schmerzhaft die Entwicklung bei Porsche.
Jahrelang die Cashmaschine, jetzt mit magerer 3,8% Marge im Quartal.
Abschreibungen, verschobene E-Modelle, also das Premium-Segment, das bröckelt.
Und in China, da verliert VW weiter Marktanteile.
Im vierten Quartal minus 17 Prozent bei den Auslieferungen der China-Gewinn.
Der ist auf 214 Millionen im Quartal geschrumpft, minus 62 Prozent.
Und ja, das ist eigentlich der wahre Elefant im Raum.
Aber jetzt kommt der Punkt, der Anleger zumindest etwas beruhigt und der dem Management auch einen Bonus gesichert hat, nämlich der Cashflow.
VW hatte im Januar überraschend starke 6,4 Milliarden Euro freien Cashflow gemeldet.
Und heute wird klar, das war kein Buchhaltungstrick, sondern kam vor allem durch weniger Investitionen und Lagerabbau.
Also weniger Capex, weniger kapitalisierte Forschung, das entlastet zumindest kurzfristig.
Und daneben soll auch nochmal Sparkurs verschärft werden.
In Summe sollen dem Volkswagenkonzern bis 2030 rund 50.000 Stellen in Deutschland wegfallen.
Das hatte der Konzern schon bekannt gegeben, aber nun soll eben dieser Kurs nochmal verschärft werden.
Ja, und die Dividende, 5,26 Euro je Vorzugsakie, das sind, muss man sich auch mal vorstellen, das sind knapp 6% Rendite.
In einer Welt mit 4% Magamarge ist das schon fast absurd attraktiv.
Und wenn man sich jetzt noch die Bewertung anschaut, dann wird das Ganze vielleicht noch spannender.
Für 2026 erwarten Analysten laut Bernstein wieder über 21 Euro Gewinn je Aktie.
Und beim aktuellen Kurs von rund 90 Euro entspricht das einem KGV von ja etwas über 4.
Ja, 4.
Also 4 ist ein Multiplikator wie beim sterbenden Geschäftsmodell und nicht wie bei einem Konzern mit 320 Milliarden Euro Umsatz.
Naja, Jeffreys, die sehen sogar ein Kurssiv von 140 Euro und empfehlen die Aktie zum Kaufen.
Morgen Stanley dagegen ist ein bisschen vorsichtiger mit 115 Euro und Equal Rate.
Und ja, die Innerlisten sind sich also nicht so ganz einig, aber alle, also fast alle sehen ein gewisses Abseits.
Es gibt nur ganz wenige, die Diskursziel unter diesen 90 Euro festlegen.
Ja, das Problem ist strukturell.
Elektromobilität frisst Marge, China frisst Marktanteile und die alten Verbrennermargen normalisieren sich.
Gleichzeitig muss VW sparen, restrukturieren und eben Personal abbauen.
Aber man darf auch nicht vergessen, wenn man mal zur Konkurrenz guckt, Stelantis, die haben gerade 22 Milliarden abgeschrieben.
Und dagegen wirkt die VW-Welt fast stabil.
Und in der Autowelt ist nicht kollabierend inzwischen ja fast so etwas wie ein Erfolg geworden, zumindest in Europa.
Die AAA-Frage lautet also, ist VW die klassische Best House, eine Bad Neighborhood Story.
Der gesamte europäische Volumenmarkt steht unter Druck, aber VW hat es Goda, hat Audi, hat Cashlows, hat China-JVs und vor allem die politische Rückendeckung in Deutschland.
Und auch noch eine Nettoliquidität im Automotive-Bereich von über 34 Milliarden Euro.
Und das ist kein Unternehmen am Abgrund, aber es ist eben auch kein Wachstumswunder.
Die Ambition für 2030 wurde von 9 bis 11% Marge auf 8 bis 10% gesenkt.
Das ist realistisch, aber eben auch kein Ferrari-Modell.
Ja, Ferrari handelt bei 30-fachem Gewinn, VW bei Vierfachen.
Das ist der Unterschied zwischen Luxus und Volumen.
Also kaufen oder lassen, naja, wer zyklische Value-Titel mag, der bekommt hier eine Dividendenrendite wie eine Hochzinsanleihe mit Turnaround-Option.
Aber man braucht Geduld und starke Nerven.
Genau, die Aktie, die hat seit Jahresanfang zweistellig verloren.
Viel Pessimismus ist also schon drin.
Und wenn die 4 bis 5,5% Marge gehalten werden, dann könnte das schon reichen.
Also, weil man aber als Fazit sagen, es kommt schlimm, aber Investoren hat noch Schlimmeres gewettet.
Und das hat eben gereicht, um was nach oben zu bringen, die Aktie.
Ja, also vielleicht ist das die wichtigste Börsenlektion dieser Woche.
Nicht gut schlägt nicht gut, sondern weniger schlecht als erwartet.
Willkommen in der neuen Realität der deutschen Autoindustrie.
Das war alles auf Wachsen.
Wir freuen uns immer über Feedback, schickt uns eine Mail into play.
Also ah, I will die oder hinterlasst uns eine Bewertung.
Ja, und viele von euch haben nach der gestrigen Sendung nachgefragt, wo sie denn den Goldman Sachs Stackflation-Basket ETF kaufen könnten.
Sie würden ihn bzw.
die WKN in den Shownotes nicht finden.
Ja, das ist ja immer dieses Missliche bei diesen Goldman-Baskets, die muss jemand noch nachbauen.
Also die gibt es schon, da ist auch eine Gewichtung dabei, da steht auch immer da, die sind so gebaut, dass es eine gewisse Liquidität hat.
Eigentlich brauchst du nur jemanden, der das macht.
Also, liebe Goldbeller, vielleicht macht ihr selbst ETFs oder Investmentzertifikate oder es macht jemand anders.
Also, wenn sich jemand meldet, dann würden wir das hier weitergeben.
Genau, wenn sich jemand meldet, dann werden wir es hier vermelden.
Und wenn sich keiner meldet, dann werden wir mal nachfragen, warum das denn eigentlich nicht sofort nachgebaut wird.
Wäre doch eigentlich keine schlechte Sache.
Also, und um diese und weitere Fragen geht's natürlich auch morgen hier.
Und deshalb gilt wie immer.
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Wir hören uns morgen wieder ab 5 Uhr bei Welt und überall, wo es Podcasts gibt.
