# Crisis-Proof Businesses: Lighting and Port Logistics

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-03-09

## Transcript

Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Informationen und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Heute ist Montag, der 9.
März.
Mein Name ist Noah Leidinger und das ist ohne Aktienwert schwer.
Sponsor dieses Podcasts ist Galabluctor.
Die haben durch ihre Vollbanklizenz noch bessere Konditionen.
Im Prime Plus Broker gibt es zum Beispiel den EZB-Einlagenzins auf ein unbegrenztes Guthaben mit mehreren Partnerbanken, bei denen jeweils die Einlagesicherung greift.
Und wir starten die neue Woche mit zwei altmodischen Businesses, die auch in Krisenzeiten funktionieren.
Licht und Container, aber erstmal die aktuellen News.
Der Preis für die Ölsorte West Texas Intermediate ist am Freitag schon wieder über 10% gestiegen und hat damit in der letzten Woche 35% zugelegt.
Genauer gesagt geht es an der Börse, wenn man von Ölpreis spricht, ja um den Preis der Öl Futures.
Und die sind damit in der letzten Woche so stark gestiegen wie noch nie seitdem es die Futures gibt.
Und das ist immerhin 1983.
Obwohl der Ölpreis damit jetzt über 90 Dollar liegt, kann er aber noch weiter steigen, wenn der Krieg im Iran weitergeht.
Der Energieminister von Katar meinte zum Beispiel, dass er einen Preis von 150 Dollar für nicht unrealistisch hält.
Passend dazu hat Kuwait am Samstag zum Beispiel verkündet, dass sie ihre Ölproduktion senken werden.
Durch die Straße von Hormus können sie nichts raustransportieren und die meisten Tanker und Lager sind langsam voll.
Die Sorge vor länger hohen Ölpreisen sind auch der Grund dafür, dass die Börsenstimmung am Freitag ziemlich schlecht war.
In den USA und Europa haben die großen Indizes im Schnitt wieder rund 1% verloren.
Und es gibt beim Ölpreis noch keine wirklichen Zeichen, dass es besser wird.
Zwar hat der Iran am Samstag mal kurz gesagt, dass die Angriffe auf Nachbarstaaten stoppen werden, wenn nicht direkt von dort Angriffe kommen.
Das Militär hat das danach aber stark relativiert und meinte im Grunde, dass sie weiter alle Nachbarstaaten angreifen, die mit den USA verbunden sind.
Und dass die USA das Hauptziel ist, macht insgesamt die Lage im Ölmarkt auch viel schwieriger.
Trump hat am Freitag ein 20 Milliarden Dollar Versicherungsprogramm aufgelegt, damit Tanker durch die Straße von Humus fahren.
Das macht doch irgendwo Sinn, denn normalerweise kostet die Versicherung für seine Ladung, laut dem Otlauts-Podcast von Bloomberg ca.
0,06% vom Wert der Ladung.
Jetzt werden alleine Kriegsrisikoversicherungen für 0,5% bis 1,5% angeboten.
Da kann Trump also relativ einfach helfen.
Am Ende ist das größere Thema aber eher das Risiko, dass die Schiffe wirklich attackiert werden und Firmen ihre Mitarbeiter in Gefahr bringen.
Dafür hat Trump schon gesagt, dass er Schiffe mit der Navy eskortieren will.
Das haben die USA tatsächlich während dem Iran-Irak-Krieg im Jahr 1987 schon mal gemacht, aber damals waren eben die USA auch nicht das wichtigste Ziel der Angriffe, das ist jetzt anders.
Wahrscheinlich muss Trump also eher mehr Unternehmer finden wie den griechischen Milliardär George Procopio, der ist wohl bekannt für Premium-Business, was in der Branche für Business steht, das legal aber sehr riskant ist und er fährt mit seinen Schiffen auch jetzt durch die Straße von Homus.
2014 meinte er dazu mal in einem Interview, wer keine Risiken will, hat in der Schifffahrt nichts verloren, sondern soll lieber US-Staatsanleihen kaufen.
Neben dem Ölpreis hat am Freitag auch ein schwacher Arbeitsmarktbericht in den USA die Stimmung gedrückt und die Unsicherheit in der Private Credit Welt geht auch weiter.
Wer dazu mehr wissen will, kann sich unsere Folge vom letzten Dienstag anhören.
Kurz gesagt ist in der Branche aber viel Unsicherheit und es gibt vor allem in den USA einige Produkte, die semi-liquide sind, wo man also normalerweise Geld abziehen kann.
Das Versuchen wegen der Unsicherheit aber ein bisschen zu viele Anleger.
BlackRock musste deshalb bei einem seiner Private Credit Funds die Abflüsse limitieren, weil Kunden über 9% vom Geld rausziehen wollten.
Das sind aber mehr als das Maximum von 5% pro Quartal.
Die Regel gibt es auch schon immer, aber es ist eben noch nie passiert, dass so viele Kunden Geld abziehen wollten und dass sie es jetzt nicht können, könnte zu noch mehr Unsicherheit führen.
Die Aktie von BlackRock hat danach um die 7% verloren und auch die meisten anderen Aktien im Private Credit Bereich hat runtergezogen.
Und wenn wir jetzt schon bei allen großen Verlierern sind, in Deutschland hat der Chemiekonzern Lancess am Freitag 17% verloren, der hat nämlich eine gemeinsame Kunststofffirma mit dem Finanzinvestor Advent.
Und Advent wollte Lances den Anteil am Gemeinschaftsunternehmen eigentlich abkaufen, was circa eine Milliarde gebracht hätte.
Jetzt haben sie aber gesagt, dass sie den Anteil doch nicht kaufen, damit fehlt erstens das Geld und zweitens ist auch kein Vertrauensbeweis dafür, dass sich die gemeinsame Firma gut entwickelt.
Aber ich habe zum Wochenstart auch noch ein paar gute Nachrichten.
Boeing hat 4% zugelegt, weil die wohl vor einem großen Deal mit China stehen, die 500 Chats bestellen wollen.
Aber was sind schon 4%?
Um die 20% gestiegen sind am Freitag zwei Chip-Aktien.
Einmal Roam in Japan, der Autozulieferer Denso hat nämlich ein Übernahmeangebot für die Firma gemacht und will sie für ca.
8 Milliarden Dollar kaufen.
Und in den USA ging es nach neun Quartalszahlen bei Marvel so stark hoch, die hatten letztes Quartal gar nicht so starke Zahlen, aber sehr optimistische Prognosen für die nächsten Jahre.
Das KI-Wachstum kommt bei Marvel erstens daher, dass sie ähnlich wie Broadcom Chips für und mit Tech-Giganten wie Amazon entwickeln.
Zweitens haben sie aber auch Produkte für schnelle Datenübertragung und Speicherung, beides Boom gerade.
Und letzte gute Nachricht gab es für den CEO von Alphabet, der hat ein neues Gehaltspaket gekriegt, das ihm im besten Fall 692 Millionen Dollar in den kommenden drei Jahren bringen könnte.
Der Großteil davon kommt in Form von Aktien.
391 Millionen davon kriegt er ziemlich sicher.
Der Rest hängt von der Aktienperformance ab und zum Beispiel auch von der Performance bei Weymo, also der Robotaxi-Tochter.
Als der Ukraine-Krieg gestartet ist und die Energiepreise so durch die Decke sind, haben die meisten Firmen gelitten, manche haben aber profitiert und einen Profiteur kennt ihr mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht.
Es gibt nicht mal einen einzigen Analysten, der sich die Firma anschaut, aber Timon hat sie sich angeschaut.
FW Thorpe ist ein 90 Jahre alter britischer Spezialist für professionelle Beleuchtung, also Denkenlampen für Büros, Krankenhäuser oder Lagerhallen.
Und mittlerweile konzentrieren sie sich voll auf LEDs.
Und als die Energiepreise durch den Ukraine-Krieg so stark angezogen sind, haben sich mehr Gebäudemanager dazu entschieden, schon früher auf LEDs zu wechseln.
Dadurch konnte Thorps Umsatz ohne Akquisition 2022 und 2023 um die 10% wachsen.
Sonst waren es immer eher um die 4%.
Jetzt könnte man denken, dass die großen Investitionen in den letzten Jahren schon gemacht wurden und die meisten Gebäude mit LEDs ausgerüstet sind.
Tatsächlich sind aber Mitte 2025 laut Lighting Europe immer noch nur knapp die Hälfte aller europäischen Bürogebäude mit LEDs ausgestattet.
Das Problem für Thorp ist nur, dass LEDs immer mehr zur Massenware geworden sind.
Deshalb hat sich die Firma auf hochwertige und smarte Produkte spezialisiert.
Viele der Lampen haben Sensoren eingebaut, sodass Gebäudemanager über die Plattform Smart Scan nicht nur die Helligkeit steuern, sondern auch zum Beispiel die Luftqualität oder die Auslastung von Büroräumen oder Lagerabschnitten messen können.
Das ist auch deshalb so wichtig, weil viele von Thorps Lampen in Branchen eingesetzt werden, in denen ein Ausfall deutlich problematischer ist.
Thorp hat Beleuchtungssysteme für Operationsseele und Hochsicherheitslabore.
Insgesamt machen sie mittlerweile über 40 Prozent vom 240 Millionen Dollar Umsatz mit Produkten, die sie als sicherheitsrelevant beschreiben.
Dazu gehören auch Notlichter, also zum Beispiel die grünen Notausgangsleuchten, die in Gebäuden rechtlich vorgeschrieben sind.
Die Produkte laufen besonders gut.
Aber es gibt auch Probleme.
In Europa hinkt der Bau und auch der Industriesektor, besonders auch in Deutschland.
Das sind beides wichtige Märkte für Thorp.
Besonders auch, weil man 2022 die deutsche Firma Schal-LED für 15 Millionen Dollar übernommen hat.
Die hat sich speziell auf Industriebeleuchtung spezialisiert.
Ein Jahr nach der Übernahme ist der Umsatz von Schal um 30 Prozent eingebrochen.
Thorpe hat zwar nur das Fünffache vom operativen Gewinn vor Abschreibungen gezahlt.
Trotzdem ist das schlechtes Timing.
In den letzten 10 Jahren wurden insgesamt sechs Firmen gekauft.
Dadurch hat sich Thorps Umsatz mehr als verdoppelt und auch in Zukunft will man auch durch Übernahmen wachsen.
Unter anderem dafür stehen um Schulden bereinigt fast 80 Millionen Dollar Cash in der Bilanz.
Ansonsten wird das Geld auch für die Dividende ausgegeben.
Die wurde 23 Jahre in Folge erhöht und aktuell gibt es zweieinhalb Prozent Rendite.
Ein Grund, warum die Bewertung mit einem KGV von 13 aktuell auf einem 10-Jahrestief liegt, ist, dass FW Thorpe am AIM gelistet ist.
Das ist ein kleineres Segment der Londoner Börse.
Und um Investoren anzulocken, gab es dort lange krasse Steuervorteile.
Die hat die britische Regierung 2024 aber verschlechtert.
Deshalb haben viele Investoren verkauft.
Dadurch ist die Firma nur noch knapp 400 Millionen Dollar wert.
40% davon gehören der Thorpe-Familie, die es auch im Aufsichtsrat und im Management vertreten.
Do not go into the light.
LED-Beleuchtung ist nicht das einzige Thema, das von der aktuellen Krisenlage profitieren könnte.
Ein anderes ist ein Bereich, der in den letzten Jahren bisher vielen Krisen überraschend stark profitiert hat, nämlich Containerschiffe.
Während Corona hat mehr 2021 und 2022 insgesamt mehr Gewinn gemacht als Moderner und Biontek zusammen, weil Konsumenten extrem viel bestellt haben, nachdem sie nicht reisen oder was unternehmen konnten.
Die Evergiven hat für Tage den Suez-Kanal blockiert und das alles hat eben die Frachtraten nach oben getrieben.
Auch der Krieg im Iran könnte jetzt wieder dazu führen, dass die Frachtraten steigen.
An sich ist das Containerbusiness aber eins, das extrem zyklisch ist und genau von solchen Phasen abhängt.
Es gibt Zeiten, da machen die Containerfirmen dann sehr hohe Gewinne, dann investiert aber oft die komplette Branche in neue Schiffe.
Dadurch steigt die Containerkapazität, die Preise fallen und Gewinne brechen ein.
Es gibt aber ja noch ein Geschäftsmodell im Containerbusiness, das ein bisschen stabiler ist, nämlich den Hafen zu betreiben.
Wir hatten im Podcast auch schon mal über Haler hier in Hamburg gesprochen, deren Nachteil ist aber, dass sie sich eben nur auf Hamburg fokussieren und man sehr an einem Standort hängt.
Dazu hat Deutschland in den letzten Jahren eher Marktanteile verloren im globalen Hafengeschäft.
Es gibt in Hamburg aber noch die Familie Eckelmann, die seit 1961 Eurokai führt.
Tom Eckelmann ist aktuell der CEO, die Firma hält immer noch die Mehrheit und kontrolliert so gut wie alle Stimmrechte.
An der Börse kaufen kann man nämlich nur die Vorzugsaktien ohne Stimmrechte.
Jedenfalls betreibt Eurocai auch Terminals in Hamburg, die machen aber nur so 15% der Kapazität aus.
35% und damit den größten Teil macht das Terminal in Bremerhaven aus.
Und dann gibt es noch welche in Wilhelmshaven, drei in Italien, ein Hafen in Marokko und Zypern und es wurde gerade auch ein neues Terminal in Ägypten gestartet.
Das ist sogar ziemlich groß, ungefähr so groß wie die zwei in Marokko und Zypern zusammen.
Den EuroKai-Töchtern gehören da aber nur ca.
30%.
Generell muss man wissen, dass die Firma ziemlich komplex aufgebaut ist, was die ganzen Beteiligungen angeht.
Das würde mir normalerweise kein so gutes Gefühl geben.
Hier hat man aber die Familie, die ja selbst mit dem Konstrukt lebt und sie für sinnvoll hält.
Und man braucht in der Branche auch die Beteiligung von anderen.
Zum Beispiel in Wilhelmshafen ist der Umschlag jetzt schon zwei Jahre in Folge über 50% gestiegen.
Das liegt daran, dass das das einzige Terminal in Deutschland ist, bei dem die größten und tiefsten Containerschiffe der Welt vollbeladen anlaufen können, und eben auch daran, dass Harper Lloyd 30% der Anteile hält und das Terminal immer stärker ansteuert.
In Hamburg hat EuroKai letztes Jahr außerdem einen Deal mit CMA CGM gemacht, die sich 20% am Terminal kaufen.
Wenn sowas passiert, ist es für die Terminals immer hilfreich.
Es geht aber auch in die andere Richtung.
MSC hat sich zum Beispiel an Hala beteiligt und schiebt seitdem mehr Ladungen dorthin.
Aber zurück zu EuroKai.
Die Firma hat mehr Cash als Schulden, ist in Familienbesitz und profitiert zwar nicht direkt von höheren Frachtraten, aber indirekt.
Als zum Beispiel die Krise im Roten Meer losging, hat EuroKI unter anderem stark performt, weil andere große Häfen nicht so flexibel waren und sich nicht schnell genug an die geänderten Routen und Ankunftszeiten anpassen konnten.
Außerdem kriegt Eurocai Geld dafür, wenn sie Container lagern.
Das wurde in der Zeit auch mehr und nach starken Corona-Jahren haben eben viele Containergiganten Beteiligungen an Häfen gekauft.
Wenn jetzt wieder eine Phase mit hohen Gewinnen kommt, könnte das die Nachfolge nach diesen Beteiligungen wieder steigen lassen und damit den Wert erhäfen.
Trotzdem sollte klar sein, dass das Business zyklisch ist und eine längere Wirtschaftskrise mit weniger Containerumschlag würde natürlich schaden.
Dazu gibt es mit MSC mehr als Carpak Lloyd ein paar wenige sehr mächtige Kunden.
Das ist gut, wenn sie sich um deinen Hafen streiten, aber nicht so gut, wenn sie sich auf andere Häfen fokussieren.
Und EuroKai war in den letzten Jahren oft extrem günstig.
Sie haben aktuell auch ein KGV von 10 und über 3% Dividendenrendite, aber die Aktie hat sich in den letzten zwölf Monaten schon fast verdoppelt.
Der letzte Endes sind wir im Hafen und hier wird Bier getrunken.
Das war ohne Aktienwert schwer, produziert von Podstas bei OMR.
Wir hören uns morgen wieder.
Euch einen guten Start in die Woche.
Adios.
