# Nudging and Gamification in Financial Apps

**Podcast:** Finanzfluss Podcast
**Published:** 2026-02-12

## Transcript

Achtung, wenn ihr solche Elemente seht, lasst euch da nicht zu sehr von anstecken.
Bei Robin Hood hat es in der Vergangenheit Konfetti auf dem Bildschirm geregnet, sobald man den ersten Trade abgeschlossen hat.
Ich glaube, wenn man das sowieso vorhat, dann kann das ein ganz nettes Gadget sein zur Unterstützung.
Das Problem ist, dass uns solche Elemente unterbewusst beeinflussen und sie machen das Investieren emotionaler.
Umso wichtiger ist es, dass dir klar ist, welche Ziele dein Broker oder deine Bank damit verfolgen, wenn sie dir eine Meldung schicken.
Beim Investieren treffen wir sehr persönliche Entscheidungen, die ganz unmittelbar unsere eigenen Finanzen beeinflussen.
Und deshalb ist es auch so wichtig, dass wir diese Entscheidung möglichst bedacht und rational treffen.
Aber was ist, wenn die Plattformen, über die wir investieren oder andere Geldentscheidungen treffen, diese Rationalität gar nicht zulassen.
So gut wie alle Apps, auch Trading und Banking Apps, nutzen Designs und Funktionen, die dein Handeln unmittelbar beeinflussen.
In dieser Folge schauen Max und ich uns an, wie Nudging und Gamification in deinen Finanzapps aussehen können, welche Effekte das hat und wie du dich davor schützen kannst.
Ich bin Laura von Finanzfluss, freue mich, wenn du uns mit einem Abo unterstützt und wünsche dir jetzt viel Spaß mit dieser Folge.
Bevor es weitergeht, noch ein kurzer Hinweis von unserem Werbepartner.
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Together we can jetzt weiter mit der Folge.
Hallo Max, schön, dass du wieder dabei bist.
Herzlich willkommen im Podcast.
Hi Laura, vielen Dank, freut mich wieder dabei zu sein.
Starten wir erstmal mit einer Begriffserklärung.
Der Begriff Nudging bezeichnet Methoden, die das Verhalten von Menschen auf bestimmte Weise beeinflussen sollen.
Dazu wird die sogenannte Entscheidungsarchitektur bewusst verändert, also das Umfeld, in dem die Entscheidung getroffen wird.
Ein Beispiel ist, wenn gesunde Produkte in einem Supermarkt auf Augenhöhe platziert werden und die Süßigkeiten eher ein bisschen weiter unten eher ein bisschen versteckt.
Das führt oft zu einem ausgewogeneren Einkauf, ohne dass Menschen sich das selbst vorher bewusst vorgenommen haben.
Ein weiteres Beispiel zu diesem Bereich ist die Opt-out-Option bei der Organspende.
Dabei ist jeder automatisch Organspender, wenn er oder sie nicht aktiv widerspricht.
Dieser Default, also diese Standardeinstellung sozusagen, hat einen massiven Einfluss auf die Anzahl der Spender.
Die ist nämlich viel höher, als wenn Menschen sich aktiv für die Spende erst registrieren müssen.
Wichtig zu erwähnen ist: beim Nudging haben Menschen nach wie vor die freie Wahl zwischen allen Optionen.
Es werden aber menschliche Verhaltensmuster genutzt, um bestimmte Optionen attraktiver oder auch weniger schmackhaft zu gestalten.
Nudging ist also eine Art Strategie.
Und eine mögliche Technik oder ein Werkzeug, um diese Strategie umzusetzen, ist Gamification.
Dabei werden spieltypische Elemente in spielfremden Kontexten eingesetzt, um Motivation, Engagement oder Nutzerbendung zu steigern.
Gamification basiert auf einer Theorie aus der Psychologie, nach der Menschen besonders motiviert sind, wenn sie das Gefühl haben, dass es ihnen etwas gelingt, wenn sie ihre Entscheidungen frei treffen können und ein soziales Zugehörigkeitsgefühl besteht.
Diese psychologischen Aspekte nutzen typische Gamification-Elemente aus.
Einige kennst du bestimmt selbst, zum Beispiel, wenn du irgendwo Punkte, Münzen oder Abzeichen für bestimmte Aufgaben einsammeln kannst.
Oder so etwas wie Bestenlisten, also Leaderboards, Fortschrittsbalken und Avatare, das sind ebenfalls ziemlich weit verbreitete Gamification-Elemente.
Eine bekannte App, in der sehr viele solcher Beispiele zu sehen sind, ist Duolingo.
Dort werden unzählige spielerische Elemente genutzt, um Menschen zu motivieren, eine Sprache oder einen anderen Skill zu lernen.
Besonders bekannt ist zum einen natürlich die weltberühmte Eule, aber auch die Streak-Funktion, also an wie vielen Tagen in Folge man gelernt hat.
Das soll die Nutzer immer wieder zurück in die App locken.
Das gibt es auch bei Social Media-Apps wie Snapchat oder Breel, wenn man mehrere Tage hintereinander aktiv ist.
Aber Nudging und Gamification gibt es eben nicht nur in Lern- und Social Media-Apps, sondern auch in solchen, die etwas mit deinem Geld zu tun haben.
Also in deinem Broker oder in deiner Banking-App.
Auch hier haben Anbieter häufig ein Interesse daran, dass du möglichst viel Zeit in der App verbringst, sie regelmäßig checkt und Transaktionen durchführst.
Jetzt müssen wir aber differenzieren.
Nudging und Gamification sind nicht zwingend etwas Schlechtes.
Denn es kommt ganz darauf an, wofür die Methoden eingesetzt werden und wie sie dein Verhalten beeinflussen.
Ein Positivbeispiel für Nudging im Finanzkontext ist etwa ein Spardefault, den man bei vielen Banken einrichten kann.
Dabei wird bei jeder Kartenzahlung der Betrag automatisch auf den nächsten Euro aufgerundet und die Differenz wandert dann direkt auf ein Unterkonto oder Tagesgeldkonto.
Das gibt es unter anderem bei der ING, bei der Volksbank, N26 oder auch C24.
Diese Roundup-Funktion gibt es auch bei Trade Republic.
Außerdem gibt es hier eine ähnliche Funktion, die Safeback heißt.
Hier wird bei Kartenzahlungen ein Prozent des Kartenumsatzes gesammelt und am Monatsanfang in einen ausgewählten Sparplan investiert.
Hierzu ist aber auch wichtig zu wissen, das Geld kommt quasi von Trade Republic.
Also kann man das quasi auch als eine Art Nudge betrachten von Trade Republic, um eben die Trade Republic-Karte auch zu nutzen.
Wiederum eine andere gute Sache, für die man Gamification nutzen kann, ist der Anreiz für Bildung.
Das haben wir eben schon bei Duolingo erwähnt.
Und auch in einigen Trading und Banking-Apps gibt es Lernbereiche.
Wichtig zu unterscheiden ist hier, ob die spielerischen Elemente dort wirklich nur zum Lernen motivieren sollen oder ob daran auch Kaufentscheidungen gebunden sind oder gezielt Anreize für sowas wie ein Premium-Abo gesetzt werden sollen.
Nudging und Gamification, die alleine dazu da sind, dich zu einem Kauf zu beeinflussen, solltest du aber kritisch sehen.
Teilweise gab es hier in der Vergangenheit auch immer wieder Rechtsprechungen, die bestimmte Elemente in Finanz-Apps verboten haben, um die Verbraucher zu schützen.
Eine ganz bekannte Form von Nudging ist das Hervorheben bestimmter Buttons.
Wir kennen das oft von der Cookie-Abfrage im Internet.
Da sticht dann die Option, alles akzeptieren in der Regel farblich sehr doll heraus und die Alternativen stehen daneben, aber sind ein bisschen weniger offensichtlich.
Äquivalent dazu war in einigen Trading-Apps die Schaltfläche zum Abbruch eines Kaufs ausgegraut oder gar nicht zu sehen.
Der Button für den Kauf war dagegen in knalligen Farben sehr präsent.
Diese sogenannten Dark Patterns hat die BAFIN im November 2022 für unzulässig erklärt.
Unterschiedliche Farben und Kontrastdesign zwar erlaubt, allerdings müsste auch der Knopf für den Abbruch einer Transaktion gut zu erkennen und klar auffindbar sein.
Welche Nudges gibt es denn eigentlich noch so?
Ein ganz klassischer Nudge, also sprich ein Anstupser, sich wieder mit einer App zu befassen, ist die gute alte Push-Benachrichtigung.
Die nutzen wahrscheinlich so gut wie alle Apps, die du auf deinem Handy hast.
Der Mechanismus dahinter ist denkbar einfach.
Durch die Benachrichtigung entsteht ein Anreiz, ein sogenannter Trigger in die App zu klicken und dort mehr zu erfahren.
Der Mechanismus ist ja wirklich simpel und Notifications gehören quasi zu unserem Alltag dazu.
Umso wichtiger ist es, dass dir klar ist, welche Ziele dein Broker oder deine Bank damit verfolgen, wenn sie dir eine Meldung schicken.
Noch offensichtlicher ist dieses eigennützige App-Design, wenn Gamification-Elemente mit Trading oder Banking vermischt werden.
Und besonders auf die Spitze getrieben hat, dass in der Vergangenheit der US-Amerikanische Anbieter Robin Hood.
Schauen wir uns das Negativbeispiel mal genauer an.
Bei Robin Hood hat es in der Vergangenheit Confetti auf dem Bildschirm geregnet, sobald man den ersten Trade abgeschlossen hat.
Neue User konnten außerdem zwischen drei digitalen Rubellosen für eine kostenlose Aktie wählen und diese anschließend freirobbeln.
Dasselbe lotterieähnliche Belohnungsprinzip gab es nach dem Anwerben von Freunden.
Das hat fast schon Ähnlichkeit mit Blootboxen, die User in Videospielen ziehen und öffnen können und die auch wegen ihres Glücksspielcharakters stark in der Kritik stehen.
Die zwei beschriebenen Funktionen gibt es bei Robin Hood in der Form aber auch nicht mehr.
Ein weiteres Gamification-Tool, das es aber nach wie vor in der App gibt, sind Bestenlisten.
Im Fall von Robin Hood die Top-Movers oder früher auch Daily Movers genannt.
Also Aktien, die an diesem einen Tag besonders stark geschwankt sind.
Da steht dann gern mal eine zweistellige Plus-Rendite, die natürlich super verlockend aussieht, schnell FOMO auslöst und dann zu einem Impulskauf animieren kann.
FOMO, also die Fear of Missing Out, macht sich Robin Hood auch zunutze und zwar bei neuen Produktlaunches.
Denn hier bedient sich Robin Hood häufig an Wartelisten, um die Spannung zu erhöhen.
Zum Beispiel, als der Anbieter seine Krypto-Wallets herausgebracht hat, hier konnten sich Nutzer dann auf die Warteliste setzen lassen oder Freunde einladen, um früher Zugang zu den neuen Produkten zu erhalten.
Und wenn ihr denkt, Moment mal, das kommt mir doch bekannt vor, ein ganz ähnliches Prinzip hat auch Trade Republic genutzt, als sie ihre Kreditkarte gelauncht hatten.
Vielleicht hören sich diese Spielereien für dich eher harmlos an.
Ich kaufe doch nicht mehr nur wegen ein bisschen Confetti auf dem Bildschirm.
Aber das Problem ist, dass uns solche Elemente unterbewusst beeinflussen und sie machen das Investieren emotionaler.
Dabei wollen wir ja genau das nicht.
Denn Geldentscheidungen sollen wir hauptsächlich mit dem Kopf und eben nicht mit dem Bauch treffen.
In Deutschland gehört Robin Hood übrigens nicht zu den klassischen Brokern.
Du kannst darüber hier keine normalen Aktien und ETFs kaufen, sondern vor allem in Krypto und in sogenannte Aktientokens investieren.
Das sind Derivatkontrakte zwischen dir und Robin Hood, die sich nur nach dem Kurs eines zugrunde liegenden Wertpapiers richten.
Du hast aber keinen tatsächlichen Anspruch auf das Wertpapier.
Diese Aktientokens sind ein hochriskantes Finanzprodukt und kein Ersatz für einen ETF-Sparplan zur Altersvorsorge.
Auf seiner Website erweckt Robin Hood aber den Anschein, als wäre das Investieren in die Aktientokens ganz normales investieren.
Laien können den Unterschied vermutlich nicht auf den ersten Blick erkennen.
Und einen weiteren Aspekt sollten wir im Zusammenhang mit Robin Hood und Gamification auf jeden Fall auch noch nennen, und zwar die Verschmelzung von Trading App und Prediction Markets.
Das ist ein relativ neuer Trend.
Was sind denn diese Prediction Markets?
Im Prinzip sind das einfach Wettplattformen.
Im Prediction Markets-Bereich.
Bei Robin Hood können Nutzer auf den Ausgang aller möglicher Ereignisse setzen, egal ob im Sport, in der Politik, der Wirtschaft oder auch beim Wetter.
Hier geht es jetzt nicht mehr nur ums Design oder kleine gamifizierte Elemente.
Das ist tatsächlich einfach Glücksspiel in einer Trading-App.
Und das sollte dir einfach bewusst sein.
Vor allem, weil Prognosemärkte gerade immer populärer werden und auch andere Broker, wie zum Beispiel eToro angekündigt haben, in den Bereich erweitern zu wollen.
Wenn ich das Thema noch mehr interessiert, können wir dazu gerne auch mal eine extra Folge machen, in der wir uns Prognosemärkte wie Polymarket oder Calci oder auch klassische Sportwettanbieter mal näher anschauen.
Schreib's gerne in die Kommentare.
Ich habe mich dann auch nochmal bei uns im Team umgehört, wo meine Kolleginnen und Kollegen noch Nudging oder gamifizierte Elemente in ihren Finanz-Apps finden.
Ein Beispiel, das echt oft genannt wurde, sind Leaderboards, zum Beispiel bei eToro.
Der Broker gibt sogenannte Top-Trader bekannt.
Die Rangliste nutzt dann Filter wie Gesamtgewinn, Gewinnquote und Risikowert.
Und danach kann man dann so ein bisschen sortieren.
Nutzer können diese Top-Trader dann außerdem nach Performance-Zeiträumen sortieren und die Portfolios auch kopieren.
Investieren wird hier gewissermaßen zum Wettbewerb.
Und ich muss sagen, so ein bisschen, finde ich, hat man ja eh schon einen Hang dazu, sich mit anderen sehr stark zu vergleichen beim Investieren.
Oder auf der einen Seite sagen wir ja auch immer, man soll nicht davor zurückschrecken, sich auch mit anderen darüber auszutauschen.
Aber so ein Leaderboard, wo man dann sozusagen sagt, diese Person has here in Anführungszeichen am besten investiert, sehe ich schon ein bisschen kritisch.
Ich weiß nicht, wie siehst du das, Max.
Ja, das ist auf jeden Fall richtig.
Über Geld reden ist natürlich immer sinnvoll, aber sich da irgendwie zu vergleichen, wer hat die beste Performance, wer hat die beste geheimste Aktie gefunden, die to the moon gegangen ist, ist natürlich schwierig.
Also ja, da wäre ich auf jeden Fall vorsichtig.
Zumal, was ich da vielleicht noch dazu sagen würde, wenn man da jetzt irgendwie auch einen sehr kurzen Zeitraum einstellt und sich da zu vergleichen, da hat man ja einfach, sieht man ja wirklich einfach nur, wer da gerade Glück gehabt hat, sozusagen mit irgendeinem Aktienpick.
Das kann ja wirklich alles gewesen sein.
Wenn man da jetzt, keine Ahnung, sich eine Woche anguckt oder so.
Oder auch diese Daily Movers, wie wir vorhin schon hatten.
Für mich hat das einfach super wenig Aussagekraft.
Deswegen einfach, Achtung, wenn ihr solche Elemente seht, lasst euch da nicht zu sehr von anstecken und nicht zu sehr von unter Druck setzen, vor allem.
Machen wir mal weiter.
Ein weiteres Feature, das mir aus dem Team genannt wurde, ist ein Streak-Feature in der Tomorrow-App.
Das zählt, wie viele Monate in Folge du mehr in deine Unter- und Tagesgeldkonten eingezahlt als ausgezahlt hast.
Also ist praktisch ein Incentive zum Sparen.
Dabei spielt die Höhe der Einzahlung keine Rolle, nur die Kontinuität.
Das finde ich im Prinzip eigentlich ein ganz vertretbares Gadget.
Also ich finde generell diese Sparincentive sind immer ganz nett.
Muss dann jeder selber natürlich wissen, wie stark einem das dann wirklich motiviert, nur weil jetzt irgendwie eine Flamme oder eine Zahl als Streak angezeigt wird.
Ich glaube, wenn man das sowieso vorhat, dann kann das ein ganz nettes Gadget sein zur Unterstützung.
Genau, then can that by Duolingo gut zu funktionieren scheint, kann jetzt vielleicht auch in Banking Apps gut funktionieren und euch zum Sparen motivieren.
Machen wir weiter mit der ING, denn hier gibt es auch ein Investingprogramm und das funktioniert folgendermaßen.
Jeder Kauf und Verkauf von Wertpapieren bringt dir Punkte für dein Investing-Level.
Sparplanausführungen zählen hier allerdings nicht dazu.
And all three months will be the investing level actualised.
Up sechs Trades hat man silver, ab 13 Trades Gold and up 25 Trades Platinum Level.
Belohnt werden the level with besonder benefits, which is reduzierten Gebühren.
By the consos have an ähnliches principe with levels, that we have the handelskosten bestimmen.
That is not an anreized, um mehr to trade, but we listen that mehr traden is not really bad.
Yeah, and feel for violents, um then space a bit trades for weniger Geld zu machen, muss nicht unbedingt sinnvoll sein.
Yeah, da würde ich dir zustimmen.
I think these anreize, gerade weil es nur um ein Trades geht anders on Sparplanausführungen, yeah, so ein bisschen fehlgeleitet, wenn es jetzt passiv and langfristig investieren möchte.
Machen wir mal weiter.
Eine app, die stark auf Gamification setzt, is auch Beatvest.
Here werden die spielerischen Elemente, aber soweit ich es bei der Recherche sehen konnte, for all eingesetzt.
So the app nimmt Nutzer am Anfang ein bisschen an die Hand, and many Aktien und ETF kaufen, erstmal üben, sozusagen.
Natürlich ist das Ziel, dann auch auf echte Wertpapiere umzusteigen.
And here we're a bit of the dualität, die we forhin schon beschrieben haben.
Also, that gamification zum Zweck von lernen and that man da irgendwie durchhält und dass man motiviert bleibt, eigentlich eine ganz gute Sache ist.
Dass man aber immer aufpassen sollte, wenn es dann übergeht, sozusagen ins echte investieren.
Also wichtig ist bei Finanzen immer zu verstehen, dass es irgendwann dann eben kein Spielgeld mehr ist und dass man nicht die ganze Zeit nur übt oder sich die ganze Zeit mit anderen misst oder selbst irgendwelche kleinen Milestones erreicht, dass jetzt zum Beispiel die Anzahl der Trades oder so angeht, sondern dass man ja wirklich durch das Lernen oder durch diese Gamification am Anfang vielleicht eine Strategie auch überlegen kann und dass man die dann aber wirklich mit echtem Geld umsetzt.
Das sollte man auf jeden Fall immer im Hinterkopf behalten.
Ganz genau, and that is natürlich vor allem in Zeiten der Neobroker auch extrem wichtig.
Denn ja, viele of euch nutzen wahrscheinlich Apps wie Trade Republic, Scalable Capital oder auch Finanzen Net Zero, and euch ist wahrscheinlich aufgefallen, dass die ganzen Apps relativ einfach zu bedienen sind und man mit wenigen Klicks relativ schnell einen Sparplan eingerichtet hat oder auch ein ETF direkt gekauft hat oder eine Aktie gekauft hat.
Wenn wir das jetzt mal vergleichen mit Direktbanken, bei denen ist der Handel nämlich oft etwas schwieriger.
Hier muss man noch zwischen vielen Börsenplätzen auswählen.
Diese Wahl entfällt bei den meisten Neobroker, da hier nur eine Börse zur Verfügung steht.
Das heißt, wir sehen, ja, bei den Neobrokern ist man wirklich schnell verleitet dazu, einfach mal schnell nebenbei eine Aktie zu kaufen oder verkaufen, weil die Apps eben sehr einfach und übersichtlich gestaltet sind.
Wir haben jetzt so viele Beispiele genannt und unseren Senf dazu gegeben.
Jetzt wollen wir uns aber noch anschauen, welchen Effekt nudging and gamification eigentlich tatsächlich haben.
Eine Zeit lang waren diese Elemente vor allem bei Neobrokern aufzufinden.
Die Beispiele eben haben ja jetzt gezeigt, dass das längst nicht mehr der Fall is.
Aber weil es eben mal so war, haben viele Studien vor allem die Unterschiede zwischen den Nutzern von Neobrokern und klassischen Investoren betrachtet.
Und diese Untersuchungen sind sich in ihren Ergebnissen ziemlich ähnlich.
Fast alle kommen zu dem Schluss, dass Nutzer von Neobrokern im Schnitt risikofreudiger sind und durchschnittlich mehr Transaktionen durchführen.
Nutzer von Neobrokern setzen im Schnitt auch auf mehr verschiedene Finanzprodukte als klassische Investoren.
Und besonders interessant, eine Umfrage hat gezeigt, dass viele User, die Neobroker-Apps nutzen, auch Spaß- und Nervenkitzel als Motivation fürs Anlegen nennen.
Jetzt könnte man daraus natürlich folgern, dass das benutzerfreundliche und teilweise auch zum Kauf motivierende Design der Neobroker hier seine Wirkung zeigt.
Das mag auch sein, allerdings ist die Konsequenz daraus gar nicht unbedingt so negativ.
Dieselbe Umfrage von Forschenden der Münchner Hochschule für Applied Science und der Uni Trier kam nämlich zu den Ergebnissen, dass Neobroker-Nutzer im Schnitt auch eine höhere Jahresrendite erwirtschafteten.
Also einen höheren absoluten Gewinn.
Dafür sind sie im Schnitt eben auch mehr Risiko eingegangen.
In diese Erhebung bzw.
diesen Befragungszeitraum hat sich das bezahlt gemacht.
Es gibt aber auch Untersuchungen, die zeigen, dass besonders häufiges Traden einen gegenteiligen Effekt haben kann und die Rendite dadurch langfristig sinkt.
Aus der eben genannten Studie geht natürlich auch nicht hervor, ob die befragten Menschen überhaupt im Einklang mit ihrem jeweiligen Risikoprofil investiert haben.
Oder auch wie die höhere Rendite auf die Befragten verteilt war.
Denn es kann ja sein, dass einfach ein paar wenige ziemlich hohe Gewinne erzielt haben und viele andere wenig bis gar nichts.
Denn wie wir alle wissen, bei höherem Risiko besteht natürlich auch immer die Gefahr wesentlich härterer Verluste.
Wie wir vorhin schon gesagt haben, einfach nur mehr zu traden, ist für die Rendite nicht unbedingt besser.
Und sich zu Käufen hinreißen lassen, sei es jetzt aus FOMO oder Panik, ist auch keine solide Anlagestrategie.
Deshalb kommen jetzt hier noch ein paar Tipps, wie du dich vor den Effekten von Nudging und Gamification in deinen Finanzapps tatsächlich schützen kannst.
Zum einen hilft es auf jeden Fall schon mal, ein Bewusstsein für diese Dinge zu haben.
Du hast jetzt diese Podcast-Folge bis hierhin angehört, also ich würde sagen, den Grundstein hast du damit auf jeden Fall gelegt.
Wenn du über die Effekte von spielerischen Elementen Bescheid weißt und verstehst, was sie bei dir auslösen sollen, dann kannst du dich per se schon mal besser davor schützen.
Eine zweite Maßnahme ist, möglichst wenig Zeit in den Apps zu verbringen.
Wenn du Geldanlage für deine Altersvorsorge oder andere Mittel- bis langfristige Sparziele nutzt, musst du nicht oft in dein Depot schauen.
Deaktiviere am besten auch die Marketingbenachrichtigung und News deiner Trading und Banking-Apps und verschiebt die Apps weiter nach hinten in einen Ordner, wo du sie nicht jederzeit siehst.
Je weniger Trigger du hier hast, desto besser.
Ein Depot-Check alle paar Wochen oder Monate reicht völlig aus.
Grundlage dafür ist allerdings eine klare Anlagestrategie.
Und das ist gleichzeitig auch ein weiterer Schutzmechanismus für dich.
Wenn du dir gut überlegt hast, wie du investieren möchtest und verstehst, warum langfristige Anlage für dich so sinnvoll ist, dann lässt du dich viel weniger von Top-Tradern, Streaks und Investing Levels locken.
Entwickle ein eigenes Investment selbstbewusstsein, dass du dir durch Finanzwissen aufbaust.
Und damit kommen wir zum Ende der Folge und fassen nochmal kurz zusammen.
Nudging und vor allem Gamification in deinem Broker oder deiner Banking-App können vor allem drei Folgen haben.
Erstens, es kann dazu führen, dass du Risiken unterschätzt, weil sich die Oberfläche eher wie ein Spiel anfühlt und nicht wie Aktienhandel mit echtem Geld.
Zweitens, es kann dazu führen, dass du Overtrading betreibst, also dass du häufiger handelst, als es renditetechnisch optimal wäre.
Und drittens begünstigen Nudging und Gamification häufig impulsives Handeln, was an den Finanzmärkten schnell zu Verlusten führen kann.
Sag uns gerne mal, ob du noch Gamification-Elemente aus anderen App kennst.
Lass uns außerdem gerne ein Abo da, um uns zu unterstützen und keine Folge mehr zu verpassen.
Wir hören uns dann nächste Woche wieder.
Bis dahin, mach es gut.
Bis dann, ciao.
Wir hoffen, euch hat diese Folge von Finanzfluss gefallen.
Wenn ja, dann freuen wir uns über ein Like und wenn ihr diesen Podcast abonniert.
Teilt eure Feedback außerdem gern in den Kommentaren unter dieser Folge.
Bestimmt habt ihr in eurem Umfeld auch noch einige Menschen, die sich für das Thema finanzielle Bildung interessieren oder interessieren sollten.
Dann empfehle ich den Podcast sehr gern weiter.
Das hilft uns, noch mehr Menschen zu erreichen und hier weiterhin spannende Themen für euch zu besprechen.
