Wirtschaft im Wandel: Deutschland, EU & Malaysias Aufschwung

Wirtschaft im Wandel: Deutschland, EU & Malaysias Aufschwung

im Loop: Der News-Podcast von Finanzfluss Nov 14, 2025 german 5 min read

Tagesaktuelle Wirtschaftsnachrichten: Deutschlands Konjunkturpaket, EU-Handelsreformen & Malaysias beeindruckendes Wachstum trotz globaler Herausforderungen.

Key Insights

  • Insight

    Deutschlands Konjunkturpaket umfasst den Bau von acht neuen Gaskraftwerken zur Energiesicherheit, die Senkung der Luftverkehrssteuer zur Branchenentlastung und die Förderung von Start-ups mit einem 10 Milliarden Euro "Deutschlandfonds" zur Anziehung privater Investitionen.

    Impact

    Diese Maßnahmen sollen die heimische Wirtschaft stärken, die Energieversorgung sichern und Deutschland als attraktiven Standort für Innovationen und Investitionen positionieren.

  • Insight

    Der Haushaltsausschuss des Bundestags hat sich auf einen Haushalt mit 524 Milliarden Euro Ausgaben und einer Neuverschuldung von fast 98 Milliarden Euro für 2026 geeinigt, der zweithöchsten in der Geschichte, primär für Ukrainehilfen und Pflegeversicherung, wobei die Schuldenbremse durch Sondervermögen formal eingehalten wird.

    Impact

    Die hohen Staatsausgaben spiegeln die Bewältigung externer Krisen wider; die Nutzung von Sondervermögen ermöglicht weiterhin flexible Finanzierungen außerhalb der Kernhaushaltsregeln.

  • Insight

    Obwohl die Regierung Schwarzarbeit verstärkt bekämpfen und bis 2029 2 Milliarden Euro zusätzlich einnehmen will, wird sie von Ökonomen wie Friedrich Schneider als individueller Wohlstands- und Armuts-Abfederer mit einem Schattenwirtschaftsvolumen von 511 Milliarden Euro (11% des BIP) gesehen.

    Impact

    Dies könnte zu einer Neubewertung der Strategien zur Bekämpfung von Schwarzarbeit führen, weg von reiner Repression hin zu anreizbasierten Lösungen, um einen Teil der Schattenwirtschaft zu legalisieren.

  • Insight

    Die EU-Finanzminister haben neue Zollregeln beschlossen: Ab Q1 2025 müssen gewerbliche Pakete unter 150 Euro aus Nicht-EU-Ländern (z.B. China, Shein, Temu) verzollt werden, zuzüglich einer Bearbeitungsgebühr von 2 Euro pro Paket.

    Impact

    Diese Reform soll europäischen Händlern einen faireren Wettbewerb ermöglichen, die Kosten für Billigimporte erhöhen und die Kontrolle über den Warenfluss in die EU verbessern.

  • Insight

    Malaysia zeigt trotz US-Zöllen ein robustes Wirtschaftswachstum (bis zu 4,8% für 2024), angetrieben durch eine schnelle Erholung der Elektronikexporte, ein explosives Wachstum im Rechenzentrumsdienstleistungssektor und einen starken Arbeitsmarkt, gepaart mit einer starken Währung (Ringgit) und Haushaltsdisziplin.

    Impact

    Malaysia etabliert sich als dynamischer Wirtschaftsstandort in Südostasien mit Potenzial für weitere Freihandelsabkommen, was neue Investitions- und Handelsmöglichkeiten eröffnet.

  • Insight

    Das EU-Lieferkettengesetz wurde im EU-Parlament gelockert und gilt künftig nur noch für Unternehmen mit mindestens 1500 Mitarbeitenden und einem Jahresumsatz ab 1,5 Milliarden Euro; Klimaschutzpläne entfallen ebenfalls.

    Impact

    Die Reduzierung der regulatorischen Last für viele Unternehmen könnte die Wettbewerbsfähigkeit stärken, aber gleichzeitig die ursprünglichen Ziele des Gesetzes zum Schutz von Menschenrechten und Klima schwächen.

Key Quotes

""Schwarzarbeit ist für viele die easy Möglichkeit, um die Armut abzufedern, beziehungsweise zu verdienen, um den Lebensstandard zu halten.""
""Schwarzarbeit ist durchaus geeignet, den Wohlstand zu steigern.""
""Die EU-Finanzminister haben jetzt aber beschlossen, für gewerbliche Pakete unter 150 Euro muss zukünftig Zoll gezahlt werden.""

Summary

Aktuelle Wirtschaftsimpulse: Deutschland, EU und Malaysia im Fokus

Die globale Wirtschaft befindet sich in stetigem Wandel, geprägt von politischen Entscheidungen, technologischen Innovationen und makroökonomischen Entwicklungen. Von Berlins Fiskalpolitik bis zu neuen Handelsregeln in der EU und einem überraschenden Aufschwung in Südostasien – hier sind die wichtigsten Trends, die Anleger und Führungskräfte im Blick behalten sollten.

Deutschland: Energie, Entlastung und Innovation

Deutschland rüstet sich für die Zukunft: Bis 2031 sollen acht neue Gaskraftwerke die Energiesicherheit in Zeiten von "Dunkelflauten" gewährleisten. Gleichzeitig wird die Luftverkehrssteuer auf das Niveau von Mai 2024 gesenkt, um die Branche um rund 350 Millionen Euro zu entlasten und Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit als Luftverkehrsstandort zu stärken. Ein mutiger Schritt ist auch der geplante "Deutschlandfonds" über 10 Milliarden Euro, mit dem die Bundesregierung private Investitionen in Start-ups von bis zu 100 Milliarden Euro ankurbeln will. Das ist ein klares Signal für Innovation und Wachstum.

Der Bundeshaushalt für 2026 wurde nach intensiven Verhandlungen verabschiedet und sieht Ausgaben von rund 524 Milliarden Euro vor. Die Neuverschuldung erreicht mit fast 98 Milliarden Euro den zweithöchsten Stand in der Geschichte der Bundesrepublik, hauptsächlich bedingt durch Hilfen für die Ukraine und die Pflegeversicherung. Bemerkenswert ist, dass die Schuldenbremse dank der Nutzung von Sondertöpfen dennoch formal eingehalten wird.

Ein weiteres nationales Thema ist die Bekämpfung von Schwarzarbeit. Während die Regierung mit verstärkten Kontrollen durch die Finanzkontrolle Schwarzarbeit bis 2029 zusätzliche Einnahmen von 2 Milliarden Euro generieren möchte, bieten Experten eine differenzierte Perspektive. Ökonom Friedrich Schneider argumentiert, dass Schwarzarbeit mit einem geschätzten Volumen von 511 Milliarden Euro (11% des BIP) vielen Menschen als "easy Möglichkeit" dient, ihren Lebensstandard zu halten und sogar den Wohlstand zu steigern. Er plädiert für clevere Anreize, wie den österreichischen Handwerkerbonus, um Schattenaktivitäten in die legale Wirtschaft zu überführen.

EU: Handelsreformen und Lieferkettengesetz

Die Europäische Union stellt die Weichen für einen faireren Wettbewerb. Ab dem ersten Quartal 2025 sollen gewerbliche Pakete aus Nicht-EU-Ländern mit einem Wert unter 150 Euro nicht mehr zollfrei sein. Eine zusätzliche Bearbeitungsgebühr von 2 Euro pro Paket soll europäische Händler vor dem ungleichen Preiskampf mit Anbietern wie Shein und Temu schützen. Diese Maßnahme könnte die Kosten für Billigimporte erhöhen und den Warenfluss effektiver kontrollieren.

Parallel dazu wurde das EU-Lieferkettengesetz deutlich gelockert. Zukünftig müssen nur noch Unternehmen mit mindestens 1500 Mitarbeitenden und einem Jahresumsatz ab 1,5 Milliarden Euro die Sorgfaltspflichten einhalten. Zudem entfallen die ursprünglich geforderten Klimaschutzpläne. Dies ist eine Reaktion auf die massive Kritik aus der Wirtschaft und soll die Belastung für zahlreiche Betriebe reduzieren.

Globaler Ausblick: UKs Atompläne und Malaysias Aufstieg

Großbritannien setzt auf innovative Energietechnologien und investiert 2,5 Milliarden Pfund in den Bau von drei Small Modular Reactors (SMRs). Diese Mini-Atomkraftwerke sollen drei Millionen Haushalte versorgen und 3000 neue Arbeitsplätze schaffen, wobei Rolls-Royce den Zuschlag erhielt.

In Südostasien entwickelt sich Malaysia zu einem dynamischen Wirtschaftsstandort. Trotz der US-Zölle wird für 2024 ein Wirtschaftswachstum von bis zu 4,8 Prozent erwartet. Treibende Kräfte sind eine schnelle Erholung der Elektronikexporte, das exponentielle Wachstum im Rechenzentrumsdienstleistungssektor (fast neunfach gegenüber dem Vorjahr) sowie ein verbesserter Arbeitsmarkt und gestiegene Investitionen. Der malaysische Ringgit ist die stärkste Währung in Asien, gestützt durch Wachstum und Haushaltsdisziplin. Die Wiederaufnahme der Freihandelsabkommen-Verhandlungen mit der EU nach 13 Jahren Unterbrechung könnte zudem neue Handelsmöglichkeiten, insbesondere mit Deutschland, eröffnen.

Fazit

Die aktuellen Entwicklungen zeigen eine vielschichtige Wirtschaftslandschaft: Deutschland investiert in Zukunftstechnologien und entlastet seine Branchen, während es sich mit der Finanzierung von Krisenlasten auseinandersetzt. Die EU justiert ihre Handels- und Regulierungspolitik, um fairerem Wettbewerb und wirtschaftlicher Stabilität gerecht zu werden. Und Schwellenländer wie Malaysia demonstrieren beeindruckende Resilienz und Wachstum. Für Unternehmen und Investoren ist es entscheidend, diese Dynamiken zu verstehen und proaktiv zu agieren, um Chancen zu nutzen und Risiken zu minimieren.

Action Items

Regierungen sollten anreizorientierte Maßnahmen wie Handwerkerboni prüfen, um Schwarzarbeit in die legale Wirtschaft zu integrieren, anstatt sich ausschließlich auf erhöhte Kontrollen zu verlassen.

Impact: Dies könnte zu einer effizienteren Steigerung der Steuereinnahmen, einem faireren Wettbewerb für legale Unternehmen und einer besseren sozialen Absicherung der Arbeitnehmer führen.

Unternehmen, die Waren aus Nicht-EU-Ländern importieren, sollten ihre Preis- und Logistikstrategien an die neuen EU-Zollbestimmungen für Pakete unter 150 Euro anpassen, die ab Q1 2025 in Kraft treten.

Impact: Eine frühzeitige Anpassung kann Wettbewerbsnachteile vermeiden und die Einhaltung der neuen Einfuhrvorschriften gewährleisten, um ununterbrochene Lieferketten zu sichern.

Investoren sollten Malaysia und andere dynamische asiatische Märkte genau beobachten, insbesondere im Hinblick auf Freihandelsabkommen mit der EU, um neue Wachstums- und Diversifizierungsmöglichkeiten zu identifizieren.

Impact: Das Erkennen und Nutzen dieser Chancen kann zu höheren Renditen und einer stärkeren Positionierung in schnell wachsenden Volkswirtschaften beitragen.

Größere europäische Unternehmen müssen die finalen Regelungen des gelockerten EU-Lieferkettengesetzes genau verfolgen und ihre internen Compliance-Prozesse entsprechend anpassen, um den geänderten Anforderungen gerecht zu werden.

Impact: Dies stellt die rechtliche Konformität sicher, minimiert Reputationsrisiken und ermöglicht eine effektive Steuerung der Sorgfaltspflichten in der Lieferkette gemäß den neuen Vorgaben.

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