# European Equity Strategies: AI, Activism, and Value

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-02-27

## Transcript

Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Informationen und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Heute ist Freitag, der 27.
Februar.
Mein Name ist Noah Leidinger und das ist ohne Aktienwert schwer.
Dieser Podcast wird unterstützt von Scalable Capital, dem Broker für alle, die aktiv handeln wollen, mit Trading Flat Trade Krediten und Features wie den Portfolioanalysen.
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Wir beenden die Woche mit einem Blick auf zwei der rentabelsten europäischen Aktien, die ich gern komplett besitzen würde, und der Frage, ob die Londoner Börse unentdecktes Potenzial hat, aber davor erstmal die aktuellen News.
Gestern war mal wieder das perfekte Beispiel dafür, dass es an der Börse nicht darauf ankommt, wie gut eine Firma läuft.
Es kommt darauf an, wie gut sie im Verhältnis zur eigenen Bewertung und den Erwartungen der Investoren läuft.
Da gibt es nämlich auf der einen Seite so ein Unternehmen wie Nvidia, das die perfekte Quartalszahlen hatten, habe ich ja letzte Folge erzählt.
Gestern war die Aktie trotzdem 5% down, genau wie die meisten anderen Chip-Aktien.
Woran es genau gelegen hat, ist schwer zu sagen.
Eine Begründung ist, dass der Ausblick für dieses Quartal mit 80% Wachstum zwar höher war als der Durchschnitt der Analystenschätzungen.
Manche haben aber noch mehr erwartet und bei Nvidia orientieren sich Investoren eher daran.
Eine andere Begründung könnten zwei Aussagen im Analystencall gewesen sein.
Einmal meinte die Finanzchefin, dass Nvidia weiter keinen relevanten KI-Umsatz in China macht und sie Sorge hat, dass die chinesische Konkurrenz immer stärker wird.
Konkret meinte sie, die Konkurrenz hat langfristig Potenzial, die globale KI-Industrie zu disruptieren.
Dazu hat ein Analyst noch gefragt, wieso Nvidia nicht viel mehr Geld in Aktienrückkäufe pumpt, wenn sie doch so viel Cash verdienen und sich der Kurs seit Monaten nicht nach oben bewegt.
Auch darauf gab es eher eine kryptische Antwort.
Aber wie gesagt, das ist alles Jammern auf sehr hohem Niveau.
Das gab es gestern zum Beispiel auch in Deutschland.
Die Allianz hatte einen Rekordgewinn und die Dividende angehoben.
Auch die Deutsche Telekom hatte solide Zahlen und will 1 Euro Dividende pro Aktie zahlen.
Das ist der höchste Wert ever.
Bei den beiden waren die Erwartungen aber eben auch sehr hoch.
Die Umsatzprognosen für dieses Jahr waren nicht ganz so optimistisch, wie manche gehofft haben und entsprechend haben sich die Aktien nicht nach oben bewegt.
Das genaue Gegenteil von der Situation gab es bei Puma.
Letztes Quartal ist der Umsatz ohne Währungseffekte über 20% gesunken, die Margen sind auch gefallen und die Firma hat unterm Strich ordentlich Verlust gemacht.
Dieses Jahr soll der Umsatz weitersinken, im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich auch einen Verlustwert wiedergeben.
Ab 2027 wollen sie dann stärker wachsen als der Gesamtmarkt.
Obwohl die Zahlen schlecht waren, waren sie aber tatsächlich ein bisschen besser als gedacht und nachdem die Aktie in den letzten Jahren immer weiter eingebrochen ist, ging es gestern immerhin fast 10% nach oben.
Könnte auch daran liegen, dass Puma zumindest einen Plan für die Zukunft hat und der heißt Training.
Schon Anfang Februar hat die Firma das als neuen Geschäftsbereich abgetrennt und Training wird jetzt einer der Fokusbereiche, zusammen mit Laufen, Fußball und Sportstyle.
Ein Kern vom Trainingsthema ist Hyrocks.
Mit der boomenden Sportart hat Puma noch bis 2030 eine exklusive Partnerschaft und letzte Woche haben sie sogar einen speziellen Hyrux-Schuh vorgestellt für 260 Dollar.
Aktuell sorgt der Trainingsbereich für unter 10% vom Umsatz, was sich aber ändern soll.
Und auch letztes Quartal war das gemeinsam mit Performance Running der einzige Bereich, der so richtig gewachsen ist.
Und die Strategie kann sicher aufgehen, vor allem wenn der Hyrux-Boom anhält.
Man sollte aber bedenken, dass sowas nicht ohne Risiko ist.
Reebok zum Beispiel hat sich 2010 sehr stark auf eine Partnerschaft mit CrossFit fokussiert.
Ein paar Jahre später war der Hype vorbei und die Marke in der Krise.
Apropos Krise, den stärksten Absturz gab es gestern bei Geresheimer, der Verpackungshersteller hat ja schon vor ein paar Monaten Probleme, weil sie wohl Umsätze falsch gebucht haben.
Jetzt hat die Finanzaufsicht noch mehr Anhaltspunkte für Fehler gefunden.
Die Aktie ist danach 15% gecrasht.
In den letzten zwölf Monaten sind schon 80%.
Aber es gibt auch Krisen, die besser werden.
Die Donut-Kette Crispy Cream will dieses Jahr endlich wieder wachsen, nachdem sie schon seit Jahren in der Krise steckt.
Die Aktie ist danach über 30% hoch.
Und wenn wir schon bei Donuts sind, noch ein spannender Fakt fürs Wochenende.
Laut neuen Daten von der UEFA haben die größten Fußballclubs in Europa letztes Jahr 30 Milliarden Euro umgesetzt.
Das ist über eine Milliarde mehr als vor einem Jahr.
Problem ist aber, dass auch die Kosten massiv gestiegen sind.
Vor Steuern haben die Clubs einen Verlust von über einer Milliarde Euro gemacht.
Fußballclub in Europa ist also kein sonderlich geiles Business.
Und bevor wir jetzt gleich über zwei Firmen sprechen, die ein deutlich geileres Business haben, habe ich gestern nochmal mit Caspar Schlenk vom Manager Magazin gesprochen.
Der hat nämlich vor ein paar Tagen ein Interview mit dem SAP-CEO Christian Klein geführt.
Gestern wurde dann das neue Gehalt von Christian Klein öffentlich und ich wollte von Caspar wissen, ob man da schon negative Effekte durch die KI-Sorgen bei Softwareaktien sieht.
Also man muss sagen, bislang hat sich das nicht stark in seinem Gehalt niedergeschlagen.
2024 hat er knapp 19 Millionen Euro verdient und dieses Jahr sind es 16,2 Millionen, also ein bisschen weniger, denn das Gehalt hängt auch am Kurs, aber das schlägt sich im Moment noch nicht so stark nieder.
Du hast ja vor ein paar Tagen auch ein langes Interview mit Christian Klein geführt.
Gerade spricht die ganze Softwarewelt über die Bedrohung durch künstliche Intelligenz.
Hat er dazu irgendwas spannendes gesagt?
Er hat auf jeden Fall zu verstehen gegeben, dass der intern einiges umbaut, zum Beispiel schien ihm der Vertrieb zu kompliziert.
Da wurde immer ins Schaufenster gestellt, dass man 400 verschiedene KI-Use Cases hat.
Das meint er, ist einfach viel zu kompliziert.
Niemand hat Zeit, sich diese ganzen Use Cases anzuhören.
Das wurde grundlegend überarbeitet.
Aber auch die Produktentwicklung wurde umgebaut und zwar stärker hin zu Lieferketten, wo man mit KI viel schneller ein Unterschied machen kann und den Firmen verkaufen kann, warum sie wirklich konkret Geld sparen, wenn sie KI einsetzen.
Und man hat zwischen den Zeilen schon gemerkt, dass die ganzen KI-Produkte im Moment noch nicht angekommen sind und das SAP alles tut, um das nun irgendwie hinzubekommen.
Gab es sonst noch irgendwelche spannenden Themen, die dir rund um SAP aufgefallen sind?
Er hat auf jeden Fall im Interview gesagt, dass sie sich KI-Firmen gerade anschauen für Übernahmen.
Und ich kann mir schon gut vorstellen, dass sie da in den nächsten Monaten die ein oder andere Firma auch mal teurer zukaufen, um dem Markt zu zeigen, dass sie sich mit KI-Funktionen weiter aufrüsten.
Wenn ich für meine restliches Leben nur noch ein einziges Geschäftsmodell oder Business besitzen dürfte, dann wären zwei Bereiche ganz oben, Triebwerke und Banken.
Das sind beides keine so Selbstläufer, wie wenn man eine starke Marke wie Coca-Cola hat.
Triebwerksbohrer wie Rolls-Royce haben zum Beispiel Phasen, wo sie neue Triebwerke entwickeln oder gerade eine neue Triebwerksgeneration in Betrieb nehmen.
In diesen Phasen muss viel investiert werden und zum Start verkauft man die Triebwerke oft mit Verlust.
Danach kommt aber eine Phase, wo die Triebwerke für Jahrzehnte rumfliegen und durch Ersatzteile und Wartung wiederkehrende Umsätze mit sehr hohen Margen bringen.
Und genau in den Phasen kann man dann wirklich sehr, sehr gutes Cash verdienen, genau wie mit Banken im richtigen Zinsumfeld.
Dass das so ist, sieht man perfekt an zwei Firmen, die gestern Zahlen geliefert haben.
Die erste Bank aus meiner Heimat Österreich und der Triebwerksbauer Rolls-Royce.
Beide vereint außerdem, dass sie zu den besten europäischen Aktien der letzten Jahre gehören.
Mit Rolls-Royce hat man in den letzten fünf Jahren sogar über 1000% Rendite gemacht, mit der erste Bank immerhin fast 300%.
Bei beiden gab es keine krasse Reaktion auf die Zahlen, aber sie zeigen, was ich meine.
Bei Rolls-Royce ist der Gewinn letztes Jahr 40% gestiegen und sie rechnen jetzt 2028 mit um die 6 Milliarden Euro an freiem Cashflow.
Die Prognose bisher waren maximal 5 Milliarden.
Dazu muss man noch wissen, dass Rolls-Royce bei seinen Wartungsverträgen nicht pro Wartung bezahlt wird.
Sie werden für jede geflogene Stunde bezahlt.
So haben sie den Anreiz, maximal gute Triebwerke zu bauen, damit sie möglichst wenig warten müssen und Airlines sind auch happy, ein bisschen mehr zu bezahlen, wenn alles läuft.
Und dieses Jahr rechnet Rolls-Royce eben damit, dass die Anzahl der Flugstunden sogar bis zu 20% über das vor Corona-Niveau steigen könnte.
Einziges Manko an den Zahlen ist eigentlich nur, dass Rolls-Royce mittlerweile 125 Milliarden Euro wert ist.
Das ist sogar bei 6 Milliarden Euro an freiem Cashflow in 2028 noch ziemlich saftig.
Deutlich günstiger gibt es die erste Bank, nämlich für 40 Milliarden Euro, und das für eine Firma, die letztes Jahr 3,5 Milliarden Euro Nachsteuergewinn gemacht hat.
Das ist vor allem krass, wenn man es mit den Niedrigzinsphasen vergleicht.
Bis 2022 kam die erste Bank nie auf über 2 Milliarden Euro.
Spannend könnten die Kollegen übrigens auch für alle sein, die von der wirtschaftlichen Entwicklung in Osteuropa profitieren wollen.
Dort ist die Bank ja immer schon stark, hat aber Anfang des Jahres den größten Deal der Firmengeschichte gemacht und für 7 Milliarden Euro 49% an der polnischen Tochter von Santander gekauft.
Und auch ohne die Übernahme hatten sie letztes Jahr die meiste Wachstumsdynamik in Zentral- und Osteuropa.
Übrigens meinte der Finanzchef zu den Zahlen, 10 bis 15 Minuten freuen wir uns über das gute Ergebnis, dann arbeiten wir weiter.
Das ist doch mal das perfekte Wort zum Wochenende.
220 Stunden in der Woche gearbeitet, dann bin ich am Dienstag zu Mittag fertig.
Keine Arme.
Was machen Aktivisten an der Londoner Börse, mein Kollege Timon klärt auf.
Gestern hat die London Stock Exchange angekündigt, in den nächsten 12 Monaten eigene Aktien im Wert von 4 Milliarden Dollar zurückzukaufen.
Dazu gekommen ist, es durch den aktivistischen Investor Elliott Management, der dem 11.
Februar verkündet, dass er bei LSEG eingestiegen ist und das Management direkt zurückkäufen aufgefordert.
Eigentlich wollte Elliott sogar, dass die Firma fast 7 Milliarden zurückkauft, aber auch das 4 Milliarden Dollar Programm ist das größte, das LSEG jemals gemacht hat und entspricht 8% von ca.
50 Milliarden Dollar Börsenwert.
Vor einem Jahr war der noch knapp bei 80 Milliarden Dollar.
Die KI-Angst hat auch das Unternehmen hinter Londons Börse getroffen.
Das Traden an der über 300 Jahre alten Börse selbst macht nämlich aktuell nur 4% vom Umsatz aus.
Sogar wenn man die anderen Handelsplätze dazu rechnet, kommt das Marketsegment nur auf knapp 40%.
The CEO David Schimmer hat das Business zu einem Datenunternehmen umgebaut, and Investoren sehen das als gefährdet.
Besonders wichtig für den Wandel war 2021 die Übernahme von Refinitive für fast 30 Milliarden Dollar.
Die sind mit ihrem Workflows-Geschäft einer der wichtigsten Wettbewerber von Bloomberg Terminal.
Also von dem Tool, mit dem Banker und Investoren Finanzdaten wie zum Beispiel Umsatzzahlen, Credit Ratings, Aktienkurse und Nachrichten einsehen, Analysen machen und handeln können.
Solche Terminals kosten pro Nutzer über 20.000 Dollar im Jahr.
Insgesamt macht das reine Datengeschäft knapp 50% vom Umsatz aus und Investoren haben jetzt die Angst, dass Kunden in Zukunft die Daten viel günstiger mit KI-Tools auswerten und analysieren können und LSEG deswegen Kunden verliert oder die eigenen Tools viel günstiger anbieten muss.
Dabei macht die Firma nach eigenen Angaben 98% vom Umsatz mit Daten, die ihnen selber gehören, also Echtzeit, Kurspreise, eigene Bewertungen, zum Beispiel zur Nachhaltigkeit einer Firma und außerdem haben sie einen Exklusivvertrag über noch knapp 25 Jahre mit der Nachrichtenagentur Reuters.
Und von ihren knapp 300.000 Nutzern sind neben allen 100 größten Banken der Welt auch OpenAI, Microsoft und Entropic, die für ihre KI und Cloud-Produkte auf die Daten von LSEG angewiesen sind.
CEO Schwimmer geht deswegen sogar davon aus, dass LSEG ein Profiteur von KI sein wird, weil Modelle auf die Daten von LSEG angewiesen sind.
Übrigens hat sich Schirmer auch zum Investor Elliott geäußert.
Dazu, dass sie jetzt Druck auf das Management machen, meinte er nur, Druck ist für Reifen.
Wir hören allen Aktionären zu, können aber nicht immer alle glücklich machen.
Neben der Börse und dem Dankeschäft gehören LSEG auch die Indexmarken Footzi und Russell, damit machen sie knapp 10% vom Umsatz und der Trend zu passiven Investments sollte hier weiterhelfen.
Trotzdem, die Sorge vor KI-Konkurrenz ist echt.
Und dass immer mehr große Firmen von der Londoner Börse, zum Beispiel nach New York wechseln, ist auch kein Rückenwind.
So kommt die Firma aktuell nur auf ein erwartetes KGV von 18, das ist günstiger als die meisten Konkurrenten und liegt unter dem eigenen Schnitt der letzten 10 Jahre, der ist bei 25.
Was genau der Plan von Elliott ist, ist übrigens nicht bekannt.
Laut Insider wollen sie das Business nicht aufteilen, aber sie wollen eben, dass mehr Geld an Aktionäre fließt und die Firma Geld spart.
Neben dem Aktienrückkaufprogramm hat LSEG gestern auch die Dividende und die Erwartungen für 2026 erhöht.
Fürs gesamte Geschäft geht man jetzt von bis zu ca.
8% Umsatzwachstum aus.
Die Aktie hat um die 10% zugelegt.
London, Baby!
London, Baby!
Das war ohne Aktienwert schwer, produziert von Podstas bei OMAR.
Wir hören uns morgen wieder.
Da gibt es nämlich mal wieder eine Spezialfolge: ein Interview mit einem Fondmanager, der an derselben Uni studiert hat wie Warren Buffett.
Also auf jeden Fall reinhören.
Bis dahin.
Alles Gute.
Adios.
