Finanzperspektiven 2026: Expertenprognosen und Investmentideen

Finanzperspektiven 2026: Expertenprognosen und Investmentideen

Alles auf Aktien – Die täglichen Finanzen-News Jan 02, 2026 german 5 min read

Experten diskutieren Börsenaussichten 2026: KI-Boom, Geopolitik, Rohstoffmärkte und psychologische Resilienz. Chancen in Japan, Europa und US-Tech.

Key Insights

  • Insight

    Die US-Aktienmärkte zeigten 2025 starke Kursgewinne in USD, die in Euro-Sicht jedoch aufgrund von Währungseffekten deutlich geringer ausfielen. Hohe Bewertungen im Tech-Sektor stellen ein Risiko für 2026 dar.

    Impact

    Europäische Anleger müssen Währungseffekte berücksichtigen; hohe Bewertungen könnten 2026 zu Korrekturen führen, auch wenn Gewinne steigen.

  • Insight

    US-Industriepolitik und geopolitische Initiativen wie die "Genesis-Mission" stärken die amerikanische Wirtschaft und Technologieunternehmen, insbesondere in der Robotik.

    Impact

    Bevorzugung von US-Unternehmen in Portfolios könnte sich fortsetzen; politische Maßnahmen fördern Investitionen in physische KI und Automatisierung in den USA.

  • Insight

    Die Künstliche Intelligenz (KI) erlebt 2026 eine Verlagerung von reiner Cloud-Anwendung hin zur "physischen KI" in Robotik und Automatisierung.

    Impact

    Neue Investitionsmöglichkeiten in Unternehmen, die physische KI-Lösungen entwickeln (z.B. Fanuc, Yaskawa, Teradyne), entstehen, unterstützt durch US-Politik.

  • Insight

    Das klassische 60/40-Portfolio (Aktien/Anleihen) gilt aufgrund sich ändernder Inflations- und Zinsumfelder als "tot" und erfordert eine Neuausrichtung.

    Impact

    Anleger sollten ihre Portfolios neu bewerten und verstärkt inflationssensitive Assets wie Gold, Silber und Rohstoffe zur Portfoliorobustheit hinzufügen.

  • Insight

    Rohstoffe und Edelmetalle befinden sich in einem Bullenmarkt; Gold wird langfristig positiv gesehen, aber breitere Rohstoffmärkte (Energie, Basismetalle, Uran) bieten kurzfristig attraktivere Chancen.

    Impact

    Eine taktische Reallokation innerhalb der Rohstoffklasse oder eine Erhöhung des Rohstoff-Exposures kann sich auszahlen, insbesondere in inflationssensitiven Phasen.

  • Insight

    Japan wird aufgrund seiner technologischen Führerschaft in Robotik und spezifischen Halbleiterbereichen als vielversprechender Markt hervorgehoben.

    Impact

    Anleger können von Japans Expertise in Automatisierung profitieren, um dem demografischen Wandel und Arbeitskräftemangel zu begegnen.

  • Insight

    Psychische Hygiene durch "Doomscrolling Detox" und Konzentration auf positive Inhalte schützt Anleger vor emotional gesteuerten Fehlentscheidungen.

    Impact

    Eine bewusste Informationsaufnahme kann die langfristige Performance des Portfolios verbessern und unnötige Volatilität durch panische Reaktionen vermeiden.

Key Quotes

"Ich sage ja nochmal, die Erkenntnis, wenn ein Bärenmarkt kommt, also was auch etwas heißt, Bärenmarkt, also wenn, wenn die Stimmung kippt, dann ist 80 Prozent der Kursverluste, die kommen nicht daraus, dass die Gewinne einbrechen, sondern die kommen halt daraus, dass die Leute sagen, hey, wir nehmen so ein bisschen was von den Bewertungen wieder weg."
"Deshalb gönnen wir uns 2026 ein Doomscrawling Detox. Entkoppeln wir uns und unser Depot von den Schlagzeilen. Konsumieren wir mehr positive Inhalte wie Videos zu den Fortschritten in der Robotik oder Texte über Durchbrüche in der Medizin und schützen wir unser Vermögen auf diese Weise vor dem größten Risiko. Unser eigenen Emotionen."
"Das klassische 6040-Portfolio, also 60% Aktien, 40% Anleihen war ein Kind fallender Zinsen, ein Kind niedrige Inflationsraten und niedriger Inflationsvolatilität. Im neuen Umfeld benötigt man, glaube ich, mehr inflationssensitive Assets, wie beispielsweise Gold, Silber, aber eben auch Rohstoffe."

Summary

Finanzperspektiven 2026: Expertenprognosen und Investmentideen

Das Börsenjahr 2025 war in den USA von starken Zugewinnen geprägt, der S&P 500 legte 16,4 % zu (in USD), der Nasdaq 100 sogar 20,2 %. In Euro-Sicht waren die Erträge jedoch mit 2,6 % bzw. 6 % deutlich moderater. Mit Blick auf 2026 diskutieren Experten die hohen Bewertungen im Technologiesektor und die Frage, ob das Gewinnwachstum weiterhin die Kurse treiben kann oder ob Korrekturen anstehen. Die US-Zwischenwahlen und mögliche Impulse durch eine Trump-Regierung könnten das Jahr beeinflussen.

Strategische Portfolioausrichtung: Robustheit statt Prognosen

Christian Röhl betont die Wichtigkeit einer robusten Asset Allocation. Statt auf einzelne Prognosen zu wetten, empfiehlt er ein breit aufgestelltes Portfolio aus globalen Aktien (MSCI All Country World ETF), ergänzt durch Gold und Investment-Grade-Unternehmensanleihen. Als Alternative zu marktkapitalisierungsgewichteten Indizes schlägt er den nach fundamentalen Fakten gewichteten Futirafi All World Index vor, der den US-Anteil reduziert und Branchen stärker diversifiziert. Er sieht Chancen in europäischen Industriewerten, die in Zukunftsthemen wie Automatisierung und Elektrifizierung stark sind. Lateinamerika wird als klassisches Value Play genannt, das von einer strategischen Renaissance der Monroe-Doktrin profitieren könnte.

Ein wichtiger psychologischer Tipp für 2026 ist ein "Doomscrolling Detox": Anleger sollen sich von negativen Schlagzeilen abkoppeln und sich auf positive Entwicklungen wie Fortschritte in Robotik und Medizin konzentrieren, um emotionale Fehlentscheidungen zu vermeiden.

Makrotrends & KI: Vom Hype zur physischen Umsetzung

Henrik Leber analysiert die geopolitischen Machtspiele und die Rolle Europas. Er sieht einen unglaublichen Boom in den USA im KI-Bereich, warnt aber vor einer Überhitzung. Gewinner seien jene Firmen, die nah am Kunden sind und KI monetarisieren können (z.B. Alphabet). Als "Langweiler-Aktie" empfiehlt er Rückversicherungen, die stetige Wertschöpfung liefern. Zudem hebt er die japanische Halbleiter-Beschichtungsfirma Kokusai Electric hervor.

Barki Irmark konstatiert einen "US Exceptionalism", der die amerikanische Wirtschaft begünstigt. Die Dominanz der US-Tech-Unternehmen wird durch GenAI weiter zementiert. Obwohl er keine Blase im KI-Bereich sieht, sind Bewertungen hoch. Er favorisiert Samsung als defensiven KI-Play (Comeback im HBM-Segment), Snap als Turnaround-Kandidaten und Nu Holding für seine US-Expansion.

Thomas Rappold sieht 2026 als das Jahr der "Physischen KI" – das Zusammenspiel von Industrie 4.0 und KI. Er sieht eine US-Offensive ("Genesis-Mission") zur Aufholung in der Robotik. Investitionschancen liegen in japanischen Robotikherstellern wie Fanuc und Yaskawa sowie dem US-Unternehmen Teradyne (mit Universal Robots). Ein spezialisierter Index wie der Selective Industry 4.0 Performance Index kann diese Entwicklung abbilden.

Rohstoffe und Inflationsschutz: Das Ende des 60/40-Portfolios

Ronny Stöferle erklärt das klassische 60/40-Portfolio für "tot" in einem Umfeld steigender Zinsen und Inflation. Er plädiert für mehr inflationssensitive Assets wie Gold, Silber und Rohstoffe. Gold sieht er in einem Bullenmarkt mit Potenzial bis 5000 USD, hält aber eine Korrektur für gesund. Breitere Rohstoffmärkte (Öl & Gas, Kupfer, Nickel, Uran, Lithium) böten derzeit attraktivere Chancen. Er empfiehlt zudem einzelne Rohstoffaktien mit Übernahmepotenzial.

Qualitätswachstum abseits des Hypes

Wolfgang Fikus von Comgest (als Privatperson sprechend) erwartet im extrem teuren Markt 2026 erhebliche Rücksetzer, insbesondere im KI-Bereich. Er konzentriert sich auf Qualitätswachstum mit hohen Markteintrittsbarrieren. Seine Empfehlungen sind Games Workshop (englisches Mid-Cap ohne KI-Bezug, hohes Wachstumspotenzial), Sage (ungerechtfertigter KI-Trendverlierer mit stabilem Gewinnwachstum) und ASMI (ASML-Alternative, wichtig für die Herstellung hochperformanter Nvidia-Chips).

Zusammenfassend erfordert das Jahr 2026 eine durchdachte und diversifizierte Anlagestrategie, Geduld und eine bewusste Auseinandersetzung mit Marktinformationen, um Chancen zu nutzen und Risiken zu minimieren.

Action Items

Berücksichtigen Sie breit diversifizierte globale ETFs wie den MSCI All Country World ETF oder den fundamental gewichteten Futirafi All World Index für eine ausgewogene Portfoliodiversifikation.

Impact: Reduziert Klumpenrisiken (z.B. US-Tech-Dominanz) und sorgt für eine ausgewogenere globale Diversifikation, was die Portfoliorobustheit erhöht.

Investieren Sie in europäische Industrie-Güter- und Dienstleistungsunternehmen, die eine starke industrielle Basis in Zukunftsthemen aufweisen.

Impact: Nutzt die starke industrielle Basis Europas in Zukunftsthemen (Automatisierung, Elektrifizierung) und bietet Qualitätsaktien abseits des breiten Marktes.

Beobachten Sie Lateinamerika als Value Play, möglicherweise über den MSCI Latin America ETF oder ausgewählte Einzelaktien in Argentinien für Aufholpotenzial.

Impact: Bietet potenziell hohe Aufholchancen in unterbewerteten Märkten, birgt jedoch höhere politische Risiken und erfordert sorgfältige Auswahl.

Fokussieren Sie auf "Physical AI" durch Investitionen in japanische Robotik-Hersteller (Fanuc, Yaskawa) und Halbleiter-Ausrüster (Teradyne) oder spezialisierte Indizes.

Impact: Partizipiert am Trend der physischen Umsetzung von KI und Automatisierung, der durch technologische Reife und geopolitische Dringlichkeit angetrieben wird.

Überprüfen Sie Portfolios auf eine erhöhte Gewichtung von Rohstoffen (Öl & Gas, Kupfer, Nickel, Uran, Lithium) und Gold zur Inflationsabsicherung.

Impact: Stärkt die Inflationssensitivität des Portfolios und nutzt den erwarteten Bullenmarkt in diesen Segmenten, insbesondere angesichts des Wandels in der Anlagestrategie.

Analysieren Sie spezifische US-Tech-Firmen (Alphabet) als Profiteure der KI-Monetarisierung und "defensiver" KI-Plays (Samsung) für gezielte KI-Exposures.

Impact: Ermöglicht die Teilnahme am KI-Trend mit Unternehmen, die eine starke Kundenbasis und attraktive Bewertungen aufweisen oder von der CapEx-Ausweitung profitieren.

Betrachten Sie "Turnaround"-Kandidaten wie Snap, unterschätzte Titel wie Sage oder Wachstumswerte ohne direkten KI-Bezug wie Games Workshop.

Impact: Bietet Chancen in Titeln mit hohem Aufholpotenzial aufgrund von Neubewertungen oder unverdienter Abstrafung durch den Markt.

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