US-Zölle und KI in der Pharma: Märkte im Umbruch

US-Zölle und KI in der Pharma: Märkte im Umbruch

Handelsblatt Today - Der Finanzpodcast mit News zu Börse, Aktien und Geldanlage Jan 19, 2026 german 5 min read

Die Finanzwelt blickt auf US-Zolldrohungen und die Revolution der Pharmabranche durch Big Tech und KI-Entwicklung.

Key Insights

  • Insight

    Die Zollkonflikte zwischen den USA und Europa eskalieren, was das transatlantische Verhältnis fundamental untergräbt und das Risiko eines globalen Handelskriegs erhöht.

    Impact

    Dies führt zu erhöhter Unsicherheit an den Märkten, beeinträchtigt das Wirtschaftswachstum und könnte die Inflation befeuern, mit spezifischen negativen Auswirkungen auf exportorientierte Industrien wie die Automobilbranche.

  • Insight

    Die Märkte reagieren auf die Eskalation der Zollstreitigkeiten mit moderaten Kursrückgängen, wobei Experten die Lage als gefährlicher einschätzen als es die Marktreaktion vermuten lässt.

    Impact

    Es besteht das Risiko einer stärkeren Marktkorrektur, sollten die Erwartungen einer Einigung zwischen den USA und Europa enttäuscht werden, was eine Neubewertung von Anlageklassen erforderlich machen könnte.

  • Insight

    Spezifische Sektoren wie Einzelhandel und Automobilindustrie leiden unter den Zolldrohungen, während Verteidigungsaktien und Edelmetalle (Gold, Silber) als Krisenprofiteure steigen.

    Impact

    Dies führt zu einer Sektorrotation und Umschichtungen in den Portfolios von Investoren, weg von zyklischen Branchen hin zu defensiveren oder krisenresistenten Anlageformen.

  • Insight

    Big Tech-Unternehmen drängen mit immensen Investitionen, leistungsfähigen KI-Modellen und gezielter Talentakquise massiv in die Pharmabranche.

    Impact

    Dies disruptiert die traditionelle Medikamentenentwicklung, beschleunigt Innovationszyklen und könnte die Machtverhältnisse im Gesundheitsmarkt langfristig zugunsten der Tech-Giganten verschieben.

  • Insight

    Das Marktpotenzial für KI-entwickelte Medikamente ist riesig, und erste Produkte könnten in fünf bis zehn Jahren auf den Markt kommen.

    Impact

    Dies eröffnet neue, lukrative Geschäftsfelder für Tech- und Pharmaunternehmen, führt zu intensivem Wettbewerb um Technologieführerschaft und könnte die Kosten und Entwicklungszeiten für Medikamente erheblich senken.

  • Insight

    Die EU verfügt über geoökonomische Instrumente, wie das Anti-Coercion Instrument, um auf wirtschaftlichen Zwang zu reagieren, muss diese jedoch politisch klug und gezielt einsetzen.

    Impact

    Ein strategischer Einsatz dieser Instrumente könnte die Verhandlungsposition der EU stärken und gezielten Druck auf die USA ausüben, birgt jedoch auch Risiken einer maximalen Eskalation und interner Uneinigkeit.

  • Insight

    Bayer profitiert von der Ankündigung des US Supreme Courts, sich mit dem Glyphosatstreit zu befassen, was die Tür für eine Grundsatzentscheidung und eine erhebliche Entlastung öffnen könnte.

    Impact

    Diese Entwicklung könnte einen Großteil der ausstehenden Klagen gegen Bayer entkräften, die finanzielle Belastung des Unternehmens reduzieren und positive Auswirkungen auf den Aktienkurs haben.

Key Quotes

"Denn die sehen jetzt schon eine höhere Gefahr für eine Eskalation des Zollstreits, als es im vergangenen April der Fall war."
"Was Trump gemacht hat und was die Trump Administration betreibt, ist ja nichts anderes als mehr oder weniger die Untergrabung der Basis, die unsere transatlantische Handelsbeziehung kennzeichnet."
"Das Marktpotenzial ist riesig und lukrativ. Deswegen will auch Big Tech da rein."

Summary

Geopolitische Spannungen und Tech-Revolution: Einblick in die aktuellen Märkte

Die Finanzwelt wird derzeit von zwei mächtigen Kräften bestimmt: zunehmenden geopolitischen Spannungen, angeführt von den jüngsten US-Zolldrohungen, und der disruptiven Expansion von Big Tech in die Pharmabranche mittels Künstlicher Intelligenz (KI). Diese Entwicklungen prägen nicht nur die aktuellen Börsenkurse, sondern definieren auch langfristige Investitionsstrategien und internationale Beziehungen neu.

Trump's Zollstreit und die Folgen für Europa

US-Präsident Donald Trumps Drohung mit neuen Zöllen gegen Deutschland und weitere europäische Länder – als Reaktion auf die Nicht-Unterstützung der Grönland-Anektionspläne – hat die transatlantischen Beziehungen auf einen neuen Tiefpunkt geführt. Während die Märkte eine moderate Reaktion zeigten, warnen Experten vor einer erhöhten Eskalationsgefahr eines umfassenden globalen Handelskrieges. Dies würde Wirtschaftswachstum bremsen und Inflation befeuern.

Marktreaktionen im Überblick:

* Verlierer: Einzelhändler und Industrie. Automobilaktien (BMW, Porsche, Mercedes VW) sowie Adidas verzeichneten deutliche Verluste. Die neue E-Auto-Förderung der Bundesregierung konnte diesen Trend kurzfristig nicht umkehren. * Gewinner: Rüstungsaktien wie Rheinmetall und Hensoldt stiegen, da europäische Staaten angesichts der unzuverlässigen Partnerschaft der USA möglicherweise mehr in Verteidigung investieren müssen. Edelmetalle wie Gold und Silber erreichten Rekordhochs, gestärkt durch ihre Rolle als Krisenwährung und den Trend zur "Entdollarisierung". * US-Dollar: Der Dollar verlor leicht gegenüber dem Euro, da die Krise ihren Ursprung in den USA hat. Experten sehen hier mittelfristig Risiken, sollte das Vertrauen in die hochverschuldeten USA weiter sinken.

Die Rolle der EU: Zwischen Widerstand und Kalkül

Die EU berät über Gegenmaßnahmen und könnte dabei auf das sogenannte Anti-Coercion Instrument zurückgreifen. Dieses Instrument ermöglicht es der EU, wirtschaftlichem Zwang von Drittländern zu begegnen. Obwohl die USA hier ironischerweise einst als Verbündeter galten, könnte das Instrument nun gegen sie zum Einsatz kommen. Die EU ist mit 20% des globalen BIP eine Wirtschaftsmacht, kann aber nur durch gezielte, kluge Sanktionen effektiv vorgehen, um die eigene Wirtschaft nicht zu überlasten. Die Herausforderung besteht darin, Einigkeit innerhalb der EU herzustellen, da Teile-und-Herrsche-Strategien von Seiten der USA wirken könnten.

Big Tech erobert die Pharmabranche mit KI

Parallel zu den geopolitischen Umbrüchen vollzieht sich eine stille Revolution im Gesundheitswesen. Big Tech drängt mit massiven Investitionen und Spitzentalenten in die Pharmabranche, angetrieben durch die Leistungsfähigkeit der Künstlichen Intelligenz.

Warum gerade jetzt?

* Konvergenz der Faktoren: Immenses Kapital, leistungsfähigere KI-Modelle und der gezielte Abzug von Talenten aus der Pharmabranche zu Tech-Giganten wie OpenAI und Google schaffen strukturelle Vorteile für Tech-Unternehmen. * Marktpotenzial: Die Gesundheitsausgaben und der Medikamentenentwicklungsmarkt sind gigantisch (z.B. über 5 Billionen Dollar Gesundheitsausgaben in den USA 2025). Tech-Firmen sehen hier lukrative Möglichkeiten, eigene Produkte zu entwickeln, um ihre Geschäftsmodelle zu erweitern.

Schlüsselakteure und Zeitplan:

* Vorreiter: OpenAI, Anthropic, Google's DeepMind, Isomorphic Labs (Alphabet), Nvidia und Oracle investieren massiv. Firmen wie Chai Discovery nutzen KI bereits zur Molekülherstellung. * Vorteile von Tech: Geschwindigkeit in der Entwicklung und überlegene Technologie-Expertise beim Bau von KI-Modellen für die Medikamentenentwicklung. * Erstes KI-Medikament: Experten prognostizieren, dass das erste von einer KI entwickelte Medikament in fünf bis zehn Jahren auf den Markt kommen könnte. * Wettbewerb und Kooperation: Es entfacht ein Wettlauf zwischen Big Tech, traditionellen Pharmaunternehmen und spezialisierten KI-Biotechs. Gleichzeitig verstärken sich Kooperationen, wie etwa die Partnerschaft zwischen Eli Lilly und Nvidia oder die Übernahme einer KI-Firma durch AstraZeneca.

Fazit

Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass sowohl geopolitische Spannungen als auch technologische Disruptionen die globalen Märkte fundamental verändern. Investoren und Unternehmen müssen diese Dynamiken genau beobachten, um Risiken zu minimieren und neue Chancen in einer zunehmend komplexen Welt zu nutzen. Die Fähigkeit zur Anpassung und strategischen Partnerschaft wird entscheidend sein für den Erfolg in den kommenden Jahren.

Action Items

Investoren sollten die geopolitischen Entwicklungen des Zollstreits zwischen den USA und Europa genau beobachten und ihre Portfolios auf potenzielle Sektorverschiebungen prüfen.

Impact: Eine frühzeitige Anpassung des Portfolios kann Verluste in betroffenen Branchen minimieren und Chancen in profitierenden Sektoren (z.B. Verteidigung, Edelmetalle) nutzen.

Pharma- und Biotech-Unternehmen sollten ihre KI-Strategien beschleunigen, massiv in KI-Forschung investieren und verstärkt Talente aus der Tech-Branche akquirieren oder kooperieren.

Impact: Dies sichert die Wettbewerbsfähigkeit in der Medikamentenentwicklung, verkürzt die Time-to-Market für neue Therapien und ermöglicht den Zugang zu führenden KI-Modellen und -Expertise.

Europäische politische Entscheidungsträger sollten eine gemeinsame, kohärente Strategie für den Einsatz des Anti-Coercion Instruments entwickeln und dabei die wirtschaftlichen Auswirkungen auf die EU-Staaten genau abwägen.

Impact: Ein geeintes Vorgehen maximiert die Wirksamkeit der EU-Gegenmaßnahmen gegen wirtschaftlichen Zwang und minimiert gleichzeitig Kollateralschäden für die eigene Wirtschaft und interne Spaltungen.

Unternehmen, insbesondere in der Automobil- und Einzelhandelsbranche, sollten Szenarien für eskalierende Zollstreitigkeiten durchspielen und ihre Lieferketten sowie Absatzmärkte diversifizieren.

Impact: Dies reduziert die Abhängigkeit von einzelnen Märkten oder Regionen und mindert das Risiko, von unvorhergesehenen Handelsbarrieren und politischen Entscheidungen stark betroffen zu werden.

Langfristige Investoren sollten die Rolle des Dollars als Krisenwährung in Zeiten von US-induzierten Krisen neu bewerten und die Entwicklung der 'Entdollarisierung' beobachten.

Impact: Eine Neubewertung kann zu einer Anpassung der Währungsallokation in Portfolios führen und die Berücksichtigung alternativer sicherer Häfen wie Gold verstärken.

Mentioned Companies

Aktienanstieg von über 6% nach der Ankündigung des US Supreme Courts, sich grundsätzlich mit dem Glyphosatstreit zu beschäftigen, was eine deutliche Entlastung für das Unternehmen bedeuten könnte.

Führend bei der Expansion in den Gesundheitsmarkt mittels KI, sucht gezielt Biowissenschaftler und entwickelt eigene Produkte für lukrative Märkte.

Positioniert sich in der KI für die Pharmabranche, kooperiert mit Eli Lilly zur Entwicklung eines gemeinsamen KI-Labors.

Aktienanstieg als Rüstungsunternehmen, da europäische Staaten mehr in Verteidigung investieren könnten, wenn die USA als Partner unzuverlässiger werden.

Aktienanstieg als Rüstungsunternehmen im MDAX, aus ähnlichen Gründen wie Rheinmetall.

Rivale von OpenAI, ebenfalls mit Vorstößen in den Gesundheitsbereich und Konzentration auf die Entwicklung eigener Produkte.

Aktiver Akteur im Bereich der KI-gestützten Medikamentenentwicklung.

Zu Alphabet gehörendes Unternehmen, das in der KI-gestützten Medikamentenentwicklung aktiv ist.

Positioniert sich in der KI für die Pharmabranche.

Amerikanisches Biotech-Unternehmen, das KI zur Herstellung eigener Moleküle für Medikamente nutzt.

Kooperiert mit Nvidia, um ein gemeinsames KI-Labor für die Medikamentenentwicklung zu gründen.

Hat eine ganze KI-Firma gekauft, um die Medikamentenentwicklung durch KI voranzutreiben.

Europäische KI-Firma, die Forschungseinheiten aufbaut, um im Bereich der KI-Anwendungen zu konkurrieren.

Aktienverlust von über 4% aufgrund von Zollstreitigkeiten, die den Einzelhandel betreffen.

Aktienverlust von über 4% aufgrund von Zollstreitigkeiten, die die Automobilindustrie betreffen.

Aktienverlust von über 4% und starke Betroffenheit durch Zölle, da die Produktion nicht in den USA erfolgt.

Aktienverlust von über 4% aufgrund von Zollstreitigkeiten, die die Automobilindustrie betreffen.

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Keywords

US-Zölle EU-Gegenmaßnahmen Künstliche Intelligenz Pharma Medikamentenentwicklung KI Transatlantische Beziehungen Marktbericht Investitionsstrategien Bayer Glyphosat Tech im Gesundheitswesen Wirtschaftsausblick