# Navan, Seagate, and AI Infrastructure Investment Trends

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-01-28

## Transcript

Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Heute ist Mittwoch, der 28.
Januar.
Mein Name ist Noah Leidinger und das ist ohne Aktienwert schwer.
Dieser Podcast wird unterstützt von Scalable Capital, Dem Broker mit einem der besten YouTube-Accounts in Deutschland.
Neben Interviews mit Top-CEOs gibt es dort auch ein neues Format jeden Donnerstag, wo einmal die wichtigsten Events der Woche eingeordnet werden.
Link dazu ist in der Beschreibung.
Wir ordnen heute das ungewöhnliche Börseninvestment von einem der besten Startup-Investoren der Welt ein.
Und danach geht es um die wahrscheinlich beste Europäische KI-Aktie des letzten Jahres.
Aber davor erstmal die News von Christoph.
Schlechter Tag gestern für die großen US-Krankenversicherer.
United Health, CVS und Humana waren zwischen 10 und 20 Prozent im Minus.
Grund dafür, die zuständige Bundesbehörde will die Zahlung an private Versicherer nur um 0,1% erhöhen.
Erwartet wurde ein Plus von bis zu 6%.
Besonders starke Minus war United Health Group, die auch Zahlen gebracht hat.
Im letzten Quartal lag der Umsatz unter den Erwartungen und auch der Ausblick war sehr schwach.
Die Firma erwartet kein Wachstum im laufenden Jahr.
Das dürfte auch Investorenlegende Warren Buffett nicht gefallen.
Er hat im zweiten Quartal 2025 die Aktie ins Berkshire Hathaway Depot gekauft, als die Aktie auch schon stark unter Druck gekommen war.
Den genauen Einstiegskurs kennt man nicht, aber United Health war in dem Zeitraum nur ganz kurz in etwa so viel Wert wie heute, nämlich 250 Milliarden Dollar.
Heißt, mit hoher Wahrscheinlichkeit hat sich Buffett bei dem Deal verzockt.
Zumindest bisher.
Gut war der Tag dagegen für Tech-Firmen.
Die Cloudflare-Aktie hatte gestern bereits den zweiten starken Tag in Folge.
Schon am Montag ging es um die 10% nach oben und gestern dann nochmal.
Der Grund ist der KI-Agent Claude Bot, der übers Wochenende in Social Media viral gegangen ist.
Er bringt die bekannte KI Claude direkt auf den eigenen Computer, statt sie nur in der Cloud laufen zu lassen.
Was hat das jetzt mit Cloudflare zu tun?
Der Netzwerkgigant leitet den Datenverkehr sicher und schnell zu den privaten Rechnern.
Auch bei Chips gab es eine gute Nachricht.
Micron investiert fast 25 Milliarden Dollar in den Ausbau seiner Chip-Produktion in Singapur, um Lieferengpässe zu beseitigen.
Die Produktion soll aber erst im zweiten Halbjahr 2028 starten.
Schon jetzt fertigt Micron den Großteil seiner Speicherchips in Singapur.
So eine große Investition kommt gut an der Börse an, weil es zeigt, dass die Unternehmen weiter von einer hohen Chip-Nachfrage ausgehen.
Micron ist deshalb 5% gestiegen.
Bleiben wir noch bei Chips.
SK Hei Nix ist im koreanischen Handel fast 10% gestiegen.
Grund dafür ist eine Kooperation mit Microsoft.
SK Heinix soll den Hochleistungsspeicher für Microsofts neuen KI-Chip liefern.
SKH Nix hat das zwar nicht bestätigt, die Börse hat trotzdem deutlich reagiert und die Aktie auf ein Allzeithochgestickt.
Microsoft hat gestern leicht zugelegt.
Dann gab es noch ein Deal bei den Meta-KI-Rechenzentren.
Meta sichert sich nämlich Glasfaserkapazitäten für die Rechenzentren.
Dafür kriegt US-Konzern Corning bis 2030 6 Milliarden Dollar.
Corning baut extra eine Fabrik aus, die dann die größte Glasfaserfabrik der Welt sein soll.
Auch andere große Tech-Firmen sind Kunden bei Corning, für die der Rechenzentrentrend das Business antreibt.
Die Firma ist fast 100 Milliarden Dollar wert und die Aktie hat sich auf Sicht von einem Jahr mehr als verdoppelt.
Gestern ging es um die 15% nach oben.
Meta hat sich kaum bewegt.
Dann gab es noch einige Zahlen.
GM leidet unter hohen US-Zöllen und einer schwachen E-Auto-Nachfrage.
2025 ist der Umsatz um 1% gesunken, auf 185 Milliarden Dollar.
Sonst lief das letzte Jahr aber gut.
Der Absatz ist weltweit leicht gestiegen, vor allem Pickups und SUVs waren gefragt.
Auch auf dem wichtigen Markt in China konnte GM sein Marktanteil von 7% halten.
Dazu war der Ausblick besser als gedacht.
Die Aktie ist um die 10% gestiegen.
Zahlen gab es auch in Europa, nämlich von LVMH.
Insgesamt ist der Umsatz im letzten Quartal um 1% gestiegen auf 23 Milliarden Euro.
In der wichtigen Leder- und Kleidungssparte ist der Umsatz aber um 3% gefallen und damit etwas stärker als gedacht.
Dass der Gesamtumsatz doch leicht gestiegen ist, lag an der Schmucksparte, die hat besser abgeschnitten als erwartet.
Dazu gab LVMH bekannt, dass die Firma im letzten Jahr die Beteiligung an der Kaschmir-Marke Loro Piana für eine Milliarde Euro von 85 auf 94 Prozent aufgestockt hat.
Die Aktie ist nach Börsenschluss leicht gefallen.
Schauen wir zum Schluss nach Deutschland.
Da kommt es jetzt doch zum Deal bei Puma.
Der chinesische Wettbewerber Enter kauft den 29%-Anteil von der französischen Pinot-Familie.
Dafür zahlt Enter 1,5 Milliarden Euro, was 35 Euro je Aktie entspricht.
Das ist ein Aufschlag von 60% auf den Schlusskurs vom Montag.
Eine Komplettübernahme hat Enter aber ausgeschlossen.
Die Puma-Aktie ist gestern deshalb um fast 10% gestiegen.
Mein Kollege Timon kommt ja eigentlich eher aus der Value-Investor-Richtung.
Heute hat er mal was bisschen spekulativeres dabei.
Vor drei Wochen hat der legendären Startup-Investor Andresen Horowitz berichtet, dass er für seine Fonds über 15 Milliarden Dollar eingesammelt hat.
Andresen investiert über seine Fonds vor allem in Text Startups und war früh bei Airbnb, Facebook und Coinbase dabei.
Heute soll es aber um eine andere Beteiligung gehen, die im Oktober an die Börse ist, nämlich Navan.
Normalerweise verkaufen Venture Capital-Investoren beim Börsengang ihre Anteile.
Andresen Horowitz hat nicht nur seinen 600 Millionen Dollar-Anteil von mehr als 10% an der Firma behalten.
Er hat einen Monat später sogar noch weitere Anteile im Wert von 10 Millionen Dollar gekauft.
Um zu verstehen, wieso sie das machen, müssen wir uns erstmal das Business anschauen.
Über die Plattformen von Navaren können Mitarbeiter ihre Dienstreisen planen und Rechnungen für Spesen einreichen.
Die Abrechnung läuft dann komplett automatisch über die App.
Navan behauptet, dass wegen ihrer KI-Bots Kunden im Schnitt in sieben Minuten mit der Reisebuchung durch sind.
Der Schnitt in der Industrie liegt bei 45 Minuten.
Knapp 10% vom 600 Millionen Dollar Umsatz wird im Abo verdient, wo Kunden für jeden angemeldeten Mitarbeiter zahlen.
Der Großteil wird aber mit Gebühren gemacht, die Navan pro gebuchter Reise oder Rechnungen bekommt.
Diese Gebühren sind direkt vom Buchungspreis abhängig.
Navaran bekommt davon nämlich einen Anteil.
Zu ihren 10.000 Kunden gehören unter anderem auch Zoom, HelloFresh und OpenAI.
Gerade der letzte Kunde ist spannend, weil man ja eigentlich die Sorge haben könnte, dass ChatGPT irgendwann das Business von Navan ersetzt.
OpenAI scheint das aber nicht so zu sehen.
Anders gesagt ist Navan selbst der junge KI-Player, der ältere Konkurrenten wie SAP Concurr verdrängt.
Aktuell ist die Firma noch nicht profitabel, hat aber eine Brutomarge, die in den letzten Jahren auf über 70% gestiegen ist und auch noch weiter steigen soll.
Dank KI können sie bei der Abwicklung und beim Kontakt mit Kunden sparen.
Die meisten Kosten, nämlich 40% vom Umsatz, kommen durchs Marketing, weil sie in ihrem stark wachsenden Markt schnell Anteile gewinnen wollen.
Auch in die Entwicklungen werden über 25% gesteckt, Navan ist also immer noch ein Startup, wächst aber auch seit einiger Zeit ziemlich stabil mit ca.
30%.
Klingt erstmal ganz solide, aber an der Börse läuft es nicht.
Seit dem IPO ist die Aktie über 30% gefallen und ist nur noch 3,7 Milliarden Dollar wert.
Vor dem IPO waren es sogar mal 9 Milliarden Dollar.
Deshalb hat ja auch Andresen Horowitz im Dezember nachgekauft und das zu ähnlichen Preisen wie aktuell.
Man muss natürlich sagen, dass Navan mit rund 700 Millionen Dollar Umsatz und Verlusten nicht im klassischen Value-Sinn günstig ist.
Softwarefirmen mit dem Wachstum und Margenprofil werden aber oft teurer bewertet und am Ende ist es einfach eine Wette darauf, dass Navan noch über Jahre Marktanteile gewinnt.
Wenn sie das tun und zum Beispiel die kommenden vier Jahre noch 25% wachsen, kommen sie auf 1,7 Milliarden Dollar Umsatz.
Wenn dann die Entwicklungskosten nur noch 10% vom Umsatz ausmachen, das Marketing nur noch 20% und die Verwaltungskosten auch 10%, kommt man ganz einfach gerechnet auf eine Ebendmarge von 30%.
Das wären dann 500 Millionen Dollar Gewinn ohne krasse Erwartungen.
Wenn sie dann mit dem 20-fachen vom E-Bel bewertet werden, kommt man auf 10 Milliarden Dollar Börsenwert.
Also kein No-Brainer und sicher ein Case mit einigen Risiken, aber man kann verstehen, was Andresen Horowitz da sieht.
Ich hätte noch Italien Flug eine Woche Übernachtung, vier Sterne-Hotel 499 Euro.
Super Bewertung?
4,8 auf Booking.
Ich habe letztens mal verglichen, wie viel die fünf wertvollsten KI-Profiteure in Europa, Asien und den USA jeweils insgesamt wert sind.
Und wie man sich denken kann, sieht das für Europa leider ziemlich schlecht aus.
Wir haben zwar große Profiteure im Hardware-Bereich wie Siemens Energy, wenn man die alle zusammenrechnet, kommen die fünf größten, aber oft nur knapp über 1000 Milliarden Dollar Börsenwert.
In Asien ist schon alleine TSMC fast das doppelte Wert und in den USA alleine Nvidia fast das Fünffache.
Jedenfalls ist mir beim Erstellen der Liste aber aufgefallen, dass in die europäische Liste auch eine Firma mit Sitz in Irland gehört, nämlich der Speicherhersteller Seagate.
Die kommen eigentlich aus den USA, sind aber offiziell eine irische Firma und sie sind mittlerweile 80 Milliarden Dollar wert.
Vor einem Jahr waren es noch 20 Milliarden, 2014 waren es auch 20 Milliarden.
Die Aktie hat sich also über 10 Jahre gar nicht entwickelt und dann auf einmal vervierfacht.
Ich habe Seagate ja auch immer mal mit anderen Speicherplayern wie Sandisk, Micron oder SK Heinix erwähnt.
Die profitieren alle massiv von KI, weil es immer mehr Daten und einem Mangel an Speicher gibt.
Gestern hat die Firma dann als erster großer der Speicherplayer seine Zahlen vorgelegt.
Bevor wir uns die anschauen, müssen wir aber einmal genau erklären, was Seagate macht, weil Speicher ja nicht Speicher ist.
Es gibt in der KI-Welt ja einmal das Thema der High Bandwidth Memory.
Das sind einfach gesagt sehr leistungsfähige Arbeitsspeicher, die dann auch in den Nvidiachips stecken und Daten sehr schnell speichern und anpassen können.
In dem Business spielen vor allem Micron, Samsung und SK Heinix mit.
Nur ist es ja so, dass nicht alle Daten immer von der KI genutzt werden müssen, viel liegt einfach rum und wird nur manchmal genutzt und dafür sind klassische Festplattenspeicher laut Seagates sechsmal günstiger und auch in der Produktion effizienter.
Das liegt daran, dass sie nicht so viel mehr Festplatten brauchen, sondern mit neuen Technologien mehr Speicher auf eine Festplatte packen.
Dadurch müssen sie anders als Micron und Co.
nicht so viel Geld in neue Produktion investieren.
Seagate gibt 4-6% vom Umsatz für solche Investitionen aus.
Bei anderen Speicherplayern sind das teilweise über 30%.
Das hat auch den Vorteil, dass die Speicher weniger zusätzlichen CO2-Ausstoß verursachen und Seagate muss nicht so ins Risiko mit großen Investitionen gehen.
Außerdem sind die Speicher mit höherer Kapazität grob gesagt profitabler.
In Zahlen heißt das alles, Seagate hatte letztes Quartal eine Bruttomarge von 42%, vor zwei Jahren waren es gerade mal 23% und der Umsatz ist in der Zeit 80% gestiegen.
Dazu schätzen Analysten aktuell, dass Seagate in den kommenden 12 Monaten 3 Milliarden Dollar an freiem Cashflow machen wird.
Da ist die Bewertung von 80 Milliarden immer noch nicht günstig, aber wenn alles aufgeht, auch nicht komplett absurd.
Aber die Frage ist eben, ob es nicht doch mal Effizienztrends geben wird, wie lange dieser Speicherboom anhält und ob es vielleicht neue Konkurrenten gibt, die den Markt überschwemmen, was die Preise drückt.
Zumindest aktuell profitiert Seagate aber erstmal noch von zwei Megatrends.
Alle wissen, dass man zum Training von KI gute Daten braucht, deshalb speichern sie immer mehr und immer länger.
Und gleichzeitig erstellt die KI ja selbst immer mehr Dokumente, Daten und Code, die auch gespeichert werden müssen.
Anders als Micron und SK Heinix ist Seagate gestern übrigens nicht stark gestiegen, hat aber nach den Zahlen minimal zugelegt, genau wie übrigens Texas Instruments, die sind sogar um die 10% hoch nach den Zahlen und sie hatten gute Nachrichten für Infinion.
Der Markt für industrielle Chips erholt sich nämlich weiter.
Hallo ich meine lieben Freunde, das hier wird dann nur ein kurzes Video.
Ich möchte euch fragen, ob ihr mal ein kleines Pokémon Omega Ruby.
Dieses Video wollte ich nur machen, weil mein Speicher kaum hält.
Das war ohne Aktienwert schwer, produziert von Podstas bei UMR.
Wir hören uns morgen wieder.
Bis dahin, alles gute, adios.
