# Geopolitical Risk and Corporate Strategy Shifts

**Podcast:** Alles auf Aktien – Die täglichen Finanzen-News
**Published:** 2026-03-04

## Transcript

Das sind die Finanzthemen des Tages.
Wir sprechen über den Kursrutsch von Beiersdorf, wegweisende Insider-Verkäufe und einen Dämpfer für die Edelmetalle.
Im Thema des Tages geht es um den harten Absturz des einstigen Börsenstars Schäffler.
Und in der AAA-ID dreht sich alles um den potenziellen Krisenmodus an den Märkten und darum, was Anleger jetzt wissen sollten.
Alles auf Aktien, der tägliche Börsenshot.
Es begrüßen euch Lea Oetjen und Daniel Eckert aus der Weltwirtschaftsredaktion.
Die im Podcast besprochenen Aktien und Fonds stellen keine spezifischen Kauf- oder Anlageempfehlungen dar.
Die Moderatoren und der Verlag haften nicht für etwaige Verluste, die aufgrund der Umsetzung der Gedanken oder Ideen entstehen.
Blick auf die Märkte.
Heute ist Mittwoch, der 4.
März und wir wünschen euch einen sonnigen Start in den Frühlingstag.
Gestern zogen etwas dunklere Wolken über den Finanzmärkten auf.
Der Deutsche Light Index beschleunigte seine Talfahrt und büßte bis zu 3,4 Prozent ein und schloss dann bei 23.790 Punkten.
Auf der anderen Seite des Atlantiks, da ging es auch tief im Minus los.
Der Dow Jones Industrial, der war schon 1.200 Punkte unter Wasser.
Und dann erholten sich die Märkte.
Am Ende hielten sich die Abschläge in Grenzen.
Beim Nasdaq 100 waren es minus 1,1 Prozent, beim S&P 500 minus 0,9 Prozent und beim besagten Dow Jones minus 0,8 Prozent.
Auslöser dieser neuen Nervosität war die wachsende Sorge, dass der Konflikt nicht auf einen kurzen militärischen Schlag begrenzt bleibt, sondern in einer Art Eskalationsspirale mit Angriffen auf Energie und Infrastruktur übergeht.
Ein solcher Verlauf gilt als Worst Case für die Märkte, weil er Handel, Energieflüsse und natürlich auch die Erwartungen nachhaltig stören würde.
Dazu aber später mehr in der AAA-Idee.
Etwas in Warnung kam da gestern ausgerechnet von US-Präsident Donald Trump, dass wir das nochmal erleben dürfen.
Er stellt in Aussicht, dass das US-Militär Zitat so bald wie möglich Öl- und Gastanker im Golf eskortieren könnte, falls es nötig ist.
Ja und diese Aussicht auf ein Geleit war dann auch ein maßgeblicher Grund für die Erholung am Abend.
Ja schauen wir nochmal auf die Einzeltitel.
Im DAX bildete Beiersdorf das Schlusslicht.
Die Aktie sackte um 20 Prozent ab und fiel auf ein Vierjahrestief.
Wir hatten es in der gestrigen Folge ja schon begründet.
Der Konsumgüterkonzern aus Hamburg, der stellt sich auf geringeres Wachstum ein, was den Analysten überhaupt nicht gefiel.
Als einziger Gewinner im Leitedecks war gestern übrigens die deutsche Börse zu vermerken mit einem Plus von 2,1 Prozent.
Das Unternehmen profitiert von den Marktschwankungen, die ja mehr Handelsaktivität und Absicherungsbedarf hervorrufen.
Zudem sprachen gleich zwei Investmentbanken eine Kaufempfehlung für die deutsche Börse aus.
Im MDAX führte der Logistiktechniker Kion mit einem Minus von 8,7 Prozent die Verliererliste an.
Im SDAX rutschte Schäffler nach einem enttäuschenden Jahresausblick um 22 Prozent ab.
Dazu gleich mehr am Thema des Tages.
Und auch die Aktien von Palantir gerieten unter Druck.
Und zwar nachdem US-Milliardär Peter Thiel den Verkauf von zwei Millionen Anteilen im Wert von 280 Millionen Dollar angekündigt hatte.
Die Titel des Datenanalyse-Spezialisten gaben 2,5% nach.
Solche Insider-Verkäufe werden am Markt ja häufig als ein negatives Signal gewertet, auch wenn sie gar nicht unbedingt auf operative Probleme hindeuten.
Und auch Cathie Wood hat die Markt-Tubulenzen jetzt für eine umfassende Umschichtung des Arc Innovation ETF genutzt und Aktien im Wert von jeweils mehr als 400 Millionen Dollar gekauft und verkauft.
Auffällig sind drei Trends, ein massiver Einstieg beim Online-Broker Robinhood, bei gleichzeitigem Komplettausstieg beim Sportwettenanbieter DraftKings.
Eine neue Position beim stark gefallenen Designsoftware-Unternehmen Figma sowie der weitere Ausbau von Krypto- und Biotech-Beteiligungen und besonders kräftig stockte Wood bei Coinbase, Circle und Tempus AI auf, womit sie ihre Wetten auf Krypto-Infrastruktur und KI im Gesundheitswesen weiter verstärkt.
Derweil wird der Energietechnikkonzern Siemens Energy im Stocks Europe 50 den Spirituosenhersteller Diageo ersetzen, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf eine E-Mail der deutschen Börsetochter und Indexanbieterin Stocks schrieb.
Die Änderung erfolge im Rahmen der Fast-Entry-Regel und tritt zum 23.
März in Kraft.
Siemens Energy hat dieses Jahr gut ein Viertel zugelegt und bringt es mittlerweile auf den Börsenwert von 121 Milliarden Euro.
Die Ageo notiert auch dieses Jahr nach einem schwachen 2025 im Minus und ist nur noch rund 40 Milliarden Euro wert.
Ein Rekordumsatz hat der Laufschuh-Spezialist On Running erzielt.
Die Schweizer stürmten mit 2,4 Milliarden Franken durch das Jahr 2025 und übertrafen damit die eigenen Prognosen deutlich.
Trotz dieses sportlichen Wachstums blickt das Management aber eher zurückhaltend auf 2026 und der konservative Ausblick hat die Aktie dann im frühen Handel stark belastet und zweistellig einbrechen lassen.
Und dennoch bleibt besonders beeindruckend die starke Bruttomarge von rund 60 Prozent, die zeigt, dass die Marke ihre Premiumpreise selbst in einem schwierigen Umfeld durchsetzen kann.
Für Anleger bedeutet das, die Story ist intakt, doch die hohen Erwartungen der Wall Street führen bei kleinsten Unsicherheiten in der Prognose sofort zu schwachen Gewinnmitnahmen.
Ein klassischer Fall von starken Zahlen und schwacher Kursreaktion.
Kursreaktionen wird es offenbar auch bald bei Vincorion geben.
Während der Gesamtmarkt wegen der Nahostspannung zittert, bringt sich mit dem Konzern aus Wedel wohl ein neuer Player auf das Parkett in Stellung, der genau in das aktuelle Marktumfeld passt.
Und das berichten Bloomberg und die Börsenzeitung.
Vincorion ist nämlich ein Wehrtechnik-Spezialist und liefert zum Beispiel die energetischen Herzstücke für das Patriot-Abwehrsystem sowie Komponenten für den Leopard 2 oder den Schützenpanzer Puma.
Analysten sehen in Vincorion einen potenziellen Börsenstar, der sich in die erfolgreiche Riege von Rheinmetall, Hänsoldt und Renk einreihen könnte, da die Auftragsbücher dank der globalen Aufrüstung prall gefüllt sind.
Trotz der allgemeinen IPO-Zurückhaltung erwägt das Management wegen der hohen Nachfrage nach Verteidigungstechnologie sogar einen beschleunigten Zeitplan für das Debüt in Frankfurt.
Ein Intention to Float könnte noch in dieser Woche erfolgen.
Das Unternehmen aus dem Portfolio des britischen Star-Investors Star Capital wäre mit einer Gesamtbewertung von bis zu 1,5 Milliarden Euro das größte deutsche IPO seit Otto Bock.
Die Prothesenfirma hat seit dem Börsengang übrigens schon 13 Prozent verloren.
Kräftig gewonnen haben einige Wettfreunde durch den Sturz des Regimes im Iran oder sagen wir mal durch den Verlust des obersten geistigen Führers Ramenei.
Denn kurz vor dem US-Angriff wurden wie jetzt bekannt auf der Prognose-Plattform Polymarket ungewöhnlich große und auffällig präzise platzierte Wetten abgeschlossen, die einigen neu eröffneten Accounts zusammen dann ein Gewinn von 330.000 Dollar brachte.
Die Einsätze erfolgten teils nur Stunden vor den Luftschlägen, konzentrierten sich ausschließlich auf iranbezogene Märkte und Wiesen eine perfekte Trefferquote auf, was Spekulationen über mögliches Insiderwissen auslöste.
Der Fall verschärft die Debatte über Regulierung und Marktmissbrauch bei anonymen Blockchain-basierten Wettplattformen.
Ja, das wirkt alles schon sehr verdächtig.
Polymarket ist ja eh nochmal so ein Thema für sich.
Vielleicht greifen wir das ja nochmal an anderer Stelle auf.
Aber ihr merkt es, der Iran bestimmt weiterhin die Nachrichtenlage und auch die Finanzmärkte.
Auch Gold und Silber haben als Reaktion auf den Konflikt und die potenziellen Folgen erstmal den Rückwärtsgang wieder eingelegt.
Die feinunste Gold kostet zuletzt 5.089 Dollar.
Das ist ein Minus von mehr als 4 Prozent im Vergleich zum Vortag.
Silber rauschte sogar um mehr als 7 Prozent auf 83 Dollar ab.
haben es hier ja hinlänglich erklärt, steigende Öl- und Gaspreise führen zu neuen Inflationssorgen und mindern damit den Spielraum, für die US-Notenbank die Zinsen zu senken.
Höhere Zinsen sind Gift für Edelmetalle, weil sie selbst ja keine Rendite abwerfen.
Und vom Rekordhoch bei fast 5.600 Dollar je Feinunze ist jetzt Gold wirklich ein ganz schönes Stück entfernt.
Als Folge davon gehört auch Newman, der größte Goldproduzent der westlichen Welt, zu den größten Verlierern im S&P 500.
Die Aktie verbilligte sich um knapp 5%.
und liegt auf zwölf Monate sich damit immerhin noch 150 Prozent im Plus.
Ja, und dann mache ich jetzt mal noch die Termine.
Da hoffen wir natürlich auch auf Pluszeichen.
Heute gibt es eine Menge Quartalszahlen, unter anderem aus dem DAX von Adidas, von Evonik, von Billfinger, Score und von Trator.
Die stellen alle ihre Jahreszahlen vor.
Und Simrise ebenfalls sehr.
Duftstoff- und Geschmackhersteller aus dem DAX, der gibt Einblick in seine Bilanz.
Spannend ist hier besonders die Margenentwicklung bei Rohstoffen und ob das Unternehmen einen ambitionierten Wachstumskurs für 2026 bestätigt.
Am Abend verkündet die deutsche Börse dann noch die Neuzusammenstellung des Slide-Index DAX.
Wahrscheinlich gilt, dass Zalando den Index verlassen muss und die Lofthansa wieder reinkommt nach einiger Wartezeit.
Aber es gibt auch das Szenario keine Veränderung.
Zahlen gibt es außerdem von Bayer und Continental.
Die stellen auf einer Jahrespressekonferenz das Geschäftsjahr 2025 vor.
Und es gibt auch noch aktuelle Quartalszahlen von Broadcom, Abercrumbie & Fitch und Foodlocker.
Ja und dann gibt es auch noch Makrozahlen, da steht in den USA der ADP Beschäftigungsreport an, der kommt am Nachmittag und gibt einen Vorgeschmack auf den großen Beschäftigungsreport, der uns am Freitag erwartet.
Und nicht zu vergessen dieser Zeit, es stehen auch die Rohölbestände der Internationalen Energieagentur an.
Und da sind vor allen Dingen die US-Lagerdaten interessant, weil die ja darüber Auskunft geben, ob es eventuell in den USA auch eine Notwendigkeit gibt, diese Lagerbestände freizugeben, um den Preis nicht in die Höhe zu schießen.
Und dann stellt noch der Maschinenbauverband VDMA den Auftragseingang für Januar 2026 vor.
Das ist eine wichtige...
weil sie als Frühindikator für die Investitionsbereitschaft der Industrie und die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland und Europa gilt.
Das Thema des Tages.
Ich bin kein Car Guy.
Das sage nicht ich, das sagt Klaus Rosenfeld.
Und der ist immerhin CEO eines Unternehmens, das die meisten von euch als Automobilzulieferer kennen.
Der Spruch passt aber ganz gut zur neuen Strategie des Konzerns, wie unser Kollege Christoph Kapalczynski für Welt aufgeschrieben hat.
Genau, der Ex-Banker Rosenfeld, der jetzt das Traditionsunternehmen aus Franken leitet, signalisiert damit, ich hänge nicht am Verbrenner, ich baue das Unternehmen um.
Weg von der Dauerschwäche der Autobranche hin zu Geschäftsfeldern der Zukunft.
In Schäfflers neuem Technologiezentrum in Herzogenaurach sind nicht mehr Motorenteile prominent platziert, da ist jetzt ein humanoider Roboter zu bewundern.
Humanoide Roboter sind ja gerade das perfekte Narrativ.
Elon Musk trommelt in den USA, in China flexen die Tech-Konzerne und Schaeffler sagt, wir bauen zwar nicht selbst Roboter, wir liefern aber die Teile, die jeder Roboter braucht.
Und so könnten die Franken zu einem Schaufelhersteller der Robotik werden.
Rosenfeld hat sogar in den Raum gestellt, bis zur Hälfte der Bauteile könnten von Schaeffler kommen.
Aus bestehenden Werken, also mit vorhandener Technologie.
Das klingt nach Skalierung ohne teure Investitionen.
Dazu kamen dann weitere Fantasien, Motoren für militärische Drohnen, Komponenten für Raketen und Satelliten.
Das ist eine Story, die die Marktteilnehmer gerne hören.
Und die Aktie?
Die hat sich in einem halben Jahr mehr als verdoppelt.
Zumindest bis gestern.
Da hat Schaeffler nämlich den Jahresbericht für 2025 inklusive eines Ausblicks vorgestellt.
Und in den Zahlen sieht man nichts von Robotik, nichts von Defense und nichts von Space.
Oder sagen wir mal fast nichts.
Denn das war einfach gestern auch der falsche Tag für so eine Enttäuschung.
Die Aktie brach, wir haben es in den Märkten schon erwähnt, um 22 Prozent ein.
Schauen wir uns die Zahlen mal genauer an.
Der Umsatz ging leicht zurück auf 23,5 Milliarden Euro.
Kein Wunder bei der Autokrise in Deutschland.
Und das operative Ergebnis, das stieg sogar auf 936 Millionen Euro.
Aber unter dem Strich, da blieb ein Verlust von 424 Millionen hängen.
Immerhin, es war eine Verbesserung um 208 Millionen zum Vorjahr, aber nur, weil gespart wird bei Schaeffler.
Ja, und diese Restrukturierung, die Schaeffler da gerade durchläuft, ist alles andere als klein.
Der Stellenabbau ist auch erst zur Hälfte durch.
Insgesamt sollen da 4.700 Jobs abgebaut werden.
Das E-Auto-Geschäft bei Schaeffler zieht zwar an, soll aber auch frühestens im Jahr 2028 profitabel werden.
Und gleichzeitig sinkt der Umsatz mit Verbrennern und auch andere Industriefelder wie Lager für Flugzeugturbinen, Windräder und Baumaschinen.
Ja, da herrscht eher Stagnation.
Dazu kommt noch die hohe Verschuldung nach der Übernahme von Vitesco.
Das sind 4,9 Milliarden Euro Schulden.
Und das in einem Umfeld mit teurem Geld, das ist wirklich keine Nebensächlichkeit.
Und die hohe Verschuldung, die überschattet auch die erfreuliche Überraschung des gestrigen Tages, die Dividende.
Der Schaeffler Vorstand schlägt nämlich eine Anhebung der Ausschüttung vor von 25 Cent auf 30 Cent.
Ja, aber die neuen Felder sind, wir haben es eben schon gehört, noch in der Prototypenphase.
Es klingt nach Pipeline, aber noch nicht nach einer großen Umsatzmaschine.
Rosenfeld sagt selbst, der Umsatz sei bislang, Zitat, verschwindend gering.
Und der Zeitplan erfordert, sagen wir, Geduld.
Da reden wir von dem Zieldatum 2035.
Bis dahin sollen 10% Umsatz aus den neuen Feldern stammen.
Das ist nicht nichts, aber es ist auch nicht der Turbo, den die Börse in die Aktie eigentlich eingepreist hatte.
Am konkretesten wirkt da tatsächlich noch Defense.
Für einen Vertrag mit dem Drohnen-Startup Helsing könnte es in wenigen Tagen eine Freigabe durch den Verteidigungsausschuss geben.
Pro Drohne werden dann vier kleine, leistungsstarke Elektromotoren eingesetzt.
Und in München soll ein eigener Standort entstehen.
Das ist zumindest ein bisschen greifbar.
Trotzdem, gestern hat der Markt gesagt, zeig mir den Umsatz.
Und damit konnte Rosenfeld nicht dienen.
Die neuen Bereiche, humanoide Roboter, Verteidigung und Raumfahrt, sind bisher im Feld sonstige Geschäfte angesiedelt.
Ein Sammelcontainer für alle möglichen Aktivitäten.
Und in dem Bereich sind die Erlöse 2025 sogar gesunken von 355 Millionen auf...
171 Millionen Euro, also ganz schön stark.
Rosenfeld sagt selber, er habe mit diesem Einbruch nicht gerechnet.
Das habe ihn überrascht.
Er hat sogar das Wort Korrektur verwendet, wie am Aktienmarkt.
Und unterstrichen, dass er die Schäffler-Prognose für sehr konservativ hält.
Aber wie sehen es denn eigentlich die Analysten?
Zur Einordnung, gestern kostete das Schäffler-Papier knapp 8 Euro.
Im Hochende Januar waren es noch 12 Euro.
Und UBS-Experte Juan Perez-Carras-Crosa, der hat sein Kursziel gerade auf 6,20 Euro gesenkt.
Und damit wäre die Aktie wieder dort, wo sie vor dem Greifen der neuen Story war.
Der Analyst schließt nicht aus, dass Umstrukturierung und Investitionen 2026 den Barmittelzufluss beeinträchtigen.
Ja, im Schnitt sind die Analysten allerdings ein bisschen optimistischer.
Der Konsens liegt bei 8,80 Euro, also rund ein Zehntel über dem aktuellen Kurs.
Wer investiert, sollte sich vor allem aber eine Frage stellen.
Glaube ich an die Story von einem Komplettumbau eines Automobilzulieferers zum Schaufelverkäufer der Zukunft?
Die Dividenden-Fans, die sollten sich jedenfalls nicht allzu sehr darauf verlassen, dass die Ausschüttung bei Schaeffler stabil bleibt.
In der Vergangenheit ist die immer mal gesenkt worden.
Und ihr kommt da nicht umhin, Cashflow, Schulden und Kosten für Restrukturierung im Auge zu behalten.
Schaeffler ist also kein Dividenden-Aristokrat und kein Compounder, sondern fast schon ein Lehrbuchbeispiel für eine storygetriebene Aktie.
Die Story, die hat den Kurs sehr weit getragen.
Jetzt müssen die Zahlen nachziehen.
Die AAA-Idee des Tages.
Kaufen, wenn die Kanonen donnern.
Mit dieser Börsenweisheit starteten die Investoren an der Wall Street in die neue Handelswoche.
Doch gestern setzte sich auf einmal das große Nachdenken durch.
Die Gefahrenlage scheint plötzlich nicht mehr nur ein kurzer Schock, sondern birgt die Gefahr, sich in die Realwirtschaft zu fressen.
Kommt jetzt also doch der Crash?
Wir beantworten euch in der heutigen AAA-Day alle entscheidenden Fragen zu dem Thema.
Fangen wir mal ganz generell an.
Warum ist die Stimmung denn gestern so ein bisschen gekippt?
Derart geopolitische Krisen sind für die Märkte zunächst sehr abstrakte Ereignisse.
Oft werden sie anfangs als isoliertes Event gehandelt.
Erst wenn sich abzeichnet, dass daraus ein makroökonomisches Problem entstehen könnte, kann sich die Bewertung ändern.
Genau dieses Szenario wird eingepreist.
Aktienkurse fallen, Anleihenrendite steigen, der Dollar wertet auf.
Das Muster entspricht klassischer Risiko-Aversion.
Zweite Frage.
Wie hoch kann der Ölpreis steigen?
JP Morgan rechnet zunächst mit einer Neubewertung der Risikoprämien.
Brent könnte sich längerfristig im Bereich von 80 bis 85 Dollar fast einpendeln.
Gestern lag der Preis ja bereits bei 84 Dollar.
Und WTI bei 77 Dollar.
Wie stark die Ölpreise tatsächlich steigen, das hängt dann von vier weiteren Fragen ab.
Wie viel Barrel ...
fallen real aus, wie lange dauern die Störungen an, reagiert die OPEC Plus, macht die mehr Förderung, nutzt die mehr Reserven und kommt es zu Zweit- und Drittrundeneffekten.
Also das betrifft die Logistik, die Versicherung, die Häfen, die Pipeline und die Terminalrisiken.
Kritisch wird es, wenn die Lage mehrere Wochen lang anhält.
Dann können Produzenten am Golf an Kapazitäts- und Logistikgrenzen stoßen.
Aus einer eingepreisten Risikoprämie würde dann ein physischer Engpass werden.
In diesem Szenario hält JP Morgan auch Preise von 100 bis 120 Dollar für möglich.
Weiter geht es mit der Frage, warum aktuell die Anleihenrätten steigen, obwohl sie doch...
eigentlich fallen sollten.
Schließlich sinken Anleihenrenditen in Krisen normalerweise.
Die gehen nach unten, denn die Anleihen sind ja der sichere Hafen.
Investoren suchen gerade Sicherheit.
Kapital fließt in Staatsanleihen.
Die Kurse müssten also steigen und die Renditen fallen.
Aber in diesem Augenblick, da überlagert die Inflationssorge das Muster.
Steigende Energiepreise erhöhen das Risiko anhaltend höherer Teuerung.
Das leitet wunderbar zur nächsten Frage über.
Was bedeutet die aktuelle Entwicklung denn für die Geldpolitik der Zentralbanken?
Also Fakt ist, das Dilemma verschärft sich.
Hohe Energiepreise erhöhen den Inflationsdruck und sprechen theoretisch für eine restriktivere Geldpolitik.
Gleichzeitig wirken sie wachstumsdämmend, was eigentlich Lockerungen nahelegen würde.
Goldman Sachs argumentiert, dass zunächst abwartend plausibel ist, sofern der Preisschock als temporär eingeschätzt wird und die Inflationserwartungen verankert bleiben.
Problematisch wird es, wenn Zweitrotteneffekte einsetzen.
Steigende Löhne, höhere Dienstleistungspreise und dauerhaft erhöhte Inflationserwartungen.
In diesem Fall dürfte die Toleranz der Notenbanken gegenüber der Inflation deutlich abnehmen.
Gilt, kaufen, wenn die Kanonen donnern jetzt noch oder ist die Weisheit längst überholt?
Ja, also historische Beispiele geben der Weisheit klar ihre Berechtigung.
Nach der Kubakrise 1962 erholten sich die Märkte rasch und auch der Irakkrieg 2003 führte nur zu einem temporären Rückgang.
Doch diese Schlussfolgerung ist kontextabhängig.
JP Morgan-Chef Jamie Dimon warnte gegenüber Bloomberg für, Zitat, allzu großer Gelassenheit und verwies auf die 1970er Jahre.
Damals führte die Kombination aus Ölpreisschock, hoher Inflation und politischer Instabilität zu einem Markteinbruch von rund 40%.
Entscheidend war nicht das einzelne Ereignis, sondern dessen makroökonomische Wirkung.
Ein Risiko, das definitiv auch in der aktuellen Eskalation im Iran begründet liegt.
Daher stellt sich auch die wichtigste Frage, was heißt das denn jetzt alles konkret für Anleger?
Entscheidend sind da drei Faktoren.
Erstens der Energiefluss, insbesondere die Lage an der Straße von Hormuz.
Bleibt sie länger als eine Woche blockiert, drohen deutlich steigende Ölpreise bis in den dreistelligen Bereich.
Zweitens politische Signale, etwa Aussagen aus Washington zur Dauer und zur Intensität des Konflikts.
Und drittens mögliche Stabilisierungsmaßnahmen wie koordinierte Freigaben strategischer Reserven.
Darüber hinaus rücken makroökonomische Daten in den Fokus.
Ihr solltet also genau beobachten, ob Inflationserwartungen steigen und sich die Zinsfahrterwartung der Notenbanken weiter nach hinten verschieben.
Das war alles auf Aktien.
Wir freuen uns immer über Feedback, deshalb schickt uns eine Mail an AAA at Welt.de oder hinterlasst uns eine Bewertung.
Und ja?
Wir freuen uns wirklich über Feedback, auch wenn da der Olaf anderer Meinung ist.
So, Kontext.
Olaf hat sich auf Spotify ziemlich beschwert, dass wir seine Kritik hier in unserem Podcast nicht thematisieren.
Er hatte jetzt wohl schon öfter über die viele Werbung sich hier beschwert.
Inzwischen, so scheint es zumindest, ist aber gar nicht mehr die Werbung das Problem, sondern unsere, ich zitiere, Kritikfähigkeit.
Naja, was auch immer jetzt das genaue Problem ist, ich kann euch mal zur Werbung kurz zwei Sätze sagen.
Also, wir haben pro Folge meistens einen Ei.
Ja, und in der Kritik war auch die Rede davon, dass es bis zu fünf Werbeblöcke gibt.
Wenn die die Folge so zerschneiden, dann wäre das natürlich Käse.
Aber wie gesagt, wir Host können da nicht spontan was dran ändern.
Trotzdem nehmen wir die Kritik natürlich ernst.
Und Wim aus dem Welt-Podcast-Team, der befindet sich schon in Gesprächen mit Spotify.
Bis zum Ergebnis heißt es dann, abonniert uns, sprecht über uns und empfehlt uns euren Freunden.
Wir hören uns morgen wieder ab 5 Uhr bei Welt und überall, wo es Podcasts gibt.
