# Trump Tariffs and AI Software Valuation Shifts

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-02-23

## Transcript

Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Heute ist Montag, der 23.
Februar.
Mein Name ist Noah Leidinger und das ist ohne Aktienwert schwer.
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Wir starten die neue Woche leider mit neuen Trump-Zöllen und danach gibt es einen Deep Dive zum KI-Absturz der Softwarebranche.
Ich habe ja gehofft, dass wir 2026 viel weniger über Zölle sprechen müssen als letztes Jahr, aber gerade seit Freitag hat sich das erstmal wieder geändert.
Eigentlich ist es ja so, dass der Präsident der USA gar nicht im Alleingang alle möglichen Zölle verhängen darf.
Er darf das aber, wenn es einen nationalen Notstand gibt.
Und Trump hat im letzten Jahr einfach argumentiert, dass es den gibt und dann alle möglichen Zölle verhängt.
Am Freitag hat der oberste Gerichtshof der USA aber gesagt, dass genau das nicht erlaubt war.
Das ist ein ziemlicher Rückschlag für Trump.
Sogar zwei der Richter, die von ihm nominiert wurden, haben nämlich gegen die Zölle gestimmt, aber sein Team war darauf schon vorbereitet.
Und zwar hat er direkt danach einen allgemeinen globalen Zollsatz von 10% verkündet.
Dieses Mal mit einem neuen Gesetz aus 1974, das sich auf kurzfristige Notstände bezieht.
Das Ganze gilt zwar nur für 150 Tage, danach müssen die Zölle vom Kongress verlängert werden.
Manche glauben aber, dass Trump nach 150 Tagen einen neuen Notstand ausrufen kann und es dann wieder von vorne losgeht.
Der wichtigere Unterschied ist aber, dass der Zoll auf maximal 15% begrenzt ist.
Und wie viel wir demnächst wieder über Zölle hören werden, hat man direkt am Wochenende gesehen.
Nachdem Trump am Freitag nämlich den globalen Zoll von 10% verkündet hat, meinte er am Samstag, dass er auf die vollen 15% geht.
Das trifft jetzt auch Länder wie das Vereinigte Königreich, die bisher einen 10%-Zoll verhandelt haben.
Aber es trifft zumindest nicht alle Importe.
Trump hat ja auch einige Zölle, die nur bestimmte Branchen wie die Autoindustrie treffen und die bleiben erstmal.
Dazu kommt, dass Trump jetzt sicher nach mehr Gesetzen suchen wird, mit denen er vor allem neue Zölle für einzelne Länder setzen kann.
Deshalb sollte man jetzt erstmal auch nicht damit rechnen, dass das Zollthema für Firmen wegen dem Gesetz ein kleineres wird.
Es könnte aber übrigens sein, dass Trump die illegalen Zölle zurückzahlen muss.
Da könnte es schätzungsweise sogar um 175 Milliarden Dollar gehen, aber als Investment Case darauf zu spekulieren, dass da irgendeine Firma Geld kriegt, ist auf jeden Fall extrem risky, weil das Umfeld rund um Trumps Zollpolitik weiter sehr unsicher bleibt.
Am Freitag hat die Börse übrigens sehr entspannt auf die Zölle reagiert.
DAX, SP 500, Nasdaq, alle haben knapp unter 1% zugelegt.
Das war aber auch noch vor der neuen Anhebung auf 15 Prozent.
Das könnte heute also noch spannend werden.
Und spannend bleibt natürlich auch die KI-Welt.
Einmal steht Nvidia laut Financial Times kurz davor, 30 Milliarden Dollar in OpenAI zu investieren.
Das ist vor allem interessant, weil sich die beiden im September auf ein 100 Milliarden Dollar Investment geeinigt haben.
Jetzt werden es bei einem Deal, der ein bisschen anders aufgebaut ist, doch nur 30.
Vielleicht liegt es auch daran, dass Nvidia nicht ganz so happy mit den Zahlen von OpenAI ist.
Wie die Information berichtet hat, hat sich der Umsatz nämlich im letzten Jahr auf 13 Milliarden Dollar mehr als verdreifacht, aber die Rechenzentrumskosten der KI sind noch stärker gestiegen und so kam OpenAI nur noch auf eine adjustierte Bruttomarge von 33%, geplant waren 46%.
Auch für die nächsten Jahre hat OpenAI jetzt mehr Umsatz, aber auch mehr Ausgaben prognostiziert.
Cash verdienen wollen sie übrigens erst 2030, dann aber direkt 40 Milliarden.
Dass OpenAI im letzten Jahr mehr Geld für die KI ausgegeben hat, könnte am Wettbewerb mit Anthropic und Gemini liegen.
Die zwingen OpenAI eventuell dazu, die KI länger denken zu lassen, um dann Ergebnisse zu liefern, die mit der Konkurrenz mithalten können.
Zumindest geht dieser KI-Wettbewerb bei uns aber noch nicht so weit wie in China.
Dort hat Alibaba sein neuestes KI-Modell zum Beispiel damit beworben, indem sie Nutzern kostenlosen Bubble Tea geschenkt hat.
Jedenfalls bedeutet dieser Wettbewerb auch, dass das Umfeld gut für alle bleibt, die beim Bau von Rechenzentren beteiligt sind und von den hohen Ausgaben profitieren.
Comfort Systems, die beim Bau von Rechenzentren mitspielen und Corning, die zum Beispiel Glasfaserkabel dafür liefern, haben am Freitag beide um die 7% zugelegt.
Bei Comfort haben da auch Quartalszahlen geholfen und bei Corning eine Analystenempfehlung.
Bevor wir uns gleich anschauen, wer auf der anderen Seite unter den ganzen KI-Entwicklungen leidet, aber noch eine gute Nachricht für eine europäische Branche, die von KI so wenig betroffen ist wie kaum eine andere.
Und zwar hatte Montclair am Freitag ziemlich starke Quartalszahlen.
Die Aktie ist über 10% gestiegen und andere Luxusaktien wie LWM Arsch, MS oder Prada, auch um die 4%.
Letztes Quartal ist der Umsatz von Monclair nämlich währungsbereinigt 7% gewachsen, damit mehr als doppelt so schnell wie im Gesamtjahr.
Getrieben wurde das von der Tochtermarke Stone Island, die sogar 16% gewachsen ist.
Und auch in Asien gab es starkes Wachstum, vor allem aus China, was natürlich eine gute Nachricht für die ganze Luxusbranche ist.
Okta, CrowdStrike und Zscaler haben am Freitag zwischen 5 und 10% verloren, es gab aber keine Quartalszahlen, auch keine großen Ausfälle, sondern ein neues Produkt von Anthropic, nämlich Claude Code Security.
Das ist ein KI-Tool, das Schwachstellen in Programmen entdeckt und sie fixen kann und damit ein ziemlich direkter Angriff auf Cybersecurity-Aktien und deswegen gab es dann den Abverkauf.
Auch ohne die News ist in den letzten Wochen die Sorge von KI-Konkurrenz bei Softwarefirmen massiv gestiegen, wie wahrscheinlich jeder im Depot gemerkt hat.
Insgesamt ist der iShares Expanded Tech-Sector Software-ETF dieses Jahr schon über 20% down und hatte damit den schlechtesten Jahresstart seit der Finanzkrise.
Ich habe Anfang des Jahres noch gesagt, dass es bei manchen Softwarefirmen wie SAP oder Salesforce eine Chance sein könnte.
Heute will ich nochmal genauer auf die KI-Bedrohung schauen und wie man die als Investor so ein bisschen einordnen kann.
Zum Start muss man eine Sache verstehen.
So gut wie niemand, der ernsthaft über das Thema nachdenkt, glaubt, dass SAP, Salesforce und die anderen in zwei oder drei Jahren komplett ersetzt werden oder wirklich massiv bedroht sind.
Es gibt auch wenige, die glauben, dass jede Firma ihre Buchhaltungstools und Personalsoftware in Zukunft mit KI einfach selbst baut.
Bestes Beispiel ist ja, dass sogar Enthropic die Personalsoftware Workday nutzt und OpenAI nutzt Slack, obwohl KI auf jeden Fall Chatprogramme bauen könnte.
Die große Frage, die Investoren gerade stellen, ist eine andere.
Und zwar werden die Geschäftsmodelle von Softwarefirmen durch KI einfach unattraktiver, weil es mehr Konkurrenz, höhere Kosten und weniger Burggraben gibt.
Und wenn das so ist, ist eine Softwarefirma zwar nicht sofort tot, aber eine Softwarefirma ist auch nicht mehr standardmäßig das 30-fache vom Gewinnwert, sondern vielleicht nur noch das 15-fache, alleine, weil sich die Attraktivität vom Geschäftsmodell ändert und Investoren deshalb ein niedrigeres KGV zahlen.
Und dann kann eine Aktie eben auch um 50% einbrechen, ohne dass sich an den Umsatz- oder Gewinnzahlen schon irgendwas geändert hat.
Soweit mal zum Hintergrund.
Jetzt muss man sich die Frage stellen, wie viel schlechter bestimmte Geschäftsmodelle wirklich durch KI werden.
Dazu muss man erstmal verstehen, woher die Modes, also die Burggräben, überhaupt kommen.
Der erste Burggraben sind die Nutzer, die sich an einem Produkt gewöhnt haben, also zum Beispiel Designer, die jahrelang gelernt haben, mit Adobe zu arbeiten.
Wenn eine Firma dann zu Canva wechselt, muss sie das komplette Personal umschulen, das ist extrem aufwendig und dann ist immer noch nicht sicher, ob es wirklich gut funktionieren wird.
In einer Zeit, wo Arbeit aber mehr und mehr so aussieht, dass Menschen die Ideen haben und KIs sie operativ umsetzen, wird dieser Wettbewerbsvorteil viel, viel schwächer werden.
Sehr viel läuft einfach über ein normales Chat-Interface.
Ein ähnlicher Burggraben sind Wechselkosten.
Es gibt an der Börse die Weisheit, dass man sich von Firmen fernhalten soll, die gerade eher ERP oder CRM-System wechseln, weil solche Einführungen dauern in der Regel deutlich länger als gedacht, kosten mehr und in der Zeit der Umstellung sinkt auch die Effizienz der ganzen Firma.
Deshalb wechselt Firmen solche komplexen Systeme auch nur wirklich sehr ungern, wenn die Tools einfacher zu bedienen werden und der Wechsel von KI-Agenten gemacht wird, könnte das ein kleineres Thema werden, ist aber immer noch ein stärkerer Burggraben als das reine Nutzerverhalten.
Dann ist es oft so, dass Firmen, die hohe Wechselkosten im Produkt haben, sehr stark darin sind, zusätzliche Produkte zu verkaufen, weil man dann alles an einem Ort hat.
Das könnte in Zeiten von KI schwerer werden, weil KI-Agenten automatisch Daten und Co.
zwischen dem einen und dem anderen Tool hin und her schieben können.
Der nächste ziemlich logische Vorteil ist die Komplexität der Software.
Das trifft zu Teilen, so etwas wie SAP, aber auch komplexe Industriedesign-Software suite Soul-Systems oder Chipdesign-Software von Cadence und Synopsis.
Viele von diesen Produkten sind über Jahrzehnte in enger Zusammenarbeit mit den Kunden entstanden und decken sehr viele Edge Cases und Wissen ab, das gar nicht offen verfügbar ist und mit dem man künstliche Intelligenz auch nur schwer trainieren kann.
Der vorletzte große Burggraben, der ein bisschen dazu passt, ist ein regulatorischer.
Wenn ich eine Firma wie Pfizerf bin, die Bankensoftware verkauft, über die jeden Tag hunderte Milliarden fließen, dann bin ich KI gegenüber wahrscheinlich deutlich entspannter, als wenn ich Software an Schulen verkaufe.
Und das letzte Thema sind Daten.
Am schwierigsten wird es dafür Firmen, die einfach Daten zusammenfassen und gut lesbar aufbereiten, die man aber auch woanders kriegt.
Im Finanzbereich wäre das so jemand wie FactZ, deren Börsenwert in den letzten zwölf Monaten über 50 Prozent gecrashed.
Spannender wird es da wieder bei Firmen wie SAP oder Salesforce, denn KI macht es einfacher, Daten zu verschieben.
Andererseits haben SAP und Salesforce als Marktführer mehr Daten in ihren Plattformen als die ganzen Konkurrenten.
Und wenn sie dann zum Beispiel Benchmarks liefern, wie effizient die eigene Lieferkette im Vergleich zum Branchenschnitt ist, sind das Daten, die KI nicht so einfach wegnehmen kann.
Und dann gibt es noch den Burggraben von so einer Plattform wie Bloomberg, die nicht nur wegen der Daten so beliebt sind, sondern vor allem, weil die komplette Finanzbranche sie zum Handeln und Kommunizieren nutzt.
Dieser Netzwerkeffekt ist in der Softwarewelt aber eher selten.
An diesen Typen von Modes kann man schon mal so grob versuchen einzuschätzen, wie groß die KI-Risiken einer Firma sind.
Es gibt sie bei jeder Firma, aber eben in unterschiedlicher Stärke.
Zum Abschluss bleibt dann noch eine Frage, die ein bisschen philosophischer ist, aber eigentlich noch wichtiger, und zwar die, wo in Zeiten von KI eigentlich das Geld hinfließt.
Man kann einerseits argumentieren, dass alle Geschäftsmodelle im Softwarebereich unattraktiver werden, weil die Software in Zukunft zu großen Teilen aus KI-Agenten besteht, die bei jedem Arbeitsschritt Geld kosten.
Das war bisher bei Software auf jeden Fall anders.
Andererseits wird Software heute von Menschen genutzt, die bei jedem Arbeitsschritt auch Geld kosten und zwar deutlich mehr als KI.
Da wird bei dem Wechsel in die KI-Welt also Wert in Form von Effizienz geschaffen und der kann zu drei Parteien gehen.
Zu den Kunden, zu den Softwarefirmen oder zu Enthropic oder OpenAI, die die Grundlagen der Agenten bauen.
Entscheidend dafür wird in einem freien Markt das Wettbewerbsumfeld sein, wie schnell die KI-Führerschaft zwischen OpenAI, Gemini und Anthropic hin und her wechselt, deutet für mich aktuell darauf hin, dass die Produkte haben werden, die halbwegs austauschbar sind.
Der wird sicher viel Wert geschaffen, aber es wird nicht wundern, wenn hier der größte KI-Effizienzgewinn ankommt.
Bleiben noch die Kunden- und Softwarefirmen und da hängt es am Ende nur davon ab, wie viel Burggraben und Differenzierung die Softwarefirmen haben, sonst werden sie gegenseitig im Wettbewerb ihre Margen auffressen und den Effizienzgewinn einfach den Kunden zuschieben.
Und damit sind wir dann doch wieder bei den Fragen zum Burggraben.
Das richtig abzuschätzen, ist gerade der wichtigste Faktor, wie sich die KI-Softwarewelt am Ende dann wirklich entwickelt, kann aber niemand so genau wissen.
Aber man kann wie immer in der Börsenwelt versuchen, möglichst smarte Risiken einzugehen.
Dabei wird noch wichtiger als früher, sich nicht nur die Zahlen von Firmen anzuschauen, sondern die Produkte zu verstehen.
In den Zahlen wird die KI-Bedrohung nämlich nur sehr schleichend sichtbar werden.
Und es wird noch wichtiger, sich das Management und die Kultur anzuschauen.
Im aktuellen Umfeld muss man extrem schnell sein.
Wer das nicht ist, hat ein ziemlich großes Problem.
Und der letzte Punkt trifft die Bewertung.
Mein Lieblingsbeispiel dafür sind E-Commerce-Firmen.
Während Corona gab es da immer die Daumen-Regel, dass eine gut wachsende E-Commerce-Firma einfach das Dreifache vom Umsatzwert ist.
Diese Daumen-Regel hatte aber wenig fundamentale Grundlage und seit Corona sind Investoren weniger bullish auf E-Commerce und die dreimal Umsatz hat so gut wie keine der Aktien je wieder gesehen.
Im aktuellen Umfeld sollte man auch bei Softwarefirmen vorsichtig sein, nur weil sie günstiger sind als im Schnitt der letzten Jahre, sind sie nicht günstig im aktuellen Umfeld.
Man sollte eher auf Cashflows schauen und daraus Bewertungen ableiten oder die Bewertung mit eher traditionellen Branchen vergleichen.
How can the price be going down?
Something's wrong.
What are they doing here?
They're selling, Mortimer.
Das war ohne Aktienwirt schwer, produziert von Podstas bei OMR.
Euch einen guten Start in die Woche.
Bis morgen.
Adios.
