SAP unter Druck: KI, Cloud & Wettbewerb beeinflussen Performance

SAP unter Druck: KI, Cloud & Wettbewerb beeinflussen Performance

Hot Bets - der Podcast über heiße Aktien Dec 11, 2025 german 5 min read

Analyse der Underperformance von SAP im DAX, beleuchtet die Rolle von KI, Cloud-Migration, Wettbewerbsdruck und Finanzkennzahlen.

Key Insights

  • Insight

    SAP verzeichnet trotz der allgemeinen Markterholung eine markante Underperformance im DAX.

    Impact

    Dies könnte auf spezifische Herausforderungen im Geschäftsmodell oder temporäre Marktängste hindeuten, die das Investorenvertrauen beeinträchtigen und zu einer Neubewertung der Aktie führen können.

  • Insight

    Experten sehen KI als aufbauend auf kritischen ERP-Daten, nicht als Ersatz für geschäftskritische Systeme, was SAP einen Vorteil verschafft.

    Impact

    Die bestehenden Daten und Systeme von SAP sind für die Implementierung und Effektivitätssteigerung von KI unerlässlich, was ihre Marktposition stärken und neue Wertschöpfungsmöglichkeiten eröffnen könnte.

  • Insight

    Die Cloud-Migration ist ein zentraler Umsatztreiber, aber ein Drittel der SAP-Kunden steckt noch im Migrationsprozess, während die Mehrheit noch lokale Systeme nutzt.

    Impact

    Das weitere Vorantreiben der Cloud-Migration ist entscheidend für zukünftiges Umsatzwachstum, birgt aber auch langfristig das Risiko einer Abflachung der Wachstumskurve nach Abschluss der Migration.

  • Insight

    SAP wächst mit 4-5% p.a. deutlich langsamer als Konkurrenten wie Salesforce (>10%) und Oracle (nahe 20%) beim Umsatz.

    Impact

    Dieses langsamere Wachstum kann zu anhaltendem Investorenmisstrauen führen, falls keine Beschleunigung des Wachstums, insbesondere im Cloud-Bereich, gelingt, und den Aktienkurs belasten.

  • Insight

    Trotz solider Finanzkennzahlen (10 Mrd. EBIT, 8 Mrd. Cashflow, 14 Mrd. Kasse) wird SAP mit einem hohen KGV von 30 bewertet.

    Impact

    Die hohe Bewertung könnte bei verlangsamtem Wachstum, externen Belastungen oder erhöhter Zinskritik zu Kurskorrekturen führen, auch wenn die fundamentalen Daten des Unternehmens solide sind.

  • Insight

    Ermittlungen der EU-Kommission wegen angeblicher "Erpressung" von Kunden für teure Updates belasten das Unternehmen.

    Impact

    Dies könnte zu Reputationsschäden, Geldbußen oder regulatorischen Auflagen führen, die die Profitabilität, die Kundenbeziehungen und das Investorenvertrauen beeinträchtigen.

  • Insight

    Die Enttäuschung über Oracle's hohe KI-Ausgaben belastet indirekt auch die SAP-Aktie, da der Markt den Cashflow-Verbrauch kritisch sieht.

    Impact

    Dies zeigt, dass der Markt bei hohen Investitionen in Zukunftstechnologien wie KI zunehmend die kurzfristige Rentabilität und den Cashflow-Verbrauch bewertet, was Druck auf vergleichbare Unternehmen ausübt.

Key Quotes

"Doch geschäftskritische Software, sogenannte ERP-Systeme bleiben geschützt. Vor allem die Daten, die im System stecken, die sind ein Pfund. Denn die KI braucht diese Daten and can nur auf ERP-Daten aufbauen, aber diese nicht ersetzen, so die Einschätzung von Experten."
"Ein Drittel der Kunden stecken derzeit im Migrationsprozess. 10% sind bereits durch. Das war der Umsatztreiber in den letzten Jahren."
"Die Börse bemängelt zuletzt eine abfallende Dynamik beim Umsatzwachstum. Salesforce und Oracle wachsen schneller. SAP um 4-5%. Per Anno, Salesforce um über 10% und Oracle nahe 20% Umsatzwachstum im Vergleichsquartal."

Summary

SAP im Visier: Warum der Tech-Gigant trotz guter Fundamentaldaten strauchelt

SAP, das europäische Software-Flaggschiff, durchlebt derzeit eine Phase der Underperformance am Markt, während der DAX Erholungstendenzen zeigt. Trotz solider Finanzkennzahlen und einer wichtigen Rolle im B2B-Sektor werfen Entwicklungen bei KI-Investitionen, Cloud-Migration und Wettbewerbsdynamik Fragen auf, die das Vertrauen der Investoren auf die Probe stellen.

KI: Fluch oder Segen für SAP?

Die Diskussion um künstliche Intelligenz prägt auch das Umfeld von SAP. Während massive KI-Investitionen, wie jüngst bei Oracle beobachtet, den Cashflow belasten und zu Enttäuschungen führen können, sehen Experten SAP hier in einer vorteilhaften Position. Die Annahme, dass KI geschäftskritische ERP-Systeme ersetzt, wird widerlegt. Vielmehr dienen die in diesen Systemen verankerten Daten als essenzielle Basis für KI-Anwendungen, die Prozesse effektiver gestalten, anstatt die Systeme selbst zu verdrängen. Dies könnte SAP eine einzigartige Chance bieten, seine Führungsposition durch intelligente KI-Integration zu stärken.

Der lange Weg in die Cloud und Wettbewerbsdruck

Die Cloud-Transformation bleibt ein zentraler Wachstumstreiber für SAP, wenngleich ein Drittel der Kunden noch mitten im Migrationsprozess steckt und ein Großteil weiterhin lokale Installationen nutzt. Dies verdeutlicht das weiterhin ungenutzte Potenzial, aber auch die Herausforderung, Kunden von der Umstellung zu überzeugen. Gleichzeitig ist das Umsatzwachstum von SAP mit 4-5% p.a. deutlich langsamer als bei Wettbewerbern wie Salesforce (>10%) und Oracle (nahe 20%), was die Börse kritisch beäugt. Besonders der US-Markt, ein signifikanter Umsatzträger, zeigt sich zuletzt zurückhaltend bei Auftragsvergaben.

Finanzielle Fakten und rechtliche Hürden

Finanziell steht SAP mit einem EBIT von 10 Milliarden Euro, einem Cashflow von 8 Milliarden Euro und einer Kassenposition von 14 Milliarden Euro solide da. Auch Aktienrückkaufprogramme sollen wieder aufgelegt werden. Dennoch wird die Aktie mit einem KGV von 30 bewertet, vergleichbar mit US-Konkurrenten. Zusätzlich belasten Ermittlungen der EU-Kommission wegen angeblicher "Erpressung" von Kunden zu teuren Updates das Stimmungsbild, auch wenn Updates für die Nutzung von KI unerlässlich sind und ein Systemwechsel im ERP-Bereich für Kunden als "Horror" gilt.

Ausblick und Investoren-Sentiment

Analysten bleiben trotz der aktuellen Herausforderungen mehrheitlich bullish, mit Kurszielen, die deutlich über dem aktuellen Niveau liegen. Die Marke von 200 Euro wird als kritische Unterstützung gesehen, mit 175 Euro als potenziellem Neueinstiegspunkt. Für bestehende Anleger wird Zurückhaltung bei Nachkäufen empfohlen. Die langfristige Wachstumskurve, insbesondere im Cloud-Bereich, wird sich nach den nächsten zwei Jahren voraussichtlich abflachen.

Fazit: SAP navigiert durch eine komplexe Landschaft aus technologischem Wandel, intensivem Wettbewerb und regulatorischem Druck. Während die Rolle als Daten-Backbone für KI-Anwendungen eine Stärke darstellt, müssen die Beschleunigung der Cloud-Migration und die Belebung des Umsatzwachstums adressiert werden, um das volle Potenzial zu entfalten und das Vertrauen der Investoren nachhaltig zu festigen.

Action Items

Investoren sollten die Fortschritte bei der SAP-Cloud-Migration genau verfolgen und die Akzeptanzrate unter den Kunden bewerten.

Impact: Eine Beschleunigung der Migration könnte positive Kurseffekte haben, während eine Verlangsamung das Wachstumspotenzial mindert und den Aktienkurs negativ beeinflussen könnte.

Die Analyse, wie SAP KI in bestehende ERP-Systeme integriert und Monetarisierungsmodelle entwickelt, ist für die langfristige Bewertung entscheidend.

Impact: Eine erfolgreiche und effiziente KI-Integration könnte die Effizienz der Kunden steigern und neue Einnahmequellen für SAP erschließen, was sich positiv auf den Unternehmenswert auswirkt.

Bei einem Kursrückgang auf etwa 175 Euro könnte ein Neueinstieg für Langfristinvestoren in SAP attraktiv sein.

Impact: Dies ermöglicht den Kauf der Aktie zu einem potenziell niedrigeren, risikoärmeren Preisniveau, vorausgesetzt, die langfristigen Fundamentaldaten bleiben intakt und die Wachstumstreiber werden adressiert.

Wer bereits in SAP investiert ist, sollte derzeit von Nachkäufen absehen, um das Risiko einer weiteren Korrektur zu minimieren.

Impact: Diese vorsichtige Haltung schützt Anleger vor potenziellen Verlusten, falls der Kurs die kritische Marke von 200 Euro nicht halten kann und weiter nachgibt.

Die Entwicklungen bezüglich der EU-Kommissionsermittlungen gegen SAP aufmerksam verfolgen.

Impact: Frühe Kenntnisse über potenzielle Strafen, Auflagen oder die Beilegung der Untersuchungen können Anlageentscheidungen beeinflussen und das Risikoprofil der Aktie verändern.

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