# AI Disruption and the Resource Super-Cycle

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-02-16

## Transcript

Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Informationen und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Heute ist Montag, der 16.
Februar.
Mein Name ist Noah Leidinger und das ist ohne Aktienwert schwer.
Sponsor dieses Podcast ist Scalable Capital, dem durch ihre Vollbanklizenz noch bessere Konditionen.
Im Prime Plus Broker gibt es zum Beispiel den EZB-Einlagenzins auf ein unbegrenztes Guthaben mit mehreren Partnerbanken, bei denen jeweils die Einlagensicherung greift.
Wir starten die Woche mit den Fragen, ob Expedia und Airbnb von KI bedroht sind und wir am Anfang eines krassen Rohstoff-Superzyklus stehen.
Aber erstmal die News von Timon.
Bei den ganzen KI-Investments aktuell ist ja die große Frage, ob sie sich wirklich lohnen werden oder ob wir in einer Blase sind, wo einfach zu viel investiert wird.
Die Zahlen von Pinterest am Freitag waren ein Indiz, dass sich die Investments, zumindest bei manchen Firmen, schon jetzt lohnen.
Und zwar ist Pinterest letztes Quartal nur 14% gewachsen, hat eine schwache Prognose abgegeben und die Aktie ist 17% abgeschmiert.
Begründet hat das Management damit, dass sie viele große Einzelhändleskunden haben, die wegen der Zölle und Co.
vorsichtiger werden.
Wenn man aber sieht, dass Meta letztes Quartal deutlich über 20% gewachsen ist, könnte es auch zwei andere Gründe haben.
Erstens, in angespannten wirtschaftlichen Zeiten ziehen Marken ihre Werbebudgets eher zu den bekannten Plattformen.
Zweitens, Meta nutzt seine KI-Fähigkeiten stark dazu, um Werbungen besser an die richtigen Kunden abzuspielen.
Und mit dieser KI-Fähigkeit kann jemand wie Pinterest bei Weitem nicht mithalten.
Besser mithalten als gedacht, kann dafür Coinbase.
Die Aktie hat sich wegen des krassen Kryptoabverkaufs in den letzten drei Monaten halbiert.
Am Freitag hat die Firma dann Zahlen für das vierte Quartal veröffentlicht.
Und auch wenn man einen Verlust eingefahren hat und der Umsatz unter den Erwartungen der Analysten war, ist die Aktie über 15% gestiegen.
Dem Kurs hat sicher geholfen, dass der Bitcoin am Freitag 5% im Plus war.
Das hat auch andere Kryptoaktien wie Robin Hood und Strategy jeweils fast 10% nach oben gezogen.
Aber Coinbase ist ja noch stärker gestiegen und Robin Hood ist da auch das richtige Stichwort.
Die sind letztes Jahr vor allem im Kryptobereich extrem stark gewesen und es gab so ein bisschen die Sorge, dass Robinhood Coinbase abhängt.
Jetzt hat man aber gesehen, dass die Zielgruppe von Coinbase schon deutlich stabiler ist.
Zwar ist der Transaktionsumsatz insgesamt um fast 40% eingebrochen und damit ähnlich stark wie bei Robinhood.
Das lag aber vor allem an Privatanlegern.
Wenn man auf institutionelle Kunden schaut, von denen Coinbase einige hat, ist der Umsatz sogar gestiegen.
Die Zielgruppe scheint also viel stabiler zu sein.
Auch stabil ist außerdem das Stablecoin-Business.
Coinbase verdient ja mit den Zinseinnahmen vom Circle-Stablecoin mit und die gibt es auch, wenn die Kryptokurse sinken.
Letztes Quartal hat das 20% vom Umsatz ausgemacht.
Vor einem Jahr waren es 10%.
Passend dazu könnte der Börse gefallen haben, dass sich der CEO im Analystencall positiv zu einem neuen Entwurf vom amerikanischen Stablecoin-Gesetz geäußert hat.
Dann haben wir einen Profiteur von Olympia und der WM in diesem Jahr gefunden, nämlich Roku.
Die verkaufen Streaminggeräte und Software für Fernseher, damit man darauf Apps wie Netflix schauen kann, und deren Umsatz ist im letzten Quartal um über 15% gestiegen.
Analysten sehen das Unternehmen als einen der großen Gewinner am Streamingmarkt.
Grund ist, dass Roku an jedem Abo mitverdient, das jemand über ihre Plattform abschließt.
Vor allem, wenn große Sportevents wie Olympia oder DWM laufen, melden sich viele Leute an und das spült ordentlich Geld in die Kasse.
Auch für das restliche Jahr sieht es gut aus.
Roku rechnet mit einem Umsatz von 5,5 Milliarden Dollar, das sind fast 20% Wachstum.
Der Börsenwert ist am Freitag um fast 10% auf 12 Milliarden Dollar gestiegen.
Ähnlich stark ging es für Moderna nach oben.
Die Aktie vom Pharma Riesen war am Freitag knapp 7% im Plus und das, obwohl sie seit dem Jahreswechsel schon über 40% gestiegen ist.
Der Ausblick wurde bestätigt, fürs laufende Geschäftsjahr erwartet die Firma knapp 10% Wachstum.
Das entspricht einem Umsatz von um die 2 Milliarden Dollar und im letzten Quartal konnte die Firma die Umsatzerwartungen schlagen.
Grund ist, dass das Business mit dem Corona-Impfstoff weniger zurückgegangen ist als erwartet.
Mitte letzten Jahres hat man hier eine neue Version rausgebracht.
Dadurch konnte man Marktanteile gewinnen.
Dass die Aktie dieses Jahr generell so gut gelaufen ist, liegt außerdem an den positiven Studiendaten zu einem Krebsimpfstoff von Moderna.
Aber es läuft auch nicht alles.
Die eigene Impfung gegen die Atemwegserkrankung RSV hat nicht so angeschlagen wie erhofft und die neue Grippe-Impfung wurde Anfang letzter Woche von der US-Medizin- und Nahrungsmittelbehörde FDA nicht genehmigt.
Übrigens will sich Moderna auch wegen der Arzneimittelbehörde mehr auf internationale Märkte fokussieren und zum Beispiel in Europa stärker wachsen, wo das politische Umfeld für Impfstoffe einfacher ist.
Dann gab es noch eine Übernahmemeldung.
Sumitomo Forestry wird den US-Hausbauer Tri-Point Homes für viereinhalb Milliarden Dollar übernehmen.
Das ist fast 50% über dem Börsenwert vor der Meldung.
Sumitomo ist eigentlich ein japanisches Forstwirtschaftsunternehmen, macht aber große Teile vom Umsatz mit Einfamilienhäusern in den USA.
Mittlerweile sind sie dort der fünftgrößten Hausbauer.
Sumitomo ist mit dem US-Ziel nicht alleine.
Auch der japanische Konkurrent Sekisui House hat 2024 den US-Hausbauer MDC Holdings für 5 Milliarden Dollar übernommen.
Bis 2030 will Sumitomo jährlich 23.000 Häuser liefern.
Das ist mehr als doppelt so viel, wie sie aktuell machen.
Die Aktie von Tri-Point Homes war nach der Meldung fast 30% im Plus und auch die von Sumitomo ist leicht gestiegen.
Und eine Quartalsmeldung gab's noch.
Rivian hat um die 30% zugelegt, weil die zwar letztes Quartal weniger Autos verkauft haben als vor einem Jahr.
Dieses Jahr soll der Absatz dafür von knapp 40.000 auf fast 70.000 steigen.
Außerdem waren die Verluste ein bisschen geringer als erwartet.
Ich war im Podcast die letzten Tage ja nicht zu hören, weil ich in Südafrika unterwegs war, aber ich habe dafür ein paar Beobachtungen mitgebracht.
Zum Beispiel, dass der südafrikanische Index FoSI JSE Africa All Share letztes Jahr eine der besten der Welt war und gemessen in Dollar über 50% zugelegt hat.
Grund war natürlich die Rallye bei den ganzen Rohstoffen.
Rohstoffkonzerne dominieren hier nämlich den Aktienmarkt und passend dazu war hier letzte Woche die größte Bergbaumesse Afrikas, die Mining in Daba in Kapstadt.
Von dort hat man ziemlich viel langfristigen Optimismus gehört, gar nicht so rund um Themen wie Gold oder Silber, sondern vor allem rund um Rohstoffe mit echten Anwendungen wie Kupfer.
Ich selbst habe ja keine so großen Rohstoffinvestments, weil ich einfach Firmen mit Cashflows und Geschäftsmodelle deutlich besser einschätzen kann.
Trotzdem wollte ich euch eine These zu dem langfristigen Optimismus nicht vorenthalten, und zwar die von Jeff Curry, einem der Partner beim Private Equity-Giganten Carlisle.
Die große Frage beim Rohstoffthema ist nämlich, ob wir gerade in einem normalen Wirtschaftszyklus sind oder in einem Rohstoff-Superzyklus, also einem Zeitraum von 10 bis 30 Jahren, in denen Rohstoffpreise immer weiter steigen.
Der letzte davon ist zum Beispiel Anfang der 2000er gestartet, getrieben durch den Aufstieg und die extreme Rohstoffnachfrage aus China.
Und es gibt ja schon länger Argumente, dass die Kombination aus starker Energienachfrage durch KI und steigenden Rüstungsausgaben wieder zu so einem Zyklus führen könnte.
Spannend und neu an der These von Jeff Curry finde ich aber, dass dieser Rohstoff-Superzyklus besonders stark sein könnte.
Und zwar meint er, dass in jedem Rohstoff-Superzyklus das Kapital von nicht kapitalintensiven Geschäftsmodellen zu Kapitalintensiven wandert.
In den 60er Jahren war zum Beispiel das nicht-kapitalintensive Modell Coca-Cola und in den letzten Jahren waren es eher Google, Meta und Co.
Die große Änderung in diesem Zyklus ist aber, dass nicht nur Investoren aus Coke rausgehen und Rohstoffe oder entsprechende Firmen kaufen, in diesem Zyklus steigen die erfolgreichsten und größten nicht-kapitalintensiven Firmen auch in das Business ein und werden kapitalintensiv.
Das ist ja das, was wir mit den riesen Rechenzentren-Investments seit paar Jahren sehen.
Man muss natürlich sagen, dass das weiter eine reine These bleibt und es viele Effekte gibt, die man heute vielleicht nicht so sieht, die dazu führen können, dass es ganz anders kommt.
Dazu heißt ein Superzyklus auch nicht, dass es zwischendurch keine Gegenwind geben kann.
Die USA zum Beispiel horten seit einem Jahr extrem viel Kupfer, um sich geopolitisch abzusichern.
Laut BMO Capital Markets sitzen die USA gerade auf einem Kupferbestand, der sogar der Jahresproduktion von der weltgrößten Kupfermine in Chile entspricht.
Und dieses Horten hat im letzten Jahr die Nachfrage stark getrieben und damit auch die Preise, ist aber eher ein kurz- bis mittelfristiger Treiber, weil die USA wahrscheinlich nicht für immer mehr und mehr Metall einfach auf Vorrat kaufen werden.
Öl, Kohle, Kupfer, Gold.
Unsere Welt ist hungrig nach Rohstoff.
Nach dem Rohstoff-Superzyklus gibt es jetzt zwei Geschäftsmodelle, die auch in den kommenden Jahren wenig kapitalintensiv bleiben werden, aber vielleicht von KI bedroht sind, mehr dazu von Christoph.
Die Börse beschäftigt sich ja gerade mit der Angst vor Disruption durch KI und dazu passend gab es Ende der Woche was ganz Spannendes aus der Reisebranche.
Expedia und Airbnb haben da ihre Zahlen gebracht und auf den ersten Blick sieht das ziemlich ausgeglichen aus.
Expedia ist im vierten Quartal um 11% gewachsen, Airbnb um 12%.
Beide haben damit die Erwartung geschlagen und beide haben in ihren Earnings-Calls über das KI-Thema gesprochen.
Trotzdem war die Reaktion nach den Zahlen unterschiedlich.
Während es mit Airbnb nach oben ging, ist die Expedia-Aktie gefallen.
Bevor wir klären, woran das liegt, nochmal kurz ein Blick auf die spannendsten Zahlen.
Expedia hat im letzten Quartal 3,5 Milliarden Dollar Umsatz gemacht.
Das B2B-Geschäft läuft dabei extrem stark.
Hier verkauft Expedia die eigene Tech-Plattform an andere Firmen.
Wer zum Beispiel bei Walmart eine Reise bucht, bucht das im Hintergrund bei Expedia.
Hier ist die Firma doppelt so stark gewachsen wie im Gesamtkonzern.
Bei Airbnb lagen die Umsätze bei 3 Milliarden Dollar, ganz spannend hier.
Das Gross Booking Value, also der Gesamtwert aller Buchungen, ist mit 15% stärker gestiegen als der Umsatz und so stark wie seit zwei Jahren nicht.
Grund dafür, Airbnb hat Reserve Now Pay Later eingeführt.
Damit buchen die Leute teurere Häuser, weil sie einfach nicht gleich bezahlen müssen.
Operativ sieht es also bei beiden erstmal gut aus, aber strategisch gibt es eben einen Unterschied und das ist der Grund, warum Airbnb bei der aktuellen KI-Angst beliebter ist als Expedia.
Expedia lebt vom Vergleichen.
Welches Hotel ist in irgendeiner Stadt das günstigste oder hat das beste Preis-Leistungsverhältnis.
Das ist aber genau das, was auch KI-Modelle gut können.
Und wenn es künftig Standard ist, dass ein KI-Agent die Buchung übernimmt, könnte Expedia als Vermittler überflüssig werden.
Zwar kommen aktuell noch zwei Drittel der Buchungen direkt, aber im Earnings Call hat sie wiederholt Fragen zu den Traffic-Risiken durch Google und ChatGPT gegeben.
Airbnb hingegen sieht sich selbst als Reisemarktplatz.
Auch bei Airbnb ging es im Earnings Call um das Thema KI.
Allerdings hat Airbnb gute Argumente.
Die Plattform besitzt 200 Millionen verifizierte Identitäten und 500 Millionen Bewertungen.
Außerdem ist jedes Airbnb anders und deshalb schwerer miteinander zu vergleichen.
Dazu kommt der vielleicht wichtigste Punkt.
Über 90% der Kunden kommen direkt oder unbezahlt zu Airbnb, heißt auch, ohne über Google zu suchen.
Das zeigt, wie stark die Marke ist.
Die Börse preist genau diesen Unterschied ein.
Expedia kommt mit einem Börsenwert von 28 Milliarden Dollar gerade mal auf ein erwartetes KGV von 11.
Konkurrent Booking liegt übrigens bei 16.
Das erwartete KGV von Airbnb liegt beim Börsenwert von 73 Milliarden Dollar dagegen bei 23.
Fairerweise muss man sagen, dass Airbnb auch in der Vergangenheit einen Aufschlag gegenüber den Konkurrenten hatte.
Allerdings könnte die KI-Angst dafür sorgen, dass Anleger das Geschäftsmodell von Airbnb künftig eben noch mehr wertschätzen.
Neben der Disruptionssorge gibt es natürlich noch andere Themen, zum Beispiel, dass die hohe Inflation dafür sorgt, dass bei Reiseausgaben aktuell eher mal gespart wird.
I think AI is the best thing that ever happened to Airbnb.
Das war ohne Aktien wird schwer, produziert von Podstas bei UMR.
Wir hören uns morgen wieder.
Bis dahin.
Alles Gute, adios.
