# Activist Pressure and Bayer's Operational Turnaround

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-02-18

## Transcript

Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Heute ist Mittwoch, der 18.
Februar.
Mein Name ist Noah Leidinger und das ist ohne Aktienwert schwer.
Dieser Podcast wird unterstützt von Scalable Capital, die euch ab heute 25 Euro vom Scalable MSCI All Country World ATF schenken, wenn ihr ein neues Depot eröffnet und dann nutzt.
Heißt auf Deutsch, bis zum 25.03.
ein Depot eröffnen, das Depot mindestens 6 Monate bestehen lassen und in den 6 Monaten 6 Trades für mindestens 150 Euro ausführen.
Das könnt ihr zum Beispiel über einen klassischen Sparplan machen und dann kriegt ihr die 25 Euro vom Scalable ETF on top, zu meiner Meinung nach sowieso besten Broker.
Und gleichzeitig unterstützt ihr auch unsere Arbeit hier, wenn ihr für die Depoteröffnung den Link in der Beschreibung nutzt.
Und damit zurück zu unserer Arbeit.
Bei uns gibt es heute ein großes Buyer-Special.
Wieso steigt die Aktie seit Monaten immer weiter?
Und was hat Micromanagement und Bürokratie damit zu tun?
Aber erstmal die aktuellen News.
Aktivisten haben gestern die Börse übernommen und besonders hart getroffen hat es den Kreuzfahrtkonzern Norwegian Cruise Lines.
Dort ist nämlich der aktivistische Investor Elliott Management eingestiegen und hat direkt eine Präsentation mit Verbesserungsvorschlägen ans Management geschickt.
Dazu haben sie geschrieben, dass sie gern direkt mit dem Management arbeiten.
Wenn die aber keine Bereitschaft haben, wird Elliott direkt zu den Aktionären gehen und versuchen in den Aufsichtsrat zu kommen und so Einfluss zu kriegen.
Wer den Hintergrund von dem Investment verstehen will, muss sich eigentlich nur den Börsenwert von Norwegian und den zwei Konkurrenten Royal Caribbean und Carnival anschauen.
Carnival war vor der Pandemie 30 Milliarden wert und kommt jetzt auf 45 Milliarden.
Royal Caribbean war 30 wert und kommt jetzt auf 90.
Und Norwegian, die waren damals 10 Milliarden wert und sind auch heute noch 10 Milliarden wert, hatten also gar keine Wertentwicklung.
Das ist vor allem spannend, weil die Kreuzfahrtbranche viel Rückenwind hat, aber Norwegian schafft es einfach nicht, davon zu profitieren.
Zum Beispiel hat Norwegian auch eine der größten Privatinseln der Branche, während das für die anderen Konkurrenten aber ein ziemlicher Kundentreiber ist, hat Norwegian seine Insel auf den Bahamas einfach viel zu langsam weiterentwickelt.
Elliott glaubt aber eben, dass man das relativ schnell ändern kann und sich die Aktie dann verdoppeln könnte.
Gestern hat die Aktie nach der Meldung 10% zugelegt.
Übrigens gibt es auf der Seite von Elliott eine ausführliche Präsentation, was sie mit Norwegian vorhaben.
Da kann man auch einiges über die Branche an sich lernen.
Elliott ist aber nicht der einzige Aktivist im Tourismusbereich.
Schon letztes Jahr hat sich der Investor Starboard Value an TripAdvisor beteiligt.
Gestern kam raus, dass er jetzt eine Mehrheit im Aufsichtsrat haben will.
Auch das ist eine Firma, die seit Jahren viel schlechter läuft als die Konkurrenten.
In den letzten zwölf Monaten hat die Aktie 40% verloren und kommt nur noch auf knapp eine Milliarde Dollar Börsenwert.
Die Aufgabe ist hier aber deutlich schwerer als bei Norwegian, weil das Umfeld für ein Produkt wie TripAdvisor in Zeiten von KI einfach noch viel schwieriger wird.
Die Aktie hat gestern trotzdem um die 10% zugelegt.
Den größten Aktivisten die gab sowieso abseits vom Tourismus und zwar hat sich Chaina Partners am Finanzkonzern Pfizer beteiligt, der ist mit 30 Milliarden Dollar Börsenwert immer noch gigantisch, war aber vor einem Jahr um die 130 Milliarden Dollar wert.
Da gibt es also auch massive Probleme und spannend ist der Deal vor allem, weil Jaina Partners vor ein paar Jahren am Pfizer-Konkurrenten FES beteiligt war.
Beide Firmen verkaufen vor allem Software an Banken und die Finanzbranche.
Pfizer fährt mittlerweile aber auch ein großes Payment Business, unter anderem mit der Marke Clover, das so ein bisschen mit SumUp in Deutschland vergleichbar ist.
Und als Chaina an FES beteiligt war, hatten auch die eine große Paymento-Tochter, nämlich WorldPay.
Gemeinsam mit anderen Investoren hat Chaina dann aber Druck gemacht, das abzuspalten, laut Infos vom Wall Street Journal haben sie das bei Pfizer nicht vor, aber man kann es auf jeden Fall im Hinterkopf behalten.
Die Aktie ist gestern um die 5% gestiegen, auch da kam der frische Wind also gut an.
Aber jetzt habe ich die ganze Zeit über 5 oder 10% Bewegungen gesprochen.
Bei bisschen spekulativeren Aktien war gestern teilweise deutlich mehr drin.
Die Quantencomputerfirma Inflection ist gestern zum Beispiel an die Börse, hat über 10% zugelegt.
Wie so oft ist das Investment aber sehr spekulativ, heißt konkret, die machen gerade mal 30 Millionen Dollar Umsatz, sind aber schon über 2 Milliarden Dollar wert.
Deutlich bodenständiger ist das Business von Raspberry Pi, die bauen kleine einfache Computer, die man eigentlich eher von Programmierkursen kennt, jetzt gibt es aber neuen Rückenwind natürlich durch KI.
Viele haben ja sicher den Hype rund um OpenClaw mitbekommen, dass es ein sehr starker KI-Agent, der Aufgaben direkt auf dem eigenen PC durchführen kann.
Problem ist aber, dass der hin und wieder Fehler macht.
Deshalb lassen ihn viele lieber auf einem eigenen Gerät laufen, wo er keine Daten und Code zerstören kann.
Viele nutzen dafür den Mac Mini, in Nerdkreisen wird aber der Raspberry Pi immer beliebter.
Und an der Börse hat das gestern einen ziemlichen Hype ausgelöst, die Aktie hat fast 40% zugelegt.
Und letztes spekulatives Thema, die Biotech-Firma Compass Pathway vom umstrittenen Unternehmer Christian Angermeier hat vorläufige Studiendaten zu einem Psilozybin-Medikament vorgestellt.
Die Aktie hat danach 40% zugelegt.
Laut einem Experten von Stats sind die Daten aktuell gut genug für eine Zulassung durch die Behörden aus, sind aber weit weg von einem Wundermittel.
Und zum Abschluss noch ein paar Deal-Meldungen.
Warner Brothers wird jetzt tatsächlich nochmal mit Paramount über eine Übernahme sprechen und ein Konkurrenzangebot zu Netflix einholen.
Paramount und Warner Brothers haben danach beide zugelegt, die Netflix-Aktie hat sich nicht wirklich bewegt.
Deutlich mehr bewegt, nämlich 40% bergauf hat sich die Aktie von der Medizintechnikfirma Massimo, weil sie für fast 10 Milliarden Dollar von Dana höher gekauft werden.
Nicht so gut liefst beim Thema Medizintechnik übrigens für den Prothesenhersteller Ottoburg, der hat gestern zwar solide Zahlen vorgelegt, will in diesem Jahr aber maximal 8% wachsen.
Analysten haben mehr erwartet und die Aktie hat um die 5% verloren.
Und letzte Meldung: Das Management-Team von ServiceNow versucht die KI-Sorgen rund um die eigene Aktie zu beseitigen und hat gestern verkündet, dass sie erstmal keine Aktien der Firma mehr verkaufen werden.
Der CEO Bill McDermott wird sogar für 3 Millionen Dollar zukaufen.
Die Aktie von Bayer hat in den letzten zwölf Monaten 130% Rendite gemacht.
Was da los ist, habe ich mir zusammen mit Christoph angeschaut.
Die guten Nachrichten bei Bayer nehmen einfach kein Ende.
Gestern ging es mal wieder um das größte Problem der Firma: Glyphosat.
Hier stehen noch immer fast 70.000 Klagen zum Krebsrisiko im Raum.
Über 10 Milliarden Dollar hat der Konzern dafür schon bezahlt.
Jetzt gibt es die neue Entwicklung.
Bayer hat in den USA einen Vergleich über 10,5 Milliarden Dollar geschlossen.
Davon sollen 7,5 Milliarden alle laufenden und künftigen Klagen der nächsten 20 Jahre erledigen.
Weitere 3 Milliarden gehen an bestehende Einzelklagen.
Das ist eine Menge Kohle, aber für die Aktie wäre es eine gute Nachricht, weil es endlich Klarheit schaffen würde.
Deshalb ist die Aktie gestern auch 5% gestiegen, aber das ist nur die Spitze des Eisbergs.
Im Agrarbereich hat Bayer auch gute Nachrichten bekommen.
Die US-Umweltbehörde EPA hat das neue Herbizid Stryex für mehr als 30 Bundesstaaten zugelassen.
Das Mittel hilft Bauern gegen Unkräuter, die gegen Glyphosatresistent sind.
2024 sind diese Art von Herbiziden gerichtlich verboten worden, weil sie auf Nachbarfelder abdriften können.
Jetzt sind sie unter strengeren Auflagen wieder erlaubt.
Aber die wichtigsten Erfolge gibt es für Bayer in der Pharma-Pipeline.
Lange hat Sorgen gegeben, wie es weitergehen soll, wenn die Patente für die Umsatzbringer Xarelto und Ailia wegfallen.
Jetzt gibt es optimistische Aussichten.
Der große Hoffnungsträger heißt Asundexian.
Bayer hat vor kurzem finale Daten zur Vorbeugung von Schlaganfällen des Gerinnungshemmers vorgelegt.
Das Risiko eines erneuten Schlaganfalls sinkt um 26 Prozent.
Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat Asundexian Fast-Track-Status gegeben, wodurch eine Zulassung beschleunigt wird.
Analysten sehen in Asundexian einen Blockbuster, also Milliarden Umsätze pro Jahr.
Bereits 1,5 Milliarden Umsatz hat das Bayer-Krebsmittel Nubeka im Jahr 2024 gemacht.
Jetzt gibt es eine weitere Zulassung für das Mittel.
Nubeka darf auch bei metastasiertem Prostatakrebs ohne gleichzeitige Chemotherapie eingesetzt werden.
Dadurch können noch mehr Patienten angesprochen werden und Analysten rechnen hier sogar mit bis zu 3 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr.
Ebenfalls ein Blockbuster könnte Elinsanetant werden.
Das ist ein nicht hormonelles Mittel gegen Wechseljahresbeschwerden.
Es ist bereits seit Herbst zugelassen und es soll auch ein Blockbuster werden.
Klingt also alles gut und das war lange nicht so.
Die Bayer-Aktie hat Ende 2024 so tief notiert wie 20 Jahre davor.
Seitdem hat sich die Aktie aber mehr als verdoppelt.
Damit ist Bayer jetzt 45 Milliarden Euro wert.
Das ist das Neunfache vom erwarteten Gewinn.
Das liegt zwar über dem Schnitt der letzten Jahre, wirkt trotzdem noch nicht wirklich teuer.
Dazu muss man wissen, dass Bayer noch immer um die 30 Milliarden Euro Schulden hat und das Pharmageschäft unsicher bleibt.
Zumindest scheint neben der Forschung aber auch beim Management einiges richtig zu laufen.
Und das hat sich Noah angeschaut.
We are one of the most respected and trusted companies in the world, die Christoph jetzt beschrieben hat, haben teilweise mit Entwicklungen zu tun, die Bayer nicht zu 100% beeinflussen konnte.
Trotzdem muss man sagen, dass sie in den letzten Jahren viel verändert haben.
Und dazu kam letzte Woche ein sehr gutes Interview vom CEO Bill Anderson und dem HubSpot-Gründer Brian Halligan raus.
Anderson hat da sehr konkret erklärt, wie er versucht, Bürokratie bei Bayer abzubauen.
Das sind Themen, über die man sich als Investor oft nicht so viele Gedanken macht, weil sie schwer zu quantifizieren sind.
Aber sie zu verstehen, ist trotzdem wichtig, schon alleine um andere Turnaround-Cases und Strategiepläne von Managern besser einschätzen zu können.
Der erste Punkt, der schon viel durch die Medien gegangen ist, ist, dass Anderson Management-Ebenen reduziert hat.
Als er ankam, gab es elf bis zwölf Ebenen bei Bayer, jetzt sind es 6 bis 7, was Entscheidungen viel schneller macht.
Was bisher noch weniger in den Medien war, ist, dass Anderson auch die Span of Control erweitert hat, dass es im Grunde die Anzahl an Mitarbeitern, die ein Manager unter sich hat, als er ankam, waren das im Schnitt 7, jetzt sind es 14 und er will das noch weiter anheben.
Die Logik dahinter ist, dass ein Manager mit sieben Mitarbeitern noch ziemlich gut Micromanagen kann, wenn er auf einmal 20 oder 30 Mitarbeiter hat, muss er anders führen.
So hat Bayer also schon mal Ebenen reduziert und versucht, mehr Kontrolle an die Mitarbeiter zu geben.
Am Ende des Tages sind aber vor allem Anreize entscheidend.
Und wenn die Mitarbeiter den falschen Zielen folgen, ist das mit weniger Managern noch schwerer zu kontrollieren.
Wie sich die meisten denken können, die mal in größeren Firmen gearbeitet haben, ist ein großes Problem dabei, Budgets.
Budgets werden zu Beginn des Jahres festgesetzt und dann von den einzelnen Teams ausgegeben.
In der Realität ist es dann oft so, dass Teams darauf optimieren, leicht unter dem Budget zu bleiben, aber auch nicht zu weit, sodass man im nächsten Jahr wieder ordentlich Budget kriegt.
In der Marketingwelt geht das teilweise so weit, dass Firmen gegen Ende des Jahres nochmal versuchen, Werbung zu buchen, einfach um die Budgets aufzubrauchen.
Bayer hat diesen ganzen Prozess dynamischer aufgebaut.
Erstens gibt es keine Jahresbudgets mehr, sondern nur noch Budgets für 90 Tage und die Boni hängen auch nicht davon ab, ob man die Budgets genau trifft oder nicht.
Anderson hat als Beispiel genommen, dass Bayer auf einem bestimmten Themenbereich 20 Millionen Euro im Jahr allokiert.
In dem Bereich gibt's aber zum Beispiel fünf verschiedene Teams und nach 90 Tagen setzen sich die Teams dann zusammen.
Wenn Team A zum Beispiel merkt, dass sie nicht weiterkommen, weil sie auf Feedback von einer Behörde warten, dass erst in einem halben Jahr kommt, werden die Teammitglieder und das Geld von Team A erstmal auf andere Teams verteilt, wo es mehr Fortschritt gibt.
Und das gilt eben nicht nur fürs Geld, sondern sehr stark für Mitarbeiter.
Teams sind keine so fixen Strukturen, die über Jahre gleich bleiben.
Die gibt es zwar auch.
Es gibt aber auch viele Teams, die 90 bis 180 Tage an einem Problem arbeiten und dann neu zugeteilt werden.
Das ist alles keine Rocket Science, aber auf jeden Fall sehr konkrete Schritte, die sinnvoll klingen und aktuell scheinbar funktionieren.
Link zum ganzen Podcast mit Anderson verlinke ich euch in der Beschreibung.
Here's what's going to happen.
I am going to have to fix you.
Manage you to on a more personal scale.
A more micro form of management.
Jim, what is that called?
MicroGemin.
