Trump vs. Fed: Marktturbulenzen und DAX-Ausblick 2026

Trump vs. Fed: Marktturbulenzen und DAX-Ausblick 2026

Handelsblatt Today - Der Finanzpodcast mit News zu Börse, Aktien und Geldanlage Jan 12, 2026 german 5 min read

US-Ermittlungen gegen Fed-Chef Powell erschüttern die Märkte. Der DAX zeigt sich robust, doch Charttechniker warnen vor Risiken im Jahresverlauf 2026.

Key Insights

  • Insight

    Die Nachricht über Ermittlungen des US-Justizministeriums gegen Fed-Chef Jerome Powell löste sofortige Marktreaktionen aus, darunter sinkende US-Leitindizes, steigender Goldpreis (Rekord bei 4.600 USD/Feinunze) und ein schwächerer Dollar.

    Impact

    Dies signalisiert eine erhöhte Unsicherheit an den US-Märkten und könnte Anleger zu sicheren Häfen außerhalb der USA bewegen, was die Dynamik globaler Kapitalströme beeinflusst.

  • Insight

    Die Angriffe auf die Autonomie der US-Notenbank sind ein Novum, wobei Powell persönlich und öffentlich die Vorwürfe zurückweist. Märkte preisen den Verlust der Fed-Unabhängigkeit noch nicht vollständig ein.

    Impact

    Ein tatsächlicher oder wahrgenommener Verlust der Fed-Unabhängigkeit könnte zu massiven Verwerfungen an den Finanzmärkten führen, ähnlich der "Sell America"-Stimmung im April 2025.

  • Insight

    Der DAX zeigt sich in einem turbulenten Umfeld bemerkenswert robust, erreichte ein weiteres Rekordhoch und widerstand sogar negativen Nachrichten wie gestiegenen Insolvenzzahlen in Deutschland.

    Impact

    Deutsche und europäische Aktien könnten als Alternative zu US-Anlagen an Attraktivität gewinnen, was zu einer Umschichtung von Portfolios führen könnte.

  • Insight

    Führende Charttechniker erwarten für den DAX im Jahr 2026 Kursziele zwischen 26.400 und 28.800 Punkten, was einem Potenzial von 5 bis 14 Prozent entspricht.

    Impact

    Diese positive technische Einschätzung könnte weitere Käufe anziehen und den Aufwärtstrend in den frühen Monaten des Jahres 2026 verstärken.

  • Insight

    Hauptrisiken für den DAX im Jahresverlauf sind das US-Zwischenwahljahr 2026, historisch hohe Aktienquoten bei US-Privatanlegern (71%) und ein Rekordhoch bei kreditfinanzierten Aktienkäufen (1,2 Billionen USD).

    Impact

    Diese Faktoren könnten im zweiten und dritten Quartal 2026 zu einer Korrektur des DAX auf bis zu 20.000 Punkte führen, bevor eine mögliche Jahresendrallye eintritt.

  • Insight

    Präsident Trumps Absicht, Kreditkartenzinsen zu deckeln, deutet auf einen breiteren politischen Druck auf Zinsniveaus hin, was Bankaktien bereits negativ beeinflusste.

    Impact

    Eine solche Regulierung könnte die Margen von Banken erheblich schmälern und zu einer Neubewertung des Bankensektors führen.

  • Insight

    Die Ermittlungen gegen Powell könnten als Druckmittel verstanden werden, um seine mögliche Wiederernennung als Fed-Chef im Mai 2026 zu verhindern oder ihn zu entlasten.

    Impact

    Eine solche politisch motivierte Intervention in die Besetzung der Fed-Spitze würde die Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit der Institution weiter untergraben und die Marktunsicherheit verstärken.

Key Quotes

"Hier geht es darum, ob die Fed weiterhin Zinsen auf der Grundlage von Fakten und wirtschaftlichen Bedingungen festlegen kann, oder ob die Geldpolitik stattdessen durch politischen Druck oder Einschüchterung gesteuert wird."
"die Märkte seien noch nicht bereit, einen Verlust der Unabhängigkeit der Fed einzutreisen."
"The trend is your friend, der langfristige Aufwärtstrend, der ist absolut intakt."

Summary

Märkte im Spannungsfeld: Politische Stürme und DAX-Rekorde

Die Finanzwelt erlebt eine Woche voller Kontraste: Während US-Präsident Donald Trumps jüngste Angriffe auf die Unabhängigkeit der Federal Reserve die internationalen Märkte in Aufruhr versetzen, zeigt sich der deutsche Leitindex DAX widerstandsfähig und eilt von Rekord zu Rekord. Doch welche langfristigen Auswirkungen haben diese Entwicklungen, und welche Risiken lauern im Jahr 2026 auf Anleger?

Trump gegen die Fed: Ein Paukenschlag mit Folgen

US-Präsident Trump hat mit der Nachricht von Justizermittlungen gegen Fed-Chef Jerome Powell einen neuen Eskalationsschritt im Ringen um die Autonomie der Notenbank eingeleitet. Powells öffentliche Zurückweisung der Vorwürfe unterstreicht die Ernsthaftigkeit der Situation, die an den Märkten bereits deutliche Spuren hinterlässt: US-Leitindizes verzeichneten Einbußen, der Goldpreis schoss auf ein neues Rekordhoch von fast 4.600 Dollar pro Feinunze, und der Dollar gab gegenüber anderen Währungen nach.

Die Unabhängigkeit der Notenbank gilt als fundamental für die Stabilität der Finanzmärkte. Die Sorge, dass diese Autonomie untergraben werden könnte, weckt Erinnerungen an die "Sell America"-Stimmung von April 2025, als massive Kursverwerfungen alle Anlageklassen betrafen. Beobachter vermuten hinter den Ermittlungen auch den Versuch, Powell von einer möglichen Wiederernennung als Fed-Chef abzuhalten oder ihn unter Druck zu setzen.

DAX 2026: Potenzial nach oben, Risiken im Gepäck

Entgegen dem globalen Gegenwind präsentiert sich der DAX erstaunlich robust. Er verbucht nicht nur weitere Rekordhochs, sondern trotzt auch negativen Wirtschaftsnachrichten wie gestiegenen Insolvenzzahlen in Deutschland. Fünf renommierte Charttechniker, die in den vergangenen Jahren mit ihren Prognosen richtig lagen, blicken optimistisch auf das Jahr 2026. Sie erwarten Kursziele zwischen 26.400 und 28.800 Punkten, was einem Aufwärtspotenzial von 5 bis 14 Prozent vom aktuellen Niveau entspricht.

Das stärkste Argument für weiter steigende Kurse ist der intakte langfristige Aufwärtstrend – "The trend is your friend". Auch das erst kürzlich erreichte Allzeithoch des EuroStoxx 50, das erste seit dem Jahr 2000, signalisiert eine hohe Kaufbereitschaft und entfacht neues Potenzial für Anschlusskäufe.

Die Schattenseiten: Warnsignale für den Jahresverlauf

Trotz der positiven Aussichten sind sich die Experten einig über potenzielle Rückschlagrisiken, die vor allem im zweiten und dritten Quartal des Jahres 2026 lauern:

* US-Zwischenwahljahr: Historisch gesehen sind Zwischenwahljahre in den USA die statistisch schlechtesten Börsenjahre, mit durchschnittlichen DAX-Verlusten von 4,8 Prozent. Diese Verluste treten vorzugsweise nicht im ersten Quartal auf. * Hohe Aktienquoten bei Privatanlegern: Die Aktienquote US-amerikanischer Privatanleger liegt bei sehr hohen 71 Prozent. Dies wird als Bremsklotz angesehen, da viele Anleger bereits investiert sind und als zukünftige Nachfrager ausfallen könnten. * Kreditfinanzierte Aktienkäufe: Die Summe der mit Schulden bezahlten Aktienkäufe in den USA hat ein Rekordhoch von 1,2 Billionen Dollar erreicht. Ein Rückgang dieser kreditfinanzierten Käufe könnte ein starkes Abwärtsrisiko für die Aktienmärkte darstellen.

Die Experten taxieren das Abwärtsrisiko für den DAX in diesem Zeitraum auf knapp über 20.000 Punkte, was einem Rückgang von etwa 20 Prozent gegenüber dem aktuellen Stand entspräche. Angesichts des 70-prozentigen Anstiegs des DAX in den letzten drei Jahren würde ein solcher Rücksetzer jedoch nicht als dramatisch bewertet. Die Prognose sieht eine mögliche Jahresendrallye vor, jedoch nicht zwangsläufig mit neuen Jahreshöchstständen.

Fazit: Achtsamkeit in turbulenten Zeiten

Die aktuellen Entwicklungen erfordern von Anlegern eine hohe Aufmerksamkeit. Die politische Einmischung in die Notenbankpolitik birgt erhebliche Risiken, während der DAX kurzfristig stark bleibt, aber im Jahresverlauf mit Rückschlägen rechnen muss. Eine genaue Beobachtung der politischen und markttechnischen Signale ist unerlässlich, um das eigene Portfolio bestmöglich auszurichten und auf mögliche Volatilität vorbereitet zu sein.

Action Items

Anleger sollten die Entwicklungen im Konflikt zwischen US-Präsident Trump und der Fed aufmerksam verfolgen, da dieser Konflikt erhebliche Marktverwerfungen verursachen kann.

Impact: Frühzeitiges Erkennen von Eskalationsstufen ermöglicht Anpassungen der Portfolios, um Verluste zu minimieren oder Chancen in alternativen Anlageklassen zu nutzen.

Bei anhaltender Unsicherheit um die US-Notenbank-Unabhängigkeit sollten Investoren eine Diversifikation ihrer Portfolios in Erwägung ziehen und sichere Häfen außerhalb der USA suchen.

Impact: Eine breitere Streuung kann das Risiko von konzentrierten Verlusten bei einem "Sell America"-Szenario reduzieren und die Stabilität des Gesamtportfolios erhöhen.

Investoren, die im DAX engagiert sind, sollten die prognostizierten Kursziele im ersten Quartal 2026 sowie die identifizierten Rückschlagrisiken im zweiten und dritten Quartal im Auge behalten.

Impact: Ein Bewusstsein für saisonale und technische Muster kann bei der zeitlichen Planung von Käufen und Verkäufen helfen, um potenzielle Korrekturen zu antizipieren.

Angesichts der politischen Bestrebungen, Zinsen zu deckeln, sollten Anleger ihre Positionen in Bankaktien kritisch bewerten.

Impact: Eine Neubewertung kann helfen, potenzielle negative Auswirkungen auf die Ertragskraft von Finanzinstituten zu antizipieren und entsprechende Anpassungen im Portfolio vorzunehmen.

Besondere Aufmerksamkeit sollte der Entwicklung der Aktienquote von Privatanlegern und dem Volumen kreditfinanzierter Aktienkäufe geschenkt werden, da ein Rückgang letzterer ein Warnsignal für fallende Märkte sein könnte.

Impact: Die frühzeitige Erkennung dieser Frühindikatoren ermöglicht proaktives Handeln und schützt vor unerwarteten Marktkorrekturen.

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