Märkte trotzen Geopolitik: Inflation sinkt, neue Aktienfavoriten im Fokus

Märkte trotzen Geopolitik: Inflation sinkt, neue Aktienfavoriten im Fokus

Handelsblatt Today - Der Finanzpodcast mit News zu Börse, Aktien und Geldanlage Jan 06, 2026 german 5 min read

Trotz geopolitischer Spannungen zeigen sich die Märkte robust. Deutsche Inflation sinkt, während Analysten neue Aktienfavoriten für 2026 präsentieren.

Key Insights

  • Insight

    Der DAX nähert sich trotz signifikanter geopolitischer Spannungen der 25.000-Punkte-Marke, was auf eine robuste Marktstimmung hindeutet.

    Impact

    Diese positive Stimmung könnte weiterhin Investitionen in den deutschen Aktienmarkt locken, birgt aber auch das Risiko einer übertriebenen Sorglosigkeit gegenüber externen Schocks.

  • Insight

    Die deutsche HVPI-Inflationsrate lag im Dezember bei 2,0 Prozent, unter den Erwartungen und genau auf dem Zielniveau der EZB.

    Impact

    Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit von Zinssenkungen durch die EZB, was die Kreditkosten senken und die Wirtschaft sowie Unternehmensgewinne ankurbeln könnte.

  • Insight

    Die US-Interessen an Grönland werden primär auf geostrategische Aspekte und den Zugang zu Rohstoffen (z.B. seltene Erden) zurückgeführt, nicht primär auf eine bestehende Bedrohung durch China oder Russland.

    Impact

    Ein unilateraler Schritt der USA könnte die NATO-Allianz schwer belasten und die internationalen Beziehungen zu europäischen Partnern erheblich verschlechtern, was auch wirtschaftliche Konsequenzen haben könnte.

  • Insight

    Analysten favorisieren für 2026 deutsche Aktien wie Rheinmetall, Telekom und Airbus, basierend auf fundamentalen Stärken und Wachstumsaussichten.

    Impact

    Diese Empfehlungen können Anlegern als Orientierung dienen, doch sollte die Volatilität, insbesondere bei geopolitisch beeinflussten Werten wie Rheinmetall, berücksichtigt werden.

  • Insight

    Einige unerwartete Aktien wie CEWE und TUI finden sich unter den Favoriten der Analysten, gestützt durch günstige Bewertungen, Geschäftserholung und den Einsatz von Technologien wie KI.

    Impact

    Dies zeigt, dass auch abseits der großen Indizes Chancen bestehen können, erfordert jedoch eine genaue Analyse der jeweiligen Geschäftsmodelle und Konjunkturabhängigkeiten.

  • Insight

    Die Reaktion der europäischen Länder auf die US-Ansprüche auf Grönland betont die Souveränität und lehnt unilaterale Annexionen ab.

    Impact

    Ein koordinierter europäischer Ansatz, möglicherweise inklusive einer symbolischen Militärpräsenz, könnte die politischen Kosten für die USA erhöhen und die Stabilität der Region fördern.

  • Insight

    Trotz der steigenden Aktienindizes gibt es Anzeichen von Vorsicht am Markt, wie der Anstieg des Goldpreises und die stärkere Performance von Schwellenländer- und europäischen Aktien im Vergleich zu den USA.

    Impact

    Dies könnte auf eine Diversifizierung oder eine Verschiebung der Anlegerpräferenzen hindeuten, die in Zukunft die relative Stärke verschiedener Märkte beeinflussen könnte.

Key Quotes

""Die USA werden wohl die Ölindustrie in Venezuela wieder aufbauen. Dadurch gäbe es mehr Öl auf dem Weltmarkt. Der Preis fällt da durch. That wäre direkt gut für die Weltwirtschaft, wegen niedriger Ölpreis, niedriger Kosten.""
""Grönland gehört seinem Volk. Es ist allein Sache Dänemarks und Grönlands über Angelegenheiten zu entscheiden, die Dänemark und Grönland betreffen.""
""Am Ende respektieren so Leute wie Donald Trump, respektieren Stärke, nicht Schwäche. Mit Schwäche wird man immer nur weiter ausgenutzt werden.""

Summary

Märkte trotzen Geopolitik: Inflation sinkt, neue Aktienfavoriten im Fokus

Die Finanzwelt erlebt einen turbulenten Jahresstart: Während geopolitische Spannungen um Grönland und Venezuela zunehmen, zeigen sich die großen Aktienindizes erstaunlich unbeeindruckt. Der DAX kratzt an der psychologisch wichtigen 25.000-Punkte-Marke, und die Anleger scheinen sich auf positive Szenarien zu konzentrieren. Gleichzeitig sinkt die deutsche Inflation, was Raum für Zinssenkungen schafft. Und für das Jahr 2026 halten Analysten bereits neue deutsche Aktienfavoriten bereit.

Geopolitische Spannungen und Marktstimmung

US-Präsident Trumps erneuter Anspruch auf Grönland und die Entwicklungen in Venezuela dominieren die politischen Schlagzeilen. Erstaunlicherweise belasten diese Nachrichten die Aktienmärkte kaum. Eine Theorie besagt, dass Investoren die Chance sehen, dass die USA die Ölindustrie in Venezuela wieder aufbauen könnten, was zu mehr Öl auf dem Weltmarkt und somit niedrigeren Preisen führen würde – ein Segen für die Weltwirtschaft und ein Dämpfer für die Inflation. Doch während große Indizes steigen, zeigen sich erste Anzeichen von Vorsicht: Gold legt zu, und Schwellenländeraktien sowie europäische Märkte entwickeln sich stärker als die US-Börsen, was auf eine subtile Risikobewertung hindeuten könnte.

Inflation und Zinspolitik

Gute Nachrichten gab es von der Inflationsfront: Der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) für Deutschland lag im Dezember bei 2,0 Prozent. Dies ist weniger als erwartet und erreicht genau das Niveau, das die Europäische Zentralbank (EZB) für die Eurozone anstrebt. Diese Entwicklung erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die EZB in diesem Jahr die Zinsen senken könnte, was wiederum positive Impulse für die Wirtschaft und die Unternehmensfinanzierung bedeuten würde.

Grönland: Geostrategie trifft Souveränität

Die US-Interessen an Grönland werden im Kern als geostrategisch und rohstoffgetrieben interpretiert, insbesondere im Hinblick auf seltene Erden und die arktische Passage. Experten betonen, dass die Begründung mit der russischen und chinesischen Präsenz in der Arktis vorgeschoben sei. Eine Annexion würde einen massiven Eingriff in die Souveränität Grönlands und Dänemarks darstellen und das Vertrauen in die NATO massiv erschüttern. Eine gemeinsame Erklärung europäischer Länder unterstreicht, dass Grönland seinem Volk gehört und dessen Angelegenheiten allein von Dänemark und Grönland entschieden werden müssen. Als mögliche Reaktion Europas wird die Entsendung einer symbolischen europäischen Militärpräsenz nach Nuuk diskutiert, um die politischen Kosten einer unilateralen US-Intervention zu erhöhen.

Analysten-Favoriten für 2026

Das Handelsblatt hat erneut die Favoriten der Analysten für die deutschen Indizes (DAX, MDAX, SDAX) für 2026 zusammengetragen. Die Methode bewertet Aktien nach Kurspotenzial, Analysten-Kaufempfehlungsquote und stabiler Kurszielentwicklung. Nachdem die Favoriten 2025 im Schnitt über 50 Prozent zulegten, sind die Erwartungen hoch:

* DAX-Picks: Rheinmetall (anhaltender Nachholbedarf bei Verteidigungsausgaben), Deutsche Telekom (solides Wachstum im US-Markt, attraktive Bewertung), Airbus (Duopol-Stärke, Erholung der Lieferketten). * Überraschungen: Im SDAX taucht CEWE auf, dessen Geschäftsmodell von Fotobüchern trotz vermeintlichem Nischenmarkt durch KI-Einsatz und günstige Bewertung überzeugt. TUI aus dem MDAX, oft noch mit Corona-Krise assoziiert, bietet nach starken Kurseinbußen ein hohes Aufwärtspotenzial bei einer Erholung des deutschen Wirtschaftswachstums und des Reisemarktes.

Fazit für Anleger

Das aktuelle Marktumfeld ist von einer paradoxen Stimmung geprägt: Geopolitische Risiken werden von der positiven Erwartung einer sinkenden Inflation und potenzielle Zinssenkungen überlagert. Während man politische Entwicklungen im Auge behalten sollte, bieten selektive Aktienanalysen und das Beachten von fundamental starken Unternehmen, auch abseits der üblichen Verdächtigen, spannende Investitionsmöglichkeiten für das kommende Jahr. Es gilt, Stärke zu zeigen – sowohl politisch als auch bei der Auswahl der Investments.

Action Items

Investoren sollten die EZB-Entscheidungen zur Zinspolitik genau verfolgen, da die sinkende deutsche Inflation Zinssenkungen wahrscheinlicher macht.

Impact: Eine frühzeitige Anpassung der Portfolios an ein potenziell niedrigeres Zinsumfeld könnte Renditechancen eröffnen, insbesondere bei zinssensitiven Anlagen.

Anleger sollten die Analysten-Favoriten für 2026, insbesondere Rheinmetall, Telekom und Airbus, auf ihre Relevanz für das eigene Portfolio prüfen und die zugrundeliegenden Annahmen bewerten.

Impact: Eine fundierte Prüfung kann dazu beitragen, von den erwarteten Wachstumstrends zu profitieren, während gleichzeitig die spezifischen Risiken jeder Aktie berücksichtigt werden.

Europäische politische Führungskräfte sollten weiterhin eine starke, koordinierte diplomatische Position gegenüber unilateralen geopolitischen Ansprüchen, wie denen auf Grönland, aufrechterhalten.

Impact: Dies kann dazu beitragen, die Integrität internationaler Bündnisse wie der NATO zu wahren und die regionale Stabilität zu sichern, was langfristig auch ein stabiles Umfeld für europäische Unternehmen bedeutet.

Beobachten Sie die Entwicklung des Goldpreises und die relative Performance von nicht-amerikanischen Märkten als Indikatoren für eine potenzielle Verschiebung der globalen Anlegerstimmung und Risikobereitschaft.

Impact: Eine frühzeitige Erkennung von Markttrends kann bei der Anpassung der Asset-Allokation helfen und so das Portfolio widerstandsfähiger gegenüber makroökonomischen Veränderungen machen.

Prüfen Sie auch Unternehmen abseits der 'Blue Chips' in den Indizes MDAX und SDAX, die durch spezifische Geschäftsmodelle (z.B. CEWE mit KI-Einsatz) oder eine Neubewertung (z.B. TUI) attraktives Potenzial aufweisen.

Impact: Dies kann zur Diversifizierung des Portfolios beitragen und zusätzliche Renditechancen bieten, die bei den meistbeachteten Großkonzernen möglicherweise schon eingepreist sind.

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