Schwellenländer 2025: Eine neue Ära für globale Investitionen

Schwellenländer 2025: Eine neue Ära für globale Investitionen

PERSPEKTIVEN To Go – der Börsenpodcast Dec 16, 2025 german 5 min read

Analyse der Outperformance der Schwellenländer 2025, treibende Faktoren, Ausblick für 2026 und Empfehlungen für Anlagestrategien.

Key Insights

  • Insight

    Europäische Aktien liefen 2025 besser als amerikanische, und die Börsen der Schwellenländer übertrafen die der Industrienationen deutlich (MSCI EM +30% vs. MSCI World +20%).

    Impact

    Dies signalisiert eine Verschiebung der globalen Kapitalflüsse und das Wiederaufleben der Schwellenländer als attraktive Renditequelle nach einer längeren Unterperformance.

  • Insight

    Die Outperformance der Schwellenländer im Jahr 2025 wurde hauptsächlich durch sinkende Zinsen in den USA (die Amerika weniger attraktiv machten) und einen sich abschwächenden US-Dollar begünstigt.

    Impact

    Diese makroökonomischen Faktoren sind entscheidend für die Kapitalallokation und können zukünftige Bewegungen in den Schwellenländern vorhersagen.

  • Insight

    Schwellenländer wie China werden von Indexanbietern aufgrund von Kriterien wie mangelnder freier Währungskonvertierbarkeit und eingeschränkten Eigentumsverhältnissen eingestuft, nicht nur nach Wirtschaftsleistung.

    Impact

    Diese Klassifizierung beeinflusst die Zusammensetzung globaler Indizes und die Zugänglichkeit für internationale Investoren, was die Markteffizienz und Anlagestrategien beeinflusst.

  • Insight

    Schwellenländer stehen für 85% der Weltbevölkerung, über 60% der globalen Wirtschaftsleistung und den Großteil des globalen Wachstumspotenzials, getrieben durch wachsende Mittelschichten und junge Bevölkerungen.

    Impact

    Diese demografischen und wirtschaftlichen Fundamentaldaten unterstreichen das langfristige Wachstumspotenzial und die Notwendigkeit, diese Märkte in Anlagestrategien zu berücksichtigen.

  • Insight

    Für 2026 zählen Schwellenländeraktien zu den Favoriten in Jahresausblicken, mit einem Schwerpunkt auf Osteuropa und Asien, insbesondere China, Taiwan und Indien.

    Impact

    Dies weist auf fortgesetztes Vertrauen der Investoren in spezifische EM-Regionen hin und bietet Anlegern klare Anhaltspunkte für zukünftige Allokationen.

  • Insight

    Chinas Fokus auf technologische Eigenständigkeit in KI, Hardware und Software im systemischen Wettbewerb mit den USA ist ein zentraler Treiber für seine Wirtschaft und Börse.

    Impact

    Geopolitische Dynamiken und technologische Innovationen prägen Chinas Marktentwicklung und schaffen sowohl Chancen als auch Risiken für Investoren.

  • Insight

    Taiwan als großer Hersteller von Rechenchips (v.a. für KI) dürfte weiterhin gut performen, möglicherweise sogar mit Produktionsengpässen.

    Impact

    Die Rolle Taiwans in der globalen Halbleiterlieferkette macht den Markt anfällig für branchenspezifische Nachfrage und Angebotsstörungen.

  • Insight

    Indien zeigt Potenzial für einen Ausbruch in 2026, unterstützt durch Zinssenkungen, Steuersenkungen und den Fokus auf Technologie (Bangalore).

    Impact

    Gezielte geld- und fiskalpolitische Maßnahmen sowie strukturelle Stärken können das Wirtschaftswachstum und die Aktienmarktentwicklung Indiens positiv beeinflussen.

Key Quotes

"Es hat mich insofern nicht überrascht, als dass wir sinkende Zinsen in den Vereinigten Staaten gesehen haben. Bedeutet Amerika ist relativ gesehen weniger attraktiv und dann geht das Geld auch schon eher in diese Schwellen- und Entwicklungsländer vor dem Hintergrund, dass dort noch höhere Zinsen gezahlt wurden."
"Für die großen Indexanbieter ist sicherlich die Marktkapitalisierung entscheidend, aber danach dann eben auch die freie Konvertierbarkeit der Währungen, die Eigentümerverhältnisse in den einzelnen Ländern."
"Ich denke, dass die Märkte nicht so effizient sind wie das beispielsweise im DAX oder vor allem im S&P 500 zu finden ist, sondern dass man gerade in diesen Ländern durch aktives Management noch Werte heben kann."

Summary

Schwellenländer 2025: Eine neue Ära für globale Investitionen

Das Jahr 2025 markierte einen Wendepunkt an den globalen Finanzmärkten, insbesondere für die Schwellenländer. Nach einer längeren Durststrecke übertraf der MSCI Emerging Markets Index den MSCI World deutlich. Diese Outperformance, getrieben von makroökonomischen Faktoren und spezifischen Länderentwicklungen, wirft die Frage auf, ob wir vor einer Renaissance dieser lange unterschätzten Anlageklasse stehen und wie sich Anleger für 2026 positionieren sollten.

Warum die Schwellenländer 2025 glänzten

Die herausragende Performance der Schwellenländer im Jahr 2025 ist primär auf zwei zentrale Entwicklungen zurückzuführen: sinkende Zinsen in den Vereinigten Staaten und eine Abschwächung des US-Dollars. Niedrigere US-Zinsen machten Amerika relativ weniger attraktiv für Investoren, während der schwächere Dollar typischerweise Kapitalflüsse in die Emerging Markets begünstigt, wo oft noch höhere Zinsen geboten werden. Mit einem Plus von fast 30% des MSCI Emerging Markets gegenüber rund 20% des MSCI World Index bewiesen diese Märkte ihre wiedererlangte Stärke.

Was sind eigentlich Schwellenländer?

Die Definition eines Schwellenlandes ist komplex und unterscheidet sich oft zwischen Volkswirtschaftlern und Indexanbietern. Für letztere sind neben der Marktkapitalisierung vor allem die freie Konvertierbarkeit der Währung und die Eigentümerverhältnisse entscheidend. Daher wird China, trotz seiner Position als zweitgrößte Volkswirtschaft, weiterhin als Schwellenland klassifiziert, da nicht alle Aktien frei handelbar sind und die Währung nicht vollständig konvertierbar ist. Es ist jedoch unbestreitbar, dass Schwellenländer für 85 Prozent der Weltbevölkerung, über 60 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung und den Großteil des weltweiten Wachstumspotenzials stehen – fundamentale Treiber, die langfristig für Investments sprechen.

Ausblick 2026: Die Favoriten

Analysten sehen Schwellenländeraktien als absolute Favoriten für 2026. Eine verstärkte Allokation, insbesondere in Osteuropa und Asien, wird empfohlen. Regionale Schwerpunkte liegen auf:

* China: Angesichts des systemischen Wettbewerbs mit den USA und Chinas Fokus auf technologische Eigenständigkeit (KI, Hardware, Software) wird weiterhin Wachstum erwartet, auch wenn die Bewertungen nicht "billig" sind. * Taiwan: Als globaler Marktführer in der Produktion von Rechenchips profitiert Taiwan weiterhin von der hohen Nachfrage nach Halbleitern. Potenzielle Engpässe könnten die Märkte zusätzlich befeuern. * Indien: Nach einer Seitwärtsbewegung seit September 2024 wird ein Ausbruch in 2026 erwartet. Positive Gewinnrevisionen, Zinssenkungen der indischen Zentralbank und Steuererleichterungen, kombiniert mit Indiens Technologiekompetenz (Bangalore), schaffen gute Voraussetzungen für weiteres Wachstum. * Südkorea: Ähnlich wie Taiwan ist Südkorea stark von der Speicherchip-Produktion abhängig und sollte vom globalen Tech-Trend profitieren.

Die richtige Anlagestrategie: Aktiv vs. Passiv

Angesichts der geringeren Effizienz der Schwellenmärkte im Vergleich zu entwickelten Märkten wie dem DAX oder S&P 500 wird Anlegern empfohlen, für längerfristige Engagements in Schwellenländern eher aktiv gemanagte Fonds gegenüber ETFs zu bevorzugen. Aktives Management kann hier durch gezielte Auswahl von Werten zusätzliche Erträge generieren und Risiken besser steuern. ETFs eignen sich eher für kurzfristige taktische Allokationen.

Fazit: Schwellenländer vor einer Renaissance?

Die positiven Entwicklungen von 2025 und der vielversprechende Ausblick für 2026 deuten darauf hin, dass die Schwellenländer als Anlageklasse wieder verstärkt in den Fokus rücken sollten. Selektive Investments in wachstumsstarke Regionen und Länder, gepaart mit einer strategischen Wahl des Anlageinstruments, können für Anleger erhebliche Chancen bieten. Die Renaissance ist vielleicht nicht flächendeckend, aber in ausgewählten Märkten durchaus real.

Action Items

Anleger sollten ihre Anlagestrategie in Schwellenländern langfristig ausrichten und nicht bei kurzfristigem Gegenwind über Bord werfen.

Impact: Ein langfristiger Horizont hilft, die volatilen Phasen der Emerging Markets zu überstehen und das volle Wachstumspotenzial dieser Märkte zu nutzen.

Für längerfristige Schwellenländer-Investments sollten aktive Fonds gegenüber ETFs bevorzugt werden, da diese Märkte weniger effizient sind.

Impact: Aktives Management kann in ineffizienten Märkten Alpha generieren und durch gezielte Titelauswahl Mehrwert schaffen, wo passive Indizes Klumpenrisiken bergen können.

Eine stärkere Allokation in Schwellenländer, insbesondere in Osteuropa und Asien (China, Taiwan, Indien, Südkorea), sollte für 2026 in Betracht gezogen werden.

Impact: Dies ermöglicht die Partizipation am prognostizierten Wachstum dieser Regionen und deren spezifischen Branchen (z.B. Technologie, Halbleiter).

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