# Serial Acquirers: The Value Investing Engine

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-02-28

## Transcript

Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Heute ist Samstag, der 28.
Februar.
Mein Name ist Noah Leidinger und das ist ohne Aktienwerk schwer.
Sponsor dieses Podcasts ist Scalable Capital der einzige Broker, den du zum Traden brauchst.
Wir haben mal wieder ein Wochenendspecial für euch und zwar mit dem Investor Matthias Richard.
Er macht den PR Real Value Fonds und wie der Name schon sagt, ist Matthias Value Investor und er hat sogar an derselben Uni studiert wie Warren Buffett, nämlich der Columbia Business School.
Wie er da hingekommen ist und wie man einen eigenen Fonds aufbaut, haben wir am Ende des Gesprächs besprochen.
Davor ging es aber um eine Aktienkategorie, bei der sich Matthias sehr gut auskennt.
Und zwar Serial Acquirer, also Firmen, die andere Firmen aufkaufen.
Hier im Podcast haben wir auch immer wieder über solche Player gesprochen, wie United Rentals oder Constellation Software, die teilweise ziemlich unterm Radarf liegen, aber oft über Jahrzehnte extrem hohe Renditen gebracht haben.
Wieso das so ist, wieso manche das auch nicht schaffen und alles zu Serial Acquirern gibt es jetzt von Matthias.
Am Anfang starten wir übrigens mit den Basics von Serial Acquirern und der Theorie dahinter.
Nach 20 Minuten kommen dann mehr konkrete Aktien.
Und bevor wir rein starten, noch ein Danke an Tillmann von Gut-Investing.net.
Der vernetzt uns für die Wochenendfolgen immer wieder mit spannenden Gästen.
Schaut gerne mal bei Tillmann vorbei.
Verlinke ich euch in der Beschreibung.
Matthias, wir wollen heute über Serial Acquirer sprechen.
Also Firmen, die vor allem dadurch wachsen, dass sie andere Firmen übernehmen.
Wir hatten das im Podcast auch immer wieder letztens mit Brett Jacobs, der schon viele Serial Acquirer aufgebaut hat, dann auch zum Beispiel Constellation Software.
Magst du einmal erklären, was so ein Serial Acquirer ausmacht und wie du denn definieren würdest, vielleicht an einem Beispiel.
Also, ich fang einfach mal mit dem Bild eines Flugzeugs an.
Du hast zwei Triebwerke, jedenfalls bei den meisten Flugzeugen.
Das eine Triebwerk ist sozusagen das normale Business und das Business kann wachsen.
Das ist der Antrieb darüber.
Und das andere Triebwerk, was für Wachstum sorgen kann, ist sozusagen das anorganische Triebwerk, wodurch du wachsen kannst, indem du einfach wirklich externe Firmen dazu kaufst.
Also bedeutet, du hast ein Unternehmen, was stabiler ist.
Du hast zwei Möglichkeiten zu wachsen und demzufolge hast du auch zwei Skills, die du entwickeln solltest.
Nämlich das eine ist, ein Unternehmen organisch besser zu machen.
Und das zweite Skill ist, dass du einen MA-Skill entwickelst, also die Fähigkeit, gute Firmen zu identifizieren, die am Markt erhältlich sind.
Und gleichzeitig natürlich den gesamten Prozess, um diesen Kauf, um diese Acquisition herum gut zu gestalten.
Und das wichtigste ist dabei, diszipliniert vorzugehen, was die Kaufpreisverhandlungen angeht.
Also, das ist wahrscheinlich so das beste Bild, was man haben kann für was ein Serial Acquirer ausmacht.
Und vielleicht grundsätzlich nochmal der Unterschied zu den normalen Acquisitions, über die wir so in der Zeitung reden, die übrigens in der Summe nicht gut sind.
Also, da sind die statistik Daten ziemlich eindeutig.
Acquisitionen schaffen in der Summe keinen Wert für Aktionäre.
Und Serial Acquirer aus meiner Sicht bilden eine absolute Ausnahme, weil es gibt dort sehr viele Beispiele, wo enormer Shareholder Value geschaffen wurde über systematische Akquisitionen.
Das ist ein Riesenunterschied zwischen diesen beiden Akquisitionsarten.
Und würdest du auch sagen, die meisten Firmen können sowas entwickeln oder sind es auch gewisse Branchen, die sich dafür eigentlich besonders gut eignen, um so systematisch Firmen aufzukaufen?
Ja, das ist eine super Frage.
Wenn du einfach mal so First Principle-mäßig rangehst an die Frage, du willst etwas akquirieren, was möglichst dir wenig Kopfschmerzen bereitet, ne?
Also was du vorhersehen kannst.
Also, das heißt, Unternehmen, die vorhersehbare Cashlows produzieren, sind schon mal besser als wilde Zykliker.
Das andere ist, du möchtest möglichst wenig zusätzliche Investments machen, nachdem du die Firma gekauft hast.
Sprich, du würdest Firmen präferieren, die wenig Zusätzkapital benötigen.
Also auf Englisch Asset Light sind.
Und ich glaube, das Wichtigste, wenn du in dem Bereich schaust, ist die Frage nochmal nach der Vorhersehbarkeit, die kann man, glaube ich, ganz gut zusammenfassen, indem dass du dir Firmen anguckst, die Recurrent Revenues haben, wiederkehrbare Umsätze haben und die möglichst wenig Kundenabwanderungsraten haben oder auf Englisch Curn Rates.
Also Faustformel, wenn du weniger als 5% Abwanderung hast pro Jahr, ist das wahrscheinlich schon ein ziemlich gutes Unternehmen.
Wir haben jetzt Januar, stell dir vor, du hast einen Unternehmen und am 1.
Januar gehen die nur nicht alle wieder auf Null zurück und du musst wieder neu anfangen, alles irgendwie zu verkaufen und Kunden zu finden, sondern du weißt, du hast jetzt schon Abonnement zum Beispiel laufen, was bedeutet, die Umsätze kommen schon mal automatisch rein.
Super.
Solche Unternehmen sind besser.
Was würdest du sagen, ganz allgemein gesprochen, ist das aus deiner Sicht der große Vorteil, wenn man jetzt eine Firma hat, die organisch wächst und eine, die als Serial Acquirer schon vielleicht einen Track-Record bewiesen hat und schon lange wächst.
Gibt es da so einen entscheidenden Unterschied aus deiner Sicht?
Ja, Serial Acquirer sind ja nur mal eine Sonderform von Unternehmen.
Und wie gesagt, du hast zwei Triebwerke, das finde ich schon mal vorteilhaft.
Du bist diversifizierter, weil wenn du jetzt mehrere Unternehmen gekauft hast, dann hast du grundsätzlich natürlich auch mehrere Quellen deiner Cashflows.
Und du bist wahrscheinlich wesentlich breiter aufgestellt.
Also wenn irgendwas passieren sollte und die Welt verändert sich, dann hast du unterschiedliche Quellen deiner Cashflows.
Das ist auch vorteilhafter.
Und du kannst natürlich auch deine Allokation verändern im Zeitablauf.
Wenn du merkst, dass etwas nicht mehr so gut läuft oder eine bestimmte Branche nicht mehr so gut dasteht, dann kannst du deine Reinvestments ein Stück weit umleiten und sagen, ich glaube, wir sollten in was anderes investieren.
Also, das macht diese Unternehmen, glaube ich, potenziell stabiler.
Und ich glaube, es gibt noch einen, wenn ich ein bisschen ausholen darf, einen super interessanten Aspekt dabei.
Wir leben ja in westlichen Ländern und ich bin in London und du sitzt in Deutschland.
Die Demografie ist ziemlich eindeutig, nämlich, wir werden alle älter und wenn du dir die demografische Entwicklung anguckst, dann heißt es, dass immer mehr Menschen älter werden.
Und in so einem Umfeld, glaube ich, es ist echt schwer, Firmen zu finden grundsätzlich, die Mega-Monster-Wachstumsraten irgendwo produzieren.
Jeder will, jeder Investor will so eine Firma haben, aber es gibt nun mal wenige, die wirklich dauerhaft langfristig zu hohen Wachstumsraten wachsen können.
So, wenn du dir jetzt aber Firmen anguckst, die in diesen Nachfolgesituationen agieren können, also die kleine Firmen von Gründern aufkaufen können, die in Rente gehen wollen, da hast du eine wunderbare, elegante Art und Weise, Wachstum zu schaffen, indem dass du kleine, aber gute, stabile Firmen aufkaufst und so dadurch Wachstum schaffst du.
Ich glaube, das zusammen macht diesen Ansatz echt interessant.
Und würdest du sagen, es bewahrt auch so ein bisschen von diesen großen Kapitalallokationsfehlern, weil was man ja bei vielen Firmen sieht, die vielleicht eine attraktives Business haben, das immer organisch gewachsen ist und gelaufen ist und dann irgendwann sehr viel Cash verproduziert, aber nicht mehr so stark organisch wachsen kann und man einfach ins Kerngeschäft nicht mehr so viel investieren kann, dann sieht man ja, dass die CEOs auf irgendwelche gigantischen Deals machen oder versuchen zuzukaufen, weil sie quasi kampfhaft wachsen wollen, aber sie haben gar keine so einheitliche Strategie dahinter, haben das vielleicht noch nie gemacht.
Und dann passieren auf große Fehler, wie jetzt beim Bayer oder gibt es ja unzählige Beispiele.
Und das Risiko hat man ja beim Serial Cryer eigentlich nicht so, weil der immer ganz genau weiß, wo er sein Geld investiert und da auch schon einfach viel mehr Erfahrung bei Kapitalallallokation hat.
Ja, das ist ein sehr, sehr guter Punkt.
Ich glaube, das geht wirklich tief in die DNA eines Unternehmens.
Und wenn du über börsengelistete Firmen sprichst, dann eben nicht nur das Management, sondern eben auch das Board.
Das heißt, du brauchst ein klare Mission.
Du brauchst eine Klarheit innerhalb des Managements und des Boards und wahrscheinlich auch innerhalb der wichtigen großen Shareholder dahingehend, was du erreichen willst und was wichtig ist.
Und ich glaube, daran hapert es bei den meisten Unternehmen.
Und die Kapitalallokation ist oftmals etwas, was auf Boardlevel zu kurz kommt.
Die meisten CEOs haben das auch nie gelernt.
Das sind Operator, die wissen ziemlich gut Bescheid, worum es bei den operativen Fragen geht, sind es auch gute Menschenkenner im Leadership.
Die können Talent einsetzen und Strukturen bauen, aber die sind nicht wirklich gut, jedenfalls viele, was Kapitalallokation angeht.
Also wirklich die Frage, wie man die freien Cashflows eines Unternehmens reinvestieren sollte.
Und ich glaube, das ist nicht so einfach.
Also da gehört eine Menge dazu, wirklich diese DNA zu bekommen und einen Unternehmen von einem Gleis auf ein anderes umzugleisen, ist echt schwer.
Es ist ja natürlich auch so, dass auch alle Serial Acquirer da nicht unfassbar erfolgreich sind und es ja auch viele probieren und nicht so gut schaffen.
Wie analysierst du, ob das gut klappt bei einer Firma, ob die vergangenen Übernahmen sinnvoll waren oder ob die vielleicht doch im Schnitt ein bisschen zu teuer waren.
Gerade bei so kleineren Übernahmen gibt es ja oft noch nicht so viele Daten dazu, dass man das so ganz genau analysieren kann.
Was kann man sich da anschauen, um ein bisschen diesen Track-Record abzulesen?
Ich glaube, bei bestehenden Firmen, ob das jetzt ein Serial Acquirer ist oder nicht, wo wir drauf Wert legen, ist, dass das eine Compounding-Qualität hat.
Also dass die Cashflows, die produziert werden, reinvestiert werden in etwas, was zu mehr Cashflows führt.
Und ich glaube, ein schöner Blick auf das Cashflow-Statement vielleicht der letzten zehn Jahre, gibt es schon einen ganz guten Eindruck, ob Unternehmen gut war im Reinvestieren, sehr cashlows oder nicht so gut.
Und eben auf die Frage auch ganz einfach, erzähl mir doch mal, lieber CEO, was du erreichen willst.
Und wie hast du bisher Kapital investiert?
Wie viel Kapital hast du aufgenommen, was draus geworden?
Das sind so die einfachsten Fragen, da kannst du schon erkennen, ob jemand ein gutes Verständnis darüber hat oder nicht.
Und dann geht dir wahrscheinlich auch die ganz klassischen Kennzahlen jetzt ein bisschen Kapitalrentabilität, Goodwill-Anteil und diese Werte ein bisschen durch, um zu sehen, wie sich das in den Zahlen verhält.
Ja, also Accounting ist im Grunde genommen ein System, was misst und zählt.
Ein Investor, der Job eines Investors ist zu bewerten.
Und deswegen ist unser Job, Accounting zu verstehen, aber auch zu verstehen, wenn man adjustieren muss.
Also ob jetzt zum Beispiel eine Goodwill-Position wirklich relevant ist oder nicht, bei akquisitiven Unternehmen entsteht immer sehr viel auf der Intangible-Seite.
Das wird dann abgeschrieben, es ist aber nicht wirklich ökonomisch wichtig, also muss man dort Sachen adjustieren.
Aber letzten Endes, wenn du es runterbrichst, auf ganz einfache Formeln, du willst wissen, wie viel hat ein CEO investiert in etwas und was ist draus geworden.
Und wenn der Return auf das Investment historisch, ich sag mal einfach eine Zahl, 20% war im Schnitt, dann kann der was.
Das ist super.
Und wenn er es wiederholen kann, dann wird es richtig interessant.
Also umgekehrt kannst du sagen, 20% Return heißt, du kaufst ein Unternehmen, was stabile Earnings hat, zu fünfmal vor Steuerreturn.
Also eins über 5, 20 Prozent.
Von daher hast du, wenn alles gleich bleibt, hast du damit ein Kapital zu 20% Return dauerhaft angelegt.
Wenn es auch noch organisches Wachstum schaffst, oben drüber, dann wachsen diese Cashflow, Cashflows obendrein noch.
Wenn das Unternehmen nicht so gut ist, dann schmilzt es irgendwann ab.
Und das sind so, das ist eine ganz einfache Engine.
Also ich bezeichnet das immer so als Financial Engine oder als Zinseszinsmaschine eines Unternehmens.
Die kannst du erst erkennen, wenn du anfängst, sozusagen den Movie dir anzugucken und nicht nur ein Snapshot.
Also wenn du die meisten Investoren schauen wahrscheinlich auf KGV.
Das ist aber eine Bildaufnahme nur von jetzt, in diesem Jahr, Earnings.
Und wie hoch, wie viel Mar muss ich dafür bezahlen, dass ich die Aktie kaufen kann.
Was du wirklich sehen willst, ist der Movie.
Also, wie entwickeln sich die Earnings über die Zeit?
Und vor allen Dingen, was macht das Unternehmen mit den freien Gewinnen, also freien Cashflows im Zeitablauf?
Und das beantwortet ja auch schon ein bisschen so eine große Frage, glaube ich, viele Investoren bei Serial Acquiren haben, dass sie unsicher sind, inwiefern diese Übernahmehistorie auch in Zukunft weitergehen kann und damit sich so schwer tun, das Wachstum zu prognostizieren.
Da wird es dann sagen, okay, man kann ja davon ausgehen, wenn sie in den letzten zehn Jahren dieser Financial Engine hatten bei Übernahmen, dann kann man jetzt mal davon ausgehen, vielleicht konservativ, dass sie mit einer ähnlichen Engine auch in Zukunft zukaufen werden und sich dann so die Wachstumszahlen ableiten.
Würdest du da so rangehen?
Ja, absolut.
Du willst alles mit aufnehmen, was dafür spricht, dass sowas wiederholbar ist.
Also geh mal ein Beispiel, wir haben Anfang des Jahres, Anfang letzten Jahres, haben wir in Japan ein Investment gemacht in ein Serial Inquirer, der heißt NGTG, Next Generation Technology Group.
Und Japan ist super interessant, aus mehreren Gründen, aber vor allen Dingen, weil du hast eben noch eine extremere Art und Weise von Population Aging dort.
Also die Japaner werden wirklich sagenhaft älter und die Raten sind da extrem stark.
Du hast viele gute kleine, nischige Unternehmen, meist so im Manufacturing-Bereich, die irgendwas Spezielles produzieren, oftmals auch international.
Und gleichzeitig hast du viele Unternehmen, die kurz vor der Rente stehen.
Die haben aber Probleme, das Unternehmen irgendwo weiterzugeben.
Oftmals schließen die einfach, obwohl die profitable sind.
Und NGTG ist ein Serial Acquirer.
Ich glaube, meines Wissens nach der ersten wirklich gute, klare Serial Acquirer, der Börsengelistet ist.
Und die kaufen kleine Manufacturing-Unternehmen auf.
Die haben letztes Jahr sieben Akquisitionen gemacht.
Und jetzt kommt's.
Die haben im Schnitt dafür bezahlt, 3,6 Mal EBITDA.
Das ist schon mal nicht schlecht, solange das EBITDA natürlich auch stabil bleibt.
Aber jetzt kommt es noch besser.
Die können diese Akquisitionen enorm gut finanzieren.
Und zwar teilweise bis 80 Prozent oder sollen wir nochmal in Einzelfällen des Kaufpreises über langlaufende amortisierende Darlehen zu Zinsen von Zinsen sind jetzt leicht gestiegen in Japan, aber wir reden immer noch von 2% plus etwas.
Also, das ist sagenhaft effizient, weil du enorm wenig Eigenkapital brauchst für dies Akquisition.
Zum einen, weil sie günstig sind, zum anderen, weil du viel Fremdkapital dazunehmen kannst.
Und dann hast du natürlich eine mordsmäßige Financial Engine, die, wenn das so weitergeht, natürlich exponential wachsen wird.
Also, das ist ein super Beispiel dafür, wie du das in einem echt guten Umfeld gut machen kannst.
Und es gibt Varianten davon, sehr viele in Schweden.
Es gibt einige in Europa, wir haben einiges hier in den UK, wir haben ein Investment in Kanada.
Aber alle haben gemein, dass sie sehr diszipliniert sind bei der Kapitalallokation.
Die haben meistens ein Founder-CEO, der das kapiert, der diese DNA erlebt.
Und die haben einen systematischen Ansatz bei der Akquisition, bei der Art und Weise, wie sie Unternehmen managen.
Wie nähert ihr euch dem Risiko an oder der Gefahr, dass man quasi nicht mehr genug Targets findet und gerade wenn man größer wird, keine Übernahmen mehr findet, die quasi die Needle noch bewegen oder es nicht schafft, eine Engine aufzubauen, wenn man hunderte Firme übernimmt, wie es jetzt in Constellation Software zum Beispiel sehr gut geschafft hat, dass ja wirklich sehr viele Übernahmen jedes Jahr durchdrücken.
Wie schaut ihr darauf?
Schaut ihr dann eher darauf, okay, wir kaufen vielleicht nur jüngere Serial Acquire, wo das noch nicht so ein Problem ist?
Oder wie geht der damit um?
Ja, das ist, du hast recht, das Businessmodell ist natürlich so, dass es immer schwieriger wird.
Ähnlich wie Warren Buffett mit Berkshire Hathaway natürlich immer mehr Probleme hatte im Zeitablauf.
Das Kapital jetzt ist eine Rente, also hat das Problem jetzt nicht mal anders.
Aber das größer wäre eine Kapital irgendwo zu deployen.
Und deswegen haben wir uns vorgenommen, in dem Segment zu suchen, wo die Dinger noch das klein sind.
Also wir nennen die Young Elephants.
So als Bildsprache, junge Elefant braucht irgendwie für Menschen, so 20 Jahre, um bewachsen zu werden.
20 Jahre wäre eine wunderbar schöne Compounding-Zeit für so ein Compounder, um wirklich hochzukompern und groß zu werden.
Das ist so das, was wir versuchen, weil es ist wesentlich einfacher als kleines Unternehmen Akquisitionen zu machen, die die Tachonade bewegen.
Und oftmals sind die eben noch relativ günstig bewertet.
Und insofern ist das, glaube ich, eine ganz smarte Art und Weise, genau mit dem Punkt in deiner Frage umzugehen.
Wenn du jetzt irgendwann mal größer wirst, was bei den meisten unserer Unternehmen noch hoffentlich viele Jahre raus ist, irgendwann musst du evolven.
Du musst adapten wie alle Unternehmen letzten Endes.
Du musst schauen, was funktioniert noch.
Gibt es immer noch genügend Übernahmefirmen oder muss ich irgendwo meine Strategie ändern?
Vielleicht muss ich neue Industrien versuchen zu verstehen und dann letzten Endes auch vielleicht manchmal sogar zu pivoten, in ganz andere Bereiche zu gehen.
Aber was so die Zahl der Übernahmemöglichkeiten angeht in den entwickelten Ländern gerade, Deutschland oder überhaupt Westeuropa, Japan, da mache ich mir überhaupt keine Gedanken.
Also es wird so viele Unternehmen geben, die jedes Jahr zum Verkauf stehen und einige davon sind richtig, richtig gut und nischig.
Und die kriegt man oftmals günstig.
Gibt es noch andere neben den Japan irgendeinen anderen Nischenplayer, den du gerade besonders spannend findest oder den ihr euch anguckt, wo sagst du da ist das Geschäftsmodell spannend oder die Branche spannend oder der Region spannend?
Also ich halte Japan insgesamt für super interessant, weil da gerade was wirklich Tolles passiert.
Japan war ja immer so verschrien als Börsenlandschaft, wo die Unternehmen zwar auf sehr viel Cash sitzen, aber du kriegst die Firmen nie überredet, das irgendwas mit dem Cash zu machen.
Weil nachdem die Bubble dort war es, 1988, glaube ich, geburstet ist, da haben natürlich viele Unternehmen und eine gesamte Kultur sozusagen auf Sicherheit geschaltet.
Die hatten sehr viele Cross-Holdings, haben dann die Supplier gekauft oder die Supplier D gekauft, sodass du so enorm viele Cross-Holding Holdings hattest und sehr viel Cash auf den Bilanzen, sehr viel Real Estate auf den Bilanzen.
Und das ändert sich jetzt.
Und ich glaube, diese Phase ist mittendrin.
Du hast immer noch, ich glaube, an die 40% oder so der börsengelisteten Firmen an der Tokyo Exchange, die unter einmal Buchwert handeln.
Also da ist immer noch viel zu tun, vor allen Dingen, wenn du aktivistisch drauf bist.
Ich glaube, da ist Japan momentan richtig interessant.
Und du hast wunderbare Unternehmen, die von der Kultur her auch sowieso eher entrenched sind als so in China.
China ist aus meiner Sicht enorm schwer, weil sich, weil da der Wettbewerb so hoch ist.
Vor einigen Jahren meinst du vielleicht Alibaba ist ein tolles Unternehmen und plötzlich kommt Shine daher und Temu und so weiter.
Also Japan ist wesentlich einfacher, aus meiner Sicht für Investoren dort Firmen zu finden und den Mode vorherzusehen.
Also die Veränderung ist nicht so schnell wie in China.
Und innerhalb dieser Firmen gibt es dort echt einige richtig interessante Firmen.
Eine Firma, die wir besucht haben, finde ich klasse, mal zu analysieren, klassischer Compounder, ist Japan Elevators.
Also es ist im Grunde genommen die Firma, die die Aufzüge dort wartet.
Und die sind dort in den Markt reingestoßen.
Als klar wurde, dass die OEMs, also Hersteller von den Fahrstühlen über diese Maintenance-Verträge enorm viel Profite machen und im Grunde genommen im Fahrstuhl am Anfang mit Verlusten verkaufen und dann später das Geld machen.
Da haben die gemerkt, pass auf, wenn wir es schaffen, das Vertrauen zu schaffen der Kunden, dass wir das auch können, dann können wir die anderen cutten.
Und das haben die geschafft.
Und wenn man sich da zum Beispiel die zehn Jahres-Historie der Cashlows anguckt, das ist ein wunderbarer Compounder.
Also das ist ein Unternehmen, was ich mir, was ich auf jeden Fall empfehlen würde, um anzuschauen.
In Skandinavien gibt es ja auch sehr viele Serial Acquirer.
Gibt es da welche, die du spannend findest, entweder jetzt, wo du sagst, okay, die haben mit ihrer Art und Weise, das zu tun, auch so ein bisschen einen Weg für andere geebnet oder sind ein gutes Beispiel, das man sich anschauen kann, um zu sehen, wie sowas funktioniert.
Ja, ich meine, die Historie der Serial Acquirer, wenn man so will, die geht da zurück auf Bergmann und Bewing.
Das war so der Urvater oder der generische Startpunkt von dem Acquisition-Modell.
Und aus diesem Komplex Bergmann und Bewing sind da mehrere Firmen hervorgegangen als Spin-off.
Zum Beispiel Lagerkranz, Momentum und andere Firmen.
Also wenn man nach Stockholm fährt, ich glaube, man kann zu Fuß fünf, sechs, sieben Unternehmen besuchen, die alle wahnsinnig toll compounded haben über die letzten 10, 15 Jahre.
Man muss doch noch nicht mehr im Taxi fahren.
Also es ist auf jeden Fall eine Reise fährt.
Ich meine, allein Firmen wie Lagerkranz, das, was der Jürgen Wick dort als CEO über die letzten 20 Jahre geschafft hat, das ist phänomenal.
Das sind das sind tolle großartige Firmen und ich glaube, da kann man viel von lernen.
Übrigens, der Gründer von NGTG hat in Schweden sozusagen sich diese Firma angeschaut und hat von denen gelernt und hat diese Elemente übertragen.
Gibt es, jetzt haben wir viel über Erfolgsbeispiele gesprochen, gibt es auch ein Negativbeispiel oder sagst du, das sind Fehler, die hast du oft bei Serial Acquiring gesehen, auf die sollte man aufpassen, wenn man in solche Firmen investiert oder sich solche anschaut, irgendwelche Signale, die es gibt, bei denen man vorsichtig sein sollte, zum Beispiel, dass sehr große Übernahmen auf einmal gemacht waren oder irgendwas in der Art?
Ja, der Klassiker ist natürlich zu viel zu bezahlen.
Also wenn du siehst, dass das Multiple, das Kaufpreis Multiple bei den Deals nach oben geht.
Der andere Klassiker ist das Ganze dann noch zu finanzieren mit Aktienemissionen, also dass du sehr viel Verwässerung hast.
Oder und mit zusätzlicher Detaufnahme, sodass du das Leverage erhöhst.
Also das sind so die drei klaren Anzeichen.
Und es gibt mit Sicherheit immer wieder Ausnahmen, aber das sind so die üblichen Fehler, die dann gemacht werden und die dann oftmals zu einer Implosion des Aktienkurs dann irgendwann führen, wenn klar wird, dass die Earnings eben nicht so weiter kompounden und dass die Returns runtergehen oder teilweise sogar die Earnings der gekauften Firmen dann plötzlich einbrechen, weil die Qualität nicht hoch genug ist.
Also das ist im Grunde genommen so die Kombination oder meistens ist so ein Flugzeugabsturz nicht ein Grund, sondern mehrere Gründe.
Also auch bei Unternehmen sind es meistens mehrere Gründe, die dann so zusammenkommen, aber darauf würde ich enorm drauf achten.
Ich glaube, eine Sorge, die auch viele bei so großen Serial Requiren zum Beispiel haben bei Constellation Software, dass man nicht so einen guten Überblick und nicht so ein gutes Verständnis hat, was jetzt eigentlich genau das Business ist.
Also sie haben viele verschiedene Softwareprodukte, hunderte mittlerweile.
Und beim Salesforce verstehe ich relativ gut, das ist das Produkt, das verkaufen die, das sind die Kunden, das ist die Konkurrenz.
Und beim Constellation Software kann ich es gar nicht überblicken, was sie alles für Produkte haben, in welchen Nischen, in welchen Bereichen, wie die Konkurrenzlage ist.
Würdest du sagen, das siehst du aber entspannt, weil einfach die Diversifikation so groß ist?
Oder gibt es einen anderen Weg, wie du sagst, okay, so und so näherst du dich den einzelnen Branchen an und guckst so ein bisschen tiefer in die einzelnen operativen Bereiche, die jetzt nichts mit den neuen Übernahmen zu tun haben?
Ja, ich kann mich noch erinnern, als ich irgendwann mal gefragt habe: sag mal, verstehe ich eigentlich alle Unternehmen, die Warren Buffett bei Berkshire Hathaway zusammengekauft hat.
Und jeder Value-Investor rühmt sich da natürlich das Unternehmen wunderbar toll kennt.
Aber ehrlicherweise muss ich gestehen, nicht wirklich.
Also ich kann nicht sagen, ich kann noch nicht mehr sagen, wie viele Unternehmen hat er denn eigentlich, ja.
Die Größeren, klar, wir kriegen ja auch immer toll von ihm vermittelt, was sie wichtig ist und so weiter, aber irgendwann musst du anfangen, also entweder sagst du, nein, ich gehe da gar nicht rein, oder du musst anfangen, irgendwie Cluster zu bilden und zu sagen, okay, ich verstehe die Unit Economics, also ich verstehe die Einzelteile und jetzt kann ich die zusammensetzen und kann das große ganze Bild dann erkennen.
Jetzt bezogen auf deinem Beispiel Constellation Software, die haben so viele kleine Investments gemacht, dass du wirklich dort die Sachen zusammenfassen musst.
Du musst halt denken in Form von, was sind die gemeinsamen Zahlen, die sozusagen auf Portfolio-Basis relevant sind dafür.
Und dann kannst du das auch als sozusagen als große Zahl von einzelnen Investments dort sehen, analysieren und vor allen Dingen auch die Risiken erkennen.
Und ich glaube, das ist durchaus machbar.
Und das ist bei SilAquirant, die in einer bestimmten Industrie unterwegs sind, natürlich noch wesentlich einfacher, wie jetzt bei Constellation Software.
Weil bei den Vertical Market Softwareunternehmen würde ich sagen, gibt es enorm viele Gemeinsamkeiten.
Also du kannst das schon wirklich sagen, ob der Kunde jetzt irgendwo, sagen wir mal, ein lokales Unternehmen ist oder eine Schule ist oder Krankenhäuser sind oder ähnliches, es gibt Gemeinsamkeiten dabei und du kannst da schon Portfolio-KPIs dir angucken, die aussagekräftig sind.
Hast du dir mal, weil wir es auch im Podcast letztens hatten und gestern gab es die Meldung, dass Apollo da investiert hat, bei QXO von Brad Jacobs diese Konstrukte von Brett Jacobs angeguckt, gerade den neuen, da macht er sehr viele, auch zum Start sehr große Übernahme, also hat dir immer so eine 6-Milliarden-Übernahme gemacht.
Ist ja auch eine Serial Acquire irgendwo, was fällt wahrscheinlich bei euch aus dem Raster, weil es einfach ganz anders geclustert ist, der vor allem ein paar große Deals macht und nicht viele kleine, die sich irgendwie ergänzen, ne?
Ja, ich finde sein Buch toll, das kann man gut lesen, da sind sehr viele tolle Aspekte drin.
Es ist nicht unbedingt das Pattern, was wir, wo wir uns richtig gut mit auskennen.
Denn genau wie du sagst, wenn du einen so eine Riesen-Aquisition hast oder eine kleine Zahl, das ist richtig tief reingehen.
Also da musst du wirklich, das ist Harry, ne, sozusagen.
Du musst da reingehen und Veränderungen vornehmen und das vorher zu sehen ist, glaube ich, sehr, sehr schwer.
Wenn du es richtig gut hinkriegst, und das hat er, glaube ich, in der Vergangenheit, dann kann das natürlich enorm wertsteigernd sein.
Aber die Vorhersehbarkeit, ne, unser Job als Investor ist ja vor allen Dingen den Burggraben, den Mode zu bewerten und die Durability, also die Dauerhaftigkeit von dem Mod richtig einzuschätzen.
Das ist A und O.
Und das ist bei solchen großen Akquisitionen ja einfach.
Also da kann eine Menge schief gehen.
Wenn wir jetzt zum Abschluss nochmal so auf die Bewertungsthematik schauen, da baut ihr, geht ja wahrscheinlich über verschiedene Methoden ran und nähert euch über verschiedene Methoden den Preis an, ne?
Aber ein Kernthema wahrscheinlich Discount Cashflow sein und dann versucht man einfach mit dieser Übernahme Engine da ein bisschen die Umsätze und Margen und Cashflus in die Zukunft zu prognostizieren.
Oder gibt es irgendwas, wo du sagst, das und das ist bei der Bewertung speziell versus Heroquiren?
Ich glaube, es macht Sinn, alle möglichen Bewertungsmethoden zu verstehen und zu wissen, wann welche mehr oder weniger sinnvoll ist.
Und ruhig unterschiedliche Bewertungsstandpunkte einnehmen.
Manchmal kann das sein, dass Some of the Parts interessant ist, manchmal kann es sein, dass du ein DCF das meiste rauslernst, manchmal kann es sein, dass es ein Simple Multiple schon genug ist.
Je mehr man sich damit beschäftigt, umso mehr wirst du verstehen, wann was wirklich sinnvoll ist und wie auch die Begrenztheit der einzelnen Bewertungsmethoden dort ist.
Ich glaube, es gibt nie wie bei vielen Dingen im Leben, es gibt nicht die richtige Art und Weise, es zu tun, bis darauf, dass mathematisch ganz einfach der Wert eines Unternehmens ist, der heutige Barwert aller zukünftigen freien Cashflows.
Das ist so wie Rainfalls Down, ne, das ist eine Wahrheit.
So, aber wie du da rangehst, weil dein Job ist ja damit, die Zukunft Cashflows zu bewerten und die auch richtig zu diskontieren, da gibt es unterschiedliche Arten und Weisen.
Und letzten Endes glaube ich, es gibt auch noch eine gute Faustregel.
Hier habe ich mal, ich habe in New York studiert und da war ein sehr, sehr guter Investor, hat gesagt, du, wenn du einen Extra-Sheet brauchst und einen riesen Modell hast und du weißt dann immer nicht genau, ob etwas günstig ist oder nicht.
Ich glaube, dann guckst du dir die falsche Idee an.
Das Ding muss einfach sein.
Also du musst auf dem Bierdeckel musst du die Bewertung irgendwie skizzieren können.
Und wenn du was Komplexes brauchst, dann ist meistens die Idee nicht gut genug.
So ein bisschen dieser Too-Hard-Pile von Charlie Manga, dass man sagt, okay, das ist einfach zu komplex, ich gucke mir eine neue Idee an, weil das, die verstehe ich nicht.
Die Investment-Idee.
Ja, korrekt.
Also, ich glaube, da ist so viel Wert in Einfachheit.
Das lehrt dir nur keiner, weil kein Professor wird dafür bezahlt werden.
Aber das ist eins der Fächer, die ich auf jeden Fall raten würde, zu nehmen, falls es das gäbe, Einfachheit im Leben.
Jetzt hast du schon gesagt, dass du in New York studiert, du hast ja an der Columbia University studiert, wo vorher Jahrzehnten auch Warren Buffett mal war.
Ist sicher eine Uni, wo viele Hörer sehr, sehr gern auch mal hingehen würden.
Wie bist du überhaupt an die Möglichkeit gekommen, dort dort zu studieren?
Und war es wirklich so bereichernd, wie man sich das vielleicht vorstellt?
Ha, ja, das ist eine lange Geschichte, aber ich mach's kurz.
Also, ich habe, ich war neun Jahre bei einer Investmentbank bei Citigroup auf dem Trading Floor in London und Frankfurt.
Und ich dachte mir, als der als Jungspund irgendwann 2000 irgendwann angekommen bin, dachte ich mir so, ja, super, Investmentbank, hier lernst du richtig investieren.
Und was ich gemerkt habe, ist, dass du lernst, Investmentprodukte zu verkaufen, aber nicht wie man richtig gut investiert.
Und dann irgendwann merkte ich so, wow, ich merke irgendwie immer mehr so ein Missileim zwischen dem, was ich hier tue.
Also ich war sozusagen in der Produktküche bei der Citigroup.
Ich habe Produkte mit den Strukturierern dort erschaffen und habe die dann vertrieben über Intermediary, also Banken, Sparkassen, Vermögensverwalter, etc.
And habe gemerkt, ich stecke mein eigenes Geld nie in meine eigenen Produkte.
And habe dann irgendwann mal Bücher über Warren Buffett gelesen, habe gemerkt, das macht so viel mehr Sinn.
Und hab dann irgendwann gefragt, wo kann man das eigentlich lernen?
Und hab rausgefunden, aha, da gibt es diese Columbia Business School, da hat Buffett früher gelernt.
Die haben jetzt noch so ein Value-Investing-Programm.
Wow, wie kommt man da hin?
Und dann hat es eine Weile gebraucht, bis ich dann das richtige Programm gefunden habe, weil ich war wohl schon zu alt für einen Full-Time-time MBA.
Ich habe dann ein Executive Programm entdeckt.
Das war damals das Global Executive Programm zwischen der London Business School und Columbia Business School.
Und das hat echt super gepasst und mit viel Vorbereitung und Gmail-Tests und so weiter kam ich dann dort rein, hab da meine Banker-Karriere an die Nagel gehängt und bin dann zwischen New York und London immer hin und her gependelt.
Bin dann irgendwann nach London gezogen, aber immer noch New York gependelt und habe dort alles rausgesaugt, was ich irgendwie kriegen konnte zum Thema Value Investing.
Und das war für mich, war das schon großartig, wirklich das zu schaffen.
Ich komme aus einem kleinen Kaff im Sauerland.
Also das Erste, was ich gemacht habe, bin ich zur Sparkasse gegangen.
Und dann irgendwann war ich in New York und dachte mir so, wow, endlich hast du gefunden, wo du eigentlich schon immer hin wolltest.
Hier kannst du es lernen.
Also für mich war das großartig.
Und vieles von dem, was ich heute tagtäglich mache, kann man zurückführen auf die guten, lehrreichen Sachen, die ich von echt tollen Professoren dort gelernt habe.
Allen voran würde ich eine Person nennen, das ist Tom Trafuros, der dort ein Kurs macht, der ist völlig unterm Breiderschirm, aber das ist auch meine Sicht der beste Kurs überhaupt, was Value Investing angeht.
Und ja, so habe ich, habe ich dort gelernt und habe zum Schluss sogar das große Glück auf, Warren Buffett selbst zu treffen mit ein paar anderen Studenten, 2012, glaube ich, war es.
Und da haben wir einige Stunden mit ihm verbracht und haben über alles Mögliche gesprochen über das Investieren, über das Leben.
Und insofern war irgendwie mein Studium dort extrem hilfreich im Career Change, dann vom Banking hin zu zum Investieren.
Und würdest du sagen, inhaltlich, gibt es da nochmal ganz andere Themen, die dort besprochen werden, auch was Bewertung angeht, was angeht, wie man Investments findet, den man jetzt vielleicht so in den allgemeinen Büchern oder auch wenn man Warren Buffett sonst so verfolgt, nicht mitkriegt?
Oder würdest du sagen, es ist eher dann wirklich das persönliche Erleben und auch viel das Netzwerk, was da entscheidend anders ist, nochmal wirklich dort zu sein?
Ich glaube, das ist eine persönliche Frage.
Es gibt Leute, die können sehr diszipliniert lernen und brauchen im Grunde genommen das Internet und YouTube und PDFs und lernen sehr gut darüber.
Es gibt andere, die brauchen eine Struktur und ich glaube, dort kriegst du halt eben Struktur, du kriegst aber auch ein riesengroßes Netzwerk.
Und ich glaube, diese Kombination aus den praktischen Erfahrungen, also auf der einen Seite machst du sehr viele theoretische Dinge, du hast dann aber auch diese Praxiselemente dabei.
Da kommt wirklich ein Investor, der dir erzählt, wie seine Erfahrung ist, ne, und wo auch irgendwie die ganzen theoretischen Sachen dann irgendwann mal gar nicht mehr so wichtig sind, wo es um Intuition geht, wo es um Erfahrungswerte geht.
Ich glaube, dass das macht schon einen großen Unterschied.
Und du hast auch letzten Endes, ich würde fast meinen, du hast ein Netzwerk, was dadurch entsteht, dass du so eine so eine ähnliche Denkweise von Menschen hast, die tiefer liegende Werte schätzen.
Also, wenn du, ich weiß nicht, warst du mal in Omaha bei Berkshire Hilbert bei dir?
Würde ich dir auf jeden Fall raten.
Gerade jetzt, wo Buffett ja gar nicht mehr CEO, ich glaube, da kommen jetzt nur die Hardcore-Leute hin.
Und das wird, glaube ich, richtig interessant jetzt im Mai.
Aber die Menschen, die da hingehen, das ist so ein besonderer Schlag von Menschen, die schätzen traditionelle Werte, Verlässlichkeit.
Die schätzen einfach Langlebigkeit, langfristiges Denken, unternehmerisches Denken, Sachen aufzubauen, weiterzureichen, auch in die nächste Generation.
Und mit solchen Menschen willst du gerne im Leben agieren.
Also, wenn du nur mit solchen Menschen agierst, wird das Leben viel, viel interessanter und bunter.
Also, das habe ich dort an der Columbia auch erlebt und ich habe immer noch ein sehr tolles Netzwerk von Menschen, mit denen ich damals studiert habe.
Und gerade im Investieren ist es oftmals sehr hilfreich, dass du Menschen kennst.
Wenn die zum Beispiel irgendwo auf dem Aufsichtsrat sitzen oder Co-Investor sind bei einer Firma.
Das ist enorm hilfreich zu wissen, wo kommt der, wo kommt die Person her, was treibt die an, wie denken die.
Wahrscheinlich wurde dann dein Investmentstil auch sehr stark von dieser Studienzeit dort geprägt.
Wie würdest du den heute beschreiben bei deinem Fonds, den Investmentstil?
Also ist ja nah an Buffett dran oder würdest du den irgendwie anders charakterisieren?
Ja, im Grunde genommen sind das alles Elemente, die man lernen kann, wenn du Bücher von oder über Warn Buffett liest.
Und ich würde sagen, am besten beschreibt es das Bild.
Wir investieren in junge Elefanten.
Das sind Firmen, die ihre Cashlows über einen langen Zeitraum reinvestieren können und so halt eine Compounding-Engine, Zinseszinsmaschine schaffen können.
Und wir machen das, glaube ich, wesentlich unternehmerischer und wesentlich tiefer als die meisten Fonds.
Wir sind sehr konzentriert.
Wir haben momentan elf Positionen und wir sind teilweise aktiv dabei.
Ich sitze auf dem Board bei Software Circle hier in England.
Und wir versuchen wirklich als Eigentümer das zu tun, was ein Eigentümer machen sollte, nämlich sich aktiv um das Eigentum kümmern.
Also das, was jeder normalerweise macht, wenn du ein Haus besitzt, dann kümmerst du dich um den Vorgarten.
Ja, das machen Aktionäre leider selten.
Die sagen dann verkaufe, sobald es irgendwie blöd aussieht oder dir Chart irgendwie nach unten knickt oder sowas.
Aber wenn du langfristig denkst, dann und natürlich auch einen größeren Staker hast, dann glaube ich, ist es toll, wenn man eine andere Option hat, nämlich aktiv aufs Unternehmen zuzugeben, im Management zu agieren oder mit dem Aufsichtsrat und zu helfen, das Unternehmen weiterzuleiten.
Es gibt super Unternehmen und das ist das Beste, wo du es gar nicht notwendig ist.
Das ist natürlich am besten.
Aber falls das mal irgendwie notwendig ist, dann ist es gut, das zu können.
Vielleicht als letzte Frage nochmal so ein bisschen karrieretechnisch viel haben ja auch mal den Traum, so einen eigenen Fonds zu haben.
Gibt es irgendwas, wo du sagen würdest, wenn du jetzt ein junger Mensch wärst, vielleicht noch vor dem Studium, das und das sind so ein paar Wege, die du dir anschauen würdest, wie man am realistischsten da hinkommt oder wie man überhaupt doch mal herausfindet, was das für einen ist.
Ja, ich glaube, Folgen in den Cashflows ist die beste Empfehlung.
Beispiel.
Als ich 16, 17 Jahre alt war, da war für mich der Einstieg in die Börse so simpel, dass ich dachte, ist so super, wenn du hier irgendwie Börsenspekulant willst, dann brauchst du nicht mehr zu arbeiten.
Das war mein, das war mein Einstieg.
Ich habe damals Zeitung ausgetragen, es war harte Arbeit und dann habe ich irgendwie drei Commerzbankaktien gekauft und die gingen irgendwie aus Zufall nach oben und dachte mir so, ist ja einfach.
Das war mein Einstieg.
So, und dann irgendwann bin ich bei Derivaten gelandet und war dann auch auf dem Trading Floor in London im Derivatebereich, strukturierte Produkte, da bist du so weit weg von der Gegend, wo die Cashflows eigentlich produziert werden, also wo ein Produkt einen Nutzen bringt für den Kunden, ein Produkt oder einen Service.
Und du guckst auf deine Exos Sheet oder auf Bloomberg oder weißt du geil was, du hast eigentlich gar keine Ahnung, was die Quelle ist von dem, was du da dir anguckst.
Von Buffett, weiß ich, hat mal gesagt, er schätzt, dass von irgendwie 5000 Order, die an die New York Stock Exchange gehen, in jeder Sekunde nur eine Order dabei ist, die irgendwo von jemandem kommt, der eine ungefähre Idee hat, was das Asset eigentlich wert ist.
Ja, und insofern ist, glaube ich, der Punkt, der Versuch, nahe daran zu kommen, wo wirklich der Wert geschaffen wird.
Also sprich an das Unternehmen.
Denke wie ein Unternehmer.
Vielleicht werde ein Unternehmer.
Oder involvier dich mit einem guten Unternehmen.
Stell dir vor, du könntest so einen richtig tollen CEO mal begleiten für ein paar Wochen.
Einfach mal zu gucken, was macht der eigentlich?
Wie agiert der?
Wie entscheidet der über Kapitalallokation?
Oder auf so einer Bord-Sitzung, wenn die darüber debattieren, was machen wir mit dem Jahresgewinn, schütten wir die Dividende aus oder reinvestieren wir das.
Das ist, da passiert es, das zu verstehen und letzten Endes Menschen zu verstehen, wie Menschen agieren, wie wir selber agieren, warum wir was tun.
Ich glaube, das ist die Quelle und das ist die Source von all dem, was du dann nachher in ganz unterschiedenen Arten und Weisen umsetzen kannst.
Und das als Investor umzusetzen, ist nur eine Möglichkeit.
Also letzten Endes geht es um die fundamentale Werte von uns Menschen.
Und egal, wo du startest, irgendwann wirst du auf diese Werte zukommen.
Und das merkt man immer, wie du älter wirst, umso ähnlicher wird man sich und umso umso gleichartigere Erkenntnisse hat man im Leben.
Aber das heißt, du würdest vielleicht sogar sagen, als wenn wir jetzt im BWL studieren müssen und so die klassischen Pfade abwägt, irgendwie Startup Consulting oder Investmentbanking, dann würdest du sagen, vielleicht ist Startup auch für jemanden, der man vormachen will, gar nicht die schlechteste Option, weil man da am ehesten Unternehmertum mitkriegt, vielleicht am schnellsten mal dann auch einen guten CEO rankommt.
Und dann, wenn man dann in die Vorrichtung gehen will, kann man das immer noch.
Das heißt, du würde sagen, da würdest du gar nicht sagen, es ist immer, muss immer Investmentbanking sein und dann kommt irgendwann zu einem Fonds hoch.
Ich glaube, es gibt eine wunderbare Übung, die man machen kann, um die Frage zu beantworten, welche Karriere sollte ich einschlagen.
Und das ist so ein, ich glaube, so ein Fan-Diagramm mit drei Kreisen.
Der erste Kreis ist die Frage, was macht dir Spaß?
Und damit meine ich nicht einen Outcome, sondern ich meine die Aktivität.
Also in meinem Fall das Lesen von Geschäftsberichten oder das Telefonieren mit Menschen, die im Business irgendwie involviert sind.
Die eigentliche Aktivität.
Frag dich, was dir Spaß macht.
Also, Warren Buffett hat mal gesagt: Üleg mal, du bist independently rich, hast genug Geld und bist jetzt irgendwie, weiß ich nicht, acht Wochen im Urlaub oder sowas.
Welche Aktivität machst du dann?
Was glaubst du, wird dich dann aus dem Bett holen?
So, und die zweite, der zweite Kreis ist, wo glaubst du, kannst du richtig gut drin werden?
Also, wenn ich jetzt sage, pass auf, ich würde gerne 100 Meter Sprinter werden.
Naja, gut luck.
Meinem Alter und mit meinem Gewicht.
Aber das ist die zweite wichtige Frage.
Wo kannst du vielleicht sogar der Beste der Welt werden?
Theoretisch.
Und das dritte ist, was für eine Aktivität kannst du so bauen, dass du damit Geld verdienen kannst.
Also, was ist deine ökonomische Engine dabei?
Und dann schau, was der Schnittpunkt in der Mitte ist zwischen all diesen drei Kreisen.
Und das sind die Sachen, wo du dich dran orientieren solltest oder wo du, wo du mehr Recherchen machen solltest.
Sehr gut, ja, ich glaube, das war nochmal ein sehr praktischer Guide auch für alle, die hier wirklich konkret über Karriereplanung nachdenken.
Wir haben also beide Zielgruppen hier im Podcast.
Einerseits die, die schon sehr weil in der Karriere sind und selbst viel investieren, und andererseits die, die sich gerade neu zur Börse kommen und informieren wollen und darüber viel nachdenken.
Von daher vielen Dank für die Insights zu dem Thema und natürlich auch zu dem Serial Acquirer-Thema.
Ich hoffe, es war nicht unser letzter Deep Dive zusammen.
Haben wir noch irgendwas vergessen, wo sagst du das?
Willst du noch ergänzen zu Serial Aquiran oder zu irgendeinem anderen Thema, was wir noch abdecken sollten?
Oder haben wir alles gut mal durchgesprochen?
Ich finde es super, auf Börse aufmerksam zu machen.
Ich weiß gar nicht, gibt es das Börsenspiel eigentlich noch bei den Sparkassen?
Ja, gibt es noch, aber da ja leider immer auf diese kurzfristige Art und Weise, ne?
Ja, das stimmt.
Das müsste man vielleicht mal irgendwie überdenken.
Aber grundsätzlich frühzeitig Spaß zu haben an Börseninvestments und vor allen Dingen zu verstehen, was der Unterschied ist zwischen Spekulieren und investieren.
Das ist, glaube ich, das A und O.
Und wenn man es nicht weißt, dann ist die einfache Frage die, schreib mal auf, warum du in irgendwas investierst und vor allen Dingen schreib mal auf, was deine Erwartung ist gegenüber dieser Firma.
Und dann und dann check das mal im Zeitablauf.
Und das andere des letzten ist, frag dich selber, was weißt du über die Firma und inwiefern würdest du die Firma bewerten, unabhängig von dem Aktienkurs?
Und dann wird es, dann geht es schon ins Eingemachte.
Aber das ist investieren.
Alles andere als spekulieren.
Brauchgefühl oder Chartanalyse oder all sowas.
Ich habe noch nie jemanden in der Welt getroffen, der dauerhaft das erfolgreich tut.
Und diejenigen, die du findest, die erfolgreich sind in diesem Bereich, ob das jetzt Börse ist, Aktien oder Real Estate oder sowas, verwenden alle den fundamentalen Preis versus Wertansatz.
Und dass du dich fundamental dich fragst, was ist etwas wert?
Vergleichst du das mit dem Preis.
Und wenn du da ein Schnäppchen findest und eine Margin of Safety hast zwischen den beiden, dann hast du ein tolles Investment.
Das war ohne Aktien wird schwer, produziert von Podstas bei OMR.
Wir hören uns am Montag wieder.
Euch ein schönes Wochenende.
Adios.
