# Defense Startups, AI Chips, and Geopolitical Trade Risks

**Podcast:** im Loop: Der News-Podcast von Finanzfluss
**Published:** 2026-02-10

## Transcript

Hi, hier bist du im Loop.
Bei uns gibt es jeden Tag Wirtschaft, News und Learnings.
Heute ist Dienstag, der 10.
Februar.
Ich bin Mary, schön, dass du am Start bist.
Und heute geht es unter anderem hier rum.
Ein Münchener Start-up hat erfolgreich eine Hyperschall-Rakete getestet.
Sorgen ausgerechnet junge Rüstungsunternehmen jetzt für den lang ersehnten wirtschaftlichen Aufschwung.
Genau das besprechen wir heute.
Außerdem, die Türkei und Griechenland.
Die streiten schon seit langer Zeit um Hoheitsgebiete im Mittelmeer.
Worum genau es da geht und was das mit unserer Verteidigungsfähigkeit zu tun hat.
Und ein Wetterphänomen im Pazifik könnte riesige Anbauflächen in Peru überfluten.
Für ein Land, das mit Obstexporten Milliarden verdient, kann genau das zur Belastungsprobe werden.
Und wir starten wie immer mit Themen aus Deutschland.
Mit über 7400 Kilometern pro Stunde ist vor einer Woche in Norwegen eine Hyperschallrakete durch die Luft gerauscht.
Bevor ihr euch jetzt Sorgen macht, das war bloß ein Test.
Und zwar vom deutsch-britischen Start-up Hypersonica mit Sitz in München.
Die haben diesen Testflug allerdings jetzt erst bekannt gemacht.
Der ohne Sprengkörper ausgerüstete Prototyp HS1 flog knappe 300 Kilometer weit.
Auch wenn die Waffe erst 2029 Serienreif sein soll, ist dieser Hyperschallraketentest für Europas Rüstungsbranche besonders.
Denn bisher gibt es in Europa mit Ausnahme von Russland keine einsatzfähigen Waffen dieser Art.
Nur wenige Staaten haben überhaupt welche in ihrem Arsenal, wie zum Beispiel Russland, die USA oder China.
Hyperschallraketen, die können wegen ihrer krass schnellen Geschwindigkeit kaum abgewehrt werden.
In Europa, da wurde aber laut dem Hypersonic-Mitbegründer Philipp Kehrt die Entwicklung von Hyperschallraketen in den letzten 30 Jahren stark vernachlässigt.
Unter anderem aus Kostengründen.
Wie teuer ein Staat ist, das hängt vom Modell ab, aber laut Experten liegen zum Beispiel die Kosten bei einer russischen Überschallrakete schätzungsweise bei etwa 30 Millionen Euro.
Mittlerweile können Raketen generell wesentlich schneller entwickelt werden.
Und das will Hypersonic jetzt auf den Hyperschallbereich übertragen.
Und auch sonst ist in den letzten Jahren ja in der deutschen Rüstungs-Startup-Szene eine Menge los.
Zum Beispiel wurde das Münchner Drohnen-Startup Quantum Systems erst im November mit über 3 Milliarden Euro bewertet.
Aber auch andere junge deutsche Unternehmen wie ARX-Robotik, die autonom fahrende Bodenfahrzeuge entwickeln oder auch das Drohnenabwehr-Start-Up LPN Eagle, konnten sich in den letzten Jahren im Markt etablieren.
Doch wie groß ist diese deutsche Rüstungs-Startup-Szene wirklich?
Was passiert da gerade genau und könnte ausgerechnet Sie, unserer kriselnden Wirtschaft hierzulande, einen nachhaltigen Wachstumsschub geben?
Genau darüber spreche ich jetzt mit Enrico Fels von der Uni Bonn.
Er ist Experte für Sicherheitspolitik.
Herr Felz, das sind ja mal Nachrichten.
Die deutsche Start-up-Szene setzt also vermehrt auf Rüstung.
Wie viel passiert da gerade wirklich?
Nun, das ist ein Bereich, der sehr innovativ ist, der sehr agiert ist.
Und das ist eine Branche, die wichtige Lücken bei der Entwicklung von wichtigen Technologien führt.
Und ist das jetzt der große Wirtschaftswachstumstreiber, von dem so manchmal sprechen?
Leider nein.
Ich würde das eher als ein Innovationstreiber sehen, der uns auch zeigt, wo bei größeren Projekten vielleicht Strukturen noch aufgebrochen werden können.
Aber in Maßstab für Deutschland, das ist noch ein sehr kleiner Sektor, wichtiger Sektor, aber sehr klein.
About nur mal ein paar Zahlen für die gesamte Europäische Union zu nennen.
Da geht die EU-Kommission davon aus, dass wir 2024 Privatinvestitionen in diesem Bereich, das ist New Defense hatten, von etwa fünf Milliarden Euro.
Während der gesamte Verteidigungsbereich, also das, was die Länder ausgeben für die nationalen Verteidigung in der EU ein deutliches, deutlich größeres Volumen haben.
Das spricht noch von 360, 380 Milliarden.
Das heißt, das Stück von den Verteidigungsgucken, die der New Defense Bereich abschneiden kann, ist noch ein sehr kleines.
Verstehe.
Und trotzdem liegt da irgendwie ganz viel rein ökonomisch, sag ich jetzt mal, Hoffnung ja drin.
Ich meine, diese ganzen auch Milliardenverträge, die vergeben werden.
Und auch die Neugründungen im Start-up-Bereich.
Ich glaube, es gibt in keinem Bereich dann mehr als bei den Rüstungsstart-Ups.
Also das spricht ja dann schon alles dafür, dass wir so eine Art Trend sehen, oder?
That is auf jeden Fall so.
Und es liegt eben daran, dass kleine Unternehmen im New Defense-Bereich häufig innovativer, schneller, agiler sind als die großen Riesen-Rheinmetall und Co.
And damit eine wichtige Fähigkeitslücke schließen können, so zumindest die große Hoffnung.
Und Sie hatten ja in der vorherigen Nachricht einige wichtige Unternehmen angesprochen, die genau diese Wehrfähigkeit Deutschlands anderer NATO-Länder stärken und helfen, indem sie innovative Produkte auf den Markt bringen.
Aber wie gesagt, das sind kleine Unternehmen im Maßstab mit den anderen.
Was man sich ja immer wieder fragt, ist, wenn wir das Ganze ein Ticken weiterdenken und wir haben dann diese ganzen Start-ups im Bereich Rüstung und die ganzen neuen Produkte und es wird die Wirtschaft angekurbelt und so weiter und so fort.
Und irgendwann kehrt Frieden ein.
Was passiert denn dann?
Nun, damit hören wir ja die Rüstungsbemühungen nicht auf.
Es wäre ja sehr wünschenswert, wenn wir Zeit mal wieder Frieden in Europa und natürlich auch in anderen Teilen der Welt bekommen würden.
Aber hier gilt es wie in allen Bereichen, aufgrund der Zunahme von Machtpolitik als Entscheidungskalk für die Staatenker.
Is it wichtig, dass die European Länder the eighteen stärken, Verteidigungsfähigkeit stärken.
Dazu gehören einfach innovative Verteidigungsprodukte.
And I say not that Frieden eincame, dass wir damit eine massive reduction der Rüstungsdynamic bekommen.
Denn eine der Lehren, die wir aus dem Ende des Kalten Krieges ziehen müssen, ist ja that eine reine Friedensdividende so nicht attraktiv ist, weil wir uns in Zeitverlauf einfach immer weiter geschwächt haben.
Andere Länder haben aufgeholt, haben dann ihre Machtpolitik stärker nach vorne tragen können.
Das heißt, hier ist es wichtig, Parabellum, Sie sparts in Parabellum, dass wir uns auf zukünftige Konflikte, auf zukünftige Kriege vorbereiten, helfen.
Damit wir aus einer Position der Stärke in die machtpolitischen Auseinandersetzungen gehen und im Grunde in der Lage wären zu kämpfen, aber so stark und damit so unattraktiv für einen eventuellen Gegner sind, dass wir am besten gar nicht kämpfen müssen.
Okay, also.
New Defense-Bereich, im New Defense-Bereich, die Unternehmen leisten, absolut einen wichtigen Beitrag.
Dient also prima der Abschreckung.
Korrekt.
Worauf meine Frage auch abzielte, ich habe vor einigen Monaten mit dem Chef der Münchner Sicherheitskonferenz gesprochen, der mir wiederum sagte: es gäbe ja schon auch einen Teil der Wirtschaft, die sich jetzt gerade auf Rüstung einstellt, die dann auch wieder umstellen könnte.
Inwiefern, und das fand ich, ist es mir nie aus dem Kopf gegangen, inwiefern ist das möglich und wird das auch schon mitgedacht in der Startup-Branche.
Nun, wir haben in vielen Bereichen so eine Art Dual-Use-Fähigkeit.
Das heißt, ich kann eine Technologie nutzen, um zivile oder beziehungsweise und oder militärische Dienste anzubieten.
Ich will vielleicht ein Beispiel nennen, Delta Orbit wäre ein System, ein New Defense Unternehmen, ein New Space Unternehmen, was in der Lage ist, Technologien zu entwickeln, die einen wieder betanken von Satelliten ermöglichen.
Normalerweise haben Satelliten so eine Lebenszeit von 15 Jahren.
Das heißt, wir verbringen die Satelliten in den jeweiligen Orbit, die fliegen dann dort 15 Jahre rum, verbrauchen bei diesem Rumpfliegen, bei der Navigation, bei der Readjustierung des Orbits entsprechenden Treibstoff.
Und der ist nach einer gewissen Zeit einfach alle.
Deswegen sind die relativ groß.
Und wenn wir jetzt eine Technologie haben, die es uns erlaubt, diese Satelliten zu wieder befüllen, so neu aufzutanken, dann können wir damit sowohl militärische als auch zivile Satelliten natürlich sozusagen neu und länger betreiben, Weltraum will vermeiden und gleichzeitig eben militärische wie auch zivile Arbeit.
Vielleicht blicken wir auch nochmal kurz auf das ganze Thema KI.
Wie würden Sie sagen, wie verändert KI in dem Sinne diesen ganzen Bereich?
KI wird alle Bereiche in den neuen Jahren massiv transformieren.
Wir sehen ja jetzt bereits in der Ukraine, dass wir Drohnen haben, die KI gesteuert werden, die KI unterstützt agieren.
Wir haben die grundsätzliche ethische Problematik, inwiefern noch menschliche Entscheidungen teil dieser Kill Chain.
Killer Roboter sind natürlich etwas, was wir aus den Filmen kennen, aber wir gehen immer mehr aufgrund der Fähigkeiten, die wir im technologischen Bereich entwickeln, dorthin, dass wir derlei Killer-Roboter auf den Schlachtfeldern sehen und die Ukraine ist ein Stück weit auch ein Testlabor, genau für beide Seiten für diese Verleidungsprodukte.
Das ist anders zur Besorgnis.
Das ist auch groß, warum Regierungen miteinander sprechen müssen, um das entsprechend zu regulieren.
Aber die massiv transformativen Effekte, die KI, militärische wie auch zivile Felder haben, ich glaube, I think this is unbestritten und allgemein an.
Sie sprechen da einen ganz sensiblen und wichtigen Punkt an.
Ich würde das gerne auch nochmal ein, zwei Minuten vertiefen.
Das ist sehr spannend.
Wenn Sie sagen, it is genau deshalb wichtig, dass Staaten miteinander sprechen.
Und trotzdem forscht und macht jeder auf seine Art.
Is das überhaupt noch in irgendeiner Form aufzuhalten und wo würde das, wenn man das mal weiterspinnt, enden?
I mean, die Fantasy is on this grenzenless when we think what automatically in the international politics is in the last decade on macht and fähights.
Now we have a large build, and so we have a global people who are China or Russia, and that is also for the lessons like India.
But we have a disparity between the faith that the land have, but they economically are and the interests that these lender in Europe or North America.
Inspection where we have so long here by us in best narrative have an end of the world.
And we get in a phase that in the literature as post-Altlantic phase.
But you are just chicken drum her geschlängelt.
I would give you the point to come.
Is this not in every form of a negative spiral or an endless teufelskreis?
When each side is still in Richtung KI and Waffensystems for us, and the negative art version.
And then we have this tendenz, dass wir keine internationalen Verträge haben, which helped bestimmte Technologies international zu regulieren.
Das auslaufen beispielsweise der Rüstungsvereinbarung zwischen den Vereinigten Staaten and Russland vor wenigen Tagen im Bereich der Kernwaffentechnologie oder Raketenwaffentechnologie viel mehr, is ja an dieser hochproblematischen Entwicklung.
Das heißt, natürlich brauchen wir international Regeln.
These regeln müssen aber von Staaten gemacht werden.
When these staten aber in a null sum-logik gefunden sind anders Vertrauen in die andere Seite haben, dann see ich eher eine negative, eine pessimistische Entwicklung.
We müssen also schauen, dass wir das narrativ drehen, ohne dass wir sagen, das westliche Ziel ist sozusagen das einzig wahre, but nachzuvollziehen, was sind denn die Interessen der Gegenseiten?
Zugespitzt gefragt, müsste man überlegen, was sind chinesische und oder russische Sicherheitsinteressen, auch in der Ukraine or between Taiwan.
Und welche davon wouldn't we as legitim achten, um sozusagen to accept that those räumers, die man the gegenseite zu tun?
Aber das ist ja im Prinzip eine ganz andere Ebene jetzt.
Auf die Interessen sozusagen dieser Staaten zu gehen.
Also, ich meine, im Zweifel stecken da Fantasien, Großmachtfantasien dahinter, im Zweifel, or territoriale Ansprüche, die irgendwer meint to have.
But interessiert wirklich nur die Frage, weil damit müssen sich ja Militärxperten anders, ich meine gerade Menschen, die Start-ups Kunden im Rüstungsbereich beschäftigen.
Gibt es dennoch in irgendeiner Form eine, weiß ich nicht, ethische Grenze, eine ethische Linie im Bereich Forschung, KI-Rüstung, die man da zieht, oder gibt es die nicht?
Das ist wahrscheinlich kulturbedingt unterschiedlich.
Ich glaube, dass die Europäer andere Grenzen haben werden, als beispielsweise die Freundinnen und Freunde auf der anderen Seite des Atlantiks und ganz sicher andere als in Russland oder China.
Das heißt, ich würde hier keine human, global einheitliche ethische Grenze sehen.
Die Entwicklung ist besorgniserregend, weil natürlich, wenn sie anfangen, KI, deren Entscheidungsprozess nur sehr schwer nachvollziehbar, wenn es überhaupt nicht nachvollziehbar sind, mit Robotern, Waffensystemen, kombinieren, dann können Sie in eine Situation hineinlaufen, wo wir KI ermächtigen, in der echten Welt Entscheidungen zu fällen, die wir weder stoppen noch nachvollziehen können.
Herr Fels, ich würde gerne noch so lange mit Ihnen sprechen.
Allerdings habe ich jetzt schon wieder die Zeit überzogen.
Das darf ich eigentlich gar nicht mehr.
Deswegen höre ich an dieser Stelle auf.
Aber ich kann Ihnen schon mal sagen, wir planen gerade ein längeres Format, und ich würde Sie herzlich gerne dazu einladen, weil ich glaube, da kann man noch ganz lange drüber sprechen und auch viel noch lernen von Ihnen.
Also würde mich freuen.
Mich ebenso.
Vielen herzlichen Dank für die Einladung.
Danke Ihnen.
Und nun zu einem anderen Thema.
Der Fall rund um den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein und die in dem Zusammenhang veröffentlichten Akten, die schlagen mittlerweile bis nach Deutschlandwellen.
Und zwar auch deshalb, weil auch die Deutsche Bank indirekt Teil seines internationalen Machtnetzwerkes war.
Jetzt hat das Institut Fehler im Umgang mit Epstein eingeräumt.
Den Akten zufolge hatte er von 2013 bis 2018 über 40 Konten bei der deutschen Bank.
Es sei ein Fehler gewesen, ihn überhaupt als Kunden aufgenommen zu haben, so ein Sprecher.
Zwischenzeitlich 2014, um genau zu sein, da erhielt der US-Multimillionär rund 135 Millionen US-Dollar bei dem Institut.
Über die Jahre hinweg nahmen sein Vermögen dort ab.
Bankunterlagen zeigten Zahlungen an scheinbar ausländische Models, vermutlich Epsteins Opfer.
Sie wurden zum Beispiel unter Mieten, Studiengebühren oder Reisen gelistet.
Da ging es teilweise um mehrere hunderttausend Dollar.
Das Geld, das Epstein bei der deutschen Bank hielt, das könnte vermutlich zur Finanzierung seines Missbrauchsnetzwerks gedient haben.
Schon 2020 wurde dem Institut eine Geldstrafe von 150 Millionen US-Dollar wegen Compliance-Verstößen in Zusammenhang mit Epstein auferlegt.
Sie hatten aber nach seiner Verhaftung, ein Jahr zuvor, Behörden kontaktiert und ihre Unterstützung zur Aufklärung des Falls angeboten.
Die Deutsche Bank hat das Thema nach eigenen Angaben mit Aufsichtsbehörden untersucht und durch beispielsweise Schulungen aufgearbeitet.
Insbesondere Kontrollen zur Bekämpfung von Finanzkriminalität seien verstärkt worden.
Es gibt aber auch Kritik an dieser Transparenz.
Die Bild-Zeitung zitierte am Wochenende den Vizepräsidenten der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, Klaus Nieding.
Und er fordert, dass die Bank Finanzunterlagen vor der Hauptversammlung dieses Jahr offenlegen solle, um mögliche Reputationsschäden zu vermeiden.
Weiter geht es nach Europa.
Und da gibt es nach längerer Zeit mal wieder Annäherungen zwischen der Türkei und Griechenland.
Erstmals seit Dezember 2023 tagt der sogenannte Oberste Koordinationsrat Griechenland-Türkei.
Ein eigenes eingerichtetes Gremium, das seit 2010 die Spannungen abbauen soll, die sich über Jahrzehnte hinweg aufgebaut haben.
Ein wichtiger Zankapfel der beiden Mittelmeerstaaten, das ist die Ägäis, also der Bereich im nordöstlichen Mittelmeer, in dem Inseln wie Lesbos, Rhodos oder Ikaria liegen.
Die gehören zu Griechenland, das gerne auch einen größeren Teil des Seegebiets drumherum für sich beanspruchen würde.
Die Türkei stellt das aber in Frage.
Das hat auch wirtschaftliche Gründe.
In der Ägäis gibt es nämlich große Vorkommen an Erdöl und Erdgas.
Aber es geht nicht nur darum.
Es geht auch um militärische Fragen.
Und das, obwohl die Türkei und Griechenland beides NATO-Staaten und damit ja eigentlich verbündete sind.
Eine komplexe Gemengelage, also, die mein Kollege Florian sich heute mal genauer angeschaut hat.
Lass uns ein kurzer Moment ausholen.
Warum streiten sich Griechenland und die Türkei überhaupt?
Ja, grundsätzlich geht es erstmal darum, wem eigentlich was gehört.
Also, dass diese Inseln dort, dass die zu Griechenland gehören, das ist festgelegt worden in Verträgen von 1923 von 1947.
In diesen Verträgen steht aber unter anderem drin, dass einige der Inseln entmilitarisiert werden müssen.
Heißt also kein Militär, keine Soldaten und so weiter.
The Türkei wirft Griechenland aber vor, dort trotzdem Soldaten stationiert zu haben und damit eben gegen diese Verträge zu verstößt, als verstoßen.
Das stört die Türkei natürlich, vor allem deswegen auch, weil die Inseln teilweise super nah an dem türkischen Festland dran sind.
Und dann, das ist der nächste Punkt, geht's und eigentlich die größere, geht es um die Frage nach den Hoheitsgewässern.
Griechenland will die nämlich auf zwölf Meilen, das sind rund 22 Kilometer, zwölf Seemeilen, um die jeweiligen Inseln herum ausdehnen.
Und damit würde dann quasi die ganze Ägäis Griechenland gehören, weil es eben so viele Inseln sind, die überall verteilt sind.
Basis für diese Idee ist die Seerechtskonvention der UN.
Allerdings teilen nicht alle Experten diese Lesweise Griechenlands, nach der sie das dürfen, weil das mehr so eine Maximalvorgabe ist, als ein, das soll auf jeden Fall überall so sein.
Und die Türkei sagt eben, alles, was über sechs Seemeilen hinausgeht, und sechs Seemeilen ist jetzt der Status quo, also da sind wir jetzt quasi, würde die Hoheitsgebiete der Türkei verletzen, weil die natürlich auch Seegrenzen haben und wäre damit eine Kriegshandlung.
Es gab deshalb 1996 sogar schon erste militärische Schritte.
Tatsächlich Krieg konnte aber verhindert werden, wenn man sich eben dann doch diplomatisch einigen und das Ganze etwas deeskalieren konnte.
Stellt sich jetzt natürlich die Frage, warum ist ja in den beiden oder warum ist beiden Ländern die Ägäis eigentlich so wichtig.
Ja, ein ganz großer Punkt sind die Rohstoffvorkommen.
Also in der Ägäis liegen für europäische Verhältnisse relativ große Mengen an Erdgas und Erdöl.
Und wer auch immer die kontrollieren und damit eben auch fördern darf, kann damit natürlich erstmal gutes Geld verdienen.
Gleichzeitig geht es auch um Souveränität.
Da will kein Land vor dem anderen zurückstecken und quasi Gebiete abtreten in dem Sinne.
Und warum ist das für uns wichtig?
Erstmal natürlich, weil Erdöl und Erdgas aus Europa bzw.
aus Verbündeten Staaten erstmal immer willkommen sind.
Allein schon um unabhängiger zu werden, von Russland sowieso, aber auch inzwischen von den USA oder anderen Staaten.
Und viel akuter und wichtiger ist aber die NATO-Südflanke.
Denn die Türkei und Griechenland sind, wenn man sich die Karte anguckt, die beiden südlichsten NATO-Staaten würden also im Fall der Fälle eine Verteidigungslinie eben in den Süden und auch Südosten bilden müssen.
Und mit dem Misstrauen und den Problemen, die da aktuell vorherrschen, das ist einfach keine sonderlich gute Basis für eben so eine enge Zusammenarbeit.
Jetzt fragt man sich natürlich dieses aktuelle Treffen, was das stattfindet.
Ist das dann wirklich ein ernsthaftes Zeichen für Entspannung oder ist es mehr so ein Symbol?
Ja, es ist beides.
Also dass die grundlegende Frage geklärt wird, das erwartet eigentlich keiner.
Also man kann nicht erwarten, dass Griechenland oder Türkei jetzt von ihren grundlegenden Standpunkten abrücken.
Es gibt auch noch weitere Streitpunkte.
Zypern zum Beispiel ist auch immer ein Thema bei den beiden Ländern.
Aber trotzdem haben wir schon gesehen, dass sich in den letzten zwei Jahren seit dem letzten Treffen die Lage etwas entspannt hat.
Zum Beispiel fliegen wesentlich weniger türkische Kampfflieger über griechisches Gebiet.
Das war davor mal so ein Provokationsding, das hat jetzt abgenommen, es ist nicht ganz weg, aber es hat abgenommen.
Und das ist zumindest mal so ein Zeichen und generell, dass dieses Treffen überhaupt wieder stattfindet bei der Weltlage, die wir aktuell haben, die eben zeigt, wir sind jetzt an einer Eskalation nicht wirklich interessiert.
Und wenn wir müssten, würden wir das Problem vielleicht sogar zur Seite schieben und gemeinsam agieren.
Also das ist auf gar keinen Fall ein Zeichen von alle Probleme sind geklärt, aber es ist schon ein Zeichen im Sinne von im Zweifel sind wir bereit zusammenzuarbeiten und dieses Problem erstmal nach hinten zu stellen.
Flo, und damit besten Dank für diese Einordnung.
Und dann nochmal der Appell auch heute hier an dieser Stelle.
Vielleicht muss man einmal dazu sagen, wir sind momentan in den Spotify-Charts und freuen uns natürlich riesig darüber.
Sowohl in den News Charts als auch in den Top-Charts.
Und ihr könnt das unterstützen, indem ihr uns eine Bewertung hinterlasst.
Also gerne fünf Sterne bei Spotify einmal abgeben, wenn ihr Bock habt.
Wir würden uns total freuen.
Und dann gibt es noch viel mehr von diesen tollen Recherchen, unter anderem hier vom Flo.
Weiter geht es mit anderen Bereichen der Welt, und da gucken wir jetzt auf zwei, einst eng verbündete, zwischen denen die Spannungen aber immer deutlicher werden.
Es geht um die USA und Kanada.
Neuestes Beispiel für die verschlechterten Beziehungen ist die Gordie Howe International Bridge, die die nordwestliche US-Stadt Detroit und Windsor in Kanada verbindet.
Oder besser verbinden soll.
Denn US-Präsident Trump hat jetzt angekündigt, die zeitlang geplante Eröffnung dieser Brücke so lange zu blockieren, bis mindestens 50 Prozent den USA gehören.
Und das, obwohl die Baukosten in Höhe von 6,4 Milliarden kanadischen Dollar, umgerechnet fast 4 Milliarden Euro, komplett von Kanada bezahlt werden.
Die Refinanzierung soll durch Mautgebühren gelingen, denn die Brücke soll eine der wichtigsten Handelsrouten zwischen den Nachbarstaaten werden.
Und da wollen die USA jetzt offenbar eben auch ein Stück von Kuchen abhaben.
So wird das Projekt, das eigentlich für die Kooperation der Länder stehen sollte, zum Streitobjekt.
Das passt ins aktuelle Bild, denn die wirtschaftlichen Spannungen zwischen den USA und Kanada sind enorm.
Dabei profitieren beide Länder von der geografischen und auch von der wirtschaftlichen Nähe.
Nach Zahlen der kanadischen Handelskammer liegt der bilaterale Handel täglich bei 3,6 Milliarden Kanadischen Dollar.
Das sind umgerechnet etwa 2,2 Milliarden Euro.
Kanada hat dabei aufs Jahr gesehen allerdings einen Handelsüberschuss.
Der lag 2024 bei 62 Milliarden US-Dollar.
Um das zu ändern, droht Trump Zölle gegen den Nachbarstaat an.
Die kanadische Handelskammer hat ausgerechnet.
Schon 25 Prozent Zölle könnten das kanadische BIP um 2,6 % senken und das der USA um 1,6 Prozent.
Ein bereits bestehendes Freihandelsabkommen zwischen den USA, Kanada und Mexiko, wird dieses Jahr zudem überprüft.
Ob es erhalten bleibt, das ist unklar.
Genau wie die Frage nach der Zukunft der neuen Brücke.
Kanada hat bereits begonnen, sich nach neuen Partnern umzusehen und unter anderem Handelsbarrieren mit China abgebaut.
Diese Annäherung, die brachte statt Entspannung allerdings nur neue Zolldrohungen durch den US-Präsidenten.
Für die spanische Experten unter euch ist El Nino wahrscheinlich die einfache Übersetzung für der Junge.
Für die Naturexperten ist es ein Klimaphänomen.
Und über genau das haben wir heute in der Rio Times gelesen.
Dort stand, dass El Nino insgesamt 7,3 Millionen Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche in Peru bedroht.
Das ist etwa so groß wie Bayern und sind fast zwei Drittel der gesamten Agrarfläche Perus.
Im April gilt die Fläche als stark oder sehr stark erdrutsch und überschwemmungsgefährdet.
El Nino tritt alle zwei bis sieben Jahre auf.
Dann entsteht im Ostpazifik eine Wärmeanomalie.
Das Wasser ist dann also deutlich wärmer als sonst.
Das kann zu Wetterextremen führen, wie Starkregen, Stürmen, aber auch Trockenheit und Dürre.
Es ist eigentlich ein natürlicher, wiederkehrender Bestandteil des Klimasystems, bedroht aber eben Perus Landwirtschaft.
Besonders erdrutschgefährdet sind die Regionen im Hochland, wie Yunin oder Amazonas.
Die Nordregionen sorgen vor allem für Überschwemmungen.
Das kann die Ernten stark gefährden.
Peru ist der größte Blaubeere-Exporteur der Welt.
Vor letztes Jahr wurden laut Rio Times Bären im Wert von rund 2,3 Milliarden US-Dollar exportiert.
Das ist fast ein Fünftel der gesamten Agrarexporte des Landes.
Das Klimaphänomen, das könnte nun das BIP Perus um 0,5 Prozent senken, selbst wenn es sich nur schwach zeigt.
El Nino kostete das Land zum Beispiel 2023 etwa 1,5% des BIPs.
Da brachen die Blaubeere-Exporte um 41 % ein, die Mango-Exporte um 67 %.
Um im Fall der Fälle Abhilfe zu schaffen, gibt es den staatlichen Katastrophenfonds, der Versicherungen für Ernteausfälle finanziert.
So sollen bis August 225 Millionen US-Dollar der Schäden gedeckt werden.
Laut dem Präsidenten der Association of Agricultural Producers Guild of Peru reicht das aber nicht aus.
Andere Analysten sagen, laut der Rio Times, dass in den Katastrophenschutz chronisch unterinvestiert wurde.
Übrigens auch deutsche Rückversicherer beobachten solche Klimaphänomene stark.
Laut dem Rückversicherer Munich Rie verursachten Naturkatastrophen von 1980 bis 2024 inflationsbereinigt Schäden von insgesamt 6,9 Billionen US-Dollar.
Das entspricht in etwa dem BIP von Großbritannien und Indien aus dem Jahr 2023 zusammen.
Durch den menschengemachten Klimawandel würden diese Schäden Munique Reed zufolge verstärkt werden.
Während in Deutschland künstliche Intelligenz erst allmählich zu einem Wachstumstreiber für unsere Wirtschaft wird, ist das in Taiwan schon jetzt der Fall.
Und zwar so stark, dass die Bank of America deswegen ihre Wirtschaftswachstumsprognose für die Insel vor dem chinesischen Festland von 4,5 auf 8% angehoben hat.
Und auch andere Finanzinstitute, zum Beispiel UBS oder Goldman Sachs, haben ihre Prognosen erhöht.
Denn durch den weltweiten KI-Boom, da ist auch die Nachfrage nach Halbleitern stark gestiegen.
Die werden vor allem beim taiwanischen Halbleiterhersteller TSMC produziert.
Die haben einen Anteil auf dem Weltmarkt von rund 70 Prozent und kooperieren insbesondere mit dem US-Tech-Unternehmen Nvidia.
Und weil die Nachfrage nach Chips auch im kommenden Jahr voraussichtlich weiter steigen wird, will TSMC dieses Jahr umgerechnet 56 Milliarden Euro investieren und rechnet mit einem Umsatzwachstum von fast 30 Prozent.
Das dürfte auch positive Auswirkungen auf die gesamte Wirtschaft Taiwans haben.
Allein im vierten Quartal 25 ist die Wirtschaft der Insel um etwa 12,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gewachsen.
Das ist so viel wie kaum woanders auf der Welt.
Dazu kommt noch, dass Taipeh sich mit den USA auf ein Handelsabkommen geeinigt hat.
Durch das wurden die Zölle auf taiwanesische Waren von 20 auf 15% gesenkt.
Firmen aus Taiwan müssen aber auch ihre direkten Investitionen in die USA um 250 Milliarden US-Dollar hochfahren.
Der KI-Boom hat aber nicht nur positive Effekte für Taiwan.
Da andere Wirtschaftsbereiche nicht so stark wachsen, sind zum Beispiel die Einkommensunterschiede extrem.
Laut dem World Inequality Lab erhalten die obersten 10% der Verdiener rund 48 Prozent des Gesamteinkommens.
Also die relative Armut in Taiwan, die wächst.
Und das macht auch der dortigen Regierung Sorgen.
Der US-Nachrichtendienst Bloomberg, der berichtet davon, dass die Regierung mit Mietzuschüssen, mit Elterngeld und auch mit Steuererleichterungen, diesem Trend entgegenwirken will.
Falls ihr Kritik oder Anmerkungen habt, schickt es uns gerne per Mail an Feedback at im-loop.de oder in unseren Discord-Channel.
Den Link packen wir in die Folgebeschreibung.
Redaktionell erstellt haben diese Folge Charlen Schreiber, Florian Görres, Jan-Paul Götze, Charlotte Wennewald, Annabelle Römer und ich Mary Abdellasis Ditsow.
Produziert wurde sie von Finn Bethke.
Unser Redaktionslust war wie immer um 13 Uhr und dieser Podcast ist eine Finanzflussproduktion.
Und damit ihr auch weiter im Loop bleibt, hören wir uns dann morgen wieder.
Bis dahin, macht's gut.
Aber was ich noch erzählen wollte, meine Nichte kämpft sich ja ganz schön des Studiums.
Semesterbeitrag, Laptop, Bücher, Software, Handy, Internet.
Ey, so ein Master ist echt teuer aus.
Ach, sag ihr, sie kann sich das zurückholen.
Ja, du meinst von der Steuer absetzen, ne?
Aber sie verdient ja nicht.
Egal, Zauberwort Verlustvortrag.
Macht sie ganz einfach mit Wieso Steuer.
Und wenn sie dann arbeitet, heißt es Katsching.
Das geht?
Safe.
Wieso Steuer?
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